BBE Sonic Maximizer

Der BBE Sonic Maximizer ist ein elektronisches Effektgerät zur Bearbeitung von Audiosignalen. Es wird meist bei der Abmischung von Musikproduktionen verwendet um das Summensignal klanglich zu verbessern. Die Begriffsbezeichnung „BBE Sonic Maximizer“ ist durch den Hersteller (BBE Sound, Inc.) geschützt und bezeichnet ein spezielles analogelektronisches Verarbeitungsverfahren. Eine Software zur Simulation des Verarbeitungsverfahrens ist auch als Plug-in für Digitalaudiosysteme erhältlich.

Inhaltsverzeichnis

Funktionsweise

Der Sonic Maximizer kombiniert Multibandkompression und frequenzabhängige Phasenverschiebungen miteinander, um die wahrgenommene Lautheit des Signals zu maximieren und Maskierungseffekte auszugleichen, die bei der Schallübertragung an Lautsprechermembranen und im Gehör auftreten können.

Laut Herstellerangaben wird das Eingangssignal durch das Gerät in drei Frequenzbereiche (Hi-, Mid- und Low-Band) unterteilt. Die Laufzeiten beziehungsweise Phasenlagen dieser drei Signalanteile werden nun unabhängig voneinander verändert. Das High-Band (Hohe Frequenzen) dient dabei als Bezugspunkt zum Mid und Low Band. Die tiefen Frequenzen werden im Vergleich zu den Mittleren mehr verzögert, beziehungsweise in der Phasenlage verschoben. Durch diesen Eingriff erscheinen die hohen Frequenzen in Abhängigkeit von der Laufzeit „vorher“ am Gehör, was subjektive einer Höhenanhebung (Verstärkung hoher Frequenzen) ähnelt. Die Mitten werden gegenüber dem High Band um 0,5 ms verzögert, die tiefen Frequenzen sogar um 2,5 ms. Zusätzlich wird mit einem FET-Transistor eine dynamische Regelung des High-Bandes erreicht. Dieser Regelprozess erzeugt jedoch Rauschfahnen bei leisen Passagen.

In der Stereo-Version des Gerätes arbeiten die Signalwege der beiden Kanäle unabhängig voneinander und können daher ein festes Stereo-Panorama erheblich verändern. Der Prozess ist somit nur bedingt geeignet, wenn Wert auf eine genaue Lokalisierbarkeit von einzelnen Klängen gelegt wird.

Das Arbeitsprinzip wird nach Aussage von BBE auf die Wirkungsweise von Lautsprechern zurückgeführt. Auch hier werden die Chassis in unterschiedlichen Ebenen angebracht, was besonders in einem Nachrüstset für die Yamaha NS-10 deutlich wird. Eine Verschiebung der Abstrahlebenen der einzelnen Lautsprecher (hier Low/Mid und High Bereich) zeigt Wirkung. Die Kompensation der Laufzeitunterschiede ermöglicht durch mechanische Veränderungen erhebliche Verbesserungen in der Wiedergabequalität. Diesen Weg ist die amerikanische Firma BBE mit dem BBE Sonic Maximizer gegangen.

Typen und Modelle

Die bekanntesten Geräte wurden unter den Bezeichnungen 802, 402, 822A, 422A, 822, 422, 862, 462, 411A – sowie den neuen Modellen auf den Markt gebracht. Bei den A-Serien wurde ein zusätzlicher Schalter für eine „Automatik“ Funktion integriert, dessen Funktionsweise allerdings kaum dokumentiert ist. Der subjektive Höreindruck vermittelt ein weicheres Arbeiten mit dem Gerät. Die professionellen Versionen verfügen über symmetrische XLR-Anschlüsse und integrierte Übertrager, was mittlerweile nicht mehr selbstverständlich ist. Zusätzlich verfügen diese Versionen über Hardware-Bypass-Relais, wobei die einfachen Varianten das Signal mit einem CMOS-Schalter der 4016/4066 ab/umschalten.

Schaltungsdesign und Defekte

In den Modellen wurden zwei Spezial-Bausteine verwendet. Der BBE 016/003 bestand aus einer Keramikplatte und zahlreichen SMD Bauelementen. Die drei verwendeten Dual-Operationsverstärker vom Typ 4558 sind auch häufig für den Ausfall der Geräte verantwortlich. Weist dieser Baustein einen Defekt aus, leuchtet die grüne LED der Prozessanzeige und es findet keine Bearbeitung mehr statt. Da es dieses Bauteil nicht mehr als Ersatzteil gibt, hat sich eine Firma auf die Reparatur der Module spezialisiert. Dabei wird das Modul in einem speziellen Verfahren geöffnet und repariert. Je nach Liebhaberwert des Gerätes ist diese Reparatur als unterschiedlich wirtschaftlich anzusehen. In Bezug auf die geringe Anzahl der Bausteine auf dem „Hybrid“ lassen Vermutungen den Schluss zu, dass jene „geheimnisvolle Schaltung“ aus Filtern/Allpässen besteht. Das dynamische Regelglied des High Bereiches wird durch einen Fet (Feldeffekt-Transistor) gebildet, der extern am Baustein angebracht wurde. Die neuen Geräte verfügen über einen DIL-Baustein als IC, der alle Komponenten vereint. Da auch hier eine geringe Beschaltung erforderlich ist, trifft das einfache – aber geniale Schaltungsdesign zu.

Anwendung und Bedienung

Der Sonic Maximizer ist vorwiegend für die Bearbeitung von klanglich komplexen Summensignalen gedacht wie sie beim Abmischen mehrspuriger Musikproduktionen entstehen. Bei gleichbleibendem Signalpegel kann so eine höhere subjektive Lautheit und ein ausgewogeneres Klangbild erreicht werden.

Ein mit „Low-Contour“ bezeichneter Regler steuert die Manipulation der niedrigfrequenten Signalanteile, ein mit „Definition“ bezeichneter Regler die der hochfrequenten. Drei Leuchtdioden ´dienen zur optischen Kontrolle des Prozesses. Das Modell 802 ist die erste Version mit versenkten „Low“ Trimmern. Die Prozess-Regler sind auffällig groß geraten und lassen eine feinfühlige Einstellung zu. Einige Radiosender verwenden den BBE Sonic Maximizer als „Geheimwaffe“ in der Sendesumme um damit einen „klaren“ Sound zu erzeugen. Ferner dient diese Bearbeitung auch als Chance, sich klanglich von den anderen Sendern abzusetzen. Im Studiobereich wird der BBE Sonic Maximizer gelegentlich auch als Ersatz für einen Exciter verwendet, wobei er jedoch im Gegensatz zu diesem keine zusätzlichen systhetischen Oberwellen zum Signal hinzufügt.


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