BBÖ ET 21
BBÖ ET 21
Nummerierung: BBÖ: ET 21.001–002, 101–106
Anzahl: 4
Hersteller: AEG, Akkumulatoren-Fabriks AG/Wien
Baujahr(e): 1921
Ausmusterung: Mitte 1930er-Jahre
Achsformel: Bo
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Leermasse: 80,7 t
Dienstmasse: 104 t
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Traktionsleistung: 140 kW
Anfahrzugkraft: 8,5 kN
Kapazität: 222 Ah (bei 1 h Entladung)
324 Ah (bei 3 h Entladung)
Sitzplätze: 176
Stehplätze: 138

Die BBÖ ET 21 waren elektrisch angetriebene Akkumulator-Triebwagen der Österreichischen Bundesbahnen. Die ET 21 waren die einzigen je in Österreich gebauten und eingesetzten Akkumulator-Triebwagen.

Schon 1919 begann die BBÖ mit der Entwicklung von Akkumulator-Triebwagen, die damals Speicher-Triebwagen genannt wurden. Der erste 1921 von AEG gelieferte Triebwagen bestand aus je einem Motorwagen an der Spitze und am Ende des Zuges, die durch Umbau aus ehemaligen Waggons der Wiener Stadtbahn entstanden, ferner aus zwei umgebauten Stadtbahnwagen mit der Reihenbezeichnung Cut und einem Akkumulator-Wagen in der Mitte, der von der Akkumulatoren-Fabriks AG in Wien gebaut wurde. Der auch Speicher-Wagen genannte Akkumulator-Wagen war im Wesentlichen ein Niederbordwagen, auf dem die Akkus untergebracht waren, der aber auch dem Personal den Übergang von einem Teil des Triebzuges zum anderen erlaubte. Die Motorwagen hatten je einen Führerstand und leisteten gemeinsam 140 kW.

Die BBÖ hatte auch Akkumulator-Triebwagen getestet, bei denen die Akkus unter den Fahrgastsitzen untergebracht waren. Dies führte aber zu Geruchsbelästigung vor allem beim Laden der Akkus. Darüber hinaus erlaubte die Anordnung mit separatem Speicherwagen das Tauschen eines Wagens mit entladenen gegen einen solchen mit geladenen Akkus. Danach konnte der Triebzug wieder eingesetzt werden, während die entladenen Akkus des abgehängten Speicherwagens wieder geladen wurden.

Da die Probefahrten zwischen St. Pölten und Traismauer positiv absolviert wurden, bestellte die BBÖ drei weitere, gegenüber dem Prototyp leicht modifizierte Triebzüge. Die Motorwagen des ersten erhielten die Nummern ET 21.001–002, die weiteren ET 21.101–106, wobei entgegen den Vorschriften das „ET“ nicht an den Fahrzeugen angeschrieben wurde. Die Speicherwagen erhielten die Nummern 1090.001 und 1090.101–103 (andere Unterlagen sprechen von 1090.001, 101, 103 und 104).

Die ersten beiden Triebzüge wurden in folgendem zweitägigen Umlaufplan eingesetzt:

1. Tag: SalzburgStraßwalchen – Salzburg – Hallein – Salzburg – Golling – Salzburg (150 km)

2. Tag: Salzburg – Golling – Salzburg – Hallein – Salzburg (93 km)

Die fortschreitende Entwicklung der Verbrennungsmotortriebwagen bewirkte, dass die Speicher-Triebwagen bereits Mitte der 1930er-Jahre ausgemustert wurden.

Literatur

  • Elektrotriebwagen der ÖBB, 2. Aufl., Bahn im Bild 35, Verlag Pospischil, Wien 1996
  • Helmut Griebl, Josef Otto Slezak, Hans Sternhart: BBÖ Lokomotiv-Chronik 1923–1938, Verlag Slezak, Wien 1985, ISBN 3-85416-026-7
  • Josef Otto Slezak: Die Lokomotiven der Republik Österreich, 3. Aufl., Verlag Slezak, Wien 1983, ISBN 3-85416-075-5

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