Baader-Meinhof-Komplex

Der Baader-Meinhof-Komplex ist ein Buch des Journalisten und ehemaligen Spiegel-Chefredakteurs Stefan Aust. Er geht auf die frühe Geschichte der Rote Armee Fraktion unter der Führung von Andreas Baader und Ulrike Meinhof ein. Es gilt als die erste umfassende Dokumentation, ist aber von einem journalistischen Stil geprägt und blieb deshalb nicht ohne Kritik[1]. Sie ist bis heute eine der wichtigsten und bekanntesten Beschreibungen und wird oftmals als das Standardnachschlagewerk zur RAF bezeichnet.

Der Zeitraum umfasst die Anfänge der RAF in den Jahren 1967/1968 zur Zeit der Außerparlamentarischen Opposition und ihre Hinwendung zum Terrorismus, den Stammheimer Prozess von Mai 1975 bis April 1977, sowie den Deutschen Herbst mit der Entführung Hanns Martin Schleyers, der Landshut-Entführung und dem kollektiven Suizid der inhaftierten Terroristen.

Das Buch entstand im Jahre 1985. In den weiteren Auflagen erfolgten Ergänzungen aufgrund der seit 1990 zugänglichen Akten des Ministeriums für Staatssicherheit.

Inhaltsverzeichnis

Namensgebung

Noch vor der eigentlichen Gründung der RAF wurde beim Bundeskriminalamt eine Sonderkommission Terrorismus unter Leitung von Alfred Klaus gegründet. Der Buchtitel Der Baader-Meinhof-Komplex wurde geprägt von den damals mit den Ermittlungen betrauten Organen, welche die Ermittlungen amtsintern so tauften. [2]

Im Buchtitel selbst steckt jedoch ein Irrtum, da er die Führung der ersten Generation der RAF durch Baader und Meinhof impliziert. Tatsächlich übten die Führung der ersten Generation der RAF ganz klar Andreas Baader und Gudrun Ensslin aus. Meinhof spielte - zumindest was die Leitung der RAF angeht - eine klar untergeordnete Rolle. Hierzu schrieb Stefan Aust, Zitat: „So mutig sie [Ulrike Meinhof] in ihrer politisch publizistischen Arbeit nach außen hin immer erschienen war, so sehr neigte sie im privaten … zum Nachgeben …. Ihr Einfluß innerhalb der Gruppe war gering, sehr viel geringer jedenfalls als das Schlagwort Baader-Meinhof-Gruppe nach außen hin signalisierte.“ [3]

Verfilmung

Das Buch wurde 2007/08 von Regisseur Uli Edel und Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger unter dem Titel Der Baader Meinhof Komplex verfilmt.

Literatur

  • Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex. Hoffmann und Campe, Hamburg 1985, 667 Seiten, ISBN 3-455-08253-X (erweitert und aktualisiert: 1997, ISBN 3-455-11230-7; Taschenbuchausgabe 1998, ISBN 3-442-12953-2; völlig überarbeitete und ergänzte Neuausgabe 2008, ISBN 978-3-455-50029-5; Taschenbuchausgabe 2008, ISBN 978-3-442-46901-7)

Einzelnachweise

  1. Vgl. zur Kritik Christopher Tenfelde, Die Rote Armee Fraktion und die Strafjustiz. Anti-Terror-Gesetze und ihre Umsetzung im Stammheim-Prozess, S. 21; sowie Oliver Gehrs, Der Spiegel-Komplex, S. 154
  2. Der Baader-Meinhof-Komplex - Kapitel 2.18 S. 169-170
  3. Der Baader-Meinhof-Komplex – Kapitel 2.8 S. 139

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