BVB09
Borussia Dortmund
Logo von Borussia Dortmund
Voller Name Ballspielverein Borussia 09 e. V.
Dortmund
Gegründet 19. Dezember 1909
Vereinsfarben Schwarz-Gelb
Stadion Signal Iduna Park
(ehemals Westfalenstadion)
Plätze 80.552
Präsident Reinhard Rauball
Trainer Jürgen Klopp
Homepage www.bvb.de
Liga Fußball-Bundesliga
2007/08 13. Platz
Trikotfarben
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Heim
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Auswärts

Der Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund (kurz: Borussia Dortmund, BVB oder BVB 09) ist ein Fußballverein[1] aus Dortmund. Der Verein zählt zu den erfolgreichsten Clubs Deutschlands: Neben sechs deutschen Meisterschaften und zwei DFB-Pokalsiegen gewann der BVB 1966 den Europapokal der Pokalsieger (und damit als erster deutscher Verein überhaupt einen Europapokal) und 1997 die Champions League. Im selben Jahr konnte auch der Weltpokal nach Dortmund geholt werden. Die erste Herrenmannschaft der Borussia spielt aktuell in der Fußball-Bundesliga.

Obwohl Borussia Dortmund ursprünglich als Fußballverein gegründet wurde, besitzt der Club heute auch erfolgreiche Handball- und Tischtennisabteilungen sowie eine gleichberechtigte Fan- und Förderabteilung, die die Belange der Anhänger des Vereins vertritt. Die Zahl der Vereinsmitglieder beläuft sich auf etwa 32.500.[2] Seit November 1999 sind die Lizenzspielerabteilung der Borussia sowie die zweite Mannschaft und die A-Jugend in die börsennotierte Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA ausgelagert.[3]

Inhaltsverzeichnis

Vereinsgeschichte

1909 bis 1911 – Die Gründung des Vereins

Die Wiege der Borussia:
Die Dreifaltigkeitsgemeinde in der Dortmunder Nordstadt

Im November 1901 wurde die katholische Jünglingssodalität „Dreifaltigkeit“ als Jugendorganisation der gleichnamigen Gemeinde in der Flurstraße im Dortmunder Nordosten gegründet. Die Gemeinde war kurz zuvor im Zuge der Immigration polnischer Arbeitskräfte entstanden und diente der Integration der Zugezogenen ins protestantisch geprägte Dortmund.[4] Die Mitglieder der Sodalität waren zum großen Teil junge Stahlarbeiter und Bergleute, die sich nicht nur am kirchlichen Leben beteiligten, sondern sich auch sportlich betätigten, zunächst beim Turnen und in der Leichtathletik. Aber spätestens seit 1906 wurde auf den Feldern und Wiesen rund um den Borsigplatz auch regelmäßig Fußball gespielt. Im selben Jahr wurde Kaplan Hubert Dewald Vorsitzender der Jünglingssodalität und wandte sich energisch sowohl gegen das „rohe“ und „wilde Treiben“ auf dem Fußballplatz als auch gegen das kulturelle Umfeld rund um den Sport. So setzte er unter anderem sonntags nachmittags eine zusätzliche Andacht an, um das Fußballspielen zu unterbinden, und verlangte von den Fußballern, ihre Treffen nicht mehr im Wirtshaus „Zum Wildschütz“ in der Oesterholzstraße 60 abzuhalten, sondern das Pius-Gemeindehaus dafür zu nutzen.

Die schwelenden Konflikte zwischen der Leitung der Sodalität und den jungen Sportlern gipfelten schließlich in der Gründung der Borussia. Am 19. Dezember 1909, dem vierten Adventssonntag, trafen sich ca. 50 Mitglieder der Sodalität in einem Nebenraum des Wildschützes, um über die Gründung eines von der Kirche unabhängigen Vereins zu beraten. Während des Treffens wurde heftig über die Trennung von der Gemeinde debattiert, eine Reihe der Teilnehmer verließ nach etwa einer Stunde die Sitzung und informierte Kaplan Dewald über die bevorstehende Gründung des Vereins. Dieser traf wenig später vor der Gaststätte ein, um die Sitzung aufzulösen, der Zutritt wurde ihm jedoch verweigert. Die 18 verbliebenen Personen – Franz und Paul Braun, Heinrich Cleve, Hans Debest, Paul Dziendzielle, Franz, Julius und Wilhelm Jacobi, Hans Kahn, Gustav Müller, Franz Risse, Fritz Schulte, Hans Siebold, August Tönnesmann, Heinrich und Robert Unger, Fritz Weber sowie Franz Wendt – gründeten noch am selben Abend den Verein.[5]

Da die Gründung spontan und unvorbereitet ablief, gab es vor Beginn der Versammlung keine Namensvorschläge. Einer Anekdote zufolge wurde der Zusatz „Borussia“ gewählt, weil es sich um den Namen des im Wildschütz ausgeschenkten Bieres der Borussia-Brauerei handelte, die unweit des Borsigplatzes ihren Sitz hatte. Die Namenswahl ist daher wohl nicht als bewusster Ausdruck eines Nationalstolzes zu verstehen, auch wenn „Borussia“ die latinisierte Bezeichnung für Preußen ist.[6]

Nachdem Kaplan Dewald die Mitglieder der Borussia in der Messe am Heiligen Abend der Spaltung der Dreifaltigkeitsgemeinde bezichtigte und sie aus der Sodalität ausschloss, verließen einige der Gründungsmitglieder den Verein wieder, die Borussia blieb aber bestehen. Der erste Vorsitzende wurde Heinrich Unger, der bereits Mitte 1910 von diesem Amt zurücktrat. Nach einem sechswöchigen Intermezzo von Franz Risse folgte ihm Franz Jacobi, der den Verein bis 1923 leitete.

Obwohl der Hauptgrund für die Gründung des Vereins die fehlende Erlaubnis des Kaplans zur Ausübung des Fußballsports war, besaß die Borussia nicht nur eine Fußball-, sondern auch eine Leichtathletikabteilung. Diese wurde bereits am 19. Juni 1910 in den Westdeutschen Spielverband (WSV) aufgenommen, am 3. Dezember folgte ihr die Fußballabteilung.[7] Der Aufnahme der Leichtathletikabteilung in den Verband kam dabei die Funktion eines „trojanischen Pferdes“[8] zu, da zu dieser Zeit aufgrund der großen Zahl an Gründungen von Fußballvereinen regelmäßig Aufnahmestopps seitens des WSV verhängt wurden.

Das erste reguläre Spiel fand am 15. Januar 1911 gegen den VfB Dortmund statt und wurde 9:3 gewonnen. Die offizielle Spielkleidung bestand zu diesem Zeitpunkt aus einem blau-weiß gestreiften Hemd mit einer roten Schärpe und schwarzer Hose. Das erste Meisterschaftsspiel bestritt die Borussia am 10. September 1911 in Rauxel gegen die Fußballmannschaft Spielabteilung des Turnerbundes Rauxel und wurde ebenfalls, diesmal mit 1:0, gewonnen.

Geschichte der Fußballabteilung

1911 bis 1936 – Die frühen Vereinsjahre

Saison Platz Liga
1911/12 1. Platz C-Liga
1912/13 3. Platz B-Klasse
1913/14 1. Platz B-Klasse
1914/15 2. Platz A-Klasse
1918/19 2. Platz A-Klasse
1919/20 3. Platz A-Klasse
1920/21 1. Platz* A-Klasse
1921/22 9. Platz 1. Kreisliga
1922/23 1. Platz 1. Kreisliga
1923/24 13. Platz 1. Kreisliga
1924/25 1. Platz 1. Kreisliga
1925/26 2. Platz 2. Bezirksklasse
1926/27 9. Platz 1. Bezirksklasse
1927/28 2. Platz 2. Bezirksklasse
1928/29 7. Platz 2. Bezirksklasse
1929/30 4. Platz 2. Bezirksklasse
1930/31 7. Platz 1. Bezirksklasse
1931/32 1. Platz 1. Bezirksklasse
1932/33 2. Platz 1. Bezirksklasse
1933/34 6. Platz Bezirksklasse
1934/35 1. Platz Bezirksklasse
1935/36 1. Platz Bezirksklasse
*Zweiter in der Endrunde um die Kreismeisterschaft
gelb unterlegt: Spielzeit in der Erstklassigkeit

Der Verein startete zur Saison 1911/12 in der C-Klasse, der dritten und untersten Spielklasse. Dort belegte man zum Saisonende den ersten Platz und stieg in die B-Klasse auf. Da der Aufnahmestopp des Westdeutschen Spielverbandes weiterhin Gültigkeit besaß, schlossen sich im Sommer 1912 die drei Dortmunder Vereine Rhenania, Britannia und Deutsche Flagge der Borussia an. Zugleich wechselte der BVB die Vereinsfarben, am 14. Februar 1913 billigte der WSV das zitronengelbe Hemd mit dem schwarzen „B“ als Spielkleidung der Borussia. Die zweite Spielzeit endete mit dem dritten Platz, in der folgenden Saison 1913/14 stieg Borussia Dortmund erstmals in der Vereinsgeschichte in die damals höchste Spielklasse, die A-Klasse, auf. Da selbst auf westfälischer Ebene kein einheitliches Ligensystem vorhanden war und nur wenige Vereine zum Einzugsbereich der A-Klasse gehörten, konnte man zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht von einer nationalen Bedeutung der Borussia sprechen.

Weil die Saison 1914/15 wegen des Ersten Weltkriegs abgebrochen werden musste, konnte die Borussia ihren schnellen Aufstieg zunächst nicht fortsetzen. Es fanden jedoch Freundschaftsspiele zugunsten des Roten Kreuzes statt. Neun der 18 Vereinsgründer erlebten das zehnjährige Jubiläum des BVB nicht, da sie im Krieg starben.

Bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Spielzeit 1917/18 war die Borussia aufgrund der Kriegswirren noch nicht vertreten, in der Saison 1918/19 spielte man dann wieder in der A-Klasse. 1919 trug sich Borussia Dortmund in das Vereinsregister ein, gleichzeitig wurde die erste Satzung nebst einer Spielordnung verfasst. Der Grund für die am 24. Mai erfolgte Aufnahme in das Vereinsregister war insbesondere der geplante Ausbau der Weißen Wiese, für die der Verein Rechtssicherheit benötigte.[9] Trotz Platz drei in der Abschlusstabelle der A-Klasse war die Borussia ab der Saison 1919/20 nur noch zweitklassig, da die Bezirksklasse als neue Liga eingeführt wurde. Diese umfasste die besten Mannschaften aus den acht Bezirken Bergisch-Mark, Niederrhein, Rhein, Mittelrhein, Ruhr, Südwestfalen, Hessen-Hannover und Westfalen.

In der folgenden Saison 1920/21 verpasste der BVB den Aufstieg in die Bezirksklasse erneut nur knapp, im Entscheidungsspiel um den zweiten Platz unterlag man dem Lokalrivalen vom SV 08. In den folgenden Spielzeiten änderte sich nichts an der Zweitklassigkeit der Borussia, der Verein gehörte stets der neu geschaffenen zweiten Bezirksklasse bzw. später der Kreisliga Mark an, verpasste jedoch durchweg den Aufstieg. Für die weitere Entwicklung bedeutsamer war der Wechsel an der Vereinsspitze, als Franz Jacobi 1923 als Vorsitzender zurücktrat und durch Heinz Schwaben ersetzt wurde. Dieser war Direktor der Union-Brauerei und verfügte über die nötigen finanziellen Ressourcen, die einen Ausbau der Weißen Wiese zum „Borussia-Sportplatz“, einem Stadion für 10.000 Besucher, möglich machten.

1926 gewann der BVB dann die Vizemeisterschaft in der 2. Bezirksklasse und stieg erneut in die höchste Spielklasse auf, die Ruhrbezirksklasse Dortmund-Gelsenkirchen. Trotz der Verpflichtung neuer Akteure aus anderen Dortmunder Mannschaften wurde die Spielzeit 1926/27 zu einem Misserfolg für die Borussia, denn das Entscheidungsspiel gegen den punktgleichen SV Langendreer 04 wurde mit 1:3 nach Verlängerung verloren, so dass der Verein wieder zurück in die Zweitklassigkeit musste. Die Saison 1927/28 endete in der 2. Bezirksklasse mit einem zweiten Platz hinter den Sportfreunden Dortmund, was nicht zum Aufstieg reichte. Im Sommer 1929 wurde das Ligensystem um eine weitere Spielklasse, die Sonderklasse, ergänzt. Weder für diese noch für die 1. Bezirksklasse konnte sich Borussia Dortmund in der Spielzeit 1928/29 qualifizieren, so dass man 1929/30 nur noch drittklassig war. Allerdings gelang in diesem Jahr als Vierter der Aufstieg in die 1. Bezirksklasse, der die Borussia bis zur Saison 1935/36 ununterbrochen angehörte.

Sportlich wurde diese Zeit von August Lenz geprägt, der 1935 in einem Spiel gegen Spanien als erster Borusse das Nationaltrikot tragen durfte. Lenz stieß während der Saison 1927/28 als Jugendspieler zu den Schwarz-Gelben und entwickelte sich früh zum wichtigsten Spieler seiner Mannschaft. 1933 unterlag Borussia Dortmund im Entscheidungsspiel um die Gruppenmeisterschaft in der Bezirksklasse dem Lokalrivalen von Arminia Marten mit 1:2 nach Verlängerung; selbst bei einem Sieg hätte man jedoch nicht aufsteigen können, da im selben Sommer mit der Einführung der Gauligen eine Neuordnung des Ligensystems einherging. Erst 1935/36 gelang dem BVB der Wiederaufstieg in die Erstklassigkeit.

Auch beim BVB machte sich in den frühen 1930er Jahren die beginnende Herrschaft der Nationalsozialisten bemerkbar. 1934 wurde der Schlosser August Busse Vereinspräsident, der dieses Amt bereits von 1928 bis 1933 innehatte. Egon Pentrup, der 1933 das Amt von Busse übernommen hatte, war als Katholik und politisch Neutraler nicht für das Amt des „Vereinsführers“ geeignet, das gemäß dem Führerprinzip eingerichtet werden musste.

1936 bis 1945 – Erste Erfolge in der Gauliga

Saison Platz Tore Punkte
1936/37 3. Platz 39:37 19:17
1937/38 2. Platz 45:28 26:10
1938/39 3. Platz 46:40 20:16
1939/40 9. Platz 35:60 11:25
1940/41 4. Platz 62:50 24:20
1941/42 2. Platz 58:38 24:12
1942/43 6. Platz 46:46 17:19
1943/44 3. Platz 45:21 24:12

Zeitgleich zu dem bis dato größten Erfolg des Vereins mit dem Aufstieg in die Gauliga musste die Borussia Abschied vom Vereinsgelände im Nordosten der Stadt nehmen. Für den Bau des Hoeschparks durch den Reichsarbeitsdienst wurden das Stadion Weiße Wiese und das zugehörige Vereinsgelände von der Stadt entschädigungslos enteignet. Daraufhin musste der Verein 1937 in die Kampfbahn Rote Erde im bürgerlichen Süden Dortmunds umziehen.

