BM-14

Der BM-14 ist ein Mehrfachraketenwerfersystem, das in den 1950er-Jahren in der ehemaligen Sowjetunion entwickelt und in Dienst gestellt wurde. Die Raketen besitzen ein Kaliber 140 mm.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Der BM-14 wurde als Nachfolgemodell für den aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden Raketenwerfer BM-31-12 konzipiert. Im Jahre 1952 wurde der BM-14 bei den sowjetischen Landstreitkräften eingeführt. Jede Panzer- und motorisierte Schützendivision hatte ein Bataillon mit 18 Werfern. Bei den sowjetischen Streitkräften wurde das System Mitte der 1970er-Jahre ausgesondert und durch den BM-21 abgelöst.

Varianten

BM-14-16
  • BM-14-16: Serienversion ab 1953; installiert auf einem ZIL-151 mit 16 Werferrohren.
  • BM-14M (2B2): Serienversion ab 1958; installiert auf einem ZIL-157 mit 16 Werferrohren.
  • BM-14MM (2B2R): Serienversion ab 1959; installiert auf einem ZIL-131 mit 16 Werferrohren.
  • BM-14-17 (8U35): Serienversion ab 1959; installiert auf einem GAZ-63A mit 17 Werferrohren.
  • RPU-14 (8U38): Gezogene Version für Luftlandetruppen auf einem Anhänger mit 16 Werferrohren.
  • WP-8: Polnische Version des RPU-14.
  • A-22 Ogon: Marineversion mit 22 Werferrohren; auf Landungsschiffen installiert
  • A-223 Sneg: Marineversion mit 2 Werferrohren; auf Flusskriegsschiffen installiert.

Auf dem jeweiligen Fahrzeug ist ein Rohrpaket mit 16 oder 17 Rohren des Kalibers 140 mm montiert. Ein Raketenwerfer ist in der Lage, alle Raketen innerhalb sieben bis zehn Sekunden zu starten. Das Nachladen eines leergefeuerten Werfers dauert zwei bis vier Minuten. Die Fahrzeugbesatzung besteht aus drei Soldaten.

Die Raketen sind drallstabilisiert und haben keine Stabilisierungsflügel. Der Drall der Rakete entsteht durch um die Hauptantriebsdüse angeordnete schräge Düsen. Die Raketen besitzen eine große Streuung und eignen sich daher nur zur Bekämpfung von Flächenzielen. Die maximale Streuung einer Raketensalve liegt bei 132 m. Die Raketen messen 1,086 m in der Länge. Sie haben ein Startgewicht von 39,6 kg, wobei 18,8 kg auf den Sprengkopf entfallen. Die maximale Reichweite liegt bei 9,81 km bei einer Brennschlussgeschwindigkeit von 400 m/s.

Zur Verwendung kommen drei Raketentypen:

  • M-14OF mit einem Splittergefechtskopf
  • M-14F mit einem Rauch- und Brandgefechtskopf
  • M-14Kchr mit einem Sprengkopf, der die chemischen Kampfstoffe AC oder HD (Lost) enthält.

Verbreitung

Innerhalb der sowjetischen Streitkräfte wurde der BM-14 Mitte der 1970er-Jahre durch den BM-21 ersetzt. Exporte gingen an Ägypten, Algerien, Angola, Kambodscha, China, DDR, Nordkorea, Polen, Irak, Tschechoslowakei, Somalia, Syrien und Vietnam.

In den Exportländern steht der BM-14 zum Teil bis jetzt im aktiven Dienst. Beispielsweise wurde der BM-14 bis 1993 von den Truppen der algerischen Regierung im algerischen Bürgerkrieg eingesetzt. Auf Kuba waren sie sogar noch bis 1999 im Einsatz.

Auch wurde der BM-14 unter anderem von den Taliban in Afghanistan und der Hisbollah im Libanon im Kampf eingesetzt. Auch irakische Widerstandskämpfer nutzen noch teilweise das System, oft aber mit unterschiedlichsten Modifizierungen. Bei regulären Armeen sind sie höchstens noch als Reserve vorhanden und nicht mehr im aktiven Dienst.

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