Babri-Moschee
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Die Babri-Moschee vor der Zerstörung 1992

Die Babri-Moschee ist eine 1528 in Ayodhya, Indien auf Befehl von Babur errichtete Moschee. Sie wurde auf den Grundfesten eines dort vorher stehenden und von den muslimischen Eroberern zerstörten Hindutempels errichtet. Der Legende nach, die seit dem 19. Jahrhundert dokumentiert ist, soll an diesem Ort vor 900.000 Jahren Rama, eine Inkarnation des Gottes Vishnu, geboren worden sein. Bei Unruhen, die die Zerstörung der Moschee begleiteten, kamen 2.000 Menschen ums Leben.

Inhaltsverzeichnis

Kontroversen zwischen Hindus und Muslimen

In der Nacht vom 22. zum 23. Dezember 1949 stellten Angehörige der Hindu Mahasabha in der Moschee die Bildnisse von Rama und seiner Gattin Sita auf. Der Allgemeinheit wurde der Zutritt zur Moschee untersagt. Am 16. Januar 1950 erstritt sich die Hindu Mahasabha durch eine Zivilklage den freien Zutritt zur Moschee. Das Gericht erließ eine einstweilige Verfügung, laut derer die Hindu-Götterbildnisse nicht beseitigt werden dürfen und die Anbetung dieser Götterbildnisse gestattet werden muss. Dieser Tag wird daraufhin später gerichtlich als Tag des "Status quo" definiert.

Zerstörung der Moschee

Mitte der 1980er Jahre nahmen Rashtriya Svayamsevak Sangh (RSS) und Vishwa Hindu Parishad (VHP) die Forderung der endgültigen Übergabe des Geländes der Babri-Moschee an die Hindus auf. Die Bharatiya Janata Party (BJP) verabschiedete am 9. und 10. Juni 1989 eine gleichlautende Resolution. Am 14. August 1989 urteilte das Oberste Gericht von Uttar Pradesh, dass das Eigentum der Babri-Moschee und deren „Status quo“ durch keine Partei verändert werden darf.

Am 9. November 1989 erfolgte am Ende eines monatelangen landesweiten Programms des VHP die Grundsteinlegung für den Tempelneubau für den Ram-Janmabhumi-Tempel auf dem Grundstücksgelände der Babri-Moschee. Die Babri-Moschee wurde erstmalig am 30. Oktober 1990 durch Freiwillige des VHP und des RSS erstürmt. Am 6. Dezember 1992 versammelten sich 100.000 Freiwillige des RSS, des VHP und der BJP in Ayodhya und zerstörten die Moschee. Daraufhin wurde eine Reihe von Politikern verhaftet sowie beteiligte Organisationen verboten. Die Zentralregierung erwarb am 7. Januar 1993 das gesamte Gelände der ehemaligen Babri-Moschee. Der Gottesdienst zur Anbetung Ramas und Sitas wurde zwischenzeitlich in einem temporären Tempelbau gerichtlich wieder hergestellt. Dieser Gottesdienst vollzieht sich seit diesem Tag unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Muslimen wurde das Betreten des Geländes verboten. [1]

Ein Wiederaufbau der Moschee am selben Ort ist seitdem durch das Gericht unterbunden worden. Die Umstände der Zerstörung der Moschee waren Ziel einer Untersuchung des Geheimdienstes, der 42 Personen der Verschwörung beschuldigte. Eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission tagt seit 1993, bislang ergebnislos.

Auf den Ruinen der Babri-Moschee wurde der Ram-Janmabhumi-Tempel, ein Schrein zu Ehren Ramas, errichtet. [2]

Politische Auswirkungen

Die Attentäter, die am 26. November 2008 mehrere Luxushotels und andere öffentliche Orte überfielen, gaben in einer TV-Botschaft an, unter anderem Rache für die Zerstörung der Babri-Moschee üben zu wollen.[3]

Siehe auch

Weblinks

Belege

  1. http://www.suedasien.net/bilder/wandel/wandel09.htm
  2. Militante Hindunationalisten randalieren im Taj Mahal und Ayodhya, 12. November 2001
  3. Hasnain Kazim (1. Dezember 2008): Angriff auf Mumbai: Protokoll eines mörderischen Feldzugs. SPIEGEL ONLINE. Abgerufen am 11. Mai 2011.

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