Sportlich hatte man bereits zwei Jahre zuvor die Weichen zur Professionalisierung des Vereins gestellt: Fritz Thelen, ein Schwager Ernst Kuzorras, wurde erster Trainer der Borussia und schaffte in seiner Tätigkeit während der Saison 1935/36 den Aufstieg in die höchste Klasse. Ersetzt wurde er zur Saison 1936/37 durch den Wiener Ferdl Swatosch, der den BVB im ersten Jahr seiner Zugehörigkeit zur Gauliga direkt auf Platz vier der Abschlusstabelle führte. Zugleich erreichte man im Tschammerpokal, dem Vorläufer des DFB-Pokals, das Viertelfinale und unterlag Waldhof Mannheim nur knapp mit 3:4.

In den folgenden Spielzeiten konnte sich der BVB in der Gauliga etablieren und auch mehrfach die Vizemeisterschaft hinter dem „Abonnementmeister“ aus Gelsenkirchen erringen. Zunächst wurde man 1938 unter Trainer Willy Sevzik mit acht Punkten Rückstand auf Schalke Zweiter in der Endabrechnung, ein Jahr später erreichte man den dritten Platz. In der Saison 1939/40 wurde die Borussia nur Neunter und entging dem Abstieg bloß aufgrund der Aufstockung der Liga auf zwölf Mannschaften. Es folgten bis zum Ende des Kriegs eine weitere Vizemeisterschaft 1942 sowie ein dritter (1944), ein vierter (1941) und ein sechster Platz (1943). Ferner gewann die A-Jugend des BVB 1939 die Westfalenmeisterschaft und die westdeutsche Meisterschaft.

Überschattet wurden die Erfolge der Borussia in dieser Zeit allerdings vom Zweiten Weltkrieg und der Diktatur des Dritten Reichs. Auch wenn die Vereinsführung um Präsident August Busse den Nationalsozialisten nahe stand, blieb der Verein tief im Milieu der Dortmunder Nordstadt, die eine Hochburg der Antifaschisten war, verwurzelt. So arbeiteten bis in die späten Kriegsjahre Nationalsozialisten, Kommunisten, Sozialdemokraten und Bürgerliche zum Wohl des Vereins zusammen.[10] Profiliertester Vertreter der NSDAP in den Reihen des BVB war Willi Röhr, der als Mitglied der SA über gute Kontakte zur Parteiführung verfügte und beispielsweise in der Lage war, wichtige Spieler für die Spiele der Borussia von ihrer Tätigkeit bei der Wehrmacht oder dem Arbeitsdienst loszueisen. Der offiziellen Festschrift zum 30-jährigen Jubiläum des Vereins ist zu entnehmen, dass ferner im ersten Kriegsjahr 80 Prozent der Spieler der Gauligamannschaft der SA angehörten[11]; das NSDAP-Mitglied Lenz tat außerdem Dienst in der Organisation Todt des damaligen Reichsministers für Bewaffnung und Munition.[12] Auf der anderen Seite war bis zuletzt eine Reihe aktiver Clubmitglieder im Widerstand gegen die Nationalsozialisten tätig und nutzte dabei auch die Infrastruktur des Vereins, speziell die Druckmaschinen zur Vervielfältigung von Flugblättern. Diesen mutigen Einsatz bezahlten einige von ihnen mit ihrem Leben, unter anderem Heinrich Czerkus, der Vereinswart des Stadions und der Vereinsanlagen bis zu deren Enteignung, und Franz Hippler, Vorsitzender der Handballabteilung. Beide wurden noch am Karfreitag 1945 von der Gestapo ermordet; ihrer und der vielen anderen Opfer dieses Massakers wird seitdem jedes Jahr am Mahnmal in der Bittermark gedacht.

1946 bis 1963 – Der Aufstieg zur deutschen Spitzenmannschaft

Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
1945/46 3. Platz* 49:33 19:13
1946/47 1. Platz* 54:18 29:7
1947/48 1. Platz 62:22 36:12 24.400
1948/49 1. Platz 79:30 38:10 21.900
1949/50 1. Platz 76:36 43:17 19.000
1950/51 3. Platz 52:36 39:21 20.000
1951/52 4. Platz 79:53 34:26 19.200
1952/53 1. Platz 87:36 46:14 22.600
1953/54 5. Platz 60:54 32:28 19.700
1954/55 5. Platz 63:57 30:30 11.600
1955/56 1. Platz 78:36 45:15 17.900
1956/57 1. Platz 73:33 41:19 18.900
1957/58 5. Platz 67:44 35:25 16.700
1958/59 5. Platz 59:47 35:25 20.900
1959/60 3. Platz 81:62 35:25 19.200
1960/61 2. Platz 70:46 39:21 21.900
1961/62 8. Platz 67:51 32:28 15.900
1962/63 2. Platz 77:39 40:20 26.700
*Spielzeit in der Westfalenliga
grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft
orange unterlegt: Endspielniederlage um die deutsche Meisterschaft

Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der Vereinsstrukturen in Deutschland, viele Clubs hatten einen Großteil ihrer Spieler und Funktionäre verloren. Dem BVB erging es nicht anders als anderen Vereinen in der britischen Besatzungszone: er musste zunächst seine Wiederzulassung erwirken. Diese wurde bereits im Juli 1945 erteilt, die Militärregierung setzte Willi Bietzek als Vorsitzenden des Vereins ein. Ab August wurde im Hoeschpark wieder Fußball gespielt, der BVB wurde 1946 in der zweiten Staffel der neu gegründeten Landesliga West, die aus den Teams der ehemaligen Gauligisten bestand, Vierter. Zugleich war im Mai der erste „echte“ Vorstand der Borussia nach dem Krieg gewählt worden, Präsident wurde Rudi Lückert.

Der größte Erfolg der bis dato fast vierzigjährigen Vereinsgeschichte wurde in der zweiten Nachkriegssaison erreicht: Nachdem die Borussia mit drei Punkten Vorsprung vor der Spielvereinigung Erkenschwick Staffelsieger geworden war, kam es im Herner Stadion am Schloss Strünkede zum Endspiel um die Westfalenmeisterschaft gegen den FC Schalke 04. Der 3:2-Sieg der Borussia am 18. Mai 1947 ging als die Wende im Westen in die Fußball-Geschichte des Ruhrgebietes und Westdeutschlands ein, da die fußballerische Vormachtstellung des FC Schalke 04 im Revier gebrochen wurde. Der BVB übernahm nach diesem historischen Sieg die Führung im westdeutschen Fußball und stieg zum erfolgreichsten Verein der neu gegründeten Oberliga West auf. Bereits in den ersten beiden Spielzeiten 1947/48 und 1948/49 wurde die Borussia Meister, 1949 gelang dem BVB unter Trainer Edy Havlicek sogar erstmals der Einzug ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, das in der „Stuttgarter Hitzeschlacht“ gegen den VfR Mannheim jedoch trotz zweimaliger Führung durch Herbert Erdmann mit 2:3 nach Verlängerung verloren ging.

Nachdem man sich 1949/50 zum dritten Mal in Folge die Westmeisterschaft gesichert hatte, traf die Borussia im Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft erneut auf den VfR Mannheim. Wiederum verlor der BVB gegen die Kurpfälzer, diesmal mit 1:3. In den beiden folgenden Spielzeiten wurde man West-Dritter (1951) und -Vierter (1952), in der Saison 1952/53 gelang dann der Gewinn des vierten Oberligatitels. Die Qualifikation für das Finale um die Deutsche Meisterschaft wurde jedoch verpasst, hinter dem VfB Stuttgart belegte der BVB aufgrund des schlechteren Torquotienten nur den zweiten Platz in seiner Endrundengruppe.

Nach einem vierten (1954) und einem fünften Platz (1955) wurde die Saison 1955/56 zur bis dato erfolgreichsten in der Vereinsgeschichte der Borussia. Nicht nur wurde unter Trainer Helmut Schneider die fünfte Westmeisterschaft gewonnen, es folgte auch der erneute Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft. Dort besiegte der BVB im Berliner Olympiastadion vor 75.000 Zuschauern den Karlsruher SC mit 4:2 und wurde zum ersten Mal Deutscher Meister.

Im Europapokal der Landesmeister schied die Borussia bereits in der zweiten Runde gegen Manchester United aus, erfolgreich wurde die Saison dennoch. In derselben Aufstellung wie im Vorjahr besiegte man im Endspiel um die deutsche Meisterschaft 1957 den Hamburger SV mit 4:1, zuvor hatte man sich die bis dato sechste Westmeisterschaft gesichert. Trainer Schneider verzichtete im Endspiel auf den jungen Nationalspieler Aki Schmidt, weil er die Vorjahresmeisterelf nicht verändern wollte. Nie wieder sollte eine deutsche Mannschaft mit derselben Endspielmannschaft deutscher Meister werden.

Als Meister qualifiziert, schied man im Europapokal erneut in der zweiten Runde aus, diesmal gegen den AC Mailand. Nach diesen Meisterschaften erreichte die Borussia 1958 und 1959 nur noch zwei fünfte Plätze bei den Westmeisterschaften, die Mannschaft war mittlerweile überaltert. Max Merkel, dessen deutsche Trainer-Karriere in Dortmund begann, nahm ab dem Sommer 1958 die Verjüngung der Mannschaft in Angriff und baute junge Spieler wie „Hoppy“ Kurrat, Charly Schütz, Timo Konietzka und Lothar Emmerich in die Mannschaft ein – und das mit Erfolg, denn nach einem dritten Platz 1960 reichte es bereits in der Saison 1960/61 wieder zum Einzug ins Finale um die deutsche Meisterschaft. Die junge Dortmunder Mannschaft war dort jedoch ohne Chance und unterlag dem 1. FC Nürnberg in Hannover mit 0:3.

Merkel verließ nach der Endspielniederlage den BVB, und Borussia sicherte sich die Dienste von Trainer Hermann Eppenhoff, der als Spieler mit dem Revierrivalen aus Schalke drei Mal deutscher Meister gewesen war. 1962 wurde man mit dieser im Umbruch befindlichen Mannschaft nur Achter der Oberliga West. In der letzten Saison vor der Einführung der Bundesliga wurde man 1963 hinter dem 1. FC Köln Zweiter der Oberliga und qualifizierte sich wieder für die Endrunde der deutschen Meisterschaft. Nach einem ersten Platz in der Endrundengruppe zog der BVB erneut ins Endspiel ein, wo man auf die favorisierten Kölner traf, die in Stuttgart mit 3:1 bezwungen werden konnten. Auch im DFB-Pokal dieses Jahres erreichte Dortmund, erstmals in der Vereinsgeschichte, das Finale; doch dieses Endspiel verlor man in Hannover gegen den Hamburger SV mit 0:3.

1963 bis 1972 – Europapokalsieg und schleichender Niedergang

Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
Saison 63/64 4. Platz 73:57 33:27 22.113
Saison 64/65 3. Platz 67:48 36:24 24.078
Saison 65/66 2. Platz 70:36 47:21 24.906
Saison 66/67 3. Platz 70:41 39:29 26.104
Saison 67/68 14. Platz 60:59 31:37 21.877
Saison 68/69 16. Platz 49:54 30:38 23.096
Saison 69/70 5. Platz 60:67 36:32 18.709
Saison 70/71 13. Platz 54:60 29:39 17.974
Saison 71/72 17. Platz 34:83 20:48 16.011

In der Premierensaison der Fußball-Bundesliga, deren Gründungsmitglied der BVB als amtierender deutscher Meister war, gehörte die Borussia zu den Favoriten auf den Titel. Am Ende reichte es trotz 73 Treffern jedoch nur zu einem vierten Platz. Im Europapokal der Landesmeister gelangte der BVB bis ins Halbfinale, wo man Inter Mailand, dem späteren Cupsieger, unterlag. Zuvor schlug man den Favoriten Benfica Lissabon um Stürmerstar Eusebio in der zweiten Runde mit 5:0. Ein Jahr später wurden die Borussen Dritter in der Bundesliga, gleichzeitig erreichten sie zum zweiten Mal das Finale des DFB-Pokals. Dort wurde, erneut in Hannover, Alemannia Aachen mit 2:0 besiegt. Im Messepokal schied man bereits in der zweiten Runde gegen Manchester United mit 1:6 und 0:4 aus. Gegen die mit späteren Weltmeistern gespickte Mannschaft um Bobby Charlton und George Best hatte der BVB keine Chance.

In der Bundesliga holte man unter Trainer Willi Multhaup 1966 die Vizemeisterschaft, das bis dahin und für lange Zeit beste Ergebnis; durch eine Heimniederlage gegen den späteren Meister 1860 München am vorletzten Spieltag – vielleicht auch bedingt durch die Belastungen aus dem Europapokal – verspielte man die Meisterschaft. Dafür konnte der Club seinen bis dahin größten Triumph feiern, als er im Europapokal der Pokalsieger zum ersten deutschen Europapokalsieger überhaupt wurde. Bereits im Viertelfinale gegen Atletico Madrid (1:1 in Madrid, 1:0 in Dortmund) und im Halbfinale gegen Titelverteidiger West Ham United (2:1 in London, 3:1 zuhause) gelangen der Borussia überraschende Siege, die den BVB zur erst dritten deutschen Mannschaft machten, die ein Europapokalfinale erreichen konnte. Im Hampden Park von Glasgow wurde dann der FC Liverpool trotz Feldvorteilen der Engländer mit 2:1 nach Verlängerung besiegt. In der 106. Minute war es Stan Libuda vorbehalten, mit einem kuriosen Tor die Entscheidung herbeizuführen. Libuda schoss aus 30 Metern in hohem Bogen über Torwart Lawrence den Ball an die Querlatte. Von dort prallte der Ball gegen den Körper von Verteidiger Yeats und danach ins Tor. Dieser erste Sieg einer deutschen Mannschaft im Europapokal wurde in Dortmund am folgenden Tag mit einem Autokorso durch die Innenstadt begeistert gefeiert.

Historisches Logo (etwa 1970)

Als Titelverteidiger automatisch qualifiziert, ging es in der neuen Saison in der ersten Runde des Europapokals erneut nach Glasgow gegen die Rangers. Dort verlor man mit 1:2. Im Rückspiel in der Roten Erde gelang es den Borussen vor 40.000 Zuschauern nicht, ein Tor zu schießen, so dass man nach dem 0:0 ausschied. In der Bundesliga wurde man nur Dritter. Bereits im Vorfeld dieser Spielzeit begann der allmähliche Niedergang der Borussia, als die Vereinsführung um Präsident Willi Steegmann zunächst Trainer Multhaup vorzeitig nach Köln wechseln ließ und mit Heinz Murach einen ligaunerfahrenen Trainer verpflichtete, der bis dahin beim Fußballverband Niederrhein beschäftigt war. Gleichzeitig wurden ausschließlich Spieler mittelmäßiger Qualität eingekauft, und auch aus der traditionell starken Jugend der Borussia rückten kaum gute Aktive nach.

Folgerichtig wurde Borussia Dortmund 1968 nur Tabellenvierzehnter, ein Jahr später konnte man als Sechzehnter den Abstieg erst am letzten Spieltag verhindern, als man in der Roten Erde mit 3:0 gegen Kickers Offenbach gewann. Der Wechsel an der Vereinsspitze zu Walter Kliemt im Winter 1967/68 hatte wenig an den internen Strukturen des BVB verändert, zudem blieben aufgrund der sportlichen Misserfolge die Zuschauer aus.

