BBG Bootsbau Berlin
BBG Bootsbau Berlin
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Rechtsform GmbH
Gründung 1890
Sitz Berlin-Köpenick, Deutschland
Leitung Dirk Bogumil
Branche Bootsbau
Website www.bbg-bootsbau.de

Die BBG Bootsbau Berlin GmbH ist eine Werft aus Berlin. Sie ist neben Empacher die größte deutsche Werft für Ruderboote.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorläufer

Das erste Unternehmen, die Claus-Engelbrecht-Werft, auf das sich die heutige BBG zurückverfolgen lässt, wurde bereits 1890 von Claus Engelbrecht gegründet. Am damaligen Standort vor den Grenzen Berlins, in Zeuthen, wurden hauptsächlich Sportboote produziert. Engelbrecht verkaufte die Zeuthener Werft 1911 an Fritz Naglo, der diese am 1. Juli übernahm. Engelbrecht etablierte 1926 eine weitere Werft mit seinen Söhnen am Standort in Köpenick, wo er bis zu seinem Tode 1935 diese tatkräftig unterstützte. Auch dort wurden wieder Sportboote hergestellt. Im Zweiten Weltkrieg mussten verschiedene Boote für die Marine gebaut werden. 1945 wurde die Engelbrecht-Werft demontiert.

Modellpalette der Claus Engelbrecht Werft

Überliefert sind Informationen der Modellpalette der Werften, zusammengestellt vom ehemaligen Direktor des Nachfolgeunternehmens Yachtwerft Berlin. Konstruktionszeichnungen der hergestellten Modelle haben die Wirren des Zweiten Weltkrieges nicht überlebt.[1]

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in der Werft Schuhe aus verschiedenen Kunststoffen hergestellt, da die Fertigungsanlagen für Boote im Zuge sowjetischer Reparationsansprüche demontiert wurden und auch kein Bedarf an Sportbooten bestand. 1949 konnte der Bootsbau wieder aufgenommen werden, wobei die in der Schuhproduktion erworbenen Erkenntnisse über verschiedene Kunststoffe hilfreich beim Entwurf von Kunststoffbooten waren. Da die Yachtwerft Berlin der erste Hersteller von solchen Booten aus Holzlaminaten war, war die Nachfrage entsprechend hoch und es mussten neue Gebäude an der Müggelspree bezogen werden, wo heute der Firmensitz ist.

DDR-Zeit

In der Yachtwerft Berlin entwickelter Bootstyp „Patriot“ (1953)
Marineschlepper Y1656 Wustrow

Im Jahr 1956 wurden die Engelbrecht-Werft am Standort Berlin-Köpenick mit der Friedrich-Brumm-Werft am Standort Berlin-Friedrichshagen zu einem Volkseigenen Betrieb zusammengeführt und in VEB Yachtwerft Berlin[2] umbenannt. Neben Ruderbooten wurden auch andere Wasserfahrzeuge hergestellt, so z.B. Fahrtenyachten, eine Serie von Torpedobooten der Wiesel-Klasse für die Volksmarine und einige Schnellboote für die Grenzpolizei.[3]

In den 1970er Jahren wurden die sog. Komposit-Boote entwickelt, die eine große Berühmtheit erlangten und deren Markenzeichen die graue Außenhaut aus Kunststoff ist. Die Boote bestanden aus eben dieser Außenhaut, die auf ein Holzgerüst gezogen war. Fast alle Nationalmannschaften des Ostblocks fuhren äußerst erfolgreich mit diesen Booten, so gewann die DDR 1976 in Montréal 9 von 13 olympischen Medaillen. In diesem Jahr wurde auch die Produktion von Vollholzbooten eingestellt.

Aufgrund der durch diese Erfolge steigenden Nachfrage wurde ein Großteil der Produktion in die Staaten des Ostblocks verlagert, da die Kapazitäten knapp wurden. Der Staat förderte den Betrieb und es wurden immer bessere Boote entwickelt und getestet, in Spitzenzeiten wurden zwei Boote pro Tag produziert.

1981 wurden auch erstmals Boote in das Nichtsozialistische Wirtschaftsgebiet (NSW) exportiert, vor allem in die Bundesrepublik Deutschland.

Historische Anschrift bis (zur Einführung der vierstelligen PLZ, Datumsangabe suchen):

VEB Yachtwerft Berlin, Standort Berlin-Köpenick

  • Wendenschloßstraße 366 - 117 Berlin

VEB Yachtwerft Berlin, Standort Berlin-Friedrichshagen

  • Müggelseedamm 40 - 70 - Tel. 645374

(Hinweis: Unter derselben Adresse firmierte auch der VEB Schiffswerft Berlin)

Nach der Wiedervereinigung

Nach der Wende wurde die Werft in eine GmbH umgewandelt und firmierte im Jahre 1990 als Yachtwerft Berlin GmbH i.G.[4], etabliert hat sie sich aber letztendlich als BBG Bootsbau Berlin GmbH. Die Verantwortlichen entschieden, dass die Boote von nun an die Farbe Rot tragen sollten, „denn rot symbolisierte für uns Kraft, Progressivität und ein Streben die technische Entwicklung weiter voranzutreiben.“ (Zitat von der Homepage der BBG).

Historische Anschrift 1990 Yachtwerft Berlin GmbH i.G.

  • Wendenschloßstraße 366 - 1170 Berlin

Historische Anschrift 1990 Berliner Bootsbau GmbH i.G.

  • Müggelseedamm 70

Produkte

Motorboote

  • Baltic - Vorderkajütmotorboot, Riss: Manfred Ernst; Einbaumotor: Volvo Penta, Markt: Export NSW
  • Cab Merlin - Schlupfkajütenmotorboot, Riss: unbekannt, Außenborder, Material: GFK, Länge: 4,5–4,7 m, Breite: 1,7 m; Bauzeitraum: 1970er Jahre
  • Donau - Motorboot; Riss: unbekannt, Außenborder; Material: Mahagoni, Länge: 7,5 m; Breite 2,45 m; Markt: Export NSW; Bauzeitraum: 1950er bis 1960er Jahre
  • Ibis I - Motorjolle; Material: Kunststoff; Sitzplätze: 4; Schlafplätze: 2; Länge: 4,4 m, Breite: 1,6 m; Höhe: 0,95 m, Tiefgang 0,25 / 0,45 m
  • Ibis II - Motorjolle
  • Ibis III - Motorjolle
  • Isar - Kajütmotorboot
  • Kondor
  • Merlin I - Motorjolle
  • Merlin II - Motorjolle
  • Patriot
  • Seefalke
  • Skoa
  • Vagabund

Ruderboote

  • Anka - Ruderjolle
  • Anka II - Ruderjolle

Segelboote

Einzelnachweise

  1. Werft Claus Engelbrecht in Zeuthen, später Köpenik. yachtsportarchiv.de. Abgerufen am 24. Juli 2011.
  2. Übersicht und Geschichte der VEB Yachtweft Berlin
  3. Dienstschiffe der Grenzbrigade Küste. ddr-binnenschifffahrt.de. Abgerufen am 24. Juli 2011.
  4. Angebotsliste Sportboote der Yachtwerft Berlin GmbH i.G.

Weblinks


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