BALTAP
Flagge der NATO

Als Allied Command Baltic Approaches (ACBA) wurde der von 1962 bis 2002 bestehende NATO-Kommandobereich der Ostseezugänge (Baltic Approaches/BALTAP) bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der NATO-Kommandobereich Ostseezugänge wurde am 8. Januar 1962 mit dem Hauptquartier in Karup, Dänemark, aufgestellt. Er wurde auf deutsches Drängen geschaffen, um die zuvor bestehende Aufteilung der deutschen Seestreitkräfte auf die NATO-Kommandobereiche Nordeuropa und Mitteleuropa zu beenden. [1] Nach der Veränderung der sicherheitspolitischen Lage 1990 wurde das Kommando 1993 umgegliedert und 2002 aufgelöst.

Auftrag und Zuständigkeit

Der Zuständigkeitsbereich BALTAP umfasste das Territorium Dänemarks (ohne Grönland und Färöer), der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein und die Seegebiete der östlichen Nordsee, der Ostseezugänge mit Skagerrak, Kattegat, Belten und Sund und der Ostsee. Eine Besonderheit stellte die Zuständigkeit für die Luftverteidigung über dem deutschen Teil des BALTAP-Gebiets dar. Bis 1990 waren die Westalliierten auf der Grundlage des Alliierten Vorbehaltsrechts für die Luftverteidigung über der gesamten Bundesrepublik Deutschland verantwortlich. Nachdem sich Frankreich aus der militärischen Integration der Allianz zurückgezogen hatte, wurde diese Aufgabe gemeinsam von den USA und Großbritannien wahrgenommen. Für den Bereich Schleswig-Holstein und Hamburg war die 2. Alliierte Taktische Luftflotte (2. ATAF) zuständig, die von einem britischen Offizier der RAF Germany mit Hauptquartier in Mönchengladbach geführt wurde. [2]

Organisation

1962 bis 1993

Die bei der Aufstellung des Kommandobereichs BALTAP geschaffene Organisation bestand mit geringen Veränderungen von 1962 bis 1994. Zu ACBA gehörten in dieser Zeit vier unterstellte Kommandos:

1993 bis 2002

Am 1. Oktober 1993 trat eine Umgliederung in Kraft, die der veränderten militärischen Lage im Ostseeraum Rechnung trug. Während die beiden Kommandos der Landstreitkräfte bestehen blieben, wurden die beiden Hauptquartiere der See- und Luftstreitkräfte aufgelöst. An die Stelle des COMAIRBALTAP trat das Interim Combined Air Operations Centre 1 (ICAOC 1) in Karup. Die beiden nationalen Flottenbefehlshaber wurden als Admiral Danish Fleet (AdmDanFleet) und Commander German Fleet (COMGERFLEET) dem COMBALTAP direkt unterstellt. [3]

Unterstellte Kräfte

Im Bündnisfall hatte COMBALTAP die ihm zugewiesenen Streitkräfte der NATO zu führen. Nach den Planungen waren alle dänischen Streitkräfte mit Ausnahme einiger Teile in den Außengebieten für die Unterstellung unter COMBALTAP vorgesehen. Deutschland hatte die im BALTAP-Bereich stationierten Land- und Luftstreitkräfte und die gesamten See- und Seeluftstreitkräfte für diesen Bereich eingeplant. Außerdem waren externe Verstärkungen aus den USA und Großbritannien vorgesehen.

Führung

ACBA wurde von einem dänischen Offizier im Range eines Generalleutnants oder eines Vizeadmirals geführt, der die Bezeichnung Commander Allied Forces Baltic Approaches (COMBALTAP) trug. Sein Stellvertreter war ein deutscher Offizier des gleichen Dienstgrads. COMBALTAP unterstand von 1962 bis 1993 dem NATO-Kommando Allied Forces Northern Europe (AFNORTH) in Kolsås bei Oslo in Norwegen. Nach einer Veränderung der NATO-Kommandostruktur wurde es am 1. Oktober 1993 dem Kommandobereich Mitteleuropa (AFCENT) unterstellt. Für die operative Führung der Luft- und Seestreitkräfte wurde eine einsatzmäßige Zuordnung dieser Kräfte unter das neue Kommando Nordwesteuropa (AFNORTHWEST) mit seinen Komponentenkommandos AIRNORTHWEST und NAVNORTHWEST vorgenommen.

Verweise

Weblinks

Literatur

  • Peter Monte, Die Rolle der Marine der Bundesrepublik Deutschland in der Verteidigungsplanung für Mittel- und Nordeuropa von den 50er Jahren bis zur Wende 1989/90; in: Werner Rahn (Hrsg.), Deutsche Marinen im Wandel, S. 565 ff.. München 2005. ISBN 3-486-57674-7
  • Norbert Rath; Headquarter Allied Forces Baltic Approaches (HQ BALTAP); in Marineforum 4-1997, S. 3ff.

Einzelnachweise

  1. Monte a.a.O.
  2. Brian Wanstall; Luftverteidigung im Ostseeraum - Dänemark bewacht die Meerengen; in: Interavia 12-1982, S. 1297ff
  3. Rath a.a.O.

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