BIGFON

BIGFON (Breitbandiges Integriertes Glasfaser-Fernmeldeortsnetz) war ein Systemversuch, den die Deutsche Bundespost von 1981 bis 1988 in sieben Städten (West-Berlin, Hamburg, Hannover, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg und München) durchgeführt hatte. Dabei wurden jeweils 28 bis 50 Teilnehmer an das Glasfaser-Ortsnetz angeschlossen. Rund ein Drittel der Teilnehmer waren dabei Unternehmen. Ab 1984 wurde damit begonnen die einzelnen Ortsnetze durch Glasfaserkabel miteinander zu verbinden (BIGFERN). Die erste Breitbandige-Integrierte Glasfaser-Fernverbindung (BIGFERN) mit 160 km Länge und 60 Glasfasern wurde dabei 1984 von der Deutschen Bundespost zwischen Hamburg und Hannover in Betrieb genommen.[1] Dabei wurden alle 18 km die Signale verstärkt.

Ziel von BIGFON war die praktische Erprobung von Glasfasertechnik für sämtliche Telekommunikationsdienste und der erste technische Versuch für ein Integriertes Breitband Fernmeldenetz (IBFN), in dessen Rahmen auch ein Bildfernsprech-Versuchsnetz (Video Telephony Network) zur Übermittlung von Gebärdensprache für Gehörlose installiert wurde. Technischer Nachfolger für die Bild- bzw. Videotelefonie wurde das Bildtelefon, später computerbasierte Hard- und Software für Videokonferenzen.

BIGFON geht auf Empfehlungen der EKIK-Enquete-Kommission (Neue Informations- und Kommunikationstechniken, 1981-1983) zurück, die die Notwendigkeit des Aufbaus eines Breitbandvermittlungsnetzes in Form eines Glasfasernetzes festgestellt hatte.

Die Gesamtkosten betrugen rund 150 Millionen DM. Nach Schätzungen aus dem Jahr 1984 hätte die Verkabelung der Bundesrepublik Deutschland mit Glasfaserkabeln 200 bis 300 Milliarden DM gekostet und rund 30 bis 40 Jahre gedauert.

Inhaltsverzeichnis

Siehe auch

Informationen

Zeitschriften

Literatur

  • Kuhn, Fritz (Hrsg.); Einsam, überwacht und arbeitslos : Technokraten verdaten unser Leben, Stuttgart : Die Grünen Baden-Württemberg (1985)
  • Deutscher Bundestag Drucksache 10/5663 (1985): Bericht der Bundesregierung über die Lage der Medien in der Bundesrepublik Deutschland (Pdf-Dokument)
  • Karl Holz , Horst Nusser , Willi Schulz; Bigfon, Laser : was ist das?, München : Nusser (1990), ISBN 3-88091-308-0
  • Bauer, Richard ; Schwerthöffer, Rüdiger; Bigfon und Laser, München : Nusser (1. Aufl. 1991), ISBN 3-88091-384-6
  • Dunckelmann, Henning; Videokommunikation in Breitbandnetzen als Medium für Gehörlose : soziologische Begleitforschung zum Systemversuch BIGFON ; Abschlussbericht eines Forschungsprojektes / Henning Dunckelmann. IZT, Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung. Im Auftr. der Deutschen Bundespost Berlin, Berlin : IZT (1992), ISBN 3-929173-00-X
  • Dörfler, Michael; Neue Medien : Bildschirmtext, Videotext, Kabelfernsehen, Mailbox, Pay-TV, Satelliten-Empfang, HiFi-Empfang, Bildplatte, Bildtelefon, Zellular-Telefon, Bigfon, Home-Roboter ; e. Publ. von PE, d. populäre Magazin für Elektronik u. Technik, Würzburg : Vogel (1. Aufl. 1995)
  • Unterrichtseinheit neue Medien : Kabelfernsehen, Videotext, Satellitenfernsehen, home terminal, Bigfon, Bildschirmtext, Verkabelung, Chips u. Kabel, Brutalo-Videos, Computer ; schöne neue Welt? / Didakt. Laden Berlin e.V., DILAB; Berlin : DILAB (1995)

Patente

Weblinks

Referenzen

  1. Computerwoche (22. März 1985): Philips: 565-MBit-System mit Gradientenfaser Abgerufen: 26. Mai 2011

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