BB Ge 4/4 82
BB Ge 4/4 82
RhB Ge 4/4 182 der Berninabahn im Jahr 1982 im Verkehrshaus Luzern während der Krokodilausstellung
Nummerierung: BB Ge 4/4 82
Anzahl: 1
Hersteller: SLM SAAS
Baujahr(e): 1927
Achsformel: B'B'
Spurweite: 1 000 mm
Länge über Puffer: 14 000 mm
Breite: 2 480 mm
Gesamtradstand: 10 000 mm
Dienstmasse: 43 t
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Stundenleistung: 560 kW (760 PS)
Anfahrzugkraft: 145 kN
Stundenzugkraft: 130 kN (bei 16 km/h)
Treibraddurchmesser: 975 mm
Motorentyp: Gleichstrom Reihenschlussmotor
Stromsystem: 750 V = (bis 1935)
1 kV = (ab 1935)
Anzahl der Fahrmotoren: 8
Übersetzungsstufen: 1:7,0

Bei der BB Ge 4/4 82 bzw. RhB Ge 4/4 182 handelt es sich um eine Schweizer Gleichstromlokomotive, die 1928 für die damals eigenständige Berninabahn gebaut wurde und nach der Übernahme der Strecke durch die Rhätische Bahn in deren Besitz wechselte. Aufgrund der äusserlichen Ähnlichkeit zu den als Krokodil-Lokomotiven bezeichneten Maschinen des Typs Ge 6/6 I der Rhätischen Bahn und Ce 6/8 II und III der Schweizerischen Bundesbahnen wird diese Maschine auch als das Krokodil der Berninabahn oder eben Bernina-Krokodil bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Maschine wurde am 10. März 1928 an die Berninabahn (BB) ausgeliefert, um auf der schmalspurigen Strecke von St. Moritz über Pontresina, den Berninapass und Poschiavo nach Tirano in Italien zum Einsatz zu kommen. Dort erhielt sie die Betriebsnummer 82. Nach der Übernahme des eigenständigen Unternehmens durch die Rhätische Bahn (RhB) im Jahr 1944 ging auch die Lok zusammen mit dem restlichen BB-Fahrzeugen in deren Besitz über.

Die Lok wurde 1946 umgebaut; ihre Schneepflug-Vorbauten wurden in normale Vorbauten umgewandelt. Infolge der veränderten Gewichtsverteilung musste auch die ursprünglich exzentrisch angeordneten Drehzapfen in die MItte der Drehgestelle versetzt werden. Dadurch wurde die Lok 2 t leichter und 40 cm kürzer. 1953 und 1962 wurde die Lok bei Unfällen schwer beschädigt aber jeweils wieder aufgebaut. Die Maschine wurde 1961 von 82 in 182 umnummeriert um den Bereich 51-99 für Traktoren frei zu machen. 1977 wurde die Lok ausrangiert und ging an das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern, wo sie bis 1981 verblieb. 1984 wurde sie von der französischen Meterspurbahn St.Georges-de-Commiers - La-Mure übernommen. Dort wurde die Lok nie in Betrieb genommen, da man erst nach Überführung festgestellt hatte, dass die für lediglich 1'000 Volt Gleichspannung konstruierte Lokomotive nur schwerlich an die dortige Betriebsspannung von 2.400 Volt angepasst werden könnte. Nach längerer Abstellzeit im Freien überführte im Jahr 1999 die Gruppierung Associazione 182 des Club 1889 - einem Bündner Eisenbahnclub - die inzwischen stark beschädigte Maschine zurück in die Schweiz, um sie nach einer Restaurierung als nostalgisches Fahrzeug wieder auf der Berninabahn einzusetzen. Die erste Probefahrt aus eigener Kraft fand nach der erfolgen Revision am 28. Mai 2010 statt.[1] Seit Juni 2010 ist das Bernina-Krokodil offiziell wieder in Betrieb und wird zukünftig für Museumssonderfahrten auf der Berninastrecke eingesetzt.

Literatur

  • Claude Jeanmaire: Die elektrischen und Diesel-Triebfahrzeuge schweizerischer Eisenbahnen. Vierter Teil: Die Gleichstromlinien der Rhätischen Bahn.. Archiv Nr. 20, Verlag Eisenbahn, Villigen AG 1975, ISBN 3-85649-020-5
  • Peter Willen: Lokomotiven der Schweiz 2. Schmalspur Triebfahrzeuge. Orell Füssli Verlag, Zürich 1972, ohne ISBN.

Einzelnachweise

  1. http://www.club1889.ch/?http://www.club1889.ch/home/aktuell/index.htm#projekte_182

Weblinks

«Club 1889» - ausführliche Informationen zur Geschichte, Rückführung und Restaurierung der Lokomotive


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