7,5 cm PaK 40
7,5-cm-PaK 40 L/46
7,5-cm-PaK 40 in Stellung auf einem Hügel
7,5-cm-PaK 40, im Vordergrund eine Granate
7,5-cm-PaK 40
Finnland PaK 40
Pak 40/4 auf Raupenschlepper Ost
Raupenschlepper Ost (RSO) mit angehängter Pak (Soldaten auf Pak sitzend) und PKW beim Durchqueren eines Gewässers, 1944 in Russland
Deutsche Truppen mit 7,5-cm-Pak beim Rückzug aus Breslau 1945
Deutsche Fallschirmjäger mit 7,5-cm-Pak in Italien, Februar 1945

Die 7,5-cm-Panzerabwehrkanone 40 (PaK 40) war während des Zweiten Weltkrieges ab 1942 eines der am häufigsten verwendeten Panzerabwehrgeschütze der deutschen Wehrmacht.

Aufgrund des Auftauchens von schweren sowjetischen Panzern wie des T-34 und des KV-1 war die ab 1940 nach dem Frankreichfeldzug eingeführte 5-cm-PaK 38 der Wehrmacht nicht mehr wirksam genug. Die Panzerung des T-34 konnte mit diesem Geschütz nur auf äußerst geringe Entfernung durchschlagen werden. Die bei manchen Einheiten noch eingesetzte 3,7-cm-PaK 36 erwies sich mit normaler Munition sogar als weitgehend unwirksam.

Daher wurde die Entwicklung einer PaK mit Kaliber 7,5 Zentimeter ab Beginn des Russlandfeldzug vorangetrieben, nachdem sich herausgestellt hatte, wie wirksam dieses Kaliber bei erbeuteten russischen Feldgeschützen (76,2 mm), die in der Panzerabwehr eingesetzt wurden, war.

Mit Beginn des Jahres 1942 stand dann die PaK 40 L/46 zur Verfügung. Sie wurde zur Standardwaffe der deutschen Panzerjäger. Zu Beginn war die Produktion noch so gering, dass sie dem Bedarf der Truppe nicht nachkam. Der Nachteil gegenüber ihren kleineren Vorgängern war allerdings, dass sie nicht mehr im Mannschaftszug geschleppt werden konnte. Die 7,5-cm-PaK 40 benötigte daher eine leichte 3-Tonnen-Artilleriezugmaschine von Hansa-Lloyd-Goliath (später Borgward), um in Stellung zu gehen.

Die 7,5-cm-PaK wurde schließlich auch als Bewaffnung vieler Selbstfahrlafetten für die Panzerjagd eingesetzt. Dazu zählten zum Beispiel Marder II und Marder III.

In abgewandelter Form (geänderte Rohrlänge, andere Munition) wurden Geschütze dieses Typs auch in den späteren Versionen des Panzerkampfwagen IV als 7,5-cm-KwK 40 L/43 und ab 1943 mit leicht verlängertem Rohr als KwK 40 L/48 eingesetzt. Speziell für den Einbau in Sturmgeschütze angepasst hieß sie 7,5-cm-StuK 40 L/43 bzw L/48 und fand im StuG III sowie im StuG IV Verwendung. Eine Version der 7,5-cm-PaK mit der Bezeichnung 7,5-cm-PaK 39 L/48 wurde auch im Jagdpanzer 38(t) verwendet, allerdings ohne Mündungsbremse, aber mit einer verbesserten Rohrrücklaufbremse.

Ein taktischer Nachteil der 7,5-cm-PaK 40 betraf die Versionen, die eine Mündungsbremse besaßen. Durch den aufgewirbelten Staub, welcher durch den seitlichen Austritt des Mündungsgases hervorgerufen wurde, konnte die Stellung einer PaK verraten werden. Außerdem war das Gefechtsgewicht von 1.425 kg zu hoch, um einen schnellen Stellungswechsel zu vollziehen. Deshalb sind manche PaK 40 an der Ostfront zurückgelassen worden, weil sie durch nichts herauszubekommen waren.

Mit zunehmender Dauer des Krieges wurde es aber deutlicher, dass auch die 7,5-cm-PaK und ihre Abarten nicht mehr alle feindlichen Panzer bekämpfen konnte. An der Ostfront wurde die Effektivität der Waffe durch die zunehmend auftretenden schweren Panzer der IS-Serie geschmälert. An der Westfront des Jahres 1944/45 und in Afrika 1942/43 war sie aber wirksam genug gegen die britischen und amerikanischen Panzer. Sie wurde nach dem Krieg noch einige Jahre von mehreren europäischen Armeen benutzt.

7,5-cm-PaK 40 L/46

  • Gewicht in Feuerstellung: 1425 kg
  • Gewicht in Fahrstellung: 1500 kg
  • Gesamtlänge: 6,185 m
  • Rohrlänge: 3,45 m (L/46)
  • Breite: 2,08 m
  • Höhe: 1,245 m
  • Schutzschild: 5 mm
  • Zielmittel: ZE 38 3 x 8°
  • Richtbereich des Rohres
    • in der Höhe: -5° bis +22°
    • nach der Seite: 65°
  • Schussweite (max.): 7680 m (SprGr.)
  • Feuergeschwindigkeit: 12–15 Schuss/min
  • Lebensdauer eines Rohres: 6000 Schuss
  • Munition:
    • Panzergranate 39
      • Gewicht: 6,8 kg V°: 792 m/Sek
      • Durchschlag: 104 mm auf 500 m (Auftreffwinkel 30°)
      • Durchschlag: 89 mm auf 1000 m (30°)
    • Panzergranate 40 (Hartkern aus Wolfram)
      • Gewicht: 4,1 kg
      • V°: 933 m/Sek
      • Durchschlag: 115 mm auf 500 m (Auftreffwinkel 30°)
      • Durchschlag: 96 mm auf 1000 m (30°)
    • Sprenggranate 34
      • Gewicht: 5,74 kg
      • V°: 550 m/Sek
    • Granatpatrone 38 HL/B und HL/C (Hohlladung)
      • V°: 450 m/Sek
      • Durchschlag: 75 mm (B) und 100 mm (C) auf jede Entfernung
  • Preis: 12.000 RM bei 2200 Arbeitsstunden
  • Stückzahl: etwa 23.303 (davon allein im Jahre 1944 11.728 Stück)

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