Salzburg Hauptbahnhof


Salzburg Hauptbahnhof
Salzburg Hauptbahnhof
Salzburg Hauptbahnhof
Salzburg Hauptbahnhof
Daten
Betriebsart Durchgangsbahnhof, Kopfbahnhof
Bahnsteiggleise 5 Durchgangsbahnsteige, 8 Kopfbahnsteige
Abkürzung Sb
Lage
Stadt Salzburg
Bundesland Salzburg
Staat Österreich
Koordinaten 47° 48′ 47,3″ N, 13° 2′ 44,8″ O47.81313888888913.045769444444Koordinaten: 47° 48′ 47,3″ N, 13° 2′ 44,8″ O
Höhe 423 m
Eisenbahnstrecken
Liste der Bahnhöfe in Österreich

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Der Salzburger Hauptbahnhof ist der wichtigste Bahnhof des Ballungsraumes Salzburg und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Westen Österreichs. Er hatte lange Zeit die Funktion eines Grenzbahnhofs in Richtung Deutschland. Der Salzburger Hauptbahnhof ist ein Bahnhof sowohl der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) als auch der Deutschen Bahn AG. An ihm werden mehrere Fern- und Nahverkehrsstrecken der ÖBB miteinander verknüpft. Die Westbahn von Wien und Linz wird hier mit der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg verknüpft, über die neben internationalen Zügen auch im Korridorverkehr über Rosenheim (dem Deutschen Eck) Schnellverbindungen mit Tirol und Vorarlberg geführt werden. Nach Süden führt als weitere Hauptstrecke die Salzburg-Tiroler-Bahn über Bischofshofen und Zell am See nach Wörgl, von welcher in Schwarzach-St. Veit die Tauernbahn abzweigt. Der Hauptbahnhof verfügt außerdem über eine Verladestelle[1] für Autoreisezüge.

Für den Regionalverkehr bedeutsam ist der Hauptbahnhof als Ausgangspunkt der Salzburger Lokalbahn sowie als zentraler Knotenpunkt der S-Bahn Salzburg und zahlreicher Regionalbuslinien für den Großraum Salzburg. Auch befindet sich hier einer der zentralen Knotenpunkte im Streckennetz der innerstädtischen Buslinien. Bis 1957 befand sich am alten Lokalbahnhof am Bahnhofsvorplatz auch noch die Abfahrtsstelle der schmalspurigen, im Volksmund auch „Ischlerbahn“ genannten Salzkammergut-Lokalbahn nach Mondsee und Bad Ischl.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1860 wurde Salzburg mit der Eröffnung der bayerischen Maximiliansbahn von München über Rosenheim nach Salzburg und innerhalb Österreich-Ungarns mit der Kaiserin-Elisabeth-Bahn nach Wien (welcher der heutigen Westbahn entspricht) an das internationale Eisenbahnnetz angebunden. Entsprechend der Lage des Bahnhofes wurde dieser zwar als Durchgangsbahnhof angelegt, nach 1900 aber teilweise als Inselbahnhof umgestaltet. Parallel zum Empfangsgebäude, welches an einem Durchgangsgleis liegt, wurde ein weiteres Gebäude auf einem breiten, mit einer Halle überdachten Bahnsteig errichtet. An der Längsseite der Halle befinden sich weitere Durchgangsgleise, an den beiden Schmalseiten wurden die Gleisanlagen als Kopfbahnhöfe angelegt: auf der nordöstlichen Seite für den innerösterreichischen Verkehr und auf der südwestlichen für die Züge nach Bayern.

Mit dem Ausbau weiterer Strecken, zuletzt mit der Fertigstellung der Tauernbahn nach Villach und weiter nach Triest im Jahr 1909, stieg die Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt. Von dem am Bahnhofsvorplatz angelegten, heute nicht mehr existenten Lokalbahnhof fuhren ab 1886 die Salzburger Lokalbahn und ab 1893 die Salzkammergut-Lokalbahn ab.

