Babyzeichen

Babyzeichen (auch Babygebärden, Babyhandzeichen genannt; engl. baby signs) sind Gesten, durch die Säuglinge und Kleinkinder mit ihren Eltern oder Bezugspersonen nonverbal kommunizieren können.

Inhaltsverzeichnis

Sprachentwicklung beim Kleinkind

Erst mit ca. 12 Monaten ist das Sprechorgan genug ausgereift, um Töne und Silben willentlich gesteuert zu ersten Worten zu artikulieren. Doch auch nach den ersten Worten dauert es lange, bis der Sprachschatz des Kindes groß genug ist um sich ausreichend ausdrücken zu können. Auch das Zusammenfassen von Worten zu Sinneinheiten (Wortgruppen, Zwei- und Mehrwortsätze) ist ein langwieriger Entwicklungsprozess, welcher durch Babyzeichen ergänzt werden kann.

Funktion der Babyzeichen

Babyzeichen sind ursprünglich Zeichen der Gebärdensprache, jedoch auf ein Baby zugeschnitten, da die Feinmotorik der Finger noch nicht weit genug ausgeprägt ist, um komplizierte Zeichen der Gebärdensprache umzusetzen. Babyzeichen sind auch für die ungeübte Motorik des Babys geeignet. Einführen kann man Babyzeichen ungefähr mit sