Babitum
Schrein des Bab (Hängende Gärten der Bahai in Haifa, Israel)

Der Babismus (persischبابی ها‎ bābīya[1] Bahai-Transkription Bábí há) ist eine vom arabischen Bab abgeleitete Bezeichnung einer religiösen Gemeinschaft, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Iran (Persien) entstand.

Inhaltsverzeichnis

Innerislamische Bewegungen

Mit der Überzeugung, im Koran die letzte und vollkommene Offenbarung zu besitzen, erwies sich der Islam als unangreifbar von außen. Es waren Anhänger von innen, die diese Überzeugung erschütterten. Gerade dort, wo sie in endzeitliche und radikale Erwartungen eines Mahdi einmündeten, wurden solche Bewegungen geschichtsträchtig.[1] Vor allem die Anhänger des Shaykhismus um Ahmad al-Ahsa’i und Kazim-i-Rashti erwarteten die Wiederkunft des Mahdi und Mulla Husayn sah in Sayyid Ali Muhammad schließlich dessen Wiederkunft.[2]

Das Auftreten des „Bab“

In Persien trat Sayyid Ali Muhammad (1850 hingerichtet) als Bab mit dem Anspruch auf, der von den Schiiten erwartete Zwölfte Imam oder Mahdi zu sein. Seine Schriften, allen voran das Bayān, boten eine Umdeutung des Koran an, welche diesen als erfüllten prophetischen Zyklus erscheinen ließen. Seine Bewegung fand im ganzen Land eine rasche Verbreitung, stieß aber auch auf entschiedenen Widerstand der schiitischen Orthodoxie und der staatlichen Gewalt.

Das neue Religionsgesetz ist in dem als heilig geltende Buch Bayān enthalten.

Die Trennung vom Islam

1846 wurde Der Bab gefangen genommen. Schon früher sorgten den „Bab“ betreffende Erweiterungen des islamischen Glaubensbekenntnisses für Aufruhr. 1848 brachen Babisten auf der Konferenz von Badascht offen mit dem Kanon der Pflichten der Muslime. Der Azalīs genannte kleinere Teil suchte im Bayān Ersatz, der größere Teil emanzipierte sich als Bahai vollständig vom Islam.[1] Als eigentlicher Stifter der Bahai-Religion gilt Baha’u’llah.

Hauptabschnitt: Anhänger des Bab

Verfolgung

Mehr als 20.000 Babi wurden aufgrund ihres Glaubens gefoltert und hingerichtet. Der Bab selbst wurde im Juli 1850 öffentlich hingerichtet.

Literatur

  • Abbas Amanat: Resurrection and Renewal: The making of the Babi movement in Iran, 1844-1850, Ithaca/London: Cornell Univ. Pr., 1989

Einzelnachweise

  1. a b c Lexikon der Islamischen Welt, 1. Band, Kohlhammer, 1974, ISBN 3-17-002160-5, Seite 82
  2. Nabíl-i-Zarandí: Shoghi Effendi (Translator) The Dawn-Breakers: Nabíl’s Narrative, Hardcover, Wilmette, Illinois, USA: Bahá'í Publishing Trust 1932, ISBN 0-900125-22-5


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