BMW R 42
BMW R 42

Die BMW R 42 war das zweite Tourenmotorrad des deutschen Motorradherstellers BMW.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entwicklung

Am 26. November 1926 präsentierte BMW drei Jahre nach der R 32 auf der Deutschen Automobilausstellung in Berlin erstmals deren Nachfolgerin R 42 der Öffentlichkeit.[1]

BMW führte mit diesem Motorrad das Baukastenprinzip weiter. Fahrwerk und Getriebe mit Grundmotor waren weitgehend baugleich; die Differenzierung nach Sport- und Tourenmodellen wurde durch kopf- oder seitengesteuerte Zylinderköpfe und Zylinder umgesetzt.

Vermarktung

Der Preis für das Motorrad betrug 1927 1.510 Reichsmark - 700 Reichsmark weniger als noch für die R 32.

Die Produktion wurde 1928 nach über 6500 Einheiten beendet[2]; Nachfolger war die Ende 1928 vorgestellte R 52.

Technik

Motor

Der Motor mit der Bezeichnung M 43 war als längs eingebauter Zweizylinder-Boxer-Viertaktmotor mit SV-Ventilsteuerung ausgelegt.

Aufbau

Das Motorgehäuse war horizontal teilbar. Ein Zwischenzahnrad oberhalb der Kurbelwelle trieb die noch eine Ebene höher liegende Nockenwelle an, die wiederum die Zündanlage in der nächsten Ebene antrieb. Durch diese Zahnradkaskade baute der Motor für einen Boxermotor relativ hoch.

Die Nockenwelle öffnete über kurze Gleitstößel die Ventile.

Zylinder

Die Zylinder aus Grauguss hatten abnehmbare Zylinderköpfe aus Leichtmetall und radial verlaufende Kühlrippen.[3]

Vergaser

Der Vergaser, eine Eigenkonstruktion von BMW, saugte die Luft durch das Schwungradgehäuse an.

Die Gemischmenge („Gasschieber“) und Gemischzusammensetzung („Luftschieber“) wurde über zwei Hebel an der rechten Lenkerhälfte eingestellt.

Zündung

Ein Hochspannungsmagnet von Bosch oder eine Zündlichtmaschine waren mit einem Spannband auf einer Plattform oberhalb der Kurbelwelle befestigt. Die Zündung wurde mit einem Hebel an der linken Lenkerhälfte verstellt. Die Zündkerze war im abnehmbaren Zylinderkopf angeordnet.

Antrieb

Die R 42 hatte ein handgeschaltetes Getriebe mit Antriebswelle auf der rechten Seite des ungefederten Hinterrades.

BMW bezeichnete die die Kraftübertragung vom Getriebe zum Hinterrad als „Kardanantrieb“, die Antriebswelle als „Kardanwelle“ und das Getriebegehäuse am Hinterrad als „Kardangehäuse“ – technisch richtig war es lediglich ein Wellenantrieb des Hinterrades, da es keine Kardangelenke gab.[3]

Das horizontal teilbare Getriebegehäuse war direkt an das Motorgehäuse angeflanscht. Die Eingangswelle mit 3 Gängen wurde direkt von der Einscheiben-Trockenkupplung im Schwungrad der Kurbelwelle angetrieben. Die Ausgangswelle trieb über eine Hardyscheibe in direkter Verlängerung die Antriebswelle an.

Das Gehäuse des Kegelradantriebs an der Hinterachse hatte eine Ölfüllung - bei der R 32 wurde dort noch mit Fett geschmiert. Das Getriebe war weiterhin mit Staufferfett gefüllt.[3]

Der Kickstarter wurde noch parallel zur Fahrzeuglängsachse betätigt; dazu war eine Kegelradumlenkung im Getriebegehäuse eingebaut. Diese aufwendige Umlenkung wurde erst bei der Nachfolgebaureihe R 52 und R 57 aufgegeben.

Fahrwerk

Das Fahrwerk ist ein Rohrrahmen ohne Hinterradfederung, die Vordergabel hat eine gezogene Kurzschwinge mit Blattfederung.

Die Hinterradbremse war wie bei der R 39 als Kardanbremse ausgeführt, die auf den Außenring der Hardyscheibe wirkte.

Technische Daten

R 42
Bohrung 68 mm
Hub 68 mm
Hubraum 494 cm³
Leistung 12 PS bei 3400/min
Vmax 95 km/h
Leergewicht 126 kg (mit Beiwagen 188 kg)
Tankinhalt 14 Liter

Siehe auch

Literatur

  • Udo Stünkel: BMW-Motorräder Typenkunde : Alle Serienmodelle ab 1923. Delius Klasing, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-7688-2451-4.

Einzelnachweise

  1. BMW präsentiert die R 42. In: BMW Geschichte. BMW AG, abgerufen am 17. Juli 2011 (Suche im BMW Group Archiv): „Auf der Deutschen Automobilausstellung in Berlin (26. November - 6. Dezember 1925) präsentiert BMW mit der R 42 das Nachfolgemodell der R 32“
  2. Udo Stünkel: BMW-Motorräder Typenkunde : Alle Serienmodelle ab 1923. Delius Klasing, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-7688-2451-4, S. 10–11.
  3. a b c Handbuch für BMW-Räder Typ R 42. In: BMW Geschichte. BMW AG, 1928, abgerufen am 22. August 2011 (PDF, Suche im BMW Group Archiv).

Weblinks

  • BMW R 42. In: BMW Geschichte. BMW AG, abgerufen am 17. April 2011 (Suche im BMW Group Archiv).

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