Baar (Landschaft)
Blick vom Wartenberg auf die Baaralb und die Donau

Die Baar ist in ihrem Kerngebiet eine auf etwa 670 bis 750 Meter über Meeresniveau gelegene Hochebene in Südwestdeutschland. Zu den sie umgebenden Landschaften, die südöstlichen Ausläufer des Schwarzwaldes im Westen, der Großer Heuberg genannte südwestliche Teil der Schwäbischen Alb im Osten und der Randen im Süden, hat sie fließende Übergänge. Im Osten und Süden wird die Baar begrenzt von Bergen mit einer relativ einheitlichen Höhe um 900 Meter (Blatthalde, Fürstenberg u.a.). Die höchste Erhebung am Rand der Baar ist der Lupfen (977 m).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Auf der Baar liegt die Quelle des Neckar (Schwenninger Moos) und - umstritten - auch der Donau (Schlosspark Donaueschingen). Bei Furtwangen im Schwarzwald und St. Georgen im Schwarzwald entspringen die Quellflüsse der Donau, Brigach und Breg, die sich im Osten von Donaueschingen vereinigen, etwa einen Kilometer oberhalb dieser Stelle fließt der kleinere Donaubach in die Brigach.

Bei Donaueschingen befindet sich ein flaches Kaltluftbecken, das zu den kältesten Flecken in Deutschland gehört. Hier kommt es im langjährigen Durchschnitt bereits am 20. September zum ersten Nachtfrost – und damit noch früher als im nahe gelegenen Schwarzwald.

Teillandschaften der Baar

Hermann Dischler (1867–1935): Die Baar

Teillandschaften der Baar sind im Westen der Baarschwarzwald, zentral die Baarhochmulde mit der Riedbaar, im Süden das Wutachland, und im Osten die Baaralb, eine durch tiefe Täler zergliederte Landschaft mit Zeugenbergen des Jura wie dem Hohenkarpfen und dem Lupfen (977 m ü. NN, König der Baar) als höchste Erhebung.

Die Baar als Landschaft bildet den Kernbereich der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg und umfasst den Schwarzwald-Baar-Kreis mit Ausnahme dessen nordwestlicher Gebiete, den westlichen Teil des Landkreises Tuttlingen und den südlichsten Teil des Landkreises Rottweil und ragt im Westen bis in den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald hinein.

Städte und Ortschaften der Baar

Geschichte

Ursprünglich gab es im karolingischen Alamannien drei Baaren, die Ost-, die West- und die Albuinsbaar. Es handelte sich hierbei um große Verwaltungseinheiten, die aus mehreren Bezirken bestanden. Der Bereich der heute Baar genannten Landschaft war die Adelhartsbaar, ein Teil der Westbaar. Das Gebiet um Rottweil bildete vom 8. bis 10. Jahrhundert die Grafschaft Baar.

Später wurden die Grafen von Sulz mit der Baar belehnt, die schon im 11. Jahrhundert in dieser Gegend erschienen. Graf Hermann von Sulz überließ 1282 die Grafschaft Baar König Rudolf I., welcher sie dem Grafen Heinrich von Fürstenberg verlieh. Dessen Nachkommen ist sie bis ins 19. Jahrhundert verblieben.

Siehe auch

Literatur

  • Günther Reichelt: Wo Donau und Neckar entspringen – Die Baar. Otto Morys Hofbuchhandlung, Donaueschingen 1990, ISBN 3-9802492-0-4
  • Günther Reichelt, Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar (Hrsg.): Die Baar. Wanderungen durch Landschaft und Kultur, Neckar, Villingen-Schwenningen 1972 (ohne ISBN).
  • Günther Reichelt: Baartage. Beobachtungen und Bilder. Verlag der Morys Hofbuchhandlung, Donaueschingen 2008, ISBN 978-3-9802492-3-2.
  • Günther Reichelt, Susanne Huber-Wintermantel Baarwanderungen. Streifzüge durch Landschaft und Kultur [mit 45 Wanderrouten]. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Morys Hofbuchhandlung, Donaueschingen 2010, ISBN 978-3-9802492-5-6 (Erstausgabe unter dem Titel: Baarwanderungen.: Streifzüge durch Landschaft und Kultur mit Prominenten der Region, 200 Jahre Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar / Baar-Verein. [Unter Verwendung der Mitteilungen von Raimund Fleischer], Verein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar, Donaueschingen 2004, ISBN 3-00-013975-3).
  • Alexander Siegmund (Hrsg.): Faszination Baar, Porträts aus Natur und Landschaft, 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Mory, Donaueschingen 2006, ISBN 978-3-9802492-2-5 (Erstausgabe im Selbstverlag: Hüfingen, [2004], ISBN 3-00-012635-X).
  • Otto Schaub: Zur Geologie der Baar in 100 Jahre Deutscher Alpenverein Sektion Baar 1908-2008 Hrsg: Deutscher Alpenverein Sektion Baar ohne ISBN S.59 - 75.
  • Hugo Siefert: Hagelabwehr auf der Baar 1810-2010, in: Schriften der Baar 54 (2011), S. 91-96.

Weblinks

 Commons: Baar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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