Ba Gua

Baguazhang (chin. 八卦掌, W.-G. Pa Kua Chang) ist ein chinesischer Kampfkunst- oder Wushu-Stil und zählt zu den sogenannten inneren Kampfkünsten.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung

„Ba“ bedeutet die Zahl Acht, „Gua“ ist ein Orakelzeichen, in diesem Fall ein Trigramm aus dem I Ging, das aus drei entweder durchgezogenen oder durchbrochenen Linien besteht. Sämtliche Kombinationen ergeben acht mögliche Trigramme, das Ba Gua, das auch im Feng Shui eine große Bedeutung hat. „Zhang“ bedeutet Handfläche. Es steht hier anstatt des „Quan“, was „Faust“ bedeutet und bei den meisten chinesischen Kampfkünsten im Namen vorkommt.

Stil

Die beiden auffälligsten und charakteristischen Eigenschaften des Baguazhang sind das Laufen im Kreis und die spiralförmigen Körperbewegungen. Des Weiteren stehen im Baguazhang Techniken mit der offenen Hand gegenüber Fauststößen und anderen Fausttechniken im Vordergrund. Die grundlegenden Baguabewegungen umfassen acht kleine Formen, die jeweils spiegelverkehrt in die beiden Richtungen des Kreises ausgeführt werden. Aus diesen acht Basistechnicken lassen sich dann Hunderte von höchst effektiven Anwendungen ableiten.

Die Bedeutung der Acht

Die Zahl acht spielt im Bagua eine sehr wichtige Rolle. Zum einen wird beim Bagua im Kreis gelaufen. Ein vollständiger Kreis soll in acht Schritten durchlaufen werden. Des weiteren beziehen sich die acht Schritte auf die acht Himmelsrichtungen Norden, Osten, Süden, Westen, Nordosten, Südosten, Südwesten und Nordwesten. Die Acht bezieht sich auch auf die acht generellen Richtungen des Lebens: Erfolg, Familie, Ruhm, Arbeit, Gesundheit, Zukunft, Wissen und Beziehungen.

Geschichte

Die Ursprünge des Baguazhang sind nicht genau zu klären. Als eine der inneren Kampfkünste soll es auf die Traditionen der daoistischen Klöstern der Wudang-Berge zurückgehen. Es soll sich aus einer im Kreis gehenden Meditation um Weihrauchbrenner entwickelt haben. Auch heutzutage wird im Wudang Baguazhang praktiziert.

Gesichert ist das Auftreten von Baguazhang und die Verwendung des Namens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von Dong Hai Chuan in Peking. Aufgrund von vielen sehr zersplitterten Traditionslinien existiert eine Vielzahl von Stilen im Baguazhang, die sich zum Teil jedoch nur geringfügig unterscheiden. Die bekanntesten dieser Bagua-Stile sind das Cheng-Stil-Bagua nach Cheng Ting Hua und das Yin-Stil-Bagua nach Yin Fu, beides direkte Schüler von Dong Hai Chuan. Das Cheng-Stil-Bagua ist das bei weitem bekanntere Bagua, und die meisten anderen Bagua-Stile ähneln ihm recht stark. Es zeichnet sich durch besonders weiche, flüssige Spiralbewegungen aus und ist daher optisch sehr ansprechend. Das Yin-Stil-Bagua zeichnet sich in stärkerem Maße durch kraftvolle, explosive Bewegungen aus und orientiert sich mehr an der kämpferischen Anwendung der Bewegung als am ästhetischen Eindruck oder am angenehmen Gefühl bei der Ausführung der Bewegungen.

Das Baguazhang von Wudang

Wudang ist ein Gebirge im Süden Chinas, in der Provinz Hubei. Das Gebirge und seine daoistischen Klöster sind vor allem berühmt für innere Kampfkünste, daher unter anderem auch Baguazhang. Kinder in China werden generell erst sehr spät im Baguazhang unterrichtet. Erst nachdem sie Taijiquan und Xingyiquan beherrschen, werden sie in Baguazhang unterrichtet. Das Baguazhang in Wudang gilt als besonders weich und intensiv. Es hat in der traditionellen Kampfkunstausbildung die bedeutendste Rolle gespielt.


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