Nach einem zwischenzeitlich Hoch in der Saison 1969/70, als man überraschend Fünfter wurde, begann als Konsequenz aus dem eingetretenen Finanzengpass „der große Ausverkauf“. Bereits 1969 war Lothar Emmerich ohne gleichwertigen Ersatz abgegeben worden, 1970 beendete Wolfgang Paul, der langjährige Kapitän der Mannschaft, seine Karriere. Ein Jahr später wurden nach einem 13. Platz in der Tabelle die Leistungsträger Wosab, Neuberger, Weist und Held verkauft. Es folgte 1972, nach einem 17. Platz mit nur 20 Punkten, 36 Jahre nach dem Aufstieg in die höchste Spielklasse der Abstieg in die Regionalliga West.

1972 bis 1988 – Sportlich wie finanziell schwierige Zeiten

Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
Saison 72/73 4. Platz 77:45 41:27 10.600
Saison 73/74 6. Platz 63:50 37:31 8.900
Saison 74/75 6. Platz 65:44 46:30 25.400
Saison 75/76 2. Platz 93:37 52:24 26.800
Saison 76/77 8. Platz 73:64 34:34 42.400
Saison 77/78 11. Platz 57:71 33:35 36.764
Saison 78/79 12. Platz 54:70 31:37 27.403
Saison 79/80 6. Platz 64:56 36:32 34.243
Saison 80/81 7. Platz 69:59 35:33 33.120
Saison 81/82 6. Platz 59:40 41:27 27.409
Saison 82/83 7. Platz 78:62 39:29 26.031
Saison 83/84 13. Platz 54:65 30:38 20.306
Saison 84/85 14. Platz 51:65 30:38 24.512
Saison 85/86 16. Platz 49:65 28:40 22.573
Saison 86/87 4. Platz 70:50 40:28 32.129
Saison 87/88 13. Platz 51:54 29:39 27.921
violett unterlegt: Spielzeit in der Zweitklassigkeit

Im ersten Jahr als Zweitligist konnte Borussia Dortmund als Vierter der Regionalliga West den direkten Wiederaufstieg nicht erreichen, Tiefpunkt der Saison war trotz eines 9:0-Erfolgs gegen Preußen Münster die miserable Zuschauerzahl von knapp 1.500 Zuschauern am letzten Spieltag. Da sich der Kader in der Saison 1972/73 nur punktuell von demjenigen aus der Abstiegssaison unterschied, wurde der fällige Schnitt in der Mannschaft erst zur Spielzeit 1973/74 vollzogen. Unter Trainer Bedl wurde der Verein jedoch nur Sechster, finanziell und sportlich lag die Borussia nun praktisch am Boden.

Umso wichtiger war der Wechsel in der Vorstandsetage von Walter Kliemt zu Heinz Günther, der den längst fälligen Sanierungskurs bei der Borussia einläutete. Dennoch fehlten selbst nach dem Verkauf des vereinseigenen Geländes an der Brackeler Straße immer noch rund 1,3 Millionen Mark zur Erteilung der Lizenz für die neu geschaffene zweite Fußball-Bundesliga, die auf vielfältige Weise beschafft werden mussten. Neben Kürzungen der Spielergehälter sorgte die finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand wie der lokalen Industrie letztlich für das Überleben des Vereins. Die Stadt übernahm Bürgschaften, und Hoesch stellte dem Verein neben Geld die Trainingsplätze am Hoeschpark sowie den medizinischen Apparat zur Verfügung. Aus Dank zierte das BVB-Trikot auf dem Rücken der Schriftzug „Dortmund“ und auf der Brust ein Kreis mit dem Dortmunder Fernsehturm, Blumen und einem Fußball. Der Schriftzug „Dortmund“ ist bis heute geblieben.

Ebenso wichtig für die Zukunft des Profifußballs in Dortmund war die Eröffnung des Westfalenstadions, das für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 an der Westseite der Roten Erde errichtet wurde. Die neue Arena lockte trotz Zweitklassigkeit und einem enttäuschenden sechsten Platz in der Abschlusstabelle im Schnitt 25.000 Zuschauer zur Borussia, was für spürbare Entspannung in der Vereinskasse sorgte. Gleichzeitig wurde das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht, in dem der BVB erst in der Verlängerung gegen Duisburg mit 1:2 unterlag.

Der Wiederaufstieg gelang der Borussia dann in der folgenden Saison, dank des zweiten Platzes in der Abschlusstabelle und zweier Siege in den Entscheidungsspielen um den Aufstieg gegen die Mannschaft des 1. FC Nürnberg. Kurioserweise entließ man vor den Aufstiegsspielen den Trainer Horst Buhtz, der im Laufe der Saison Otto Knefler abgelöst hatte, weil dieser bereits mit dem Relegationskonkurrenten Nürnberg für die neue Saison einig war. Der Vorstand wollte mit dieser Maßnahme verhindern, dass der Aufstieg in Gefahr geriet. Neuer Trainer wurde Otto Rehhagel.

Vor und während der Saison 1976/77 verpflichtete der BVB wichtige neue Spieler wie Ente Lippens und Manni Burgsmüller und erreichte einen sicheren achten Rang. Insbesondere der Zuschauerschnitt von 40.000 Besuchern macht den BVB plötzlich zu einem der wohlhabendsten Vereine Deutschlands. Mit entsprechend hohen Erwartungen ging es in die Spielzeit 1977/1978, die jedoch mit einem enttäuschenden 11. Platz und dem blamablen 0:12 am letzten Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach endete. Mit der höchsten Niederlage der Bundesligageschichte endete die Ägide von Otto Rehhagel beim BVB, der letztlich den Kopf für diese Niederlage hinhalten musste. Auch im folgenden Jahr blieb der BVB Mittelmaß, unter Trainer Uli Maslo schloss man die Saison 1978/79 als Zwölfter ab. Wichtiger war, dass im März 1979 der Rechtsanwalt Reinhard Rauball Präsident der Borussia wurde, der den aufgrund fehlender Erfolge und ausbleibenden Zuschauern schlingernden BVB wieder in ruhigere Fahrwasser brachte.

Ein Paukenschlag war im Sommer 1979 die Verpflichtung von Udo Lattek als Trainer, der bis dahin in München und Mönchengladbach erfolgreich tätig gewesen war. Neben Platz sechs im Abschlussklassement wurde das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht, wo man gegen den späteren Sieger Fortuna Düsseldorf mit 1:3 verlor. Latteks erste Zeit beim BVB ging jedoch bereits während der Saison 1980/81 wieder zu Ende, als er die Borussia in Richtung FC Barcelona verließ.

Nach Lattek begann eine Phase ständiger Trainerwechsel. In den fünf Jahren zwischen dem Frühjahr 1981 und dem Frühjahr 1986 waren zehn verschiedene Übungsleiter beim Verein tätig. Zunächst kam Branko Zebec vom Hamburger SV, unter dem sich das Team vor allem in taktischer Hinsicht verbesserte und 1981/82 Sechster der Bundesliga wurde. Durch diesen Erfolg qualifizierte sich die Borussia erstmals seit 1966 wieder für einen Europapokalwettbewerb; Zebec musste den BVB jedoch aufgrund seiner augenscheinlichen Alkoholprobleme verlassen, auf ihn folgte Karl-Heinz Feldkamp. Unter ihm erreichte man im folgenden Jahr nur den siebten Platz, zudem schied der BVB im UEFA-Pokal bereits in der ersten Runde gegen die Glasgow Rangers aus.

Im September 1982 war Rauball aus beruflichen Gründen als Präsident zurückgetreten, was nicht nur ein Machtvakuum im Vorstand hinterließ, sondern auch eine sportliche wie finanzielle Talfahrt zur Folge hatte. Unter Präsident Friedhelm Cramer hatte sich der Verein schließlich mit 8,3 Millionen Mark dermaßen verschuldet, dass das Amtsgericht Dortmund am 22. Oktober 1984 einen Notvorstand ernennen musste.[13] Präsident wurde erneut Rauball, als Vizepräsident wurde ihm Gerd Niebaum zur Seite gestellt, der 1986 das Amt des Präsidenten übernahm. Erneut war es mit Hilfe lokaler Sponsoren möglich, den Lizenzentzug abzuwenden, sportlich blieb die Lage der Borussia in den nächsten Jahren jedoch prekär. 1984/85 konnte man sich noch auf den 14. Platz retten, in der darauf folgenden Saison musste man als Sechzehnter jedoch in die Relegation. Nach einer 0:2-Niederlage bei Fortuna Köln war die Borussia im Rückspiel gezwungen, mit zwei Treffern Unterschied zu gewinnen, was erst in der Nachspielzeit durch das 3:1 von Jürgen Wegmann gelang. Man erwirkte so ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz, das Borussia Dortmund im Düsseldorfer Rheinstadion mit 8:0 für sich entscheiden konnte. Mehr als 30.000 Anhänger begleiteten damals ihren Verein zu diesem Schicksalsspiel in die Landeshauptstadt.

Der in letzter Minute abgewendete Abstieg sollte sich letztlich als „heilsamer Schock“ für die Borussia herausstellen. So wurden vor der Saison 1986/87 mit Frank Mill, Norbert Dickel und Thomas Helmer wichtige Stützen verpflichtet, unter Trainer Reinhard Saftig erreichte man am Ende der Saison Platz vier und somit die Teilnahme am UEFA-Pokal. Einen kleinen Dämpfer erhielt die neue Euphorie durch Platz 13 in der folgenden Saison, im UEFA-Pokal erreichte man nach dem Ausschalten von Celtic Glasgow (1:2 und 2:0) und Velez Mostar (2:0 und 1:2) allerdings das Achtelfinale, wo man nach einem begeisternden 3:0 zuhause mit 0:5 nach Verlängerung beim FC Brügge ausschied.

1988 bis 1997 – Pokalsieg, Meisterschaft und Champions League

Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
Saison 88/89 7. Platz 56:40 37:31 29.176
Saison 89/90 4. Platz 51:35 41:27 34.810
Saison 90/91 10. Platz 46:57 34:34 33.564
Saison 91/92 2. Platz 66:47 52:24 41.188
Saison 92/93 4. Platz 61:43 41:27 40.028
Saison 93/94 4. Platz 49:45 39:29 40.381
Saison 94/95 1. Platz 67:33 49:19 40.914
Saison 95/96 1. Platz 76:38 68 41.886
Saison 96/97 3. Platz 63:41 63 51.516
grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft

Vor der Saison 1988/89 wurden als weitere „Korsettstangen“ für die Mannschaft das Frankfurter Talent Andreas Möller und der Münchener Michael Rummenigge verpflichtet. Im Trainingslager vor der Saison verließ Reinhard Saftig nach Streitigkeiten um den Mannschaftskapitän den Club. Ihm folgte Horst Köppel.

Unter Köppel erreichte der BVB mit dem DFB-Pokal 1989 seinen ersten Titel seit 23 Jahren. Im Finale besiegte Borussia Dortmund Werder Bremen mit 4:1, Torschützen waren nach der Bremer Führung Norbert Dickel mit zwei Treffern, Frank Mill und Michael Lusch. Während des Spiels war die Borussia von etwa 40.000 Fans[14] im mit 76.000 Zuschauern ausverkauften Berliner Olympiastadion angefeuert worden, etwa 200.000 Menschen empfingen die Mannschaft am nächsten Tag in Dortmund. Dieser Titelgewinn stellte bis 2008 die letzte Teilnahme der Borussia an einem Pokalfinale dar; in der Folgezeit schied man mit Ausnahme der Saison 1995/96 regelmäßig in den ersten drei Runden aus.

Trotz des Zweitrundenaus gegen Sampdoria Genua im Europapokal der Pokalsieger konnte sich die Borussia mit einem guten vierten Platz in der Saison 1989/90 in der oberen Hälfte der Bundesliga festsetzen, gleichzeitig wurde mit der Verpflichtung Michael Meiers als Manager eine weitere zukunftsweisende Personalentscheidung getroffen. Erster wichtiger Einkauf zur neuen Saison war Flemming Povlsen, der für die damalige Rekordsumme von 4,1 Millionen DM aus Eindhoven zum BVB kam. Dennoch belegte man zum Saisonende nur einen enttäuschenden 10. Platz, eine eklatante Heimschwäche mit nur vier Siegen im Westfalenstadion hatte eine bessere Platzierung verhindert. Köppel wurde daher durch den in Deutschland damals relativ unbekannten Ottmar Hitzfeld vom Grasshopper-Club Zürich ersetzt, was sich als echter Glücksgriff für die Borussia herausstellen sollte. Zudem wurde mit Stephane Chapuisat von Bayer Uerdingen ein Spieler verpflichtet, der sich in den 90er Jahren als durchschlagskräftigster Stürmer der Borussia erweisen sollte.

Schon in der ersten Saison unter Hitzfeld war man dem vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte sehr nahe, denn die Borussia spielte ihre erfolgreichste Runde seit Bestehen der Bundesliga. Der mögliche Meistertitel wurde erst am letzten Spieltag verloren, als der VfB Stuttgart in der Schlussphase sein Spiel bei Bayer 04 Leverkusen mit 2:1 gewinnen konnte. Bis dahin hätte dem BVB der 1:0-Erfolg beim MSV Duisburg zum Titelgewinn gereicht. Trotz der unglücklichen Vizemeisterschaft wurde im Laufe der folgenden Saison weiter in die Mannschaft investiert, mit Stefan Reuter und Matthias Sammer konnten deutsche Nationalspieler aus Italien ins Ruhrgebiet gelockt werden.

Von 1981 bis 1998 als Spieler aktiv, heute Manager beim BVB: Michael Zorc (2005)

Entsprechend erfolgreich gestaltete sich daher die folgende Spielzeit. Neben einem vierten Platz in der Bundesliga erreichte der BVB das Finale des UEFA-Pokals gegen Juventus Turin. Zuvor hatte man sich im Halbfinale gegen die AJ Auxerre im Elfmeterschießen durchgesetzt, das Dortmunder „Eigengewächs“ Stefan Klos wehrte den letzten Schuss der Franzosen ab. Im Endspiel zeigte sich Juventus Turin als zu stark: Nach einem 1:3 vor heimischer Kulisse verlor man auch das Rückspiel mit 0:3. Durch die lange UEFA-Cup-Saison schwang sich der BVB aufgrund der hohen Fernsehgelder für die Übertragungen zum finanzstärksten Verein der Liga auf. Folgerichtig wurde gemäß dem Motto „Wir investieren in Steine und Beine“ zur Saison 93/94 mit Karl-Heinz Riedle ein weiterer Nationalspieler verpflichtet. Dennoch verlief die Saison mit einem vierten Platz eher ernüchternd, hatte man doch – schon aufgrund der personellen Verstärkung – das Ziel Meisterschaft ausgegeben.

Borussia blieb dem Motto treu und investierte erneut stark in die Mannschaft, unter anderem kam der „verlorene Sohn“ Andreas Möller gemeinsam mit Júlio César von Juventus Turin an den Borsigplatz. Und nach einer spannenden Saison 1994/95 sicherte sich der BVB am letzten Spieltag den Titel vor Werder Bremen. Die erste nationale Meisterschaft des BVB nach 32 Jahren wurde von Zehntausenden auf dem Rasen des Westfalenstadions gefeiert, am Tag nach dem Titelgewinn wurden Spieler und Trainer am Dortmunder Rathaus von über 500.000 Fans bei der größten Meisterfeier der deutschen Fußballgeschichte[15] empfangen. Auch 1995/96 konnte Borussia Dortmund den Titel erringen, den man sich bereits am 33. Spieltag durch ein 2:2 beim TSV 1860 München sicherte.

