BSG Stahl Silbitz

Der Sportverein Silbitz/Crossen hat seinen Sitz in der ostthüringischen Ortschaft Silbitz. Sein Vorgänger, die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Stahl Silbitz wurde zwischen 1958 und 1982 durch seine Fußballmannschaft überregional bekannt.

Begünstigt durch ihren Trägerbetrieb VEB Stahlgießerei Silbitz, dem größten Arbeitgeber der Region zwischen Gera und Eisenberg, konnte die BSG Stahl Anfang der 1950er Jahre eine Fußballmannschaft in der rund 800 Einwohner zählenden Ortschaft Silbitz aufbauen, die 1953 in die Bezirksliga Gera, damals dritte Spielklasse im DDR-Fußball, aufstieg. Nach bereits vier Jahren errangen die Stahlwerker die Bezirksmeisterschaft und qualifizierten sich damit für II. DDR-Liga, nach Umstrukturierungen im DDR-Fußball nun die 3. Liga. Zwischen 1958 und 1960 erreichte die BSG Stahl Mittelfeldplätze und machte 1959 erstmals überregional auf sich aufmerksam, als die Mannschaft im DDR-Fußballpokal bis in die 2. Hauptrunde kam und erst dort beim 1:3 gegen den Ligakonkurrenten Chemie Leuna das Achtelfinale verpasste. In der Saison 1961/62 wurde Silbitz nur Staffelletzter und stieg wieder in die Bezirksliga ab. Dort wurde sie sofort in die Bezirksklasse durchgereicht, da wegen der Reduzierung der Bezirksliga von zwei auf eine Staffel der 8. Platz für den Klassenerhalt nicht ausreichte. Dieser Unfall wurde schnell behoben und der sofortige Wiederaufstieg erreicht. Für acht Jahre war Stahl Silbitz nun Stammgast in der inzwischen wieder drittklassig gewordenen Bezirksliga Gera, 1972 musste man jedoch als Drittletzter abermals in die Bezirksklasse absteigen. Es folgte ein Auf und Ab zwischen Viert- und Drittklassigkeit, ehe sich die Mannschaft ab 1975 wieder längerfristig in der Bezirksliga etablieren konnte.

Um den vom Zweitligisten Wismut Gera gekommenen Spielertrainer Siegfried Haltenhof wurde eine Mannschaft aufgebaut, die sich nicht nur in der Bezirksliga halten konnte, sondern 1981 erneut die Bezirksmeisterschaft errang, die diesmal mit der Qualifikation zur zweitklassigen DDR-Liga verbunden war. Verstärkt durch Werner Schorrig, der für Wismut Gera 19 Spiele in der Oberliga, der höchsten DDR-Fußballklasse, absolviert hatte, und Torwart Harald Marquard, ehemaliger Zweitligaspieler bei Motor Hermsdorf und Motor Zeulenroda, versuchte die im Durchschnitt 26 Jahre alte Mannschaft sich in der DDR-Liga zu behaupten. Durch das Stahlwerk war die Sportanlage Elstertal errichtet worden, die 5000 Zuschauern Platz bot. Obwohl die DDR-Liga mit ihren auf fünf Staffeln verteilten 60 Mannschaften kein sehr hohes Niveau aufwies, reichte es in den 22 Punktspielen nur für zwei Siege und für 15 erzielte Treffer, denen 18 Niederlagen und 66 Gegentore gegenüberstanden. Als Tabellenletzter war das Kapitel DDR-Liga abgeschlossen.

Anschließend kämpfte Stahl Silbitz mit den Endplatzierungen 14 und 13 in der Bezirksliga gegen den weiteren Abstieg, den die Mannschaft dann in der Spielzeit 1984/85 ereilte. Die restlichen Jahre des DDR-Fußballs verbrachten die Stahlwerker dann in der viertklassigen Bezirksklasse. Zwischen 1986 und 1993 wirkte der 31-fache DDR-Nationalspieler Manfred Kaiser als Trainer in Silbitz.

1990 musste sich die BSG Stahl umstrukturieren, da mit den neuen wirtschaftlichen Verhältnissen infolge der politischen Wende von 1989 das System der Betriebssportgemeinschaften nicht mehr aufrechterhalten werden konnten. Es wurde der Sportverein Elstertal Silbitz/Crossen gegründet, dessen Fußballmannschaft weiterhin nur unterklassig spielte. Erst 2007 gelang der Aufstieg in die damals siebtklassige Bezirksliga Thüringen, die nach Einführung der 3. Liga ab 2008 nur noch als 8. Liga fungiert.

