Schloss Urach
Schloss Urach (1996)

Das Schloss Urach befindet sich in der Stadt Bad Urach im Landkreis Reutlingen, Regierungsbezirk Tübingen.

Der heutige Schlossbereich besteht aus Torturm, Professorengebäude, Torwartgebäude und dem eigentlichen Schloss, einem rechteckigen, satteldachgedeckten Hauptbau mit einem westseitigen Anbau mit Walmdach, einem weiteren, turmartigen rechteckigen Anbau und dem großen Südturm.

Im Schloss befindet sich der sogenannte Goldene Saal, einer der schönsten Festsäle der Renaissance in Deutschland. Es handelt sich dabei um einen flach gedeckten und auf drei Seiten durchlichteten Saal. Er wird von Säulen mit korinthischen Kapiteln unterteilt. Wände und Säulen sind reich vergoldet. Dies erklärt den Namen des Saales.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Schloss Urach, Torturm (1996)

Bereits Mitte des 11. Jahrhunderts wurde im Zusammenhang mit dem Bau der Burg Hohenurach eine Wasserburg im Tal errichtet. Sie diente den Grafen von Urach als Stadtsitz. Militärisch hatte sie die Aufgabe, das Tal zu überwachen und ggf. zu sperren. 1264 [1] gelangte die Burg mit der Herrschaft an die Grafen von Württemberg.

Bei der Landesteilung 1442 wählte Ludwig I. von Württemberg Urach zu seiner Residenz. 1443 wurde die alte Anlage weitgehend abgerissen und in unmittelbarer Nähe das neue Residenzschloss errichtet. 1474 ließ Eberhard I. von Württemberg anlässlich seiner Hochzeit mit Barbara Gonzaga von Mantua das Schloss umfangreich modernisieren.

Nach der Wiedervereinigung der Grafschaft Württemberg 1482 verlor Urach seine Bedeutung als Regierungssitz. Das Schloss wurde in der Folge nur noch als Ausweichquartier oder für Festlichkeiten genutzt.

1546 wurde das Schloss im Schmalkaldischen Krieg durch spanische Truppen des Herzogs von Alba und im Dreißigjährigen Krieg 1634 von kaiserlichen Truppen besetzt.

1663/64 erfolgten unter Herzog Eberhard III. von Württemberg umfangreiche Renovierungsarbeiten. 1790 wurden die Reste der alten Wasserburg endgültig beseitigt. Die heute vorhandenen, 1960 grundlegend renovierten Bauten stammen aus der Zeit nach 1443.

Heutige Nutzung

Schloss Urach ist für Besichtigungen geöffnet.[2] Es zählt zu den landeseigenen Monumenten und wird von der Einrichtung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut.

Literatur

  • Henrik Bäringhausen, Helmut-Eberhard Paulus, Susanne Rott, Wolfgang Wiese (Hrsg): raumkunst - kunstraum. Innenräume als Kunstwerke - entdeckt in Schlössern, Burgen und Klöstern in Deutschland, Schnell & Steiner Verlag, Regensburg, 2005, ISBN 3-7954-1732-5
  • Handbuch der historischen Stätten, Band VI, ISBN 3-520-27602-X
  • Günter Schmitt: „Burgenlexikon der Schwäbischen Alb“, Band 4, ISBN 3-924489-58-0

Einzelnachweise

  1. Faltblatt des Finanzministeriums Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit der Oberfinanzdirektion Stuttgart 1988
  2. www.schloss-urach.de

Weblinks

 Commons: Schloss Urach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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