BSG Motor Babelsberg
SV Babelsberg
Voller Name SV Babelsberg 03 e.V.
Gegründet 1903
Vereinsfarben Blau-Weiß
Stadion Karl-Liebknecht-Stadion
Plätze 10.499
Präsident Rainer Speer
Trainer Dietmar Demuth
Homepage www.babelsberg03.de
Liga Regionalliga Nord
2007/08 15. Platz (Regionalliga Nord)
Trikotfarben
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Heim
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Auswärts

Der SV Babelsberg 03 ist ein Fußballclub im Potsdamer Stadtteil Babelsberg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Anfänge und Vorkriegszeit bis 1945

Am 1. Oktober 1903 gründeten sieben Jugendliche aus Nowawes, mit Interesse für Gewichtheben, Kraftsport und Ringen, den Sport-Club Jugendkraft 1903. Unabhängig hiervon gründeten zwei Jahre später fußballinteressierte Arbeiter aus Nowawes den Fußball-Club Fortuna 05 und nahmen am organisierten Spielbetrieb teil. Am 15. Februar 1919 fusionierten beide Vereine zum SV Nowawes 03. Ab Sommer 1919 spielte der neue Verein in der Kreisliga Berlin-Brandenburg, der zweithöchsten regionalen Spielklasse.

In der Saison 1928/29 trainierte Sepp Herberger, später Trainer der deutschen Nationalmannschaft, kurzzeitig den SV Nowawes 03. Nach dem Abstieg 1931 in die Kreisklasse, folgte zwischen 1933 und 1935 ein Durchmarsch in die höchste deutsche Spielklasse, die Gauliga. Als Neuling belegte Nowawes in der Saison 1935/36 in der Gauliga Berlin-Brandenburg den 8. Rang unter zehn Mannschaften. Sportlicher Höhepunkt war der Gaufestsieg 1937. Hierbei besiegte man im Endspiel den FV Cottbus mit 7:1. 1938 wurden die Stadt Nowawes und die Villenkolonie Neubabelsberg zur Stadt Babelsberg vereinigt. Daraufhin folgte eine Umbenennung des Vereins in SV Babelsberg 03. Nur 17 Monate später, Babelsberg hatte bereits das Stadtrecht verloren und war in Potsdam eingemeindet worden, fusionierten die Nulldreier mit den Sportfreunden Potsdam zur Sportvereinigung Potsdam 03. Nach dem Abstieg aus der Gauliga 1938 schaffte der Verein 1943 den Wiederaufstieg und belegte in den folgenden Spielzeiten einen 3. und einen 4. Platz.

BSG Motor Babelsberg

Logo der BSG Motor Babelsberg

1946 musste die SpVgg 03 wie alle bürgerlichen Vereine aufgelöst werden. Im Jahr 1949 wurden in der DDR die ersten Betriebssportgemeinschaften (BSG) gegründet, die von so genannten Trägerbetrieben unterstützt wurden. In Babelsberg gründete sich neben anderen die BSG „Karl Marx“ Babelsberg, die sich als Nachfolgerin der SpVgg 03 sah. Als Trägerbetrieb fungierte der ortsansässige VEB Karl Marx Babelsberg. 1950 erfolgte die Unterstellung unter die zentrale Sportvereinigung Motor, der künftig alle BSG des Maschinen- und Fahrzeugbau angehörten. Daraufhin kam es zur Umbenennung in BSG Motor Babelsberg. Die Fußballmannschaft von Motor Babelsberg spielte in den 1950er Jahren zunächst unterklassig.

1961 wurde der SC Potsdam gegründet, der neben ebenfalls neu gegründeten Sportklubs in Neubrandenburg und Frankfurt (Oder) der weiteren Leistungssteigerung des DDR-Sports dienen sollte. Als wesentliches Standbein des SC wurden die Fußballmannschaften der bisherigen BSG Rotation Babelsberg als Sektion Fußball übernommen. Da die Entwicklung der 1. Männermannschaft jedoch in der zweitklassigen DDR-Liga stagnierte, wurde die Fußballsektion im Januar 1966 wieder aufgelöst und in die BSG Motor Babelsberg eingegliedert, die dadurch den Platz in der DDR-Liga einnehmen konnte. Bis auf Verteidiger Konrad und Mittelstürmer Betke (zu Union Berlin) spielte die Stammelf auch die 2. Saisonhalbzeit unverändert weiter und lag am Ende auf Platz Platz 11.

