B-Klasse (Royal Navy)
B-Klasse von 1928 Royal Navy
Technische Daten
Schiffstyp:
Zerstörer
Verdrängung:
1.360 ts
Keith: 1.400 ts
Länge:
323 ft (98,5 m)
Breite:
32 ft 3 in (9,83 m)
Tiefgang:
12 ft 3 in (3,73 m)
Antrieb:
3 Dampfturbinen mit zusammen 34.000 PS
Geschwindigkeit:
35,25 kn
Reichweite:
4.800 Seemeilen bei 15 kn
Besatzung:
138 Mann
Keith: 175 Mann
Bewaffnung:
(als Neubau)
4 x 4,7-in-(120-mm)-Geschütze

2 x 2-Pfünder-(40-mm)-Flak
2 x Vierfachrohre 21-in-(533-mm)-Torpedo-Rohre
20 Wasserbomben

Die B-Klasse war eine Schiffsklasse von acht Zerstörern, die als Teil des Marineprogramms von 1928 für die britische Royal Navy gebaut wurden. Ein neuntes Schiff, HMS Keith, hatte einen etwas veränderten Entwurf, um als Flottillenführer zu dienen. Die Zerstörer der B-Klasse kamen im Zweiten Weltkrieg zu vielfältigen Kampfeinsätzen; fünf der neun Schiffe gingen während des Krieges verloren.

Inhaltsverzeichnis

Entwurf

Der Entwurf für die B-Klasse beruhte im Wesentlichen auf dem Entwurf für die vorhergehende A-Klasse. Änderungen betrafen u. a. die Ausstattung mit Wasserbomben anstelle von Minenräumgerät. Vorschläge, zwei Hochdruck- und Hochtemperaturkessel anstelle der bisherigen drei Niederdruckkessel einzubauen, wurden von der Admiralität abgelehnt.

HMS Keith war im Vergleich zu den anderen Schiffen etwas größer, um den Kommandeur der Flottille, seinen Stab und weitere Besatzungsmitglieder unterzubringen.

Soweit sie nicht frühzeitig verloren gingen, wurde die Ausrüstung und Bewaffnung der Zerstörer im Verlauf des Zweiten Weltkriegs teils erheblich modifiziert. Hierunter fallen etwa die Ausstattung mit Radar und dem Funkpeilungssystem Huff-Duff, mit zusätzlichen bzw. veränderten Geschützen, v. a. Flak und Schnellfeuerwaffen, sowie neuen Wasserbombenwurfvorrichtungen.

Kriegseinsatz

Die Schiffe der B-Klasse wurden während des Zweiten Weltkriegs vor allem als Eskorten für Konvois und Kriegsschiffe und bei der Jagd auf U-Boote eingesetzt. Fünf der neun Schiffe gingen bei diesen Einsätzen verloren, allesamt durch Kampfhandlungen bzw. Minen. Im Gegenzug versenkten die Zerstörer der B-Klasse drei deutsche U-Boote und eine französische Sloop.

Die nicht zerstörten Schiffe wurden kurz nach dem Ende des Kriegs außer Dienst gestellt und verschrottet, da sie technisch veraltet und durch die jahrelangen Kriegseinsätze verbraucht und nicht mehr verwendungsfähig waren.

Schiffe der B-Klasse

  • HMS Basilisk – Am 1. Juni 1940 vor Dünkirchen während der Operation Dynamo durch deutsche Bomber schwer beschädigt, Wrack von HMS Whitehall versenkt.
  • HMS Beagle – Nahm am Gefecht um den Geleitzug QP 11 im Mai 1942 im Nordmeer teil, 1946 verschrottet.
  • HMS Blanche – Am 13. November 1939 nach Minentreffer in der Themse-Mündung gesunken.
  • HMS Boadicea – 1942 bei der Operation Torch vor Oran durch französische Zerstörer beschädigt, während der Landung in der Normandie (Operation Neptune) am 13. Juni 1944 vor Portland durch Lufttorpedo versenkt.
  • HMS Boreas – Während der Operation Dynamo durch deutsche Bomber beschädigt, nahm im November 1942 an der Landung in Nordafrika (Operation Torch) teil. Im April 1944 an Griechenland überlassen und in Salamis umbenannt. 1951 zurückgegeben und zum Verschrotten verkauft.
  • HMS Brazen – Bei der Norwegen-Unternehmung an der Versenkung von U 49 beteiligt. Am Abtransport des britischen Expeditionskorps aus Dünkirchen (Operation Dynamo) beteiligt, am 21. Juli 1940 vor Dover durch deutsche Stuka versenkt.
  • HMS Brilliant – Am Abtransport des britischen Expeditionskorps aus Dünkirchen beteiligt. Versenkte während der Operation Torch die französische Sloop La Surprise. 1947 abgewrackt.
  • HMS Bulldog – Versenkte im Mai 1941 U 110, wobei in großem Umfang Chiffrier-Material sowie eine Enigma-Maschine erbeutet werden konnte, und im Juni 1944 U 719. Nahm außerdem an Gefechten um die Geleitzüge QP 11 und JW 51B im Nordmeer teil; 1946 abgewrackt.

Flottillenführer:

Literatur

  • Maurice Cocker, Ian Allan: Destroyers of the Royal Navy, 1893-1981, ISBN 0-7110-1075-7
  • Leo Marriot, Ian Allan: Royal Navy Destroyers since 1945, ISBN 0-7110-1817-0
  • H. T. Lenton: British and Empire Warships of the Second World War, Greenhill Books, ISBN 1-85367-277-7
  • Robert Gardiner (Hrsg.): Conway's All the World's Fighting Ships, 1922–1946, Naval Institute Press, ISBN 0-87021-913-8
  • M. J. Whitley: Destroyers of World War II, An International Encyclopedia, Arms and Armour Press, 1988, ISBN 1-85409-521-8

Weblinks


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