BBÖ 1170.1
BBÖ 1170.1 / ÖBB 1145
Nummerierung: BBÖ 1170.101–115
1145.01–16 (mit Lücken und Nachbau)
Anzahl: BBÖ: 15
ÖBB: 12 (von BBÖ) + 1 (Nachbau)
Hersteller: ELIN/Wien, Krauss/Linz & Floridsdorf
Baujahr(e): 1929–1931, 1966
Ausmusterung: bis 1990
Achsformel: Bo'Bo'
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Puffer: 11.880 mm
Gesamtradstand: 8.450 mm
Dienstmasse: 70,6 t
Reibungsmasse: 70,6 t
Radsatzfahrmasse: 17,65 t
Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h
Stundenleistung: 1300 kW / 44 km/h
Dauerleistung: 1100 kW / 48 km/h
Anfahrzugkraft: 180 kN
Treibraddurchmesser: 1.300 mm
Motorbauart: 1~Rs
Stromsystem: 15 kV / 16 23 Hz
Anzahl der Fahrmotoren: 4
Antrieb: Sécheron-Federantrieb
Lokbremse: elektrische Bremse mit Bremswiderständen am Dach

Die BBÖ 1170.1 war eine elektrisch angetriebene Lokomotivreihe der BBÖ.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Da sich die Reihe 1170 bewährte, bestellte die BBÖ weitere ähnliche Maschinen, wobei aber auf Erfahrungen mit der 1170 und auf geänderte Oberbaubedingungen eingegangen wurde. Die Maschinen sollten auf der Westbahn westlich von Salzburg für den leichten Personenzugverkehr eingesetzt werden. Da der Oberbau mittlerweile einen Achsdruck von 17 t erlaubte, konnte ein weniger gedrungener Aufbau durchgeführt werden. Obwohl die motorische Ausrüstung dieselbe wie bei der Reihe 1170 war, konnte die Leistung wegen noch vorhandener Reserven erhöht werden. Anders als bei den 1170ern erfolgte die Zugkraftübertragung direkt zwischen den Drehgestellen. Auch die Kastenabstützung wurde gegenüber der Vorgängerreihe geändert.

Der mechanische Teil der 15 von ELIN in Wien (elektrischer Teil) gelieferten Maschinen wurde zum Teil von Krauss in Linz (1170.101–106) und zum Teil von der Lokomotivfabrik Floridsdorf (1170.106–115) hergestellt, da Krauss/Linz während der Lieferung dieser Reihe geschlossen wurde.

Die Lokomotiven waren fast immer in Innsbruck stationiert, von wo sie vorwiegend Personenzüge führten. Sie wurden aber auch im leichten Güterzugsdienst und als Vorspann auf der Brennernordrampe eingesetzt. Die Deutsche Reichsbahn ordnete die Fahrzeuge als E 45.1 ein. Die 45.101, 103 und 112 wurden während des Zweiten Weltkrieges zerstört. Bei der ÖBB bildeten die verbliebenen Maschinen ab 1953 die Reihe 1145. Im Jahre 1966 wurde aus noch vorhandenen Reserveteilen und aus der verunfallten 1045.11 die 1145.16 aufgebaut.

Nachdem die Reihe 1145 Anfang der 80er-Jahre aus dem Reisezugverkehr verdrängt wurde, änderte sich ihr Haupteinsatzgebiet auf die Bedienung des untergeordneten Verkehrs. So wurden beispielsweise fast sämtliche Fahrverschubzüge im Raum Innsbruck von den 1145ern übernommen, aber auch andere Verschubleistungen und sporadische Einsätze vor Güterzügen gehörten zu ihrem neuen Aufgabenbereich. Einige Maschinen wurden auch im Raum Wörgl und Landeck eingesetzt. Zur gleichen Zeit wurden auch die in Attnang-Puchheim beheimateten Exemplare nach Innsbruck umstationiert. 1145.02 verblieb vorerst noch in Attnang-Puchheim, ehe sie am 1. Februar 1986 ebenfalls umbeheimatet wurde.[1]

Die letzte Maschine dieser Reihe, die 1145.002, wurde am 1. November 1990 ausgemustert. Die 1145.02 blieb als Museumslok erhalten.

Einzelnachweise

  1. Alexander Haid: 1Reihe 1145 ausgeschieden. In: Schienenverkehr aktuell. Heft 1/91, Wien 1991, S. 3

Literatur

  • Richard Rotter, Helmut Petrovitsch, Triebfahrzeuge österreichischer Eisenbahnen – Elektrische Lokomotiven und Triebwagen, alba Verlag, Düsseldorf, 1990, ISBN 3-87094-132-4.
  • Markus Inderst: Bildatlas der ÖBB-Lokomotiven. Alle Triebfahrzeuge der Österreichischen Bundesbahnen. GeraMond, München 2010, ISBN 978-3-7654-7084-4.

Weblinks


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