Stammelf SC Potsdam / Motor Babelsberg 1965/66
Körner
Pollaene, Benkert, Konrad*
Jacob, Pooch
Dresler, Borowitz, Betke**, Mohrmüller, Aldermann
___
*Karras, **Zedler ab Februar 1966

Motor spielte noch zweieinhalb Jahre in der DDR-Liga, stieg dann aber 1968 mit nur vier Siegen als Tabellenletzter in die Bezirksliga Potsdam ab. In den 1970er Jahren pendelte Motor Babelsberg zwischen Bezirksliga und DDR-Liga. Nach einem erneuten Aufstieg 1981 folgten neun Jahre Liga-Fußball, in denen die BSG dank ihrer treffsicheren Stürmer Axel Brademann und Jörg Nachtigall zum Teil gute Platzierungen erreichte (1982 und 1984 jeweils 2.). 1984 kam Motor Babelsberg das Achtelfinale des DDR-Pokals (FDGB-Pokal), unterlag dort aber dem Oberligisten Wismut Aue mit 4:2. Als Tabellen-Vorletzter musste die Mannschaft 1989 erneut in die Bezirksliga absteigen.

SV Babelsberg 03 ab 1991

Am 10. Dezember 1991 wurde die Fußballabteilung aus dem SV Motor Babelsberg herausgelöst und gründete sich der Tradition folgend als SV Babelsberg 03 neu. 1993 wurde die Mannschaft Meister der Landesliga Brandenburg und stieg in die Verbandsliga auf. Nach zwei Vizemeisterschaften in der Verbandsliga errang Babelsberg in der Saison 1995/96 die Brandenburgische Fußballmeisterschaft und stieg in die Oberliga auf. Die erste Oberligasaison beendete die Mannschaft wieder als Tabellenerster und stieg weiter in die Regionalliga Nordost auf. 1999 gewannen die Nulldreier den Brandenburgischen Landespokal gegen Stahl Eisenhüttenstadt und durften in der Folgesaison im DFB-Pokal teilnehmen. In der zweiten Pokalrunde, nach Freilos in der ersten Runde, gelang sogar ein 1:0 Sieg über die SpVgg Unterhaching. Unter dem neuen Coach und ehemaligen Spieler Hermann Andreev qualifizierte sich Babelsberg in der Saison 1999/2000 für die neu eingeführte zweigleisige Regionalliga, und gewann erneut den Landespokal.

Als vermeintlicher Absteiger gehandelt, gelang 2000/01 überraschend sogar der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nach gutem Start in die Zweitliga-Saison folgt der Einbruch, so dass die Nulldreier am Saisonende 2001/02 als Tabellenletzter wieder absteigen mussten. Durch die angehäuften Schulden beantragte der Verein im April 2003 Insolvenz und stand damit vorzeitig als Absteiger aus der Regionalliga fest.

Logo bis 2003

Seit der Saison 2003/04 spielt der SV Babelsberg 03 in der Oberliga Nordost (Staffel Nord). Durch zwei Vizemeisterschaften hinter der Zweiten Mannschaft von Hertha BSC bzw. dem MSV Neuruppin wurden die Relegationsspiele für Regionalligaaufstieg jedoch verpasst. Auch im dritten Jahr gelang der Aufstieg nicht. Nach einer katastrophalen Rückrunde (in der Rückrundentabelle belegte der SVB 03 einen Abstiegsplatz) belegte das Team nur Platz 3 hinter dem 1. FC Union Berlin und dem MSV Neuruppin. Dafür gelang der Landespokalsieg durch ein 2:1(1:0) im Finale gegen den MSV Neuruppin. Damit qualifizierte sich der SV Babelsberg 03 für die 1. Runde des DFB-Pokals 2006/07. Das erste Spiel gegen Hansa Rostock gewann man 2:1, unterlag aber in der zweiten Runde dem VfB Stuttgart mit 2:4. Am 20. Mai 2007 schaffte Babelsberg nach vier Jahren durch ein 4:0 beim BFC Preussen den Aufstieg in die Regionalliga. Zudem wurde die Mannschaft am 1. Juni 2007 durch einen 3:2-Sieg gegen den Ludwigsfelder FC Verbandspokalsieger und qualifizierte sich damit erneut für den DFB-Pokal. Dort scheiterte man in der 1.Runde am MSV Duisburg mit 0:4. Nach dem Aufstieg 2007 in die Regionalliga Nord ist das Ziel der zehnte Platz und die damit verbundene Qualifikation für die neue 3. Liga. Anfangs konnte sich die Mannschaft durch eine überzeugende kämpferische Leistung einen Aufstiegsplatz für Liga Drei erarbeiten. Aber nach sechs Spielen mit nur drei Punkten, entließ der Verein am 2. Oktober das Trainergespann Rastislav Hodul und René Tretschok. Am 7. Oktober wurde Dietmar Demuth (ehemals FC St. Pauli und Eintracht Braunschweig) als Trainer vorgestellt. An seiner Seite steht jetzt Jens Härtel an der Seitenlinie, der auch schon als Spieler für Babelsberg auf dem Platz stand.

