BSG Motor TuR Übigau
SC Borea Dresden
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Voller Name SC Borea Dresden e. V.
Gegründet 15. August 1991
Stadion Sportplatz Jägerpark
Plätze 2.000
Präsident Andreas Rosse
Trainer vakant
Liga NOFV-Oberliga Süd
2007/08 11. Platz
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Heim
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Auswärts

Der SC Borea Dresden ist ein Sportverein, der als Fußball-Oberligist die zweitbeste Herrenmannschaft Dresdens stellt. Im Jahre 1991 gegründet, spielte er bis 2007 unter dem Namen FV Dresden-Nord. Bekannt ist er für seine erfolgreiche Nachwuchsarbeit.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Verein entstand unter dem Namen SV SEM Dresden im Jahr 1991 aus den Fußballabteilungen zweier Vereine aus dem Dresdner Norden.

SV TuR Dresden-Übigau

Einer dieser beiden Vereine war TuR Übigau, das seinerseits auf zwei verschiedene Betriebssportgemeinschaften zurückgeht.

BSG Schiffswerft Übigau

Bereits in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bestanden Sportvereine in Dresden-Übigau. Dies waren namentlich der 1885 gegründete Turnverein Übigau sowie der Rote Sportverein, der 1929 durch Abspaltung vom TV Übigau entstanden war, vorübergehend das Schloss Übigau gepachtet hatte und schon 1933 als Arbeitersportverein wieder verboten wurde. Unmittelbar nach Kriegsende wurden alle Vereine zunächst zwangsaufgelöst.

In den ersten Nachkriegsjahren ließ die Sowjetische Militäradministration in Deutschland die Bildung kommunaler Sportgruppen zu. In ihnen durften jene Personen Sport treiben, die in der betreffenden Verwaltungseinheit wohnhaft waren. Im Stadtteil Übigau entstand dementsprechend die SG Übigau. Durch eine grundlegende Reform des Sportsystems wurden zumeist noch in den späten 1940er Jahren die Sportgruppen durch ihren Anschluss an Volkseigene Betriebe nach sowjetischem Vorbild zu Betriebssportgemeinschaften (BSG). Die SG Übigau wurde hierbei dem Trägerbetrieb VEB Schiffswerft Übigau angegliedert. Die seitdem BSG Motor Schiffswerft Dresden-Übigau genannte Sportgemeinschaft spielte bis 1958 auf Kreisebene auf dem heute ungenutzten Übigauer Sportplatz Washingtonstraße, wo später noch zum Teil die Junioren von TuR Übigau ihre Heimpartien austrugen.

BSG Motor Nordwest Dresden

Die BSG Motor Nordwest Dresden war die Betriebssportgemeinschaft des größtenteils im Stadtteil Mickten angesiedelten VEB Transformatoren- und Röntgenwerk „Hermann Matern“ Dresden (TuR). Der Sportplatz der BSG Motor Nordwest, deren Name schon auf einen Trägerbetrieb aus der Maschinenbaubranche hinwies, war das sogenannte Rudi-Pinkert-Stadion, der heutige Sportplatz Wurzener Straße im Stadtteil Pieschen. Hier hatte vor der BSG-Gründung die SG Mickten unter anderem mit dem späteren DDR-Oberliga-Torschützenkönig Harry Arlt gespielt, die die Fußballarbeit der SG Dresden-Friedrichstadt fortführte und somit in der Tradition des Dresdner SC stand. Einige Micktener Spieler traten im Zuge der Umwandlung ihrer SG in die BSG Sachsenverlag Dresden im Mai 1950 zur BSG Motor Nordwest über. Durch die Aufnahme der Akteure der erfolgreichen SG Mickten erklärt sich teilweise auch der sich schnell einstellende Erfolg der BSG Motor Nordwest, die bereits in den frühen 1950er Jahren auf Bezirksebene spielte. In der Übergangsrunde 1955 und der Saison 1956 trat sie sogar in der DDR-Bezirksliga an, stieg anschließend aber wieder in die Bezirksklasse ab.

Fusion von Schiffswerft und Nordwest zur BSG Motor TuR Dresden-Übigau

Im Jahr 1958 wurde der VEB Schiffswerft Übigau in den VEB TuR Dresden integriert, um fortan Behälter für Großtransformatoren herzustellen. Dies zog unweigerlich eine Vereinigung der beiden Betriebssportgemeinschaften nach sich. Aus der BSG Motor Schiffswerft Dresden-Übigau und der BSG Motor Nordwest Dresden entstand im September 1958 die BSG Motor Transformatoren- und Röntgenwerk Dresden-Übigau, die den Sportplatz der BSG Motor Nordwest Dresden an der Wurzener Straße weiternutzte. TuR Übigau, so die gängige Kurzbezeichnung, spielte von 1959 bis 1962, von 1965 bis 1980 und schließlich ab 1985 in der Bezirksliga Dresden, die zwischen 1963 und 1990 die dritthöchste Spielklasse der DDR darstellte. Außerdem erreichte die erste Herrenmannschaft insgesamt dreimal das Finale um den Dresdner Bezirkspokal. Im Jahre 1990 erfolgten schließlich der Eintrag ins Vereinsregister und die damit einhergehende Umbenennung in SV TuR Dresden-Übigau e. V. In der folgenden Saison gewann man erstmals den Bezirkspokal.

