Schleswig-Holsteinisches Ulanen-Regiment Nr. 15

Schleswig-Holsteinisches Ulanen Regiment Nr. 15 hieß ein Kavallerieverband in der Königlich Preußischen Armee.

Ulan vom 15. Regiment

Inhaltsverzeichnis

Verbandszugehörigkeit

  • Regimentskommandeur: Oberst von Printz
  • Garnison: Saarburg/L.
  • Stiftungstag des Regiments: 30. Oktober 1866

Aufstellung

Mit Allerhöchster-Kabinetts-Order (A.K.O.) vom 30. Oktober 1866 wurde die Aufstellung eines 15. Ulanen Regiments befohlen.

Dazu mussten abgeben:

  • das Ulanen Regiment Nr. 1 die 1. Eskadron
  • das Ulanen Regiment Nr. 3 die 5. Eskadron
  • das Ulanen Regiment Nr. 10 die 5. Eskadron
  • das Ulanen Regiment Nr. 11 die 5. Eskadron

Das neue Regiment wurde auf die Städte Perleberg, Kyritz und Wusterhausen verteilt. Im April 1867 wurde eine fünfte Eskadron aufgestellt und ab dem 7. November 1867 erhielt der Verband die Bezeichnung „Schleswig-Holsteinisches Ulanen Regiment Nr. 15". Nach der Rückkehr aus Frankreich, wo die Einheit anlässlich des Krieges von 1870/71 den Okkupationsstreitkräften zugeteilt gewesen war, bezogen die Ulanen Garnison in Straßburg i.E.. Im Jahre 1896 verlegte das Regiment in seine letzte Garnison nach Saarburg in Lothringen.

Die Feldzüge

Im Deutsch-Französischen Krieg kämpfte das Regiment am 14. August 1870 in der Schlacht bei Colombey, am 16. August bei Vionville St. Privat/Mars la Tour und am 18. August bei Gravelotte. Im November 1870 erfolgte die Verlegung zur Südwest-Armee mit Kämpfen gegen die französische Loire Armee bei Orléans (3.-4. Dezember 1870), Le Mans (10.-12. Januar 1871) und Tours. Nach dem Waffenstillstand verlegten die Ulanen im Juli 1871 in die nunmehr zum Deutschen Reich gehörende Stadt und Festung Straßburg.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges rückte das 15. Ulanen-Regiment am 3. August 1914 mit seinem Schwesterregiment (Ulanen Regiment Nr. 11), mit dem es nahezu während des ganzen Krieges im Verband der 42. (Gelben) Kavallerie-Brigade (7. Kavallerie-Division) bleiben sollte, an die Westfront aus. Zunächst versahen die Ulanen Grenzschutz in Lothringen, um dann im September auf Amiens und Compiègne vorzurücken. Nach der Marneschlacht und dem damit verbundenen Rückzug nahmen die Ulanen am sogenannten Wettlauf zum Meer teil und kämpften danach, zum Teil schon abgesessen, bis zum Dezember 1914 am rechten Flügel der deutschen Front in Belgien und Nordfrankreich. Im April 1915 verlegte der Verband in die Vogesen und kämpfte abgesessen am Hartmannsweilerkopf. Danach (genauer Zeitpunkt n.B.) versah das Regiment bis Mitte 1916 rückwärtige Dienste (Kurier- und Sicherungsaufgaben) in Belgien, bevor es am 15. Dezember 1916 an die Ostfront verlegt wurde. Hier kämpfte die Einheit teilweise im Stellungskampf vor Dünaburg, in Estland und Livland. Im Frühjahr 1918 erfolgte die Rückverlegung an die Westfront, wo die Pferde abgegeben und die Truppe ab Mai 1918 als Kavallerie-Schützen-Regiment infanteristisch eingesetzt wurde.

Nach dem Ende des Krieges rückte das Regiment im Dezember 1918 in Osterburg (Altmark) ein, wo es anschließend demobilisiert und aufgelöst wurde.

Uniform

Die Ulanen trugen einen dunkelblauen, Ulanka genannten Waffenrock. Diese war mit polnischen Aufschlägen versehen und wurde zur Parade mit einer aufknöpfbaren Paraderabatte ausgestattet. Zur Parade wurde ein weißer Rosshaarbusch an der Tschapka befestigt. Auf den Schulterstücken und Epauletten befand sich die Regimentsnummer.

Die sogenannte Abzeichenfarbe des Regiments war zitronengelb. Von dieser Farbe waren die Paraderabatte der Ulanka und der Tschapka, die Epaulettenfelder und Passanten. Ebenso die Ärmelaufschläge, die Paspelierung und der Kragen. Die Knöpfe und Beschläge waren Messingfarben. Von der linken Schulter zur rechten Hüfte lief ein weißes Bandelier mit schwarzer Kartusche. Die Reithose war anthrazitfarben.

Bereits mit A.K.O. vom 14. Februar 1907 befohlen und ab 1909/1910 schrittweise eingeführt, wurde anlässlich des Kaisermanövers 1913 die bunte Uniform erstmalig durch die feldgraue Felddienstuniform (M 1910) ersetzt. Diese glich vollkommen der Friedensuniform. Das Lederzeug und die Stiefel waren naturbraun, die Tschapka wurde durch einen schilffarbig genannten Stoffüberzug bedeckt. Das Bandelier und die Kartusche wurden zu dieser Uniform nicht mehr angelegt.

Literatur

  • Günther Voigt: Deutschlands Heere bis 1918. Ursprung und Entwicklung der einzelnen Formationen. Herausgegeben von Hans Bleckwen und Dernot Bradley. Band 7: Kavallerie: Husaren und Ulanen. Biblio-Verlag, Osnabrück 1986, ISBN 3-7648-1199-4.
  • Hugo F. W. Schulz: Die Preußischen Kavallerie-Regimenter 1913/1914. Weltbild, Augsburg 1992.
  • Jürgen Kraus: Die deutsche Armee im ersten Weltkrieg. Uniformierung und Ausrüstung – 1914 bis 1918 (= Kataloge des Bayerischen Armeemuseums Ingolstadt 2). Herausgegeben von Stefan Rest. Verlag Militaria, Wien 2004, ISBN 3-9501642-5-1.

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