BKV Rt.
Eine Straßenbahn des Typs Tatra T5C5 in Budapest
Ein Zug der Metrolinie 2
Zwei Züge der HEV
Ein Ikarus 280T Trolleybus der Linie 72 in Budapest

Die BKV Zrt. (kurz: BKV, ausgeschrieben: Budapesti Közlekedési Zártkörűen Működő Részvénytársaság) ist die Nahverkehrsgesellschaft der ungarischen Hauptstadt Budapest.

Inhaltsverzeichnis

Fahrzeuge

Die der Stadt Budapest gehörende BKV betreibt eine Flotte aus verschiedenen Transportmitteln. Dazu gehören 1200 Diesel-Busse auf 246 Linien (davon 34 Nachtbuslinien), 14 Trolleybuslinien, 31 Straßenbahnlinien und die mit der deutschen S-Bahn vergleichbare Vorortbahn HÉV. Das Markenzeichen Budapests sind die Gelenkbusse, die seit den 1950er Jahren unterwegs sind und auch heute noch das Rückgrat des Budapester Nahverkehrs bilden.

Das Netz der Budapester Metro ist weniger stark ausgebaut, wird aber durch die Straßenbahnen gut ergänzt. Es gibt eine 1896 zum 1000. Gründungstag des Ungarischen Staates eingeweihte Metro-Linie (M1), sowie zwei mit sowjetischer Hilfe gebaute Linien (M2 und M3). Eine vierte Linie (M4) befindet sich im Bau. Insgesamt hat das Schienennetz der Metro zurzeit eine Länge von 32 Kilometern und verfügt über 43 Stationen.

Das Durchschnittsalter der Busse beträgt 15 Jahre. Aufgrund des hohen Alters der meisten Fahrzeuge ist eine behindertengerechte Ausstattung die Ausnahme. Es gibt allerdings einige Rufbusse, die für den Transport von Rollstuhlfahrern vorgesehen sind. Die neue Metrolinie M4 soll behindertengerecht mit Fahrstühlen an jeder Station ausgeführt werden.

Zwischen März 2006 und Mai 2007 lieferte Siemens Transportation Systems 40 Niederflur-Straßenbahnen vom Typ Siemens Combino. Mit 54 Metern ist diese Bahn die längste Straßenbahn der Welt. Sie verkehrt auf der Linie 4-6, welche das weltweit höchste Fahrgastaufkommen bei Straßenbahnen hat. Von der Stadtbahn Hannover hat die BKV gebrauchte Stadtbahnen des Typs TW 6000 erworben.

Schon Ende 1887 fuhr erstmals eine von Siemens gebaute elektrische Straßenbahn vom Westbahnhof zur Király utca.

Statistik

Der Anteil des ÖPNV am gesamten Verkehrsaufkommen Budapests beträgt zurzeit ca. 55 %. Dieser Wert ist rückläufig: Während der sozialistischen Zeit betrug dieser Anteil noch 80 %.

Finanzen

Seit dem Fall des eisernen Vorhangs leidet die BKV unter Geldmangel. Die Einnahmen aus den Ticketverkäufen decken nicht einmal 50 % der Kosten. In den Jahren 2004 und 2005 wurden 100 Niederflurbusse des Herstellers Volvo geleast, um einen Schienenersatzverkehr für die Metrolinie M2 durchführen zu können, die mittlerweile 40 Jahre alt ist und dringend modernisiert werden muss. Diese Busse sind die einzige größere Neuanschaffung in den letzten fünf Jahren. Außerdem wurde entschieden, neue U-Bahn-Züge für die modernisierte Linie M2 und die im Bau befindliche Linie M4 anzuschaffen. Laut der Tageszeitung „Magyar Nemzet“ betrugen Anfang 2010 die Schulden der BKV ca. 333 Mio. Euro.[1]

Tickets

Die BKV verkauft zurzeit ausschließlich Einzelfahrscheine und Dauerkarten aus Papier. Mittelfristig ist die Umstellung auf elektronische Tickets geplant, um den Anteil an Schwarzfahrten zu reduzieren, der zurzeit auf ca. 10 % sämtlicher Fahrten geschätzt wird.

Es gibt keine Kurzstreckenfahrkarten. Daher müssen Leute, die nur eine Station weit fahren, den gleichen Preis zahlen, wie die Leute, die die gesamte Strecke einer Linie fahren. Außerdem ist für die Weiterfahrt mit einer anderen Linie eine neue Fahrkarte nötig. Auch das Aussteigen und Wiedereinsteigen in dieselbe Linie ist nicht zulässig. Es werden allerdings Dauerkarten angeboten.

Personen ab 65 Jahren dürfen in ganz Ungarn alle öffentlichen Personennahverkehrsmittel (der zweiten Klasse) gratis benutzen.

Skandal 2009

Ende 2009 und Anfang 2010 wurden aufgrund von Ermittlungen wegen Betruges, illegalen Lohnfortzahlungen, überhöhten und unberechtigten Abfindungen, fingierten Beraterverträge und mafiösen Geschäftsabsprachen der ehemalige stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BKV und mehrere ehemalige leitende Manager verhaftet.[2][3]

In den Medien

In den Metro Tunneln der M2 und der M3 wurde zwischen 2002 und 2003 der Film Kontroll gedreht. Er gewann mehrere Preise. Während des ironische Vorspann des Filmes erklärt der ehemalige Chef der BKV persönlich, dass alle Handlungen und Personen im Film absolut fiktiv sind.

Einzelnachweise

  1. Pester Lloyd: Defizit auf Rädern. Budapest 3. Februar 2010.
  2. Pester Lloyd: | „Zeit zu gehen...“. Budapest 12. Februar 2010
  3. Pester Lloyd: | „BKV-Affäre: Rückzug und Hausarrest in Budapest“ Budapest 2. Februar 2010.

Weblinks


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