Babyspiel (Sexualpraktik)

Autonepiophilie, auch Babyplay oder Babyspiel genannt, ist eine Art der Sexualpraktik, in der sich der eine Partner im Spiel in ein „Baby“ (sog. Adult-Baby) zurückverwandelt und vom anderen entsprechend behandelt, d. h. gewindelt, gepudert und gefüttert wird (vgl. Ageplay).

Autonepiophilie ist die Auslebung einer Form des sexuellen Infantilismus und kein neues Phänomen, schildern Alphonse Boudard und Romi in dem Buch Das goldene Zeitalter des Bordells, das das Bordellwesen Frankreichs Anfang des 20. Jahrhunderts als Thema hat:

Unter den vielen […], die in Luxusbordellen verkehrten, befand sich auch ein reicher und allgemein geachteter Industrieller, das „alte Baby“. Der Einundsechzigjährige wollte nur mit Puppen spielen und sich von einem Mädchen saubermachen, wickeln und in den Schlaf wiegen lassen. Er brachte in einem Koffer die Geräte mit, die er zu seiner Befriedigung brauchte: Windeln, Fläschchen, Häubchen und Spielzeug. Das Programm war bei jedem Besuch gleich: Er verkleidete sich in einem der Zimmer, für sich alleine; erst nachdem er „in die Windeln gemacht hatte“, rief er das gewünschte Mädchen, das ihn wusch und ihm das mit Champagner gefüllte Fläschchen reichte. Wenn sie ihm den Hintern einpuderte, fühle er sich wie im siebten Himmel… [1]

Liebhaber von Babyspielen erregen sich an der Rolle des „unterlegenen“ Kindes, ihrer Umgebung (Gitterlaufstall und Babybett) und an der Kleidung, die sie tragen, wie Windeln und Gummihosen (Windelfetischismus), so hat sich eine regelrechte Industrie auf diesen Fetisch spezialisiert und gibt sogar Magazine heraus. [2]

Babyplayer sind im Rollenspiel in der Regel nicht an herkömmlichen Sexualbefriedigung interessiert, sondern ziehen diese einzig und allein aus dem Gefühl des Umsorgtwerdens und Bemuttertwerdens der eigenen Person. Es ist auch nicht mit Pädophilie zu verwechseln.

Literatur und Quellen

  1. Alphonse Boudard, Romi: Das goldene Zeitalter des Bordells, Heyne, München 1992, ISBN 3-453-05181-5, S.106
  2. BabyGum, Lange Verlag, Neuenbürg, seit 1997

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