Am 3. Januar 2009 nahm der SV Elstertal Silbitz/Crossen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte an den Landesmeisterschaften in der Halle teil, scheid allerdings in der Vorrunde aus.

Ligenübersicht
DDR-Fußball
bis 1953 Bezirksklasse Gera 4. Liga
1953-1957 Bezirksliga Gera 3./4. Liga
1958-1962 II. DDR-Liga 3. Liga
1962/63 Bezirksliga Gera 4. Liga
1963/64 Bezirksklasse Gera 4. Liga
1964-1972 Bezirksliga Gera 3. Liga
1972/73 Bezirksklasse Gera 4. Liga
1973/74 Bezirksliga Gera 3. Liga
1974/75 Bezirksklasse Gera 4. Liga
1975-1981 Bezirksliga Gera 3. Liga
1981/82 DDR-Liga 2. Liga
1982-1985 Bezirksliga Gera 3. Liga
1985-1991 Bezirksklasse Gera 4. Liga
DFB-Fußball
bis 2007 Kreisoberliga Jena 8. Liga
seit 2007 Bezirksliga Thüringen 7./8. Liga

Siehe auch


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Stahl Silbitz — Der Sportverein Silbitz/Crossen hat seinen Sitz in der ostthüringischen Ortschaft Silbitz. Sein Vorgänger, die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Stahl Silbitz wurde zwischen 1958 und 1982 durch seine Fußballmannschaft überregional bekannt.… …   Deutsch Wikipedia

  • Silbitz — Wappen Deutschlandkarte Hilfe zu Wappen …   Deutsch Wikipedia

  • BSG Chemie Elsterberg — Elsterberger BC Voller Name Elsterberger Ballspielclub e.V. Gegründet 1912 Vereinsfarben blau weiß …   Deutsch Wikipedia

  • BSG Einheit Elsterberg — Elsterberger BC Voller Name Elsterberger Ballspielclub e.V. Gegründet 1912 Vereinsfarben blau weiß …   Deutsch Wikipedia

  • SV Elstertal Silbitz/Crossen — Der Sportverein Silbitz/Crossen hat seinen Sitz in der ostthüringischen Ortschaft Silbitz. Sein Vorgänger, die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Stahl Silbitz wurde zwischen 1958 und 1982 durch seine Fußballmannschaft überregional bekannt.… …   Deutsch Wikipedia

  • DDR-Fußball-Liga 1981/82 — In der Saison 1981/82 gelang der BSG Chemie Böhlen der direkte Wiederaufstieg und dem 1. FC Union Berlin nach zwei Jahren wieder der Sprung in die DDR Oberliga. Inhaltsverzeichnis 1 Modus 2 Staffel A 2.1 Saisonverlauf 2.2 Abschlusstabelle …   Deutsch Wikipedia

  • Championnat de RDA de football (Bezirksliga) Gera — Bezirksliga Gera Début 1952 Fin 1990 Organisateur 1952 1958: Deutschen Sportauschusses 1958 1990: Deutscher Fussball Verband der DDR (DFV) Nation …   Wikipédia en Français

  • FDGB-Pokal 1982/83 — Der FDGB Pokal 1982/83 war die 32. Auflage dieses Wettbewerbes. Durch den Finalsieg gegen den FC Karl Marx Stadt errang der 1. FC Magdeburg seinen siebenten Pokalsieg. Inhaltsverzeichnis 1 Teilnehmer 2 Modus 3 Spielrunden 3.1 Ausscheidungsrunde …   Deutsch Wikipedia

  • DDR-Liga/Ewige Tabelle — Die Ewige Tabelle der DDR Liga ist eine statistische Zusammenfassung aller Spiele der DDR Liga und NOFV Liga (ab Saison 1989/90) im Fußball von 1950 bis 1991. Die Tabelle basiert auf der 2 Punkte Regel, nach der alle Spielzeiten ausgespielt… …   Deutsch Wikipedia

  • DDR-Liga (Fußball)/Ewige Tabelle — Die Ewige Tabelle der DDR Liga ist eine statistische Zusammenfassung aller Spiele der DDR Liga und NOFV Liga (ab Saison 1989/90) im Fußball von 1950 bis 1991. Die Tabelle basiert auf der 2 Punkte Regel, nach der alle Spielzeiten ausgespielt… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”