Schnepfendreck

Schnepfendreck ist der Name eines heute weitgehend vergessenen Gerichts aus den Eingeweiden einer Schnepfe samt Inhalt (daher die Bezeichnung). Die Innereien wurden fein gehackt, mit Speck, Eigelb, Zwiebeln, Sardellen oder Kapern vermengt und zu einer Art Farce verarbeitet, mit der geröstetes Weißbrot bestrichen und dann im Backofen überbacken wurde.[1] [2] In einigen Kochbüchern wurde das Gericht auch als „Schnepfenbrot“ bezeichnet, u.a. bei Henriette Davidis.

Schnepfendreck galt früher als erlesene Delikatesse, vergleichbar mit Hummer und Kaviar. Das spiegelt sich in alten Sprichworten wider wie „Schnepfendreck ist der beste Schleck“, „Schnepfendreck und Pasteten sind dem Bauer nicht vonnöten“ und „Was teuer ist, geht weg, wär' es auch nur Schnepfendreck.“[3] Wilhelm Busch schrieb in einem Brief: „Der Gourmand hat im Traume an Schnepfendreck gedacht. Er träumt, es hätt' ihm ein Engel was auf die Zunge gemacht.“[4]


Einzelnachweise

  1. Robert Habs/Leopold Rosner, Appetit-Lexikon, Badenweiler 1997 (Reprint der Originalausgabe Wien 1894), S. 477
  2. Auszug aus Bernhard Kathan, Verschwundene und seltene Gäste der Speisekarte
  3. Deutsches Sprichwörter-Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander, 1867
  4. Wilhelm Busch an Nanda Keßler, Neujahr 1897