Zur bisher erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte avancierte die Spielzeit 1996/97, als die Borussia aufgrund der Mehrfachbelastung durch die Champions League zwar nur einen dritten Platz in der Liga belegte, auf europäischer Bühne aber das Finale erreichte. Im ausverkauften Münchener Olympiastadion konnte der hohe Favorit Juventus Turin diesmal mit 3:1 besiegt werden; legendär ist der letzte Treffer der Partie durch den jungen Lars Ricken, der unmittelbar nach seiner Einwechslung mit einem Fernschuss aus 30 Metern für die Entscheidung sorgte. Im Dezember 1997 gewann man zudem den Weltpokal durch ein 2:0 gegen Cruzeiro Belo Horizonte in Tokio.

1997 bis 2004 – Die sechste deutsche Meisterschaft und das Ende der Ära Niebaum

Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
Saison 97/98 10. Platz 57:55 43 52.274
Saison 98/99 4. Platz 48:34 57 62.992
Saison 99/00 11. Platz 41:38 40 58.791
Saison 00/01 3. Platz 62:42 58 61.318
Saison 01/02 1. Platz 62:33 70 62.221
Saison 02/03 3. Platz 51:27 58 67.858
Saison 03/04 6. Platz 59:48 55 79.647
grün unterlegt: Gewinn der deutschen Meisterschaft

Nach den großen Erfolgen Mitte der 1990er kam mit dem Gewinn der Champions League der Umbruch. Ottmar Hitzfeld legte sein Traineramt nach der Saison 1996/97 nieder und begann seine Arbeit als Sportdirektor beim BVB. Seine Nachfolge trat der Italiener Nevio Scala an. Gleichzeitig verließen verdiente Spieler den Verein, die zumeist durch teure Profis ersetzt wurden, welche in Dortmund nicht an die Leistung bei anderen Clubs anknüpfen konnten. So spielte der 1998 verpflichtete Welt- und Europameister Thomas Häßler nur ein Jahr beim BVB, und auch die für zweistellige Millionenbeträge gekauften Fredi Bobic und Victor Ikpeba konnten in Dortmund nicht an vorherige Leistungen anknüpfen. Insgesamt wurden in dieser Zeit über 80 Millionen DM in neue Spieler investiert, die sportlichen Erfolge fielen jedoch vergleichsweise mager aus.

In der Spielzeit unter Scala erreichte die Borussia lediglich einen enttäuschenden 10. Platz in der Bundesliga, in der Champions League gelang dem BVB allerdings der Einzug ins Halbfinale. Dort schied man gegen den späteren Sieger Real Madrid aus. Legendär ist das Hinspiel wegen des „Torfalles von Madrid“, als ein Torpfosten abbrach und das Spiel erst mit neunzigminütiger Verzögerung angepfiffen werden konnte. Scala verließ aufgrund der Misserfolge den Club vorzeitig, zudem wechselte Sportdirektor Hitzfeld auf die Trainerbank des FC Bayern München. Als Ersatz übernahm der bis dahin als Nachwuchstrainer und Jugendkoordinator beim BVB tätige Michael Skibbe den Cheftrainerposten zur Saison 98/99. Skibbe führte die Mannschaft in seiner ersten Saison auf einen respektablen vierten Platz, welcher seinerzeit zur Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League berechtigte.

Die Spielzeit 1999/2000 begann für den BVB höchst erfolgreich, endete aber letztlich fast mit dem zweiten Abstieg aus der Bundesliga nach 1972. Gestartet war man mit sechs Siegen aus den ersten acht Spielen und einer souveränen Tabellenführung, von den folgenden 23 Partien wurde jedoch nur noch eine gewonnen. Nach einer Niederlage im ersten Spiel nach der Winterpause war Trainer Skibbe beurlaubt und durch den ehemaligen Borussen Bernd Krauss ersetzt worden. Dieser konnte in den elf Spielen unter seiner Regie keinen Sieg einfahren und wurde nach nur zwei Monaten wieder entlassen. Der Verein schwebte in höchster Abstiegsgefahr, als Trainer-Urgestein Udo Lattek für seine letzte Station im Profi-Fußball reaktiviert wurde. Ihm zur Seite stand Matthias Sammer als Co-Trainer. Dieser hatte nach einer Infektion im Kniegelenk 1998 seine Karriere als Spieler beenden müssen. Beide führten den BVB schließlich auf einen 11. Platz in der Abschlusstabelle.

Langjähriger Manager der Borussia: Michael Meier (2005)

Im selben Jahr wurde die Umwandlung großer Teile des Vereins in eine börsennotierte Gesellschaft beschlossen. Am 28. November 1999 stimmte die Mitgliederversammlung des BVB der Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA zu. Als bislang einziger Fußballbundesligist ging Borussia Dortmund dann am 31. Oktober 2000 an die Börse. Der Ausgabekurs der BVB-Aktie lag seinerzeit bei 11 Euro. Man platzierte 13,5 Millionen Aktien an der Börse, die netto einen Emissionserlös von 130 Millionen Euro einbrachten.[16]

Auf sportlicher Ebene sollte zur Saison 2000/01 der junge Trainer Matthias Sammer einen Aufschwung bewirken. Trotz wenig spektakulärer Neuverpflichtungen (erst in der Winterpause kam das tschechische Ausnahmetalent Tomáš Rosický zum BVB) wurde diese „neue“ Mannschaft unter Sammer Dritter der Bundesliga und qualifizierte sich für die Champions League. Nach der Saison investierte Borussia dann wieder intensiv in neue Spieler, für zweistellige Millionenbeträge kamen Jan Koller und Marcio Amoroso nach Dortmund, später wurde noch Ewerthon verpflichtet. Diese Investitionen führten dazu, dass der BVB 2002 seine sechste und bis heute letzte deutsche Meisterschaft erringen konnte, als die Mannschaft mit drei Siegen an den letzten drei Spieltagen die um bereits fünf Punkte enteilten Leverkusener noch einholen konnte. In derselben Saison erreichte die Borussia auch das UEFA-Pokal-Finale, in dem man Feyenoord Rotterdam knapp mit 2:3 unterlag. Zuvor war im Halbfinale der AC Mailand ausgeschaltet worden, das 4:0 im Hinspiel in Dortmund gilt als bestes Spiel unter der Ägide Matthias Sammers.

In der folgenden Sommerpause wurden weitere Spieler nach Dortmund gelockt, prominentester Einkauf war Torsten Frings, der für 9 Millionen Euro aus Bremen kam. Die Jahre nach 2002 gestalteten sich jedoch weit weniger erfolgreich als die Meistersaison. In der Champions League war 2003 bereits nach der Zwischenrunde Endstation, und in der Liga erreichte man nur einen enttäuschenden dritten Platz. In der folgenden Champions-League-Qualifikation schied man zudem gegen den FC Brügge im Elfmeterschießen aus und erreichte damit „nur“ den UEFA-Pokal. Dort war bereits in der zweiten Runde der FC Sochaux zu stark für die Schwarzgelben. In der Bundesliga verpasste der Verein sogar die Qualifikation für den UEFA-Pokal und wurde nur Sechster. Als Konsequenz trennte sich der Verein von Matthias Sammer und ging mit dem neuen Cheftrainer Bert van Marwijk in die neue Saison.

Seit 2004 – Finanzielle Konsolidierung und sportliches Mittelmaß

Saison Platz Tore Punkte Zuschauerschnitt
Saison 04/05 7. Platz 47:44 55 77.235
Saison 05/06 7. Platz 45:42 46 72.658
Saison 06/07 9. Platz 41:43 44 72.782
Saison 07/08 13. Platz 50:62 40 72.510

Durch die letzten Misserfolge litt der Verein unter erheblichen finanziellen Lasten. Allein im Geschäftsjahr 2003/04 erwirtschaftete die KGaA ein Minus von über 65 Millionen Euro, der Schuldenstand erhöhte sich auf mehr als 118 Millionen Euro.[17] Infolgedessen sah sich die KGaA gezwungen, wichtige Spieler abzugeben. Kritiker warfen der Vereinsführung unprofessionelles Handeln vor; der Verein habe sowohl Millionen aus dem Börsengang als auch die Einnahmen aus dem Verkauf des Westfalenstadions, das dem BVB nach dem Börsengang zu 75 Prozent gehört hatte und danach in mehreren Schritten an die Molsiris, eine Tochter der Commerzbank AG, verkauft wurde, „vernichtet“. Der Kurs der BVB-Aktie lag mittlerweile weit unter dem Ausgabekurs von 11 Euro. Sowohl für Klein- wie für institutionelle Anleger hat sich die Investition in das Wertpapier bisher nicht rentiert, Experten rechnen auf lange Sicht nicht mit einem baldigen Erreichen des Emissionspreises.[18]

Die Krise führte zum Abtritt der Verantwortlichen um den langjährigen Präsidenten Gerd Niebaum, der im November 2004 als Präsident und im Februar 2005 als Geschäftsführer der KGaA zurücktrat. Niebaum hatte zuvor gemeinsam mit Manager Michael Meier einräumen müssen, dass der Verein Schulden in Höhe von 98 Mio. Euro angehäuft habe und der Fortbestand von Borussia Dortmund ernsthaft gefährdet sei. Meier wurde nach Auslaufen seines Vertrages am 30. Juni 2005 nicht mehr weiter beschäftigt. Die Nachfolge traten Reinhard Rauball als Präsident (bereits zum dritten Mal) und Hans-Joachim Watzke als Geschäftsführer an. Vor allem Watzke machte sich in den folgenden Jahren durch die erfolgreiche Sanierung der Borussia einen Namen; mehrere Kapitalerhöhungen sowie der Rückkauf des Stadions (verbunden mit der Umbenennung in „Signal Iduna Park“) unter finanzieller Unterstützung der US-Investmentbank Morgan Stanley ließen die Nettoverbindlichkeiten der KGaA auf „nur“ noch 27 Mio. Euro sinken. Gleichzeitig stieg die Eigenkapitalquote der KGaA von 20,7 % auf 34,5 %. Dies stellte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA wieder auf solide Füße.

Zudem wurde die wirtschaftliche Konsolidierung mit einer deutlichen Senkung des Etats für die Bundesligamannschaft verbunden; die letzten Stars des Vereins wechselten ins Ausland und wurden vorwiegend durch junge Spieler aus der eigenen Jugend ersetzt. Entsprechend konnte sich der BVB in den folgenden Spielzeiten nicht mehr in der Spitze der Bundesliga behaupten. Am Ende der turbulenten Saison 2004/05 zog der BVB mit dem 7. Platz und 55 Punkten in den UI-Cup ein. Nachdem die Mannschaft zum Ende der Hinrunde nur auf Tabellenplatz 14 gelegen hatte, absolvierte sie mit 37 Punkten die erfolgreichste Rückrunde in der Bundesligageschichte des Vereins. Im Folgejahr 2005/06 beendete die Borussia die Spielzeit nach einer Runde ohne große Höhepunkte ebenfalls als Tabellensiebter, in der Saison 2006/07 wurde die Mannschaft gar nur Neunter. Bereits zur Winterpause hatte sich der BVB als Neunter nur im Mittelfeld der Liga befunden, die dürftigen Leistungen insbesondere in Heimspielen brachten die sportliche Leitung um Trainer Bert van Marwijk scharf in die Kritik. Der Niederländer, dessen neuformierte Offensive fast ausnahmslos enttäuschte, verkündete nach der Partie gegen Wolfsburg zunächst seinen Rücktritt zum Saisonende. Am 18. Dezember, zwei Niederlagen später, gab die Geschäftsführung um Hans-Joachim Watzke allerdings dessen sofortige Beurlaubung bekannt. Nachfolger wurde einen Tag später Jürgen Röber, der einen Vertrag bis zum Saisonende erhielt. Unter Röber, der nach nur acht Spielen als Trainer seinen Rücktritt erklärte, setzte das Team seinen Abwärtstrend fort und geriet in den Abstiegskampf. Dieser wurde unter Röbers Nachfolger Thomas Doll nach einer Serie von zwölf Punkten aus fünf Spielen erfolgreich beendet.

Insbesondere der Heimsieg im Revierderby gegen Schalke 04 am vorletzten Spieltag der turbulenten Spielzeit 2006/07 weckte im Dortmunder Umfeld eine neue Euphorie, die zum Bundesligarekord von 50.549 verkauften Dauerkarten in der Saison 2007/08 beitrug. Trotz einer überzeugenden Vorbereitung und zahlreichen Neuverpflichtungen landete Borussia Dortmund dennoch wieder nur im Mittelfeld der Tabelle und beendete die Saison auf einem enttäuschenden 13. Tabellenplatz – dem schlechtesten Ergebnis der letzten 20 Jahre. Trainer Doll trat nach der Saison in beiderseitigem Einverständnis zurück. Erfolgreicher verlief die Spielzeit allerdings im DFB-Pokal. Dort zog der BVB erstmals seit dem Pokalgewinn in der Saison 1988/89 wieder ins Finale ein. Im Endspiel unterlag man dem FC Bayern München mit 1:2 nach Verlängerung, konnte aufgrund der Meisterschaft der Bayern dennoch im UEFA-Pokal 2008/09 antreten.

In die Saison 2008/09 ging Borussia Dortmund mit dem früheren Mainzer Chefcoach Jürgen Klopp als neuem Trainer. Namhafte Neuverpflichtungen waren unter anderem der Mittelfeldspieler Tamás Hajnal aus Karlsruhe, Stürmer Mohamed Zidan vom Hamburger SV (Tauschgeschäft mit Mladen Petrić), der Abwehrspieler Patrick Owomoyela aus Bremen sowie der Rückkehrer Nuri Şahin aus Rotterdam. Für diese Spielzeit wurden etwa 49.500 Dauerkarten verkauft. Zur Winterpause belegt der BVB einen guten sechsten Tabellenplatz; bei nur zwei Niederlagen verhinderten insbesondere acht Unentschieden eine noch bessere Platzierung. Auch im DFB-Pokal begann die Saison mit der Qualifikation für das Achtelfinale recht erfolgreich. Im UEFA-Pokal schied die Borussia bereits in der ersten Runde aus; zwar konnte eine 0:2-Hinspielniederlage gegen Udinese Calcio auswärts wettgemacht werden, man scheiterte dann jedoch im Elfmeterschießen.

Jugendarbeit

Die größten Erfolge Borussia Dortmunds sind eng mit der systematischen Förderung junger Fußballer in den eigenen Jugendmannschaften verbunden. Sowohl in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren als auch Mitte der 1990er waren Dortmunder „Eigengewächse“ Schlüsselspieler der großen Mannschaften des BVB.

