Sabac
Шабац
Šabac
Wappen von Šabac
Šabac (Serbien)
DEC
Basisdaten
Staat: Serbien
Okrug: Mačva
Koordinaten: 44° 45′ N, 19° 42′ O44.75555555555619.696666666667130Koordinaten: 44° 45′ 20″ N, 19° 41′ 48″ O
Höhe: 130 m ü. A.
Fläche: 795 km²
Einwohner: 55.114 (2005)
Agglomeration: 122.893 (2005)
Bevölkerungsdichte: 69 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+381) 015
Postleitzahl: 15000
Kfz-Kennzeichen: ŠA
Struktur und Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Miloš Milošević
Webpräsenz:

Šabac (serbisch Šabac/Шабац, deutsch (veraltet): Schabatz, Sabatsch, ungarisch: Szabács) ist eine Stadt in Serbien am Fluss Save im historischen Verwaltungsbezirk Mačva, sie ist Hauptverwaltungssitz bzw. die Hauptstadt des Bezirks. Die Einwohnerzahl liegt bei 55.163 (2002).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erstmals wurde die Stadt im Mittelalter laut einem Dokument aus dem Jahre 1454 mit dem Namen Zaslon erwähnt. Sie war ein Teil des Nemanjiden-Reichs, bis sie dann im 15. Jahrhundert an die Osmanen fiel. 1470 erbauten die Osmanen die erste Festung in der Stadt mit dem Namen Bejerdelen (übersetzt: 'die von der Seite zuschlägt'). Im Laufe der Jahrzehnte wechselte die Stadt durch Eroberungen mehrmals den "Besitzer" zwischen dem Osmanischen Reich und Österreich-Ungarn. Der Grund dafür war die strategisch wichtige Position der Stadt als Handelsknotenpunkt.

Die Etymologie des neuen wie des alten Namens ist unklar, er leitet sich aber möglicherweise aus dem Wort Sava ab. Klar ist jedoch, dass diese Stadt eine sehr wichtige Rolle während des ersten serbischen Aufstandes spielte.

1806 führte Karađorđe die serbische Widerstandsarmee zu einem der ersten Siege gegen die Osmanische Armee, in der Nähe von Šabac beim Dorf Mišar. Die Obrenović-Familie hinterließ auch ihre Spuren der Verstädterung und Modernisierung dieser Region und der Stadt Šabac selbst, nach dem zweiten serbischen Aufstand und während der Zeit von Jevrem Obrenović, dem Bruder von Miloš Obrenović. In der Zeit von 1820 bis 1840 wurden die ersten Spitäler, Apotheken, Schulen, Theater und Opern gegründet, die heute zu den ältesten Serbiens gehören.

Die Stadt wurde 1867 mit dem Abzug der letzten türkischen Soldaten vollständig aus der osmanischen Herrschaft befreit. Bereits im Jahre 1883 wurde in Šabac eine Zeitung gedruckt. Šabac war auch die erste Stadt, in der Frauen an Sonntagen Kaffeehäuser besuchen durften. Bis dato war dies nur den Männern vorbehalten.

Während des Ersten Weltkrieges gewann die Serbische Armee unter der Führung des Generals Stepa Stepanović die ersten Kämpfe gegen Österreich-Ungarn und errang damit auch den ersten Sieg der Alliierten (August 1914). Danach aber wurde die Stadt von den Mittelmächten eingenommen, wobei es zu Kriegsverbrechen gegen die Bevölkerung kam[1]

Die chemische Fabrik „Zorka“ wurde 1938 in Šabac erbaut und bildete den Grundstein für die industrielle Entfaltung der Stadt. Die Stadt gedieh rasant schnell bis zum Zweiten Weltkrieg, als sie fast gänzlich von den Deutschen zerstört wurde und sich ihre Einwohnerzahl von 14.000 auf 7.000 halbierte. Die Besatzer errichteten ein Konzentrationslager in Šabac, in welchem 5.000 Šabac-Einwohner und 20.000 Menschen aus anderen Orten inhaftiert waren. Die Anzahl der Opfer im Konzentrationslager beträgt mehr als 7.000. Letztendlich wurde die Stadt 1944 von den serbischen Partisanen zurückerobert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde „Zorka“ wiederaufgebaut und die Stadt entfaltete sich zu einer der modernsten Industriestädte Serbiens. In den 1970er Jahren ließ sich eine explosionsartige Erhöhung der Geburtenrate verzeichnen, nachdem zuvor Unmengen von Wohngebäuden, Schulen, Sportplätzen, Hallen und Kindergärten erbaut und eröffnet worden waren. Um den Einwohnern das Gebären schmackhaft zu machen, heißt es.

Das gesamte Moorgebiet Benska Bara wurde in ein attraktives Gebiet für Zuwanderer verwandelt. Und eine neue Brücke über den Fluss Save verbindet nun die Stadt besser mit der Peripherie. Heute zählt die Stadt und das Umland etwas mehr als 70.000 Einwohner. Damit bleibt sie eine der größten Städte Serbiens.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Einzelnachweis

  1. http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/2818/froehliche_henker.html

Weblinks


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