Babassupalme
Babassupalme
Babaçu.jpg

Babassupalme (Attalea speciosa)

Systematik
Ordnung: Palmenartige (Arecales)
Familie: Palmengewächse (Arecaceae)
Unterfamilie: Arecoideae
Tribus: Cocoseae
Gattung: Attalea
Art: Babassupalme
Wissenschaftlicher Name
Attalea speciosa
Mart. ex Spreng.

Die Babassupalme (Attalea speciosa) ist eine südamerikanische Palmenart, aus deren Früchten das Babassuöl gewonnen wird.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Attalea speciosa ist eine einzelstämmige Palme, die bis 30 m hoch wird und Stammdurchmesser von 20 bis 50 cm erreicht. Die Blätter sind bogig, das Ende ist häufig gedreht. Der Blattstiel ist 10 bis 40 cm lang, die Rhachis ist 5,5 bis zu 9 m lang. Sie trägt hunderte Fiederblättchen, jedes 20 bis 185 cm lang und 1 bis 6 cm breit.

Die Blütenstände sind hängend und entweder rein männlich oder zwittrig. Sie erreichen Längen von bis zu 2 m. Im Knospenstadium sind sie von einem verholzten Hochblatt umgeben. Männliche Blütenstände haben bis 400 Seitenzweige, jeder mit 15 bis 100 Blüten. Zwittrige Blütenstände haben etwas mehr Seitenzweige, jeder trägt ein bis zwei (selten drei) weibliche Blüten und ein bis mehrere männliche Blüten, die sich häufig nicht voll entwickeln.

Die Frucht ist eine längliche Steinfrucht von 6 bis 13 cm Länge und 4 bis 10 cm Breite. Das Exokarp ist faserig, das Mesokarp mehlig, das Endokarp ist hart, holzig und bis 2 cm[1] dick. Die Früchte wiegen bis 250 g.[1] Im Inneren befinden sich drei bis sechs Samen von 3 bis 6 cm Länge. Sie besitzen ein öliges, weißes Endosperm.

Verbreitung und Standorte

Die Babassupalme ist im südlichen Bereich des Amazonasbeckens vom Atlantik bis Bolivien heimisch und reicht im Norden über den östlichen und zentralen Amazonas bis Guyana und Surinam. Die meisten Bestände befinden sich allerdings südlich des Amazonas. In Maranhao und Piaui gibt es Babassu-Bestände mit bis zu 10.000 Palmen pro Hektar. Dies sind vorwiegend junge Pflanzen, die sich auf gestörten Standorten besonders leicht ansiedeln. Diese sogenannte Babassu-Zone erstreckt sich über rund 150.000 km² im Südosten des Amazonasgebietes, häufig am Übergang vom Wald zur Savanne.

Bezüglich der Standortbedingungen ist die Babassupalme relativ anspruchslos. Meist wächst sie auf guten Böden bei hohen Niederschlägen. Sie kommt auch in trockeneren Gebieten vor, hier aber eher entlang der Flussläufe. Überschwemmungen verträgt sie allerdings nicht. Als optimal für das Wachstum gelten 1500 bis 2500 mm jährlicher Niederschlag.

Anbau

Babassupalmen werden weniger in Plantagen angebaut, es werden mehr natürliche Bestände gefördert und genutzt. Junge, dichte Bestände werden dabei durch die Ernte von Palmherzen ausgedünnt, da dabei die Palmen absterben. Ältere und rein männliche Palmen werden ebenso eliminiert.

Taxonomie

Die Babassupalme wird heute unter dem Namen Attalea speciosa geführt.[2]. Ein häufig verwendetes Synonym ist Orbignya speciosa, es gibt allerdings noch etliche weitere Synonyme.[3]

Belege

  • J. Janick, R. E. Paull: The Encyclopedia of Fruit & Nuts. Oxford University Press, 2008, ISBN 9780851996387. S. 92f.

Einzelnachweise

  1. a b Artportrait Babassupalme auf der Seite von Kew Gardens, abgerufen 29. Oktober 2009.
  2. Attalea speciosa in der World Checklist of Selected Plant Families, abgerufen 29. Oktober 2009.
  3. Synonyme von Attalea speciosa in der World Checklist of Selected Plant Families, abgerufen 29. Oktober 2009.

Weblinks

 Commons: Attalea speciosa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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