BAe Jetstream 32
BAe Jetstream 31

Die Handley Page HP.137 Jetstream ist ein kleines zweimotoriges Turbopropflugzeug für den Zubringer- und Regionaldienst.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Handley Page Jetstream

Um trotz begrenzter finanzieller Mittel seine Unabhängigkeit zu bewahren, entschied sich der britische Flugzeughersteller Handley Page, eine Angebotslücke zu nutzen und ein kleines schnelles Flugzeug für zwölf bis achtzehn Passagiere zu entwickeln.

Der ursprüngliche Entwurf von 1965 sah ein zwölfsitziges Flugzeug mit sechs Sitzreihen und Mittelgang vor. Der druckfeste Rumpf mit seinem runden Querschnitt erlaubte weit größere Flughöhen und damit höhere Geschwindigkeiten als bei herkömmlichen Modellen. Beträchtliches Aufsehen erregte dabei die stromlinienförmige Gestaltung, zu der auch die langgestreckte Nase gehörte. In den Vereinigten Staaten stieß das Flugzeug auf besonderes Interesse, sodass die erste Bestellung von zwanzig Exemplaren erfolgte, bevor die Entwicklung abgeschlossen war.

Für die Endmontage wurde ein neues Werk am Flughafen von Radlett errichtet, allerdings stammten zahlreiche Bauteile wie die Tragflächen von Zulieferern. Der ursprüngliche Entwurf sah französische Turboméca Astazou XIV-Triebwerke vor. Der Erstflug erfolgte am 18. August 1967 unter der Modellbezeichnung Handley Page Jetstream 1. Während des Testprogramms erwiesen sich die Triebwerke allerdings als zu schwach.

Um die Vermarktungsmöglichkeiten in den USA zu verbessern, wurde der fünfte Prototyp mit amerikanischen Garrett AiResearch TPE331-Triebwerken ausgerüstet. Daraufhin bestellte die US Air Force elf Modelle unter der Bezeichnung C-10A oder Jetstream 3M, die über eine zusätzliche Ladeluke verfügten. Aufgrund der Lieferverzögerung wurde der Auftrag im Oktober 1969 gestrichen.

Das ursprüngliche Serienmodell Jetstream 1 flog erstmals am 6. Dezember 1968, im folgenden Jahr wurden weitere 36 Exemplare gebaut. Danach wurde das Modell mit dem verbesserten Astazou XVI-Triebwerk ausgestattet und ab Ende 1969 als Jetstream 2 ausgeliefert. Die Lieferverzögerungen und die Probleme mit dem Antrieb ließen die Entwicklungskosten auf über 13 Millionen Pfund steigen, weit mehr als die ursprünglich vorgesehenen drei Millionen. Vor dem Konkurs von Handley Page konnten nur drei Jetstream 2 fertiggestellt werden. Die Produktion wurde bis 1970 unterbrochen.

Daraufhin entschloss sich eine Investorengruppe, das Flugzeug in Zusammenarbeit mit Scottish Aviation durch die neu gegründete Firma Jetstream Aircraft produzieren zu lassen. Weitere zehn Exemplare konnten so unter dem neuen Namen Jetstream 200 gebaut werden. Später übernahm Scottish Aviation die alleinige Verantwortung. Im Februar 1972 bestellte die Royal Air Force sechsundzwanzig Jetstream 201, die als Trainingsflugzeuge eingesetzt wurden. Während diese Version als Jetstream T.1 bezeichnet wurde, erhielten die vierzehn für die Royal Navy umgebauten Exemplare die neue Bezeichnung Jetstream T.2.

British Aerospace Jetstream 31/32

Nach dem Konkurs der Scottish Aviation und deren Vereinigung mit British Aerospace im Jahr 1978 entschloss sich BAe, das Modell weiterzuentwickeln. Ähnlich der älteren 3M-Version für die US Air Force erhielt das Flugzeug verbesserte Garrett-Turbopropantriebe mit höherer Leistung und größeren Wartungsintervallen. Dies ermöglichte eine Variante für 18 Passagiere mit drei Sitzen pro Reihe.

Das Ergebnis war die Jetstream 31, die ihren Erstflug am 28. März 1980 absolvierte und am 29. Juni 1982 ihre Zulassung erhielt. Die neue Version war tatsächlich so erfolgreich wie ursprünglich von Handley Page erhofft. Mehrere hundert 31er wurden in den Achtzigern gebaut. Eine weitere Version mit verbessertem Antrieb flog erstmals 1988 unter der neuen Bezeichnung Jetstream Super 31 bzw. Jetstream 32.

Die Produktion wurde bis 1993 fortgesetzt. Von beiden Versionen entstanden insgesamt 386 Exemplare. Vier Jetstream 31 wurden 1985 an die Royal Navy als Radar-Trainingsflugzeuge Jetstream T.3 geliefert, später allerdings als VIP-Transportflugzeuge eingesetzt.

1993 übernahm British Aerospace den Namen Jetstream als Markenbezeichnung für alle zweimotorigen Turbopropmaschinen. Dazu gehörte die von den Vorgängern abgeleitete Jetstream 41 wie die davon abweichende BAe ATP/Jetstream 61. Der Name Jetstream 61 ist später wieder aufgegeben worden.

British Aerospace Jetstream 41

BAe Jetstream 41

Die Jetstream 41 ist die gestreckte Version des 31er Modells. Der völlig neu entwickelte Rumpf war nun 19,25 Meter lang und bot Platz für 29 Passagiere. Neben verbesserten Garrett-Triebwerken erhielt das Modell ein modernes EFIS-Cockpit.

Der Erstflug fand am 25. September 1991 statt. Zwischen 1992 und 1997 wurden insgesamt 100 Exemplare ausgeliefert.

Weitere Versionen

  • Riley Jetstream : eine Reihe früher Jetstream 1-Modelle, die von Riley Aircraft umgebaut wurden. Diese Maschinen besitzen zwei Astazou XVI-Triebwerke.
  • Jetstream 31 Airliner : Zubringerflugzeug für 18 bis 19 Passagiere.
  • Jetstream 31 Corporate : Geschäftsflugzeug für 8 bis 10 Passagiere.
  • Jetstream 31EP : Version mit erhöhter Leistung.
  • Jetstream 31EZ : Marine- Aufklärungsflugzeug.
  • Jetstream Executive Shuttle : Geschäftsflugzeug für 12 Passagiere.
  • Jetstream 31 Special : Allzweck-Transportflugzeug.
  • Jetstream QC (Quick Change)

Technische Daten (Jetstream 31)

Kenngröße Daten
Spannweite 15,85 m
Länge 14,37 m
Höhe 5,32 m
Startgewicht 6.950 kg
Passagiere 19
Besatzung 2
Reisegeschwindigkeit 426 km/h
Höchstgeschwindigkeit 488 km/h
Dienstgipfelhöhe 7.620 m
Reichweite 1.260 km
Triebwerke 2× Garrett TPE331-10UG Turboprop mit jeweils 701 kW

Siehe auch

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