Die Geschichte wichtiger Dortmunder Jugendspieler beginnt mit August Lenz, der 1927 zum BVB stieß und zum ersten Nationalspieler der Borussia avancierte. Mit ihm erreichte die Borussia 1936 den Aufstieg in die Gauliga und konnte sich langfristig als eine der erfolgreichsten Mannschaft Westfalens (und später Deutschlands) etablieren. Da der BVB sich bis dahin weder sportlich noch infrastrukturell sonderlich von den vielen anderen Dortmunder Fußballvereinen unterschied, stellt Lenzens Eintritt in den Verein womöglich die entscheidende Weichenstellung zur Entwicklung zu einem deutschen Spitzenverein dar.[19]

Die Titelgewinne der Borussia in der Oberliga West in den 1950ern lassen sich zu einem wesentlichen Teil auf eine hervorragende Talentsuche in der Region zurückführen. Fast alle Mitglieder der Meistermannschaft von 1956 und ’57 waren Kinder des Ruhrgebiets, die entweder bereits als Jugendliche (beispielsweise Helmut Bracht oder Herbert Sandmann) für den BVB aktiv waren oder zu Beginn ihrer Zeit als Senioren (unter anderem Willi Burgsmüller, Max Michallek und Adi Preißler) zur Borussia stießen. Diese erfolgreiche Talentsuche setzte sich bis Anfang der 1960er fort, als Spieler wie „Hoppy“ Kurrat oder „Timo“ Konietzka in die erste Elf der Borussia eingebaut wurden. Dass ab Mitte der 1960er Jahre die Jugendarbeit im Verein vernachlässigt wurde und die finanziellen Mittel nicht mehr in hochkarätige Talente aus der Region investiert wurden, gilt als Hauptgrund für den langsamen Abstieg des BVB nach dem Gewinn des Europapokals 1966.[20]

Erst zu Beginn der 1980er Jahre brachte die Jugendabteilung der Borussia wieder namhafte Spieler hervor. Mit Michael Zorc und Ralf Loose gaben in der Saison 1981/82 zwei Juniorenweltmeister ihr Debüt in der Bundesliga, ersterer war später als Mannschaftskapitän das Herz der Meistermannschaft von 1995 und '96. Seit 1990 bringt der Verein regelmäßig große Talente in die Fußball-Bundesliga. Zunächst war es Stefan Klos, der zwischen 1991 und 1998 als Stammtorwart in allen wichtigen Spielen im Tor der Borussia stand, später war der „Babysturm“ um Lars Ricken (wie schon bei Klos und Zorc ist sein Stammverein der TuS Eving-Lindenhorst aus dem Dortmunder Stadtteil Eving) und Ibrahim Tanko entscheidend am Gewinn des Meistertitels 1994/95 beteiligt. Beleg für die hervorragende Jugendarbeit seit dieser Zeit sind die Erfolge bei deutschen Jugendmeisterschaften; so wurde die A-Jugend der Borussia zwischen 1994 und 1998 fünfmal deutscher Meister, die B-Jugend konnte den Titel 1993, 1996, 1998 und zuletzt 2005 erringen.

Ein weiterer statistischer Beleg ist die Rangliste der jüngsten Bundesligatorschützen aller Zeiten, in der (zum Teil ehemalige) Spieler des BVB die ersten vier Plätze belegen. Neben Ricken und Tanko waren es zuletzt Marc-André Kruska und speziell Nuri Sahin, die mit jeweils 17 Jahren ihren ersten Treffer in der ersten Liga erzielten. Sahin ist zudem der jüngste Bundesligaspieler aller Zeiten.

Aktuell spielt die A-Jugend der Borussia in der U19-Bundesliga, die B-Jugend ist in der U17-Bundesliga aktiv. Junge Talente kommen zudem regelmäßig in der zweiten Mannschaft des Vereins zum Einsatz, die aktuell in der Fußball-Regionalliga Nord spielt. A-Jugend und zweite Mannschaft sind ebenfalls in die Borussia Dortmund KGaA ausgegliedert.

Geschichte der anderen Abteilungen des Vereins

Neben der Fußballabteilung gab und gibt es in der Geschichte der Borussia auch verschiedene andere Sportabteilungen, die mit Ausnahme der Handballabteilung nicht annähernd so erfolgreich wie die Fußballer des Vereins waren.

Leichtathletikabteilung

Die Leichtathletikabteilung der Borussia bestand seit der Gründung des Vereins im Jahr 1909. Wie bereits oben angedeutet, wurde sie noch vor der Fußballabteilung in den Westdeutschen Spielverband aufgenommen und eröffnete dieser trotz bestehenden Aufnahmestopps die Teilnahme am Spielbetrieb. In dieser frühen Phase der Vereinsgeschichte waren die Mitglieder der Borussia zumeist in beiden Sportarten aktiv (und mäßig erfolgreich). Beispielsweise handeln die ersten Presseberichte über den Verein von der Teilnahme der Mitglieder an den Sedanspielen und der „Castroper Olympiade“[21].

Handballabteilung

Hauptartikel: Borussia Dortmund (Handball)

Als dritte Abteilung des Vereins wurde 1924 die Handballabteilung des BVB ins Leben gerufen. Sie hat bis heute neben der Fußballabteilung die größten Erfolge vorzuweisen; ihre erste Frauenmannschaft gewann 1997 zunächst den DHB-Pokal (im Finale in Riesa wurde der TV Lützellinden mit 24:22 besiegt) und stand danach im Endspiel um den EHF-Pokal, wo sie Olimpija Ljubiljana aus Slowenien unterlag. Zudem wurde sie 1999 hinter dem VfB Leipzig Deutscher Vizemeister, zwischen 1996 und 1998 sowie 2000 belegte das Team den dritten Platz in der Abschlusstabelle. Letzter größerer Erfolg der Borussinnen war der Challenge-Cup-Sieg 2003 gegen den HC Selmont Baia Mare aus Rumänien.

Die Erfolge der Handballerinnen sind eng mit dem Namen Gustl Wilke verbunden, der den BVB von 1990 bis 1999 als Trainer betreute. Unter seiner Ägide stieg das Team 1991 von der Regionalliga in die zweite Bundesliga auf, zwei Jahre später folgte der Aufstieg in die Handball-Bundesliga. Im März 2007 stieg der Verein nach 14 Jahren Zugehörigkeit zur ersten Liga ab, ein Jahr später erfolgte der direkte Wiederaufstieg.

Im Frühjahr 2009 wurde ein Rückzug der Handballabteilung aus dem Profisport erwogen, der jedoch durch Bildung einer Sponsorengruppe aus acht Unternehmen aus der Region abgewendet werden konnte.

Seine Heimspiele trägt Borussia Dortmund in der Sporthalle Wellinghofen aus. Zu den bekanntesten Spielerinnen der Borussia zählen die ehemaligen Nationalspielerinnen Michaela Erler und Franziska Heinz.

Boxabteilung

Neben der Handballabteilung wurde 1924 eine Boxabteilung gegründet. Diese existierte nur sieben Jahre lang und fusionierte 1931 mit den Sportlern von Germania 22 zum neuen Verein Punching 22 Dortmund.

Tischtennisabteilung

Die Tischtennisabteilung ist die jüngste eigenständige Sportabteilung der Borussia. Die Abteilung wurde im November 1947 gegründet, aktuell verfügt sie über sieben aktive Herrenmannschaften und ein Jugendteam.

Die erste Herrenmannschaft konnte sich bereits wenige Jahre nach der Gründung der Abteilung bis in die Oberliga West, bis 1966 die höchste deutsche Spielklasse, emporspielen. Zur Aufstiegsmannschaft von 1963 gehörten damals unter anderem Wilfried Micke und Karl-Heinz Büttig. Sie hielt sich dort bis 1978, als sie als Tabellenelfter erstmals absteigen musste. Inzwischen spielt das Team seit der Meisterschaft in der Regionalliga im Jahr 1995 in der zweiten Bundesliga und konnte in der Saison 2003/04 mit dem Gewinn der Meisterschaft in der 2. Bundesliga Nord den größten Erfolg in der Abteilungsgeschichte verbuchen. Gespielt wird in der „kleinen Brügmannhalle“ in der Brügmannstraße, sportlicher Leiter ist momentan der langjährige Zweitligaspieler Thomas Brosig. Bekannte Spieler sind der Chinese Qi Wencheng (seit 1993) und der holländische Nationalspieler Ron van Spanje.

Im Frühjahr 2009 wurde ein Rückzug der Tischtennisabteilung aus dem Profisport erwogen, der jedoch durch Bildung einer Sponsorengruppe aus acht Unternehmen aus der Region abgewendet werden konnte. Aus den genannten finanziellen Gründen wurde nach der erneuten Zweitligameisterschaft 2008/09 auf einen Aufstieg in die Bundesliga verzichtet.[22]

Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA

Borussia Dortmund GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien
Unternehmensform GmbH & Co. KGaA[23]
ISIN DE0005493092
Gründung 1. Juli 1999
Unternehmenssitz Dortmund, Deutschland
Unternehmensleitung

Hans-Joachim Watzke, Thomas Treß (Geschäftsführer)
Gerd Pieper (Aufsichtsratsvorsitzender)

Mitarbeiter 290[24]
Umsatz 83.255.581,53 €[25]
Bilanzsumme 181.034.586,87 €[26]
Branche Unterhaltungsindustrie
Produkte

Professioneller Fußballsport

Website

www.borussia-aktie.de

Am 28. November 1999 stimmte die Jahreshauptversammlung des Vereins dem Vorschlag der Vereinsführung zu, den steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb auszugliedern. Daraufhin wurde rückwirkend zum 1. Juli 1999 die Borussia Dortmund GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien gegründet. Komplementär ist die Borussia Dortmund Geschäftsführungs-GmbH, eine 100%-ige Tochter des Vereins. Mit der Struktur der GmbH & Co. KGaA wurde die Auflage des Ligaverbands sichergestellt, dass der Verein die Kontrolle über die Lizenzspielerabteilung besitzt. Auf der Jahreshauptversammlung des Vereins am 26. Februar 2000 wurde dann der Börsengang der KGaA beschlossen. Dieser erfolgte am 31. Oktober 2000 unter Führung der Deutschen Bank AG (gemeinsam mit der WGZ-Bank, Dresdner Kleinwort Benson, WestLB, Sparkasse Dortmund und Dortmunder Volksbank eG). Seit dem Börsengang sind mehrere Kapitalerhöhungen erfolgt, zuletzt im August 2006. Danach beträgt das Grundkapital 61.425.000 Euro.

Bedeutende Kommanditaktionäre sind die BlueBay Asset Management Ltd. (16,98%), Morgan Stanley International Ltd. (16,25%), BV Borussia 09 e. V. Dortmund (7,24%) und Bernd Geske (7,00%). Die übrigen Aktien (52,53%) befinden sich in Streubesitz.[27]

Hundertprozentige Tochterunternehmen der KGaA sind die BVB Merchandising GmbH, die goool.de Sportswear GmbH, die Sports & Bytes GmbH und die BVB Stadion GmbH. Weiterhin besitzt die KGaA Anteile an der B.E.S.T. Borussia.Euro Lloyd Sports.Travel GmbH (51%) und der Orthomed GmbH (33,4%).

Erfolge

Im Herrenfußball:

Damenhandball:

Herrentischtennis:

  • Meister in der Zweiten Bundesliga Nord (1): 2004

Ehrungen:

Als erste deutsche Mannschaft überhaupt wurden die Fußballer von Borussia Dortmund 1957 mit der Ehrung Mannschaft des Jahres ausgezeichnet. Im Jahr 1995 nach dem Titelgewinn in der Bundesliga wurde der Borussia diese Ehre erneut zuteil.

Spieler und Trainer der Fußballabteilung

Für mehr Informationen zu den handelnden Personen bei Borussia Dortmund: Borussia Dortmund/Zahlen und Fakten#Personen

Erste Mannschaft

Bundesligakader der Saison 2008/09

Tor Abwehr Mittelfeld Angriff
10 Roman Weidenfeller GermanyDeutschland
20 Marc Ziegler GermanyDeutschland
26 Marcel Höttecke GermanyDeutschland
30 Lee Young-pyo South KoreaSüdkorea
40 Neven Subotić SerbiaSerbien
15 Mats Hummels GermanyDeutschland
17 Dedê BrazilBrasilien
25 Patrick Owomoyela GermanyDeutschland
27 Felipe Santana BrazilBrasilien
29 Marcel Schmelzer GermanyDeutschland
32 Uwe Hünemeier GermanyDeutschland
50 Sebastian Kehl GermanyDeutschland
60 Florian Kringe GermanyDeutschland
70 Tinga BrazilBrasilien
16 Jakub Błaszczykowski PolandPolen
22 Kevin-Prince Boateng GermanyDeutschland
23 Nuri Şahin TurkeyTürkei
24 Daniel Gordon GermanyDeutschland
30 Tamás Hajnal HungaryUngarn
36 Yasin Öztekin TurkeyTürkei
90 Nelson Valdez ParaguayParaguay
10 Mohamed Zidan EgyptÄgypten
13 Alexander Frei SwitzerlandSchweiz
34 Bajram Sadrijaj SerbiaSerbien
39 Christopher Kullmann GermanyDeutschland

Trainer- und Betreuerstab der Saison 2008/09

Trainer der Borussia: Jürgen Klopp
Name, Vorname Funktion
Trainerstab
Jürgen Klopp Chef-Trainer
Željko Buvač Co-Trainer
Peter Krawietz Co-Trainer
Wolfgang de Beer Torwarttrainer
Oliver Bartlett Konditions- und Fitnesstrainer
Medizinische Abteilung
Markus Braun Mannschaftsarzt
Frank Zöllner Physiotherapeut
Peter Kuhnt Physiotherapeut

Zweite Mannschaft

Die Mannschaft von Borussia Dortmund II spielt in der Saison 2008/09 in der Regionalliga West. Der Sprung in die neugeschaffene 3. Liga konnte in der Saison 2007/08 nicht erreicht werden. Zu dieser Mannschaft stoßen immer wieder Spieler aus dem Kader der Bundesligamannschaft der Borussia, um Spielpraxis zu sammeln. Trainer ist der ehemalige Profi Theo Schneider.