In den Jahren 1944 und 1945 waren der Bahnhof und die Gleisanlagen Ziel zahlreicher Bombenangriffe der amerikanischen Flottenverbände im Zweiten Weltkrieg. Der Bahnhof wurde dadurch teilweise zerstört. Einige Blindgänger werden auch noch heute im Bereich der Bahnanlagen im Erdreich vermutet, was bei Tiefbauarbeiten immer wieder zu Problemen führt. (Im Juli 2003 kostete die missglückte Entschärfung einer 250 kg schweren Fliegerbombe zwei Sprengstoffexperten das Leben. Im Juli und August 2007 suchten die ÖBB das Gelände des Bahnhofs auf weitere verborgene Bomben ab.)

Seit dem Jahr 1996 nimmt die Salzburger Lokalbahn ihren Ausgangspunkt in einer unterirdischen Station unter dem Südtiroler Platz. Eine unterirdische Verlängerung der Bahn als U-Bahn bzw. Stadtbahn in oder durch das Stadtzentrum war geplant und wird auch weiterhin als Option gehandelt. Mit der Errichtung und dem Ausbau des S-Bahnsystems im Großraum Salzburg wird der Bahnhof in seiner Bedeutung erneut aufgewertet, wobei er aufgrund der wenigen Durchgangsgleise immer mehr an seine Kapazitätsgrenzen stößt.

Umbau

Die Struktur des Bahnhofs mit seinen Kopfbahnsteigen und fünf durchgehenden Bahnsteigen wird für den Bahnverkehr innerhalb der offenen Grenzen nach dem Schengener Abkommen für eher hinderlich als sinnvoll gehalten. Deshalb ist im Rahmen der sogenannten ÖBB-Bahnhofsoffensive ein völliger Neubau der Gleisanlagen und Bahnsteige im Gange, wobei die Kopfbahnsteige von durchgehenden Bahnsteigen ersetzt und die drei finsteren unterirdischen Gleiszugänge durch eine breite Einkaufspassage unter sämtlichen Gleisen vom Südtiroler Platz bis zur rückwärtig des Bahnhofs befindlichen Lastenstraße auf der südlichen Seite der Gleisanlagen ersetzt werden.

Den Architektenwettbewerb gewann Klaus Kada, welcher schon den neuen Hauptbahnhof in Klagenfurt konzipierte. Sein Siegerprojekt wurde bereits im Mai 1999 präsentiert. Diese für die zukünftige Funktionalität als Taktknoten im Fern- und Nahverkehr erforderliche Baumaßnahme wurde jedoch immer wieder hinausgezögert, unter anderem wegen einer Kontroverse um den Marmorsaal, der sich in dem Gebäude auf dem breiten Inselbahnsteig befand und für den Umbau abgerissen werden musste. Beim Marmorsaal handelte es sich um einen nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Saal des Bahnhofsrestaurants. Eine Bürgerinitiative war der Meinung, dass er historisch wertvoll wäre und deshalb erhalten werden sollte. Von Seiten der Stadt Salzburg wurde als Kompromiss vorgeschlagen, den Saal abzutragen und an anderer Stelle im neuen Gebäude wieder aufzubauen. Später hat die zuständige Behörde den Streit beendet, indem der Abriss unter diesen Bedingungen genehmigt wurde. Der Marmor aus dem Marmorsaal wurde unter Aufsicht des Denkmalschutzamtes fachgerecht abgetragen und wird von den ÖBB gelagert. Durch die Entfernung von Panelen in der Eingangshalle des Bahnhofs sind alte, gut erhaltene Fliesenbilder wieder zum Vorschein gekommen.

