B. K. Tragelehn

B. K. Tragelehn (* 12. April 1936 in Dresden; eigentlich Bernhard Klaus Tragelehn) ist ein deutscher Schriftsteller und Regisseur.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Tragelehn war von 1955 bis 1958 Meisterschüler an der Akademie der Künste in Berlin(Ost) bei Bertolt Brecht und Erich Engel, danach war er meist freischaffend als Schriftsteller und Regisseur in Berlin tätig. Er arbeitete an der Studentenbühne der Hochschule für Ökonomie Berlin-Karlshorst und inszenierte das Stück Die Korrektur von Heiner Müller. 1961 löste die Inszenierung der Uraufführung von Heiner Müllers Stück Die Umsiedlerin oder das Leben auf dem Lande einen Skandal aus.[1] Stück und Aufführung wurden für konterrevolutionär erklärt. Tragelehn wurde aus der SED ausgeschlossen, fristlos entlassen und in den Braunkohlentagebau in die Niederlausitz geschickt. Nach Intervention von Paul Dessau durfte er ab 1964 wieder als Regisseur arbeiten. Von 1967-1969 arbeitet er als Lehrer an der Schauspielabteilung der Deutschen Hochschule der Filmkunst in Potsdam-Babelsberg. Ruth Berghaus holte ihn 1972 an das Berliner Ensemble. Die Inszenierung des Stückes Fräulein Julie von August Strindberg (mit Einar Schleef als Ko-Regisseur und Bühnenbildner) führte 1975 erneut zum Eklat, das Stück wurde nach zehn Aufführungen abgesetzt.

Seit 1979 lebte und arbeitete Tragelehn in Westdeutschland. 1980/81 ging er an das Mitbestimmungstheater am Schauspiel Frankfurt. 1986 holte ihn der Intendant des Staatsschauspiel Dresdens, Gerhard Wolfram und ließ ihn die Die Umsiedlerin inszenieren und zur Wiederaufführung bringen. Die Dresdner Die Umsiedlerin ist komplett in sächsisch. Zur Premiere kamen unter anderen der Autor Heiner Müller und Manfred Baron von Ardenne, der aber in der Pause die Vorstellung mit seinem Gefolge verließ.

1987 wurde er Schauspieldirektor in Düsseldorf. Seit Oktober 1989 lebt Tragelehn wieder in Berlin. Bis 1998 war er der letzte Präsident des ostdeutschen PEN. Seit 1997 ist er Vorsitzender der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft. Als Autor wird er der Sächsischen Dichterschule zugeordnet.

Werke

  • NÖSPL Gedichte (1982/1996)
  • Schranzler Köder Fischarping und Co. (1999)
  • Neue Xenien 1959-99 (2000)
  • Das andere Ende der Geschichte (2001) ISBN 3-980761-30-4
  • Roter Stern in den Wolken (2006) ISBN 3-93434-465-8

Herausgeber (mit Christa M. Tragelehn) und Übersetzer einer neuen Reihe „Alt Englisches Theater Neu“ zum Elisabethanischen Theater (bisher fünf Bände, 15 geplant)

(alle bei Stroemfeld Verlag, Frankfurt am Main/Basel)

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. Matthias Braun: Drama um eine Komödie. Das Ensemble von SED und Staatssicherheit, FDJ und Ministerium für Kultur gegen Heiner Müllers "Die Umsiedlerin oder Das Leben auf dem Lande" im Oktober 1961. Berlin: Ch. Links 1996 ISBN 978-3-86153-102-9

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