Bedeutende ehemalige Spieler

Die Spieler sind – jeweils anhand des ersten Spiels für die Seniorenmannschaft von Borussia Dortmund – chronologisch sortiert

Der gebürtige Dortmunder war der erste deutsche Nationalspieler des BVB und spielte in seiner sportlich aktiven Zeit fast ausnahmslos für die Borussia. Lenz ziert heute mit seinem Gesicht das Wappen der Dortmunder Ultrà-Gruppe „The Unity“ und ist zudem Namensgeber einiger Dortmunder Einrichtungen.
„Jockel“ Bracht, der auch unter dem Spitznamen „Der Ölprinz“ bekannt war, war schon in seiner Jugend für die Borussia aktiv. Er gewann zusammen mit Burgsmüller alle drei Dortmunder Meisterschaften vor Einführung der Bundesliga. Seit 1974 gehört er zum Ältestenrat von Borussia Dortmund.
„Adi“ Preißler ist bis heute mit 168 Toren der Rekordtorschütze des BVB und gehörte neben Niepieklo und Kelbassa zu den „drei Alfredos“. Er erlangte als Trainer mit Rot-Weiß Oberhausen den Aufstieg in die Bundesliga. Von ihm stammt der Spruch „Grau is' alle Theorie − entscheidend is' auf'm Platz“.
Michallek war in den 1940ern und 1950ern zunächst der Spielmacher beim BVB und wurde später als Stopper eingesetzt, wodurch er seinen Spitznamen „Die Spinne“ erhielt. Zusammen mit „Adi“ Preißler stand er in drei Meisterschaftsendspielen auf dem Platz, von denen er zwei gewann.
Der in Dortmund geborene Stürmer gewann mit den Schwarzgelben insgesamt fünf Mal die westdeutsche Meisterschaft. Schanko war Anfang der 1950er-Jahre der erste Dortmunder Stammspieler in der Nationalmannschaft, musste jedoch 1957 aufgrund von Verletzungen seine Karriere beenden.
Mit Preißler und Kelbassa bildete Niepieklo in den 1950ern den Dortmunder Angriff und wurde mit ihnen landesweit als „die drei Alfredos“ bekannt. Zu dritt erzielten sie insgesamt sieben der acht Treffer in den beiden Endspielen 1956 und 1957. Heute gehört er dem Ältestenrat der Borussia an.
Der rechte Verteidiger ist neben „Jockel“ Bracht der einzige Spieler, der bei allen drei Finalsiegen der Borussia um die deutsche Meisterschaft auf dem Platz stand. Burgsmüller gehört heute wie seine Kameraden Heinrich Kwiatkowski und Wolfgang Paul dem Ältestenrat des BVB an.
„Heini“ Kwiatkowski gehörte bei allen drei Meisterschaften in den 1950er- und 1960er-Jahren zum Kader der Borussia und war zudem Mitglied der legendären deutschen Weltmeistermannschaft von 1954. Dort stand der Torhüter lediglich bei der 3:8-Niederlage der Deutschen gegen Ungarn in der Startelf.
Ebenso wie Preißler und Niepieklo komplettierte der im Jahre 1988 in Dortmund verstorbene Stürmer in den 1950er-Jahren „die drei Alfredos“ und wurde 1956 und 1957 Deutscher Meister mit dem BVB. Der auch als „Freddy“ bekannte Kelbassa erlangte zudem den vierten Platz mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1958.
„Aki“ Schmidt wurde mit der Borussia in den Jahren 1957 und 1963 Deutscher Meister und gewann den DFB-Pokal 1965 sowie den Europapokal der Pokalsieger 1966. Der 25-malige Nationalspieler war nach Karriereende Trainer bei den Kickers Offenbach und arbeitete zuletzt als Fanbeauftragter des Vereins.
Der als „Charlie“ betitelte Schütz war zwischen 1959 und 1963 dreimal Torschützenkönig der Oberliga West. Nach mehreren Profijahren in Italien und bei 1860 München landete er 1969 wieder bei Borussia Dortmund und erlebte den sportlichen Abstieg im Jahre 1972 mit. In seiner besten Zeit bildete er mit Konietzka ein äußerst torgefährliches Sturmduo.
Zusammen mit „Charlie“ Schütz bildete „Timo“ Konietzka ein bekanntes Sturmduo, die beide ebenso als „Max und Moritz“ bekannt waren. Für den BVB und den TSV 1860 München absolvierte Konietzka insgesamt über 100 Bundesliga-Spiele und verzeichnete dabei 72 Erstliga-Treffer.
Der gebürtige Westfale war in den 1960er-Jahren der Abwehrchef der Borussia und Kapitän der Gewinner-Mannschaft des Europapokals der Pokalsieger 1966. Im selben Jahr wurde Paul zudem Vize-Weltmeister bei der WM in England − ohne jemals ein Länderspiel bestritten zu haben.
Tilkowski kassierte als damaliger deutscher Nationaltorhüter das legendäre Wembley-Tor im WM-Finale von 1966. Der gebürtige Dortmunder gehörte über zehn Jahre zum Stamm der deutschen Nationalmannschaft und war zwischen 1963 und 1967 im Tor der Borussia sportlich aktiv.
„Emma“ Emmerich war einer der besten deutschen Stürmer der Nachkriegszeit und mehrfacher Torschützenkönig der Bundesliga. Einen besonderen Stellenwert hat sein 1:1-Ausgleichstor gegen Spanien bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1966, als er aus spitzem Winkel ins Tor traf.
„Siggi“ Held wechselte lediglich durch die Lizenzverweigerung bei Hertha BSC zur Borussia und trat trotz seiner Mittelstürmer-Position eher als Vorbereiter denn als Torjäger auf. Zusammen mit „Emma“ Emmerich stürmte er im WM-Finale von 1966 und konnte sich von 1968 bis 1971 als Mannschaftskapitän der Borussia etablieren. Heute ist Held als Fanbeauftragter für den BVB tätig.
Der als „Stan“ bekannte Libuda gilt vor allem als Schalker Unikum, erreichte jedoch ebenso wie Rudi Assauer seinen größten Erfolg als Spieler mit Borussia Dortmund. Berühmt wurde er durch sein Tor zum 2:1 im Finale Europapokals der Pokalsieger 1966. Libuda verdankte seinen Spitznamen „Stan“ der Ähnlichkeit seiner Spielweise mit der des großen Stanley Matthews.
„Mirko“ Votava bestritt für Borussia Dortmund und Werder Bremen insgesamt 546 Bundesliga-Spiele und steht damit auf dem vierten Platz der ewigen Bestenliste. Der gebürtige Tscheche mit deutscher Staatsangehörigkeit begann seine Karriere im Jahre 1974 beim BVB, seine größten Erfolge als Spieler erreichte er jedoch unter Otto Rehhagel beim SV Werder.
„Ente“ Lippens absolvierte zwar nur 70 Spiele für den BVB in drei Bundesliga-Spielzeiten, jedoch ist er mit fast 400 Spielen Rekordspieler bei Rot-Weiss Essen. Der Deutsche mit niederländischem Pass gilt unter Fußballern als das „Ruhrgebiets-Original“, dem aufgrund seiner lockeren Art viele Sympathien zuteil wurden.
„Manni“ Burgsmüller war als Vierter der ewigen Torschützen-Liste einer der besten Stürmer der Bundesliga-Geschichte, wurde ungeachtet dessen jedoch nur dreimal für die Nationalmannschaft nominiert. Bekannt wurde er später noch einmal als Trainer des SSV Hacheney, den er in der Fernsehserie „Helden der Kreisklasse“ betreute.
Der gebürtige Hesse ist nach Oliver Kahn der Torhüter mit den meisten Einsätzen in der Fußball-Bundesliga. Der damals 17-jährige begann seine Karriere im Tor des BVB und absolvierte insgesamt 534 Spiele für die Borussia und den VfB Stuttgart. Zudem stand er während der Europameisterschaft 1988 im Tor der deutschen Nationalmannschaft.
„Susi“ Zorc war in den 1980er- und 1990er-Jahren in mehreren Spielzeiten Kapitän des BVB und an allen Titelgewinnen dieser Zeit maßgeblich beteiligt. Für die Borussia absolvierte er 463 Bundesliga-Spiele und ist damit Rekordspieler des Vereins. Der siebenmalige Nationalspieler ist aktuell Sportmanager beim BVB.
Wegmann, der den Spitznamen „die Kobra“ erhielt, spielte zwischen 1984 und 1992 in der Bundesliga für Borussia Dortmund, Schalke 04 und den Bayern München. Als sein wichtigstes Tor für den BVB gilt der Treffer im Relegationsspiel gegen Fortuna Köln 1986, als er in der Nachspielzeit das 3:1 erzielte und dem BVB so ein Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt sicherte.
Der 187-malige Bundesliga-Spieler war in den späten 1980er- und frühern 1990er-Jahren Stürmer bei Borussia Dortmund und etablierte sich zum Publikumsliebling der Südtribüne. Mit dem BVB gewann der Mannschaftskapitän von 1987 bis 1989 den DFB-Pokal 1989 und wurde zudem ein Jahr später mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister in Italien.
Der aktuelle Stadionsprecher in Dortmund ist ehemaliger Stürmer des 1. FC Köln und der Borussia. Dickel war mit zwei Treffern maßgeblich am 4:1-Sieg im Endspiel des DFB-Pokals gegen Werder Bremen 1989 beteiligt. Bereits vor dem Finale hatte er sich eine schwere Verletzung am Knie zugezogen, aufgrund derer er kurze Zeit später seine Karriere beenden musste.
Insgesamt 13 Jahre war der Verteidiger in der Bundesliga für die Borussia und den FC Bayern aktiv. Seine größten sportlichen Erfolge als Vereinsfußballer feierte er dabei in München mit drei deutschen Meisterschaften und dem Gewinn des UEFA-Pokals 1996. Als deutscher Nationalspieler wurde er zudem 1996 Europameister.
„Andy“ Möller verzeichnete neben dem Weltmeistertitel 1990 und dem Europameistertitel 1996 als ehemaliger Nationalspieler ebenso mehrere deutsche Meisterschaften und Pokalsiege mit der Borussia und Schalke 04. Zudem gewann er sowohl mit Juventus Turin 1993 den UEFA-Cup als auch mit dem BVB die Champions League 1997.
Povlsen spielte zu Beginn der 1990er-Jahre für die Borussia und schoss 20 Tore in 116 Bundesliga-Spielen. Der Däne musste seine Karriere als Spieler in der Meistersaison 1995 aufgrund eines Knieschadens beenden. Der Europameister von 1992 spielte zuvor als Profi für den 1. FC Köln und den PSV Eindhoven.
Der Torhüter war bereits in der Jugend des BVB sportlich aktiv. In seine Zeit als Profi fallen die Meisterschaften 1995 und 1996 sowie der Gewinn der Champions League 1997. Im Dezember 1998 wechselte er aufgrund eines Streits mit dem Vereinsvorstand zu den Glasgow Rangers, bei denen er 2007 seine Karriere beendete.
Der Schweizer Chapuisat ist mit seinen insgesamt 106 erzielten Toren bisher der zweitbeste ausländische Torschütze in der Bundesliga. „Chappi“, wie er von vielen Anhängern des BVB genannt wurde, spielte acht Jahre in Dortmund und war in dieser Zeit wesentlich an den Meisterschaften und dem Champions-League-Gewinn der Borussia beteiligt.
Der gebürtige Bayer spielte insgesamt zwölf Jahre in Dortmund und ist langjähriger Kapitän der Borussia. Der Weltmeister von 1990 bestritt 502 Bundesliga-Spiele, zumeist als rechter Verteidiger. Bekannt wurde er in Dortmund speziell durch seine beiden Treffer zum 3:2-Sieg gegen den MSV Duisburg, wenige Tage vor dem Titelgewinn 1995.
„Motzki“ Sammer ist der einzige Dortmunder Fußballer, der jemals als Europas Fußballer des Jahres ausgezeichnet wurde. Der Libero wurde sowohl in den Jahren 1995 und 1996 als Spieler als auch 2002 als Trainer deutscher Meister mit dem BVB, gewann als deutscher Nationalspieler die Europameisterschaft 1996 und wurde Champions-League-Sieger 1997.
Riedle erzielte beim 3:1-Sieg im Finale der Champions League 1997 die beiden Treffer zum 1:0 und 2:0 für den BVB, so dass sein Name untrennbar mit dem größten Erfolg der Dortmunder Vereinsgeschichte verbunden ist. Heute ist der Weltmeister von 1990 Berater des Schweizer Erstligisten Grasshopper-Club Zürich.
Der Brasilianer war vier Spielzeiten in Dortmund sportlich aktiv und gilt als einer der besten Abwehrspieler der 1990er-Jahre. César war mit den beiden deutschen Meisterschaften und dem Gewinn der Champions League in dieser Zeit an allen großen Erfolgen des BVB beteiligt. Seine Karriere beendete er anschließend bei Werder Bremen.
Im Jahre 1995 wechselte Kohler von Juventus zum BVB, bei dem er bis zu seinem Karriereende blieb. Der Weltmeister von 1990 und vielfache deutsche Nationalspieler wurde durch seine kämpferische Spielweise schnell zum Publikumsliebling. Nach dem Gewinn der Champions League, zu dem er mit starken Leistungen nicht nur im Halbfinale gegen Manchester United maßgeblich beitrug, sowie dem Gewinn des Weltpokals wurde er 1997 zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt.
In seiner sportlich aktiven Zeit beim FC Schalke 04 gelang es Lehmann im Jahre 1997 als erstem Torhüter der Bundesliga, ein Tor aus dem Feld zu erzielen – im Westfalenstadion gegen den BVB. Zum Jahresbeginn 1999 ersetzte Lehmann Stefan Klos im Tor der Borussia und wurde mit Dortmund Deutscher Meister 2002.
Wörns kam im Jahre 1999 von Paris St. Germain zum BVB und stieg schnell zum Führungsspieler und Kapitän der Mannschaft auf. In der Meistersaison 2001/02 war der Innenverteidiger Teil der zweitbesten Defensive der Liga. In die neun aktiven Jahre bei Borussia Dortmund fallen auch die meisten seiner 66 A-Länderspiele.
„Metze“ absolvierte zwischen 2001 und 2007 insgesamt 126 Bundesligaspiele als Innenverteidiger für Dortmund und erlebte mit der Meisterschaft im Jahre 2002 seinen ersten großen sportlichen Erfolg. Heute ist der vielfache deutsche Nationalspieler für den spanischen Rekordmeister Real Madrid aktiv.
Rosický war zwischen 2001 und 2006 Spielmacher beim BVB und ist heute beim FC Arsenal in London sportlich aktiv. Insbesondere in seinen ersten Jahren in der Bundesliga konnte der Tscheche seine ausschlaggebenden Qualitäten als Vorbereiter unter Beweisen stellen und hatte so einen entscheidenden Anteil an der Meisterschaft 2002.
Amoroso spielte zwischen 2001 und 2004 in Dortmund und war als Torschützenkönig der Saison 2001/02 ein maßgeblicher Spieler für den Gewinn der deutschen Meisterschaft. Der teuerste Einkauf der Dortmunder Vereinsgeschichte stand trotz seiner guten Spielweise vor allem durch sein „divenhaftes“ Auftreten des Öfteren in die Kritik.
Der Tscheche stieß 2001 vom RSC Anderlecht zum BVB und wurde bereits in seiner ersten Spielzeit in Dortmund deutscher Meister. Gemeinsam mit seinem Landsmann Rosický und den Brasilianern Amoroso und Ewerthon war er ein wesentlicher Bestandteil für erfolgreiches Offensivspiel. Heute spielt Koller für Krylja Sowetow Samara in der ersten russischen Liga.

Stadien

Weiße Wiese

Nachdem die Borussia ihre Heimspiele zunächst auf einem abschüssigen Acker nordöstlich des Borsigplatzes (Ecke Wambeler und Kirchderner Straße) austrug, wurde als erster „richtiger“ Austragungsort Anfang der 1910er Jahre die Weiße Wiese auserkoren. Auch sie befand sich in unmittelbarer Nähe des Borsigplatzes und der Industrieanlagen der Hoesch-Hüttenwerke im Dortmunder Norden. Heute befindet sich hier das Freibad Stockheide im Hoeschpark. Ein Gedenkstein erinnert dort an das ehemalige Stadion.

Ursprünglich war die Weiße Wiese ein städtischer Ballspielplatz mit Laufbahn und Sprunggrube. Die Tore bestanden zunächst nur aus Kanthölzern und Querlatten und wurden nach den Spielen stets abgebaut. Da der Sportplatz den Verbandsvorschriften zum Aufstieg in die Bezirksklasse nicht genügte, musste der Verein im Sommer 1924 umfangreiche Baumaßnahmen tätigen. Neben der Errichtung einer 450 Meter langen Mauer und dem Bau der Umkleide- und Kassenhäuschen stand die Vollendung der Zuschauerwälle im Vordergrund. Insgesamt beliefen sich die Kosten des Umbaus auf 50.000 Reichsmark[28], nach Abschluss der Umbauarbeiten besaß das Stadion eine Kapazität von etwa 10.000 Plätzen. Der neue „Borussia-Sportplatz“ wurde dem Verein von Oberbürgermeister Eichhoff am 14. August 1924 übergeben.