SG Dynamo Heide Dresden

Ähnlich wie die SG Übigau wurde bald nach Kriegsende die SG Albertstadt gegründet, die die Nachfolge des bereits vor der Jahrhundertwende gegründeten VfB Albertstadt antrat. Aus der SG Albertstadt ging später die SG Dynamo Heide Dresden hervor, die der Sportvereinigung Dynamo angehörte und nach der Dresdner Heide benannt war, welche an das angestammte Sportgelände im Jägerpark angrenzte. Dynamo Heide war ein „Farmteam“ zur Entwicklung junger Fußballspieler für Dynamo Dresden. Die Spieler dieses Trainingszentrums gingen an eine Kinder- und Jugendsportschule, um später zum genannten Leistungsschwerpunkt zu wechseln, dessen erste Mannschaft eine der erfolgreichsten der DDR-Geschichte war.

Fusion von TuR Übigau und Dynamo Heide zum SV SEM Dresden

Am 15. August 1991 wurden die Fußballabteilungen aus Dynamo Heide und TuR Übigau herausgelöst und schlossen sich zum SV Siemens Elektronik Meßtechnik Dresden e. V. zusammen. Der SV SEM Dresden konnte somit auf der guten Nachwuchsarbeit von Dynamo Heide aufbauen und gleichzeitig die Spielklasse der Herren von TuR Übigau übernehmen. Die restlichen Abteilungen der beiden Gründungsvereine bestehen als SV TuR Dresden e. V. und Dresdner SV Albertstadt 1991 e. V. bis heute weiter. Die damalige Fusion stellt die eigentliche Vereinsgründung des jetzigen SC Borea Dresden dar, der in der Zwischenzeit mehrfach umbenannt wurde.

Entwicklung als FV Dresden-Nord

Zunächst gab sich der SV SEM am 1. Juli 1992 den neuen Namen FV Dresden-Nord e. V. Besonders in den ersten Jahren war der Weg des Vereins sehr erfolgreich. Schon 1993 gelang der ersten Herrenmannschaft neben dem letzten der drei Bezirkspokalsiege in Folge, von denen allerdings jeder einzelne unter verschiedenen Namen errungen wurde, der Aufstieg in die Sachsenliga. Im Jahre 1996 gewann die Elf die Landesmeisterschaft und stieg somit nach nur drei Landesliga-Spielzeiten in die Südstaffel der NOFV-Oberliga auf, wo sich der FV Dresden-Nord dauerhaft im oberen Tabellendrittel etablierte.

Umbenennung in SC Borea Dresden

Eine vom FV Nord angestrebte erneute Namensänderung war im zweiten Halbjahr 2007 Gegenstand einer Kontroverse zwischen dem Verein und dem Sächsischen Fußballverband (SFV). Am 1. Juli 2007 sollte eine Umbenennung nach SC Boreas Dresden erfolgen, wurde aber vom Verband, der einen Sponsoring-Hintergrund durch einen gleichnamigen, in Dresden ansässigen Windkraftanlagenbauer befürchtete, unter Androhung von Sanktionen untersagt. Dabei berief er sich auf die Satzung des Deutschen Fußballbundes (DFB), wonach Änderungen, Ergänzungen oder Neugebungen von Vereinsnamen und Vereinszeichen zum Zwecke der Werbung unzulässig sind. Daraufhin wurde Ende Juli 2007 der Vollzug der Umbenennung durch den Verein rückgängig gemacht bzw. ausgesetzt, lediglich der offizielle Internetauftritt lief weiterhin unter der Bezeichnung Boreas. Am 6. Dezember 2007 wurde schließlich die Umbenennung in SC Borea Dresden e. V. wirksam und damit die Auseinandersetzung beigelegt. Der neue Vereinsname ist angelehnt an Boreas, den Nordwind der griechischen Mythologie. Damit soll ein Bezug zum alten Namen FV Dresden-Nord hergestellt, gleichzeitig aber ein attraktiverer Name geführt werden. Das Kürzel FV für Fußballverein wurde durch SC für Sportclub ersetzt, da sich der Verein auch für andere Sportarten weiter öffnen möchte.

