BMW R 51
BMW R 51-3 (1952)

Die BMW R 51 war ein Zweizylinder-Motorrad des Herstellers BMW mit einem 500-cm³-Boxermotor und einer Leistung von 17 kW. Es wurde von 1938 bis 1941 gebaut.

Parallel zur sportlichen 500er wurde unter der Bezeichnung R 71 eine seitenventil-gesteuerte 750er mit etwas schwächerer Leistung gebaut, mit hohem Drehmoment vorzugsweise als Gespannmaschine für den Beiwagen-Betrieb geeignet.

Inhaltsverzeichnis

Vorgängerversion

  • Vorgängermodell der R 51 war die bis 1937 gebaute R 5.
  • Vorgängermodell der R 66 war die bis 1937 gebaute R 6.
  • Die 750cm³ R 71 kam parallel zur BMW R 12, die trotz Pressstahlrahmen und fehlender Hinterradfederung weitergebaut wurde (1935-41).

Konstruktionsmerkmale

Der Rahmen ist aus Stahlrohr geschweißt. Schutzbleche, Tank und Felgen sind aus Stahlblech. Der Motorblock ist wie das Getriebe und das Kardangetriebe-Gehäuse aus Aluminiumguss. Wie bei dem Vormodell BMW R 5 ist der Motor mit den Motor-Steckachsen im Rahmen gelagert. Der Auspufftopf ist mit Schellen direkt an Motorachse und Rahmen befestigt.

Motor

Der Motor der R 51 hat wie die Vormodelle eine kettengetriebene Nockenwelle für die OHV-betätigten Ventile und separate Ölfüllungen in den Zylinderköpfen. Der einzige wesentliche Unterschied zum R 5 Motor besteht in einer neu hinzugekommenen oberen Motorabstützung. Der einfachere Seitenventiler-Motor der 750er R 71 hat „stehende“ Ventile (SV, „Side Valves“), deren Zylinderkopf wie ein großflächiger Zweitakter-Kopf aussieht, zu jener Zeit ein häufiges Bauprinzip, wie es auch Indian und Harley-Davidson verwendeten.

Der Motorblock ist wie das Getriebe und das Kardangetriebe-Gehäuse aus Aluminiumguss. Der Motor ist wie bei den Vorgängermodellen BMW R 5 und BMW R 6 ein längs eingebauter Zweizylinder-Boxer-Viertakt-Motor mit außen über den Zylindern in verchromten Stahlrohren laufenden Stoßstangen (OHV-Motor). Die Stoßstangen betätigen die hängenden Ventile über Kipphebel im Zylinderkopf. Die Kipphebel sind wie die beiden Pleuellager in Nadellagern gelagert; die Kurbelwelle läuft in Kugellagern. Die Nockenwelle wird über eine Steuerkette von der Kurbelwelle angetrieben. Die Ölpumpe befindet sich in der Ölwanne und ist eine einfache Zahnradpumpe, die von der Nockenwelle über eine Schneckenrad-Untersetzung angetrieben wird.

Getriebe

Auf dem hinteren Kurbelwellenstumpf sitzt die Schwungscheibe, die die Einscheibentrockenkupplung aufnimmt. Die Kupplung wird mit Axiallager über eine Druckstange betätigt, die durch die hohle Getriebehauptwelle verläuft. Am Getriebe befindet sich auf der rechten Seite des Motorrades zusätzlich ein Handschalthebel.

Zündung und Lichtmaschine

Auf dem Motorgehäuse sitzt sichtbar die von der Steuerkette angetriebene Gleichstrom-Lichtmaschine mit Laderegler. Die Zündanlage ist eine Batteriezündung mit Zündverteiler und manueller Verstellung der Vorzündung, von einer Nockenwelle angetrieben. Der Bleiakku ist ungekapselt auf einem Halter hinter dem Getriebe befestigt.

Vergaser, Luftfilter

Die beiden Vergaser sind Fischer-Amal Rundschiebervergaser mit konischer Nadel. Das Nass-Luftfilterelement sitzt auf dem Getriebegehäuse: ein Stahlnetz, an dem der Staub sich beim Ansaugen der Luft festsetzt, das zu Wartungszwecken ausgewaschen und dann mit Öl benetzt wird.

Antrieb

Der Antriebsstrang besteht aus der frei rotierenden Kardanwelle und einem Kegelradgetriebe am Hinterrad. Wegen der damals neu eingeführten Geradweg-Federung des Hinterrades sind zwei Gelenke an der Kardanwelle erforderlich: ein Hardyscheiben-Gelenk an der Getriebe-Ausgangswelle, und ein gekapseltes Kardangelenk vor dem Umlenkgetriebe am Hinterrad.

Fahrwerk

Das Fahrwerk ist ein Doppelschleifen-Rohrrahmen. Erstmals wird von BMW mit den Modellen R 51, R 61, R 66 und R 71 eine Geradweg-Federung des Hinterrades verbaut.

Räder

Die R 51 ist mit schmalen Halbnabenbremsen ausgerüstet; die schlechten Verzögerungswerte solcher „Dosendeckelbremsen“ sind in der heutigen Zeit mit Vorsicht zu betrachten und durch vorausschauende Fahrweise zu berücksichtigen.

Technische Daten

R 71
  • Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor
  • R 51 und R 66 mit sportlicher Motorcharakteristik
  • R 61 und R 71 als "Tourer" und für Beiwagennutzung
R 51 R 61 R 66 R 71
Bauart Zweizylinder-Boxer mit Kardan
Bauzeit 1938–1941
Motor OHV-Boxer SV-Boxer OHV-Boxer SV-Boxer
Hubraum 494 cm³ 597 cm³ 597 cm³ 745 cm³
Leistung 18 kw / 24 PS 18 PS 30 PS 17 kw / 22 PS
Vmax 140 km/h 115 km/h 145 km/h 125 km/h
Rahmen Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen
Federung vorn: Teleskopgabel, hinten:Teleskopfederung
Leergewicht (vollgetankt) 180-190 kg
Gesamtgewicht mit Seitenwagen 500 kg
Preis: 1.595,- RM 1.420,- RM 1.695,- RM 1.595,- RM
Stückzahl: 3.775 3.747 1.669 3.458

Rennsportversion R 51 RS

Im Jahr 1939 wurden 17 Einheiten des für Privatfahrer käuflichen Rennmotorrades gebaut. Das Gewicht wurde durch Verwendung von Aluminium statt Stahl und Magnesium statt Aluminium und Einsparung zulassungsrelevanter Bauteile auf 148 kg vermindert. Die Leistung von 36 PS bei 7000 U/min ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 185 km/h.[1]

Das Auktionshaus Bonhams versteigerte anlässlich des „Las Vegas Motorcycle Sale“ am 6. Januar 2011 eine original erhaltene R 51 RS aus den USA. Die Versteigerung erzielte 130.200 US$ (~96.000 €).[2]

Nachfolgerversion

Nachfolgemodell der R 51 war nach dem Zweiten Weltkrieg die nur unwesentlich geänderte BMW R 51/2.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. BMW R 51 RS. In: BMW Geschichte. BMW AG, abgerufen am 10. November 2011 (Suche im BMW Group Archiv).
  2. 1939 BMW R51RS. Bonhams, abgerufen am 10. November 2011 (englisch): „Rare, factory prepared competition unit, ex-Rody Rodenberg“

Weblinks

 Commons: BMW R 51 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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