BSG Lokomotive Malchin

Der Fußballsportverein von 1919 Malchin gehört zu den größten Sportvereinen der mecklenburgischen Kleinstadt Malchin.

Inhaltsverzeichnis

Struktur

Im FSV 1919 sind etwa 200 Mitglieder organisiert, der Verein unterhält drei Männermannschaften und sieben Nachwuchsteams von den G- bis zu den A-Junioren (Stand 2008). Als Sportanlage dient ihm das Walter-Block-Stadion im Süden der Stadt, ausgestattet mit 3.000 Zuschauerplätzen, davon 200 unüberdachte Sitzplätze, einem Natur- und einem Kunstrasen sowie einer Leichtathletik-Laufbahn.

Geschichte

Die Vereinshistorie geht bis in das Jahr 1918 zurück, als in Malchin der Arbeiterturn- und Sportverein (ATSV) gegründet wurde. Aus dem ATSV heraus entstand 1919 der Fußballverein „Freie Spielvereinigung Malchin von 1919“ (FSV). Der Verein wurde schnell erfolgreich und errang zwischen 1921 und 1929 viermal die mecklenburgische Fußballmeisterschaft.

Nach der Zerschlagung alle Sportvereine in Ostdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und der vorläufigen Beschränkung auf regionalen Sportverkehr entstand 1946 die Sportgemeinschaft Malchin, deren Fußballspieler sich noch im selben Jahr an der Meisterschaft in Mecklenburg-Vorpommern beteiligten. Sie belegten in Staffel Mitte Platz nur 6 und konnten sich damit nicht für die Landesmeisterschaften der nächsten Jahre qualifizieren.

Nach der Einführung der Betriebssportgemeinschaften (BSG) in Ostdeutschland ging die Sportgemeinschaft 1951 in die BSG Empor Malchin über. Deren Fußballspieler spielten zunächst in der viertklassigen Bezirksklasse Neubrandenburg, ehe sie 1953 den Aufstieg in die Bezirksliga schafften. 1955 wurde das Reichsbahn-Ausbesserungswerk Trägerbetrieb der BSG, die daraufhin den Namen BSG Lokomotive annahm. Bis 1957 konnten sich die Malchiner in der Bezirksliga halten, doch am Ende dieser Saison mussten sie nach dem 13. und vorletzten Platz in die inzwischen fünftklassig gewordene Bezirksklasse zurückkehren. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg wurde Lok Malchin zum Dauergast in der Neubrandenburger Bezirksliga. Nach einem kurzen Zwischenspiel 1985 bis 1988, als die BSG sich wieder „Empor“, stieg Lok Malchin 1989 wieder in die Bezirksklasse ab.

Eine gute Rolle konnten die Fußballspieler der BSG im DDR-Pokal spielen. Sie gewannen sechsmal den Neubrandenburger Bezirkspokal und qualifizierten sich damit auch für sechs Pokalwettbewerbe auf DDR-Ebene. Zwischen 1970 und 1980 absolvierten die Malchiner sieben DDR-Pokal-Spiele, wobei sie in der Saison 1974/75 durch einen 2:1-Sieg über den in der zweitklassigen DDR-Liga spielenden Lokalrivalen Post Neubrandenburg einmalig die zweite Pokalrunde erreichten, dort aber am Pokal-Dauerrivalen Hansa Rostock II (insgesamt drei Duelle) mit 0:1 scheiterten.

Alle DDR-Pokalspiele der BSG Lok Malchin
1971/72 Lok Malchin - Hansa Rostock II 1:2
1972/73 Lok Malchin - FC Hansa Rostock II 0:2
1974/75 Lok Malchin - BSG Post Neubrandenburg
Lok Malchin - FC Hansa Rostock II
2:1
0:1
1975/76 Lokomotive Malchin - FC Hansa Rostock 2:7
1978/79 Lokomotive Malchin - SG Dynamo Schwerin 2:3
1979/80 Lokomotive Malchin - BSG Post Neubrandenburg 0:9

Nach dem durch die deutsche Wiedervereinigung bedingten Zusammenbruch des Systems der Betriebssportgemeinschaften wurde 1991 zunächst der Eisenbahner-Sportverein ESV Malchin gegründet, aus dem sich die Fußballabteilung abspaltete und den FSV 1919 gründete. 2001 sieg der FSV in die Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern auf und belegte bisher Plätze im unteren Tabellendrittel.

Personen von besonderer Bedeutung

Thomas Doll begann seine Fußball-Laufbahn bei der BSG Lok 1972. Nachdem er 1979 zum FC Hansa Rostock wechselte startete er dort später seine Karriere in der DDR-Oberliga, in der Bundesliga, in Italien und in beiden deutschen Nationalmannschaften. Mit dem Nachfolgeverein FSV hält er nach wie vor engen Kontakt.

Weblinks

Quellen

  • www.fsv-malchin.de
  • www.absolut-mecklenburg.info
  • www.rsssf.com
  • www.f-archiv.de

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