BMW R 100 S
Modell 100 S, sehr ähnlich der R 100 CS. Dieses Exemplar ist jedoch auf runde Ventildeckel der Vorgänger-Serie /6 umgerüstet.
Späte R 100 RT
R 100 RS

Die BMW R 100 ist in ihren Baureihen R, S, T, RS, RT und CS ein vom Unternehmen BMW produziertes Motorrad mit einem Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor mit annähernd 1000 cm³ Hubraum.

Die R 100 RS (und ihre Schwestermodelle, s.u.) wurden von 1976 bis 1983 hergestellt. Es gab anfangs bei Einführung der neuen Serie mit dem Sammelnamen "Strich-Sieben" die Modellvarianten BMW R 100 RS (51 kW/70 PS), R 100 S (vorerst 51 kW/65 PS), R 100 (44 kW/60 PS), R 75/7 (37 kW/50 PS) und R 60/7 (30 kW/40 PS).

Die R 100 RS war mit knapp 200 km/h eines der schnellsten Serienmotorräder der Welt und vor allem das weltweit erste Motorrad mit serienmäßiger rahmenfester Vollverkleidung. Zudem unterschied sich diese Verkleidung extrem vom bisher üblichen Erscheinungsbild gängiger Verkleidungen.

Die R 100-Modelle erhielten eine Doppelscheibenbremsanlage im Vorderrad. Hinten war eine Vollnaben-Innenbackentrommel-Bremse montiert, bei der R 100 RS und später bei der RT wurde zum Teil eine einzelne Scheibenbremse am Hinterrad verbaut. Die neuen Spitzenmodelle hatten anfangs noch Drahtspeichenräder, schon bald jedoch Aluminium-Filigranguss-Räder, wodurch die Handlichkeit verschlechtert wurde. Alle Modelle verfügen über einen Kardanantrieb zum Hinterrad. Neben den teils veränderten Hubräumen waren die Zylinderkopf-Deckel der neuen Modelle eckiger ausgeführt und zur besseren Wärmeableitung schwarz lackiert. Diese Maßnahme stieß jedoch nicht allenthalben auf Gegenliebe; des klassischen Aussehens zuliebe wurden tausende von Motoren auf die alten Zylinderkopf-Kappen umgerüstet, die komplett anschlussgleich und austauschbar sind im BMW-Baukastensystem.

Die R 100 S hat die gleiche lenkerfeste Halbschalen-Verkleidung, die auch bereits das Vorgänger-Modell R 90 S auszeichnete, einen Heck-Bürzel, serienmäßig eine Doppelscheiben-Bremse am Vorderrad und Speichenräder, wie auch die hubraumkleineren Modelle.

Später kamen in der gleichen Serie drei weitere Maschinen, die R 80/7 als geringfügig hubraumerweiterte Ablösung der R 75/7, dann ein großes Tourenmodell mit der R 100 RT, im wesentlichen baugleich mit der R 100 RS, jedoch mit veränderter oberer Verkleidung mit höherer Frontscheibe, und als späte Variante die R 100 CS ("Classic Sport"), im wesentlichen die Kombination der stärksten Mechanik der 100 RS mit der lenkerfesten Halbschalen-Verkleidung der S-Version, bzw., wenn man so will, eine um 5 PS in der Leistung angehobene S.

Inhaltsverzeichnis

Pause und Neustart

In den 1980er Jahren wollte BMW aus Umweltschutz- und Marketinggründen die wassergekühlten K75- und K100-Modelle forcieren und sich von den "alten" Zweiventiler-Boxermodellen trennen. Nachdem diese Entscheidung zu einigen Protesten von Kunden und Händlern geführt hatten, drehte BMW bei und lieferte wieder R 100er Modelle, jedoch mit modifizierten, in der Spitze etwas leistungsschwächeren, im Drehmomentverlauf jedoch verbesserten, Motoren von 60 PS. Dann kam auch wieder eine 800er Version mit 50 PS hinzu. Parallel wurde 1980 das Enduro-Modell R 80 G/S mit Fahrwerksmodifikation (Einarm-Schwinge hinten) und Spar-Ausstattung (kein Drehzahlmesser) herausgebracht, das im Modelljahr 88 von dem GS-Modell (ohne Schrägstrich) abgelöst wurde. 1981 wurden 2.333 Stück in Westdeutschland verkauft.

Ab 1985 wurden auch die Strassenversionen mit einer Einarmschwinge ausgestattet. Ab 1988 wurde der Paralever am Zweiventiler-Motor eingeführt zuerst in den GS modellen R80 GS und R100 GS Später auch in den Strassenversionen R80 R und R100 R. Der Paralever fängt die Aufstellmomente der Lastreaktionen am Kardan ab und eliminiert so den "Fahrstuhleffekt" der älteren Modelle. Damit endete auch die Begründung für den Spruch von der "Gummikuh", den der Motorradjournalist Ernst Leverkus, genannt "Klacks", einst leicht spöttisch aber dennoch wohlmeinend gefunden hatte.

Da weitestenteils die Motoren und Fahrwerke der Zweiventiler-Boxer untereinander kompatibel sind, ist eine gewisse Vorsicht beim Kauf anzuraten. Es ist zu prüfen, ob sich ein Motorrad in originalem Zustand befindet. Oftmals wurden leistungsgeänderte Motoren auf der gesamten Leistungspalette von künstlich gedrosselten 20 PS- und 27 PS-Motoren diverser Hubräume bis hin zu rennsport-überarbeiteten 1000ern mit weit mehr als 80 PS eingebaut. Die extremsten Umbauten sind alte /5er oder /6er Modelle, die nach einem Rahmenschaden das neueste Paralever-Fahrwerk bekamen und einen Motor von versierten Tunern wie Fallert mit über 85 PS haben. Solche Sportumbauten wurden auch ca. zwei Jahrzehnte lang bei den immer beliebteren internationalen Langstreckenrennen der Serie "Battle of Twins" eingesetzt.

Technische Daten

Modell Zylinder Bohrung × Hub (mm) Hubraum (cm³) Leistung (PS / Upm) Bauzeit Stückzahl
BMW R 60/7 2 73.5 × 70.6 599 40 / 6400 1976-80 11163
BMW R 75/7 2 82 × 70.6 745 50 / 6200 1976-77 6264
BMW R 80/7 2 84.8 × 70.6 797 50 / 7250 1977-83 17703
BMW R 100/7 2 94 × 70.6 980 60 / 6500 1976-78 12029
BMW R 100 S 2 94 × 70.6 980 65 / 6600 1976-78 9657
BMW R 100 RS 2 94 × 70.6 980 70 / 7250 1976-1984 33648
BMW R 100 RT 2 94 × 70.6 980 70 / 7250 1978-1984 18015
BMW R 100 T 2 94 × 70.6 980 65 / 7250 1978-1980 5643
BMW R 100 CS 2 94 × 70.6 980 70 / 7000 1980-1984 4038

Siehe auch

Liste der BMW-Motorräder

Literatur

  • Hans-Jürgen Schneider, BMW R 45 - R 100 RS ab Baujahr 1976, BLV Auto -und Motorradpraxis, München Wien Zürich 1984
  • Morley/Woollett, BMW, Heel Verlag, Königswinter, 1994
  • Hans-Joachim Mai, 1000 Tricks für schnelle BMWs, 11. Aufl. 1988, Motorbuch-Verlag, Stuttgart

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