Als 1937 in den Kriegsvorbereitungen der Nationalsozialisten eine Expansion der Hoesch AG forciert wurde, musste der Verein das Gelände der Weißen Wiese wieder verlassen und in die Kampfbahn Rote Erde im Dortmunder Süden umziehen. Der Sportplatz hatte einem Freibad im neu errichteten „Hoesch-Park“ weichen sollen, welches jedoch erst 1951 errichtet wurde.

Rote Erde

Stadion Rote Erde

Im Jahr 1937 zog Borussia Dortmund in die Kampfbahn Rote Erde um, die 1926 nach Plänen von Hans Strobel errichtet wurde. Dieser war verantwortlich für die komplette Neugestaltung des Volksparks im Süden Dortmunds, in dessen Konzept „die Kampfbahn das Herz und die Westfalenhalle der Kopf“ des Parks sein sollte. Das Stadion besaß ein Fassungsvermögen von mehr als 30.000 Plätzen und wurde zunächst von vielen verschiedenen Vereinen genutzt. Unter anderem fanden in der Kampfbahn zwischen 1926 und 1939 mehrfach Endrundenspiele um die deutschen Meisterschaft statt, an denen auch der Reviernachbar aus Schalke beteiligt war.

Für die Borussia war der erzwungene Umzug mit einigen Problemen verbunden. Ohne eigene Platzanlage fehlte dem Verein ein Trainingsgelände für seine Jugendmannschaften, zudem waren Abgaben in Höhe von acht Prozent der Heimspieleinnahmen an die Stadt fällig.[29] Der Wunsch der Vereins nach einem Trainingsgelände in der Nähe seiner Wurzeln wurde erst nach dem Krieg erfüllt, als der Verein 1959 einen Platz an der Brackeler Straße erwerben konnte.

Trotz der schwierigen Anfangsphase entwickelte sich die Beziehung zwischen dem Verein und der Roten Erde letztlich zu einer Erfolgsgeschichte. Zum ersten Spiel des BVB in der Roten Erde, als der Hamburger SV in der ersten Runde des Tschammer-Pokals 1936/37 mit 3:1 bezwungen wurde, kamen bereits 10.000 Zuschauer ins Stadion; Zuschauerrekord vor dem Krieg war die Zahl von 30.000 Anhängern, die im November 1939 einem 3:7 der Borussia gegen Schalke beiwohnten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die Rote Erde dann der Schauplatz der ersten großen Erfolge des Vereins. Zwischenzeitlich wurde sogar ein Ausbau des Stadions notwendig, als vor Beginn der Bundesliga wiederholt Spiele der Borussia ausverkauft waren. Unter anderem wurde die Gegengerade überdacht und um einige Sitzränge erweitert. Zudem wurde eine zusätzliche Tribüne aus Stahlrohr errichtet, die die Laufbahn des Stadions so beeinträchtigte, dass Leichtathletikwettbewerbe unmöglich wurden. Bis zur Eröffnung des Westfalenstadions zur Weltmeisterschaft 1974 fanden so 42.000 Zuschauer im Stadion Platz und konnten den großen Erfolgen des Vereins in Deutschland und Europa beiwohnen.

Das Stadion Rote Erde ist mittlerweile wieder zu einem echten Leichtathletikstadion zurückgebaut worden und dient unter anderem noch als Spielstätte der zweiten Mannschaft der Borussia. Es umfasst 28.000 Plätze.[30]

Westfalenstadion/Signal Iduna Park

Die Geschichte des Westfalenstadions begann bereits 1965, als sich der Dortmunder Sportausschuss erstmals mit der Neuerrichtung eines Fußballstadions in unmittelbarer Nähe der Roten Erde befasste. Ein solcher Neubau schien jedoch aus finanziellen Gründen nicht machbar, so dass diesbezügliche Pläne zunächst auf Eis gelegt worden. Erst als Deutschland sich für die Austragung der WM 1974 bewarb, wurde der Bau des Westfalenstadions akut. Im Oktober 1967 bewarb sich Dortmund als Spielort, den Zuschlag für die Ausrichtung des Turniers hatte der DFB bereits ein Jahr zuvor erhalten.

Luftansicht des Stadions

Am 19. Oktober 1970 erging dann der Beschluss des Rats der Stadt Dortmund zum Bau eines neuen Stadions, dessen erster Spatenstich ein Jahr später erfolgte. Das Gelände direkt hinter der Haupttribüne der Roten Erde war zuvor als Trainingsgelände des Vereins genutzt worden. Entgegen der ursprünglichen Planung, die ein vollüberdachtes Stadion mit Laufbahn und Platz für 60.000 Zuschauer vorgesehen hatte, allerdings Kosten in Höhe von 60 Millionen Mark verursacht hätte, wurde letztlich ein reines Fußballstadion in Plattenbauweise gebaut. Vorbild der Arena war ein Stadion in der kanadischen Olympiastadt Montreal. Die Baukosten dieses Alternativbaus beliefen sich schließlich nur auf knapp die Hälfte der ursprünglichen Summe, zudem musste die Stadt Dortmund als Bauherr dank finanzieller Unterstützung durch Bund und Land sowie der Glücksspirale nur geschätzte 6 Millionen Mark beisteuern.[31]

Letztlich besaß das Westfalenstadion zu Beginn der Weltmeisterschaft ein Fassungsvermögen von 54.000 Plätzen, die praktisch vollständig überdacht waren. Sämtliche der 16.500 Sitzplätze befanden sich auf den Tribünen an den Seiten des Spielfelds, Nord- und Südtribüne blieben Stehplätzen vorbehalten. Zur offiziellen Eröffnung am 2. April 1974 empfing die Borussia dann in einem Freundschaftsspiel den Revierrivalen aus Gelsenkirchen, fast 50.000 Zuschauer wohnten dem Spiel bei. Bei der Weltmeisterschaft 1974 war Dortmund wenig später dann Austragungsort von vier Spielen, unter anderem fand das „Halbfinale“ zwischen Brasilien und den Niederlanden im Westfalenstadion statt.

Schnell entwickelte sich das Stadion zu einem der bedeutendsten Stadien der Bundesrepublik. Aufgrund seiner „typisch englischen“ Bauweise ohne Laufbahn war die Atmosphäre im Westfalenstadion immer etwas hitziger als in den meisten anderen Stadien des Landes, die wesentlich weitläufiger waren. Als größtes Fußballstadion seiner Art war das Dortmunder Stadion letztlich ein früher Vorläufer der reinen Fußballarenen, die seit Ende der 90er im ganzen Land gebaut wurden.

Fans der Borussia auf der Südtribüne

Im Frühjahr 1992 wurde das Fassungsvermögen aufgrund von Vorschriften der UEFA durch die Umrüstung von Steh- in Sitzplätze auf der Nordtribüne auf 42.800 Zuschauer reduziert. Mit den sportlichen Erfolgen der Borussia in den 90ern wurde das Westfalenstadion schrittweise ausgebaut. Im Rahmen der ersten Ausbaustufe wurden West- und Osttribüne 1995 um einen Oberrang mit jeweils 6.000 Sitzplätzen aufgestockt. In einer zweiten Ausbaustufe konnte die Zuschauerkapazität 1998 auf 68.600 erhöht werden, als auch Nord- und Südtribüne aufgestockt wurden. Seitdem ist die Südtribüne mit einem Fassungsvermögen von 25.000 Plätzen Europas größte Stehplatztribüne, die Stehplätze auf der Nordtribüne wurden gleichzeitig reduziert. Die dritte Ausbaustufe, die die Schließung der bisher noch offenen Ecken vorsah, bescherte dem Westfalenstadion zur Saison 2003/04 eine Erhöhung des Fassungsvermögens um 14.499 Zuschauer auf 83.000 Plätze in Ligabetrieb. Dies machte das Dortmunder Stadion zur größten „Fußballoper“ Deutschlands. Als Folge des Ausbaus konnte der BVB in der ersten Spielzeit im neuen Stadion mit knapp 79.000 Besuchern den größten Zuschauerschnitt Europas vorweisen. Die Kosten für die drei Bauphasen beliefen sich auf insgesamt 110 Millionen Euro[32], die ausschließlich privat aufgebracht wurden.

Insbesondere der letzte Ausbau des Westfalenstadions brachte den Verein in eine schwere finanzielle Krise. Nach dem Börsengang hatte die Borussia ihre Anteile an der Arena auf 75 Prozent aufgestockt, musste in der Folgezeit jedoch zur Sicherung der Liquidität immer wieder einzelne Pakete verkaufen. Bereits zum Jahreswechsel 2002/03 hatte die KGaA ihren Besitz am Stadion komplett an die Molsiris, eine Tochter der Commerzbank AG, veräußert und so geschätzte 75 Millionen Euro eingenommen.[33] Gleichzeitig wurde das Stadion für eine Laufzeit von zunächst 15 Jahren „zurückgemietet“, was aufgrund der jährlichen Kosten von 15 Millionen Euro die finanzielle Handlungsfähigkeit des Vorstands in den Folgejahren erheblich einschränkte. Zusammen mit den eminent hohen Ausgaben für den Kader führte die Finanzierung der Schließung der Ecken schließlich zum Kollaps im Herbst 2004.

Im Rahmen des folgenden Sanierungsprogramms musste der BVB eine Vermarktung des Stadionnamens in Kauf nehmen. Das Versicherungsunternehmen Signal Iduna erwarb im Herbst 2005 die Namensrechte am Stadion, das seitdem als Signal Iduna Park firmiert. Die dadurch erzielten Einnahmen gelten zusammen mit dem Rückkauf des Stadions im Mai desselben Jahres als Meilenstein in der finanziellen Konsolidierung des Vereins.

Bei der WM 2006 wurden neben vier Vorrundenspielen ein Achtel- und ein Halbfinalspiel im Signal Iduna Park ausgetragen. Weil die FIFA nur offiziellen WM-Sponsoren die Werbung innerhalb der Stadien zubilligte, wurde das Stadion während der WM in „FIFA-WM Stadion Dortmund“ umbenannt. Im Zuge der Vorbereitung auf dieses Großereignis fanden einige Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen statt, bei denen unter anderem die Kapazität leicht verringert wurde.

Zur Saison 2008/09 wurden 156 Plätze auf der Nordtribüne des Stadions aus dem Kartenverkauf genommen. Hierbei handelte es sich um Plätze mit einer eingeschränkten Sicht auf das Spielfeld. Mit derzeit 80.552 Zuschauerplätzen ist es dennoch weiterhin das größte Stadion Deutschlands. Ferner wurde am 19. Dezember 2008, dem 99. Geburtstag der Borussia, in der Nordostecke des Stadions das Borusseum eröffnet, ein Museum rund um die Geschichte des BVB.

Trainingsgelände Brackel

Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Dortmund-Brackel wurde gemäß der Vorgaben des DFB das neue Trainingsgelände der Borussia errichtet. Aufgrund der finanziellen Probleme des Vereins konnte das bereits seit längerem geplante Projekt nicht in Eigenregie realisiert werden, so dass die Dortmunder Stadtwerke als Investor einen großen Teil der Baukosten übernahmen und die Borussia formal nur Mieter des Geländes ist. Die Übergabe an den Verein erfolgte am 10. Mai 2006.

Zum Trainingsgelände gehören vier Rasenplätze, zwei davon sind beheizt, einer ist mit einer Kunstrasendecke versehen. Alle Plätze besitzen eine Flutlichtanlage. Komplettiert wird das Gelände durch ein Funktionsgebäude mit Umkleidebereich, Entmüdungsbecken, Sauna und einem Presseraum. Seit Herbst 2006 wurden drei weitere große und zwei kleine Trainingsplätze ergänzt.

Mit dem Trainingsgelände Brackel verfügt die Fußballabteilung Borussia Dortmunds erstmals über eine Anlage, die von allen Mannschaften des Vereins, angefangen bei den U9-Junioren bis zur Profi-Abteilung, gemeinsam genutzt wird. Der Verein erhofft sich dadurch eine bessere Kommunikation zwischen den einzelnen Mannschaften.

Zuschauer und Fankultur

Die Fans des BVB

Fans von Borussia Dortmund
„Wir sind Deutscher Meister!“ (2002)

Borussia Dortmund ist nicht nur aufgrund seiner sportlichen Erfolge einer der bekanntesten Vereine Europas; die aktive Fanszene der Borussia gilt als eine der kreativsten und bedeutendsten in Deutschland.[34] Neben der Tatsache, dass der Verein seit vielen Jahren die meisten Zuschauer im deutschen Fußball anzieht und regelmäßig zu den Vereinen mit dem höchsten Zuschauerschnitt in Europa gehört, verfügen die Fans der Borussia mit der Informations- und Diskussionsplattform Schwatzgelb.de über eines der größten Fanzines in Deutschland.

Bereits zweimal (2003/04 und 2004/05) wurde im Westfalenstadion die höchste Durchschnittszuschauerzahl in Europa gemessen, im deutschen Fußball ist die Rekordmarke von ca. 1,35 Millionen Zuschauern aus der Saison 2003/04, der ersten nach dem letzten Stadionsausbau, unerreicht. Der BVB verkauft für jede Saison etwa 45.000 Dauerkarten – so viele wie kein anderer deutscher Verein. In der Saison 2007/08 stellte der Verein mit 50.549 verkauften Dauerkarten einen neuen Rekord in der Bundesliga auf.[35]

Borussia Dortmund hat über 650 offizielle Fanclubs in der ganzen Welt, mehr als 25.000 BVB-Fans sind darin organisiert. Schwerpunktmäßig kommen die Fans der Borussia allerdings aus Dortmund und dem westfälischen Umland. Neben Dortmund sind insbesondere Hagen, Hamm, der Ennepe-Ruhr-Kreis, der Kreis Unna, der östliche Teil des Kreises Recklinghausen, der Kreis Soest sowie das Sauer-[36], das Münster- und das Siegerland BVB-Fan-Hochburgen. Die fanatischsten unter ihnen verfolgen die Heimspiele ihrer Borussia auf der Südtribüne des Signal Iduna Parks, der mit etwa 25.000 Plätzen größten Stehplatztribüne Europas.

Neben zahlreichen für ihre Liebe zum Fußball und zum Verein bekannten Fangruppen gab und gibt es auch beim BVB Zusammenschlüsse rechtsradikaler Fans. Vor allem die gewaltbereite Borussenfront um „SS-Siggi“ Borchardt machte bundesweite Schlagzeilen, als im September 1983 ein Artikel im Stern unter dem Titel „Blut, Blut muss fließen…“ erschienen war. Vorausgegangen waren sowohl brutale Übergriffe auf Anhänger aus dem linksalternativen Milieu in der Dortmunder Nordstadt als auch rechtsradikale Schlachtrufe auf der Südtribüne. Begegnet wurde diesem Phänomen durch die Einrichtung eines Fanprojekts und verschiedener Arbeitsprojekte im Vereinsumfeld, die gemeinsam mit der aktive Fanszene um die Dortmunder Ultragruppierung The Unity auch heute noch dafür sorgen, dass die Borussenfront nur sehr dezent bei Spielen des BVB auftritt und keinen wesentlichen Einfluss auf die Fankultur in Dortmund besitzt. Diese konsequente Auseinandersetzung mit rechtsextremen Tendenzen im Vereinsfußball wurde 2007 mit dem Julius-Hirsch-Preis für das Dortmunder Fanprojekt ausgezeichnet.

