B53 / W53

Die B53 / W53 ist eine strategische amerikanische Kernfusionswaffe, welche für strategische Bomber (B53) und Titan II Interkontinentalraketen (W53) entwickelt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

B53

Verantwortlich für die Entwicklung war das Los Alamos National Laboratory (LASL). Die Entwicklung der Mk-53 Bombe lässt sich bis zum ersten amerikanischen Test eines Fusionssprengsatzes mit festem Brennstoff zurückverfolgen. Ausgehend von den Ergebnissen des Tests Castle Bravo im Jahr 1954 wurde die Bombe Mk-21 entwickelt, welche wiederum Grundlage der Mk-46 war. Die Erststufe der Mk-46 wurde am 11. Mai 1958 getestet (Hardtack Butternut; 81 kT). Nach dem Fehlschlag des Tests Hardtack Yellowwood am 26. Mai 1958 (330 kT statt geplanter 2,5 MT) wurde die Mk-46 überarbeitet und schließlich als TX-53 bezeichnet. Das TX-53 Design wurde bei dem Test Hardtack Oak am 28. Juni 1958 mit voller Sprengkraft von 8,9 MT erprobt (5 MT durch Kernspaltung) und schließlich in die operative Waffe B-53 bzw. W-53 umgesetzt. Die Bomben und Sprengköpfe wurden schließlich von 1961 bis 1965 produziert mit einer Stückzahl von 340 B53 und etwa 60 W53. Die Endfertigung fand in Burlington, Iowa, statt.

Die Ausmusterung der ersten Bomben begann schon 1967 mit einigen frühen Modellen. Mitte der 1980er wollte man alle B53 durch die moderne B83-Bomben ersetzen. Es befanden sich zu dieser Zeit noch 25 im aktiven Dienst. Man entschied sich aber 25 bereits ausgemusterte wieder zusätzlich in Dienst zu stellen und einer Modernisierung zu unterziehen. Diese 50 Bomben blieben bis 1997 im aktiven Dienst und wurden danach noch eine Weile in Reserve gehalten. Heute befinden sich keine B53 mehr im amerikanischen Arsenal.

Der Dienst des Sprengkopfes W53 endete 1987 mit Ausmusterung der letzten Titan II Interkontinentalraketen.

Ein Mk.6 RV mit dem W53 Sprengkopf an der Spitze einer Titan II Interkontinentalrakete in ihrem Silo

Aufgabe

Die B53/W53 war vor allem zum Einsatz gegen tief gelegene Bunker gedacht. Bei einer Explosion an der Erdoberfläche sollte die durch die hohe Sprengkraft entstehende Schockwelle sowjetische Kommandobunker zerstören. In ihrem Aufgaben als nuklearer Bunkerbrecher abgelöst wurde die B53 durch die B83 und B61-11.

Technik

Die B53/W53 basiert auf einem zweistufigen Teller-Ulam-Design. Die Bombe enthält hochangereichertes Uran (HEU) als Spaltmaterial und Lithiumdeuterid (95 % Li-6) als Fusionsmatrial. Plutonium wird nicht verwendet. Von der B53 gibt es zwei Versionen, eine "schmutzige" mit abgereichertem Uran (238U) als Ummantelung der Fusionstufe (B53-Y1) und einer "saubere" mit Blei oder Wolfram als Mantel (B53-Y2). Als problematisch wurde bei der B53 die veralteten Zünd- und Sicherungssysteme sowie die sensitiven Sprengstoffe angesehen. Die Waffe wurde in den 1980er Jahren modernisiert, erreichte aber nie das Sicherheitsniveau moderner Kernwaffen.

Der Sprengkopf W53 wurde in einem Mk-6 Wiedereintrittskopf auf der Titan II montiert. Durch Weglassen des Fallschirmsystems, des Schockabsorbers und anderer nur für einen Bombereinsatz nötiger Merkmale war die W53 erheblich leichter als die B53.

Charakteristika:

  • Sprengkraft: 9 MT
  • Masse:
    • 4015 kg (B53)
    • 2810 kg (W53 ohne Mk.6)
  • Einsatz durch:
  • Zündung B53:
    • freifallende Höhenzündung
    • Höhenzündung nach Verzögerung durch Fallschirm
    • verzögerte Zündung nach Niederlegung ("Laydown"-Abwurf)
    • Aufschlag
  • Zündung W53:
    • Höhenzündung
    • Aufschlag

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