BSG Westende Hamborn

Der SV Schwarz-Weiß Westende Hamborn ist ein Sportverein in Duisburg-Hamborn, der aus Bergbausportgemeinschaften hervorgegangen ist.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung der Bergbau-Sportgemeinschaften

Die Entstehung der Bergbau-Sportgemeinschaften Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre steht im engen Zusammenhang mit einem neuen betriebssportlichen Konzept der deutschen Eisenhütten. „Am 24. Mai 1925 fand in Bonn eine Gemeinschaftssitzung der Fachausschüsse des Vereins Deutsche Eisenhüttenleute statt. Auf ihr wurden zum ersten Male in einem großen Rahmen Umrisse eines neuen betriebssportlichen Konzepts diskutiert", heißt es bei Siegfried Gehrmann „Fußball - Vereine - Politik. Zur Sportgeschichte des Reviers 1900 - 1940".

Nur kurze Zeit nach jener Sitzung kam es in Düsseldorf zur Gründung eines Instituts, das die Lösung dieser Aufgabe systematisch in Angriff nehmen sollte, des Deutschen Instituts für technische Arbeitsschulung (DINTA).[1] Das DINTA stellte sich der Aufgabe, die Ausbildung des industriellen Nachwuchses zu betreiben, vor allem unter dem Aspekt der Befreiung des Arbeiters aus der Einsamkeit seiner isolierten Teilfunktion im Herstellungsprozess, Überwindung der feindlichen Oppositionsstellung zwischen Arbeitgeber und -nehmer, Befreiung und dem Befrieden des Arbeiters im gegenwärtigen Wirtschaftssystem. Sportliche Schulung wurde aus verschiedenen Gründen gefördert, wenn diese auch allesamt auf den Endzweck der Produktivitätssteigerung hinauslief.

DINTA in Hamborn

Das DINTA-Konzept wurde von vielen Werken im Ruhrgebiet angenommen. In Hamborn waren es die Fußballklubs: SV Bergbau 1/6 Hamborn, SV Bergbau 2/5 Hamborn, SV Bergbau 4/8 Hamborn, SV Kokerei Hamborn, SV Bergbau 3/7 Hamborn und SV August Thyssen - Hütte . Für die zum Teil großzügige materielle Ausstattungen der Klubs kamen die einzelnen Betriebe auf. Von den Werken wurden Turnhallen sowie Sportplätze, - geräte und - kleidung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Soziologische Aspekte der DINTA von

  • Peter C. Bäumer: Das Deutsche Institut für technische Arbeitsschulung - 1930
  • Erich Sommerfeld: Der persönliche Umgang zwischen Führung und Arbeiterschaft im deutschen industriellen Großbetrieb - 1935
  • Adolf Geck: Grundfragen der betrieblichen Sozialpolitik - 1935

SV Bergbau Hamborn

1932 existierten in Hamborn 34 Fußballvereine, von denen 17 einen Arbeiteranteil von über 80% besaßen. Die Bergbauvereine waren zu der Arbeitsgemeinschaft "Sportverein Bergbau Hamborn", zu der auch der SV Kokerei Hamborn gehörte, mit insgesamt ca. 3500 Mitgliedern zusammengeschlossen worden. Sie schlossen sich getrennt den Sportverbänden an, um in der untersten Klasse beginnend an Meisterschaftsspielen teilzunehmen. Es wurden die Sportarten Fußball, Handball, Schwerathletik, Leichtathletik, Turnen, Boxen, Ringen, Schwimmen, Gymnastik und Tennis angeboten. Eine Schach- und Segelfliegerabteilung mit eigenem Segelflugzeug vervollständigten die sportlichen Möglichkeiten. Aus SV Bergbau 1/6 und SV Bergbau 4/8 wurde wohl 1932 Schwarz-Weiß Hamborn und aus dem in Beeck beheimatetem "SV Bergbau Westende" wurde SV Westende. Im Sommer 1948 fusionierten diese beiden Vereine zum heutigen Verein SV Schwarz-Weiß Westende Hamborn e.V.

Schwarz-Weiß Hamborn

Die eigentliche Wiege des SV Bergbau 1/6 Hamborn ist die frühere Waschkaue der Schachtanlage Friedrich Thyssen 1/6, die heutige Turnhalle Duisburger Str. 301a. Schon im Jahre 1928 fand sich eine Anzahl von Sportler und Sportlerinnen zu regelmäßigen Übungsstunden zusammen, um in der Hauptsache die Möglichkeit eines Bades im benachbarten Freibad zu genießen. Es gab immer "Gäste", die vorher an Pflichtübungen teilnehmen mussten, da nur Sportlern die kostenlose Bademöglichkeit zustand. Der Sportplatz des SV Bergbau 4/8 Hamborn war an der Beecker Straße (Heute Autobahnkreuz Hamborn). Die Fusion von SV Bergbau 1/6 und 4/8 mit dem Standort im Bereich des 1/6 Geländes war die logische Konsequenz.

Sportverein Westende

Die Vereinschroniken sind ein Opfer des Krieges geworden, man muss sich auf eine kurze Zusammenfassung beschränken. Der Sportverein dürfte 1932 mit seiner Sportanlage am Rönsberghof (heute Sportstätte von Viktoria Beeck) gegründet worden sein. Die Westender Knappen schafften 1938, unter Trainer Mathias Wahl, zusammen mit Rot Weiß Essen, den Aufstieg in die "Fußball Gauliga Niederrhein". Das war die höchste Spielklasse.

Zweimal erreichte man unter Trainer Fritz Gümblein das Achtelfinale im Deutschen Pokal (1939 und 1942). Unvergessen ist auch der Titel des Niederrhein - Meisters in der Saison 1942/43. Im Jahre 1944 gründeten die Mannschaften von Westende und Schwarz-Weiß Hamborn als Vereinigung Westende/Schwarz-Weiß eine Kriegsspielgemeinschaft in der Gauliga. Nach Kriegsende gingen der SV Westende und die Spielvereinigung Meiderich 06 als Westende 06 eine Spielgemeinschaft ein.

SV Schwarz-Weiß Westende

1948 wurde die Zweckmäßigkeit eines Zusammenschlusses des SV Westende und Schwarz - Weiß Hamborn zum SV Schwarz-Weiß Westende Hamborn e.V erkannt.

Heimat dieses neuen Großvereins, der über 2000 Mitglieder zählte, wurde für die Fußballer und Handballer der Sportplatz an der Hufstraße, sowie für die übrigen Abteilungen das Gelände der ehemaligen Schachtanlage Friedrich Thyssen 1/6. Bis in die 70er Jahre machte der Traditionsverein Furore in der Leichtathletik. Im Bereich der Jugend und Junioren war der SW Westende Hamborn führend. Die besonderen Stärken der Abteilung lagen im Stabhochsprung und Hammerwurf, aber auch im Gewichtheben und im Boxsport.

Den Verlust einiger Sportstätten durch den Bau der A59 hat der Verein überwunden.

Heute zählt der Verein in seinen Abteilungen etwa 650 Mitglieder. Am 1. Juli 1994 hat der Verein die Bezirkssportanlage an der Duisburger Straße einschließlich Turnhallen und das Judo/Box Zentrum an der Buschstraße eigenverantwortlich übernommen.

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