Bekannte ehemalige Spieler

  • Jens Dowe, 34 OL Hansa Rostock, 143 BL Hansa Rostock, 1860 München, Hamburger SV)
  • Waldemar Ksienzyk, 208 x Oberliga (OL) für Union und BFC Berlin, 25 x Bundesliga (BL) für Schalke 04, 1 A-Länderspiel DDR
  • Heiko März, 118 OL, 954 BL Hansa Rostock, 1 A-Länderspiel DDR
  • René Tretschok, 81 OL Hallescher FC, 180 BL Borussia Dortmund, 1. FC Köln, Hertha BSC)
  • Tom Persich, 3 OL Hallescher FC, 57 BL 1. FC Union Berlin
  • Jörg Schwanke, 58 OL Energie Cottbus, 59 BL VfL Bochum, 1 A-Länderspiel DDR

Zuschauerdurchschnitt der letzten Jahre

  • 1991/92 Bezirksliga: 244
  • 1992/93 Landesliga Süd: 315
  • 1993/94 Verbandsliga: 445
  • 1994/95 Verbandsliga: 549
  • 1995/96 Verbandsliga: 621
  • 1996/97 NOFV-Oberliga: 1.509
  • 1997/98 NOFV-Regionalliga: 2.153
  • 1998/99 NOFV-Regionalliga: 1.647
  • 1999/00 NOFV-Regionalliga: 2.515
  • 2000/01 Regionalliga Nord: 3.483
  • 2001/02 2. Bundesliga: 4.480
  • 2002/03 Regionalliga Nord: 2.252
  • 2003/04 NOFV-Oberliga: 1.699
  • 2004/05 NOFV-Oberliga: 1.643
  • 2005/06 NOFV-Oberliga 1.934
  • 2006/07 NOFV-Oberliga: 1.641
  • 2007/08 Regionalliga Nord: 2.602

DFB-Pokal

Saison 1. Runde 2. Runde 3. Runde
1999/2000 Freilos 07.08.1999: SVB 03 - SpVgg Unterhaching 1:0 12.10.1999: SVB 03 - SC Freiburg 2:4
2000/01 26.08.2000: SVB 03 - VfL Bochum 1:6 (0:3)
2001/02 25.08.2001: SVB 03 - Hertha BSC 1:2 (1:0)
2002/03 01.09.2002: SVB 03 - Bor. M'gladbach 0:1 (0:1)
2006/07 10.09.2006: SVB 03 - Hansa Rostock 2:1 (1:0) 24.10.2006: SVB 03 - VfB Stuttgart 2:4 (0:1)
2007/08 05.08.2007: SVB 03 - MSV Duisburg 0:4 (0:0)
2008/09 09.08.2008: SVB 03 - 1. FSV Mainz 05 1:2 n.V. (1:1, 0:0)

Regionalligakader der Saison 2008/09

→ bis auf Civa und N’Diaye alle Spieler mit deutscher Staatszugehörigkeit

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
01 Marian Unger
23 Daniel Zacher
02 Dirk Jonelat
03 Ronny Surma
05 Denis Danso-Weidlich
07 Matthias Rudolph
11 Christopher Kolm
14 Joan Oumari
31 Bastian Zenk
33 Björn Laars
08 Patrick Moritz
10 Sven Hartwig
13 Rainer Müller
13 Hassan Oumari
17 Julian Prochnow
19 Ümit Ergirdi
25 Almedin Civa (Bosnier)
0 9 Clemens Lange
16 Daniel Frahn
20 Stefan Kutschke
21 Babacar N’Diaye (Senegalese)

Stadion

Der SV Babelsberg 03 trägt seine Heimspiele im 10.499 Zuschauer fassenden Karl-Liebknecht-Stadion aus, das sich der Verein mit dem Frauen-Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam teilt. Das Stadion wurde 2007 neu vermessen, da es eigentlich für über 14.000 Zuschauer erbaut wurde, es wurden aber keine Veränderungen vorgenommen.

In den Jahren 2006 und 2007 wurde angesichts der Bewerbung Deutschlands für die Frauen-WM 2011 laut über ein Stadionneubau im Stadtteil Waldstadt nachgedacht. Die Babelsberger Fans gründeten daraufhin eine Initiative zum Erhalt des Stadions, welche Pro Karli genannt wurde. Die Fans hatten Erfolg und das Karl-Liebknecht-Stadion wird jetzt saniert.

Kuriosa

Ortsrivale Fortuna Babelsberg sieht sich selbst als "wahrer Nachfolger der erfolgreichen Oberligamannschaft von Rotation Babelsberg". Im Jahre 2003 wurde deshalb das Vereinsjubiläum vom SV Babelsberg 03 unter dem unverfänglichen Motto "100 Jahre Fußball in Babelsberg" begangen, obwohl dieser Sport erst seit 1905 organisiert betrieben wird.


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