Fan-Freundschaften

Bereits in den 1970ern entstand eine eher lose Fanfreundschaft zwischen den Fans der Borussia und denen von Rot-Weiss Essen. Vor allem geprägt durch die gemeinsame Abneigung gegen den Reviernachbarn FC Schalke 04 entwickelte sie sich durch gegenseitige Besuche bei den Lokalderbys gegen die Gelsenkirchener. Schon nach einigen Jahren endete der intensive Teil der Freundschaft, als es beim letzten Pflichtspiel der beiden Teams gegeneinander (in der ersten Runde des DFB-Pokals 1982/83) massive Ausschreitungen gab. Dennoch gab und gibt es bis heute viele Fans auf beiden Seiten, die öfter die Spiele des anderen Teams besuchen. Von einer echten Freundschaft zwischen den Fanszenen ist jedoch nicht zu sprechen.

Vereinswappen von Celtic Glasgow

Seit 1987 besteht eine Fanfreundschaft zwischen den Anhängern der Borussia und den Fans des mehrfachen schottischen Meisters Celtic Glasgow. Diese resultiert zum einen aus vier Aufeinandertreffen in internationalen Pokalspielen, zum anderen - und vor allem – aufgrund von Spielern, die in beiden Vereinen aktiv und beliebt waren, wie Murdo MacLeod und Paul Lambert. Diese Freundschaft ist zurzeit die einzige gelebte Fanfreundschaft der Borussenfans. So begann die Freundschaft mit dem Wechsel MacLeods von Celtic zur Borussia. Gemeinsam stimmte man Fangesänge wie „We hate Bayern Munich, we hate Schalke too, we hate Mönchengladbach, but Dortmund – we love you…“[37] an. Unterstützt wird diese Fanfreundschaft durch die Fanfreundschaft zwischen Anhängern der deutschen und der schottischen Fußballnationalmannschaft. Diese wurde zuletzt im Jahr 2004 deutlich, als beim Testländerspiel Deutschland-Schottland vor und im Westfalenstadion sowie vor und nach dem Spiel auf dem Friedensplatz Fußballfans gemeinsam ausgelassen ein Fußballfest feierten. Als BVB-Fan wird man ebenso herzlich in Glasgow begrüßt, sofern man nicht gerade auf Anhänger der Glasgow Rangers trifft, des langjährigen Old-Firm-Rivalen der Celts.

In der Vergangenheit gab es darüber hinaus Fanfreundschaften mit dem Hamburger SV. Diese wird aber im Moment nur noch von Teilen der Fans praktiziert. Der Ursprung der Fanfreundschaft zum HSV liegt in den 70er Jahren unmittelbar nach dem Wiederaufstieg der Borussia im Jahr 1976. Dort wurde gemeinsam Borussias 4:3-Sieg gegen den Meisterschaftsmitfavoriten HSV gefeiert und ebenso gemeinsam der 5:0-Sieg der Hamburger 1983 gegen die Borussia, bei dem der HSV den soeben gegen Juventus Turin gewonnenen Meisterschaftspokal präsentierte. In diesen Jahren war es üblich, die jeweiligen Gästefans bereits am Bahnhof zu begrüßen und gemeinsam durch die Wirtshäuser in Richtung Stadion zu ziehen, sowohl in Hamburg als auch in Dortmund. Das Ende der Freundschaft wurde von HSV-Fans initiiert, welche sich 1986 nicht ausreichend von BVB-Fans bei einem Auswärtsspiel in Gelsenkirchen unterstützt fühlten.

In den 90er Jahren gab es einige lose Fanfreundschaften, welche meistens in anderen Fangruppen ihren Ursprung hatten. Diese begründeten sich im allmählichen Aufstieg der Borussia zum größten Rivalen des bundesweit eher unbeliebten FC Bayern München. So konnte man zu dieser Zeit vielerorts gemeinsame Fanschals mit dem SC Freiburg, dem Karlsruher SC, dem 1. FC Saarbrücken und dem TSV 1860 München sehen.

Derzeit bestehen breit getragene Freundschaften der Borussenfans zu Anhängern anderer deutscher Clubs nicht mehr. Dieses hängt vor allem mit den Titelgewinnen des BVB nach 1995, jedoch auch mit dem daraus resultierenden Verhalten eines Teils der schwarz-gelben Fans zusammen, die zunehmend überheblich auftraten; Gesänge wie „Wenn wir wollen, kaufen wir euch auf“ waren an der Tagesordnung. So entstand in den vergangenen Jahren parallel zur Entwicklung einer Ultrà-Szene in Dortmund eine Geisteshaltung unter den Anhängern der Borussia, die in dem Fangesang „No one likes us, we don´t care“[38] kulminierte.

Fan-Rivalitäten

Die größte Rivalität besteht zwischen der Borussia und dem Reviernachbarn aus Gelsenkirchen, dem FC Schalke 04, und diese Abneigung beruht auf Gegenseitigkeit. Die Gründe dafür sind vielfältiger Natur und lassen sich vor allem anhand der jeweiligen Vereinsgeschichten erklären: Beide Vereine verbinden neben ihrer regionalen Herkunft, dem Ruhrgebiet, ihre proletarischen Wurzeln. Ihre Gründungen erfolgten in Arbeitervierteln Gelsenkirchens und Dortmunds. Zudem waren beide Vereine spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg die „Vorzeigeclubs“ ihrer Städte.

Der BVB war außerdem erster regionaler Rivale der Schalker, nachdem sich diese zu Zeiten der Weimarer Republik zunächst eher mit Vereinen aus der Rheinschiene um die Westdeutschen Meisterschaften gestritten hatten. Später hatte Schalke in Westdeutschland gar keine nennenswerte Konkurrenz, die Ära der Gauliga Westfalen beendeten die Gelsenkirchener in jeder Saison als Meister. Erst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs mit den Erfolgen der Borussia die Rivalität zwischen beiden Vereinen, die Revierderbys entstanden. Aus Dortmunder Sicht gilt der Endspielsieg um die Westfalenmeisterschaft 1947 als Wendepunkt, danach übernahm der BVB mit sechs deutschen Meisterschaften die fußballerische Vorherrschaft im Ruhrgebiet. Heute sind Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 die mit Abstand größten Vereine Westfalens, Anhänger beider Vereine finden sich in allen Landesteilen.

Besonders im Mittelpunkt stand die Rivalität mit dem FC Schalke 04 zuletzt in der Saison 2006/07, als der BVB Schalke am vorletzten Spieltag zuhause mit 2:0 bezwang und so dafür sorgte, dass der VfB Stuttgart noch an den Gelsenkirchenern vorbeizog. Am letzten Spieltag mieteten BVB-Fans ein Flugzeug, welches beim Heimspiel der Schalker mit dem Banner „Ein Leben lang, keine Schale in der Hand“ über deren Stadion kreiste.

Weiterer Rivale der Borussia ist der FC Bayern München. Wie bei vielen anderen Vereinen auch liegen ihre Ursprünge in der fußballerischen Vormachtstellung des FC Bayern in den vergangenen 40 Jahren. Zu Zeiten, wenn die Dortmunder um den Titel in der Bundesliga mitspielen, ist die Rivalität um ein Vielfaches stärker als in den Phasen relativer Erfolglosigkeit.

Vereinslieder

Das offizielle Vereinslied von Borussia Dortmund trägt den Titel „Wir halten fest und treu zusammen“ und wurde 1934 anlässlich der Feier des 25-jährigen Vereinsjubiläums komponiert. Der Text stammt von Heinrich Kersten, der mehrere Jahre lang Geschäftsführer des Vereins war. Das Lied besteht im Original aus vier Strophen, von denen üblicherweise nur die ersten beiden mit dem Refrain gesungen werden. Angehängt wird Aber eins, aber eins, das bleibt besteh’n: Borussia Dortmund wird nie untergeh’n!
Da im Refrain die Worte Ball Heil Hurra, Borussia auftauchen, hatte die frühere Clubführung um Gerd Niebaum diese Passage durch das nach eigenem Verständnis politisch korrekte Hipp Hipp Hurra, Borussia ersetzen lassen und zwei neue Strophen integriert. In der Mitgliederversammlung 2005 schließlich wurde die alte Version auf Antrag der Fanabteilung wieder zum offiziellen Vereinslied erklärt.[39] In den Jahren 2004 und 2005, als Borussia Dortmund seine schwere Finanzkrise durchmachte, wurde das Lied bei einigen Heimspielen in der neunten Spielminute kurz angespielt und dann im Stadion während des Spiels von den Fans bis zur letzten Zeile gesungen.

Populärer und deutlich bekannter als „Wir halten fest und treu zusammen“ ist das Lied „Heja BVB“ (von Karl-Heinz Bandosz gesungen) aus dem Jahr 1977. Es wird direkt vor dem Beginn eines jeden Heimspiels intoniert und von vielen für das Vereinslied gehalten. Daneben existieren eine Reihe anderer Fanlieder, darunter etwa „Borussia“, „Olé, jetzt kommt der BVB“ (wird als Torhymne im Stadion gespielt), „Leuchte auf, Borussia“, „Am Borsigplatz geboren“ oder „You'll Never Walk Alone“ und der Triumphmarsch aus Aida (wird zum Einlauf der Spieler zum Aufwärmen auf den Platz gespielt), die ebenfalls von verschiedenen Künstlern interpretiert worden sind und regelmäßig im Stadion gespielt werden.

Trikotsponsoren

Die Borussia lief in der Saison 1974/75 erstmals in ihrer Geschichte mit einer Trikotwerbung auf. Dies hatte den Hintergrund, dass die Stadt Dortmund den Bau des Westfalenstadions wesentlich finanziert hatte (Genaueres siehe hier). Aus Dankbarkeit der Stadt gegenüber zierte daher das Trikot erstmals auf dem Rücken der Schriftzug „Dortmund“ und auf der Brust ein Kreissymbol, in welchem Blumen, ein Fußball und der Florianturm zu sehen waren. Der Schriftzug „Dortmund“ ist bis heute auf allen BVB-Trikots zu finden.

Zur ersten Saison nach Wiederaufstieg präsentierte die Borussia dann den niederländischen Tabakkonzern „Samson“ als Trikotsponsor. Dieser brachte neben einem Löwen als Maskottchen eine Veränderung des Vereinswappens auf dem Trikot mit sich. Es war nun kreisrund mit einem Löwen in der Mitte. Außen wurde das Zeichen vom Schriftzug „Borussia Dortmund“ umrundet. Ab 1978 wurde das Wappen jedoch wieder durch das klassische schwarze „BVB 09“ auf gelbem Grund ersetzt.

Zumeist kamen die Trikotsponsoren der Borussia aus dem regionalen Umfeld, auch Signal Iduna als Namensgeber des Stadions ist eine Dortmunder Firma. Insbesondere der aktuelle Hauptsponsor Evonik Industries AG bedient sich in seinen Werbekampagnen dieses lokalen Bezuges zur Borussia. Der Vertrag mit dem Industriekonzern sichert dem BVB einen Betrag um 10 Millionen Euro pro Jahr zu, die Vertragslaufzeit beträgt zunächst zwei Jahre. Bis zur Bekanntgabe des neuen Namens der ehemaligen „R.A.G.“ im Herbst 2007 war übergangsweise nur ein Ausrufezeichen des Künstlers Otmar Alt auf der Brust der Westfalen zu sehen.

Literatur

  • Matthias Kropp, Deutschlands große Fußballmannschaften, Teil 3: Borussia Dortmund. Agon Sportverlag, Kassel 1993 ISBN 3-928562-34-7
  • Wilfried Wittke, So ein Tag…. BVB Dortmund - Die Original Spielberichte. Edition Steffan Verlag Köln, Mohn Media Mohndruck GmbH, 2001 ISBN 3-923838-30-1
  • Gerd Kolbe: Der BVB in der NS-Zeit. Die Werkstatt, Göttingen 2002, ISBN 3-89533-363-8
  • Frank und Sascha Fligge: Die Akte Schwarzgelb. Lensing-Wolff, Dortmund 2005
  • Dietrich Schulze-Marmeling, Der Ruhm, der Traum und das Geld: Die Geschichte von Borussia Dortmund. Die Werkstatt, Göttingen 2005, ISBN 3-89533-480-4

Verweise

  1. Laut Vereinssatzung nimmt „der Mannschaftssport Fußball als Hauptsportart die hervorragende Stellung innerhalb des Vereins ein“.
  2. laut Schatzmeister Lunow auf der Mitgliederversammlung im November 2008: aktuell 32.666
  3. Da KGaA und Verein eng miteinander verzahnt sind und beiden gemeinsam die Pflege der Tradition von Borussia Dortmund obliegt, wird im Folgenden nicht zwischen beiden unterschieden.
  4. Schulze-Marmeling, S. 24
  5. Schulze-Marmeling, S. 62 f.
  6. Schulze-Marmeling, S. 25
  7. Formal existiert keine Fußballabteilung der Borussia, nur die anderen Sportarten sind in eigenen Abteilungen organisiert. Zur besseren Abgrenzung wird im Folgenden dennoch der Terminus „Fußballabteilung“ benutzt.
  8. Vereinsarchivar Kolbe laut Schulze-Marmeling, S. 28
  9. Schulze-Marmeling, S. 32
  10. Schulze-Marmeling, S. 44
  11. vgl. Kolbe, S. 96
  12. vgl. Erik Eggers: „Fußballfreunde gegen die Nazis. Borussia Dortmund stellt sich seiner Geschichte im NS-Staat“; in: Süddeutsche Zeitung, 20. März 2002
  13. Schulze-Marmeling, S. 182 f.
  14. Schulze-Marmeling, S. 206
  15. Schulze-Marmeling, S. 248
  16. Schulze-Marmeling, S. 321 f.
  17. Schulze-Marmeling, S. 365 f.
  18. faz.net: Fünf Jahre BVB-Aktie: Geschichte eines Mißerfolgs
  19. vgl. Schulze-Marmeling, S. 46
  20. vgl. Schulze-Marmeling, S. 150
  21. Schulze-Marmeling, S. 28
  22. derwesten.de: Borussen setzen meisterlichen Schlusspunkt
  23. Handelsregistereintrag
  24. Zwischenbericht Juli 2006–Dezember 2006, S. 22
  25. Gewinn- und Verlustrechnung 2005/2006
  26. Bilanz 2005/2006
  27. Aktionärsstruktur der Borussia Dortmund GmbH & Co KGaA
  28. Kolbe, S. 135
  29. Kolbe, S. 140
  30. Schulze-Marmeling, S. 60
  31. westline.de: 30 Jahre Westfalenstadion
  32. Schulze-Marmeling, S. 196
  33. Schulze-Marmeling, S. 366
  34. „Fanomenologie“ in Die ZEIT, Nr. 51/2006
  35. Fußball - Bundesliga - kicker online
  36. Insbesondere von diesem Einzugsgebiet rührt die Bezeichnung „Beilüdenscheid“ für Dortmund her, mit der bspw. Schalker Fans (siehe hier) den BVB gerne veräppeln.
  37. zu Deutsch etwa: „Wir hassen Bayern München, auch Schalke, wir hassen Mönchengladbach, aber Dortmund: Dich lieben wir.“
  38. zu Deutsch etwa: „Keiner mag uns, aber das ist uns egal.“
  39. wdr.de: Dortmund: Streit um Borussia-Hymne

Weblinks


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