In der laufenden Saison 2008/2009 nimmt der SC Borea mit drei Herren- und 13 Juniorenmannschaften am offiziellen Spielbetrieb teil. Außerdem gehören zwei Seniorenteams und eine Freizeitsport-Mannschaft zur Abteilung Fußball. Die ersten neu gegründeten Abteilungen des Sportclubs sind Badminton und Budō-Ninjutsu.

Ligazugehörigkeit ab 1990

Erfolge

  • Meister der Sachsenliga 1996
  • Meister der Bezirksliga Dresden 1993
  • Sieger des Bezirkspokals Dresden 1991 (als SV Motor TuR Übigau), 1992 (als SV SEM Dresden) und 1993 (als FV Dresden-Nord)
  • Finalist im Bezirkspokal Dresden 1967, 1972 und 1990 (als BSG Motor TuR Übigau)
  • Aufstieg der A-Jugend in die Junioren-Bundesliga 2003

Aktueller Kader

Stand: April 2009

Tor
  • Deutscher Danilo Dersewsky
  • Deutscher Ron Rudi Linke
  • Deutscher Axel Mittag
Abwehr
  • Deutscher Georg Balatka
  • Deutscher Gregor Hoppadietz
  • Deutscher Frank Kaiser
  • Deutscher Christoph Klippel
  • Deutscher Frank Paulus
  • Deutscher Eric Talke
  • Deutscher Matthias Walther
  • Deutscher Ronald Wolf
Mittelfeld
  • Deutscher John Boros
  • Deutscher Jens Georgi
  • Deutscher Philipp Heineccius
  • Deutscher Rico Kühne
  • Türke Mustafa Örs
  • Deutscher Arne Reetz
  • Deutscher Maik Salewski
  • Deutscher Frank Seifert
  • Tscheche Martin Sviták
Angriff
  • Deutscher Enrico Faidt
  • Deutscher Philipp Grätz
  • Albaner Eruani Jasari
  • Deutscher Robert Koch
  • Tscheche Jiří Krohmer
  • Deutscher Martin Streiber
  • Deutscher Marian Weinhold

Mit Torhüter Ron Wochnik stellt Borea Dresden zurzeit einen deutschen U-18-Nationalspieler.

Personalien

Nachwuchs

Der SC Borea Dresden ist bekannt für seine gute Fußball-Nachwuchsarbeit. Einer der Grundpfeiler des Vereins war seit seiner Gründung 1991, die auch auf die Kaderschmiede SG Dynamo Heide aufbaute, die Ausbildung von Junioren. Seit Ende der 1990er Jahre betreibt der SC Borea ein eigenes Fußballinternat im Jägerpark. Der Verein beziehungsweise seine Vorgänger brachten unter anderem Steffen Büttner, Marcus Hesse und Richard Kolitsch hervor. Vorläufiger Höhepunkt war, dass die A-Jugend zwischen 2003 und 2006 drei Spielzeiten lang in der U19-Bundesliga vertreten war. Nach ihrem Abstieg wurde im Juni 2006 eine Nachwuchs-Kooperation mit Dynamo Dresden vereinbart. Für die Dauer von einer Saison wurden schon mehrfach Spieler vom einen an den jeweils anderen Verein ausgeliehen, um A- oder B-Junioren-Mannschaften zu verstärken. Insgesamt nehmen in dieser Saison 13 Juniorenmannschaften des SC Borea am Spielbetrieb teil. Von den ersten Mannschaften einer Altersklasse sind vier (C- bis F-Jugend) in der jeweils höchstmöglichen und zwei (A- und B-Jugend) in der zweithöchsten Spielklasse, der Regionalliga, vertreten.

Aktuelle und frühere Sportstätten

Die Sportstätte von Borea Dresden ist der 2.000 Zuschauer fassende Sportplatz im Jägerpark. Dieser besitzt nach einem Umbau seit 2005 auch eine eigene Stehplatztribüne für die Gästefans. Er befindet sich im Stadtteil Albertstadt an der Grenze zur Radeberger Vorstadt und liegt am Rand der Dresdner Heide; zuvor spielte dort die SG Dynamo Heide Dresden, einer der beiden Vorläufer des SC Borea. Der Name des Sportgeländes leitet sich ab von einem Truppenübungsplatz der ehemals in der Nähe stationierten sächsischen Jäger, der sich schon vor 1900 hier befand.

Eine frühere Spielstätte ist der Sportplatz Wurzener Straße, vormals Rudi-Pinkert-Stadion, in Pieschen nahe der Stadtteilgrenze zu Mickten. Einer der Vorläufer des SC Borea, die BSG Schiffswerft Übigau, spielte im Stadtteil Übigau auf dem mittlerweile ungenutzten Sportplatz Washingtonstraße in unmittelbarer Nähe der Flügelwegbrücke, dessen Standort jedoch noch klar erkennbar ist.

Quellen

Weblinks


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