Die stählerne Dachkonstruktion der Halle auf dem Inselbahnsteig stand schon zuvor unter Denkmalschutz. Deshalb wurde die Dachkonstruktion Anfang November 2009 vorsichtig abgetragen, um in Linz restauriert und in den neuen Bahnhof integriert zu werden. Im Februar 2011 wurde der erste der sieben Spannbögen der Konstruktion wieder aufgestellt.[2]

Das Gesamtbudget für den Bahnhofsneubau beträgt 270 Millionen Euro, wovon knapp über 10% vom Land Salzburg eingebracht werden.[3] Der Spatenstich erfolgte am 7. November 2008. Aktuell ist der Umbau des Salzburger Hauptbahnhofs in vollem Gang, laut Projektleiter der ÖBB liegen die Arbeiten exakt im Zeitplan. Der Bahnhof soll 2014 fertiggestellt sein.[3]

Der Umbau bei fortlaufendem Betrieb erfordert von den Planern besondere Maßnahmen:

  • Seit 2009 sind die Serviceeinrichtungen der ÖBB in Container am Bahnhofsvorplatz übersiedelt. Dort befinden sich nun bis zum Ende der Bauarbeiten die Schalterhalle, Fahrkartenautomaten, Reisecenter, Bahnhofsrestaurant, Buch-, Zeitschriften und Tabakwarenhandel sowie eine Infobox inklusive einer Ausstellung zum Bahnhofsumbau.
  • Die verringerte Anzahl an zur Verfügung stehenden Gleisen stellt eine logistische Herausforderung für die Aufrechterhaltung eines Betriebes nach Fahrplan dar. In Einzelfällen kommt es daher zu Verzögerungen im Zugverkehr.
  • Seit 27. Oktober 2009 steht der Bahnhofsvorplatz für den Individualverkehr nur noch eingeschränkt zur Verfügung, der öffentliche Verkehr ist davon nicht betroffen.
  • Die Zugänge zu den Bahnsteigen waren ein Zeitlang anders geregelt; die alte Schalterhalle war geschlossen und provisorische Zugänge zu den Bahnsteigen befanden sich links und rechts vom Bahnhofsgebäude.

Verkehr

Triebzug der S-Bahn vor dem Zentralstellwerk
Zug der Rollenden Landstraße bei Itzling
Gemeinsamer Bahnsteig 2 (Durchgangsgleis) und 11 (Kopfgleis)
Fernverkehr
Linie Strecke Taktfrequenz
RJ/ICE 90 München – Salzburg – Linz – Wien Westbahnhof (– Budapest Keleti pu.) 2-Stunden-Takt
ICE 766/767 Innsbruck – Salzburg – Linz – Wien Westbahnhof
EC 32 Wörthersee:
(Münster (Westf) –) DortmundEssenDüsseldorfKölnKoblenzFrankfurtMannheimHeidelbergStuttgartAugsburgMünchenSalzburgKlagenfurt
ein Zugpaar
IC 60 KarlsruheStuttgartAugsburgMünchenSalzburg einzelne Züge
EC/IC 62 ((SiegenGießen –) FrankfurtHeidelberg) / (SaarbrückenMannheim) – StuttgartAugsburgMünchenSalzburg (– Klagenfurt / Graz / Linz) 2-Stundentakt
IC Salzburg – Wien Westbahnhof
EC/RJ Wien Westbahnhof – Salzburg – Innsbruck – Bregenz / – Zürich stündlich
Regionalverkehr
Linie Strecke
RE München – Rosenheim – Salzburg
RB Salzburg – Freilassing – Landshut
REX/R/RB Attnang-Puchheim – Salzburg Taxham Europark
REX Linz – / Braunau – Freilassing
REX Salzburg – Wörgl
S-Bahn-Verkehr
 S1  Salzburg Hbf (Tiefgeschoss) – Bürmoos – Lamprechtshausen
 S11  Salzburg Hbf (Tiefgeschoss) – Bürmoos – Trimmelkam
 S2  Salzburg Hbf – Straßwalchen
 S3  Bad Reichenhall – Freilassing – Salzburg – Golling-Abtenau (einzelne Züge bis Schwarzach/St. Veit und Saalfelden)

Einzelnachweise

  1. Terminalbeschreibung ÖBB Autoreisezug Autoverladestelle Salzburg Hauptbahnhof (Pdf-Datei)
  2. Salzburger Nachrichten Salzburger Bahnhof neu im Retrolook (mit Video) (abgerufen am 16. Februar 2011)
  3. a b Umbau des Hauptbahnhofes beginnt auf salzburg.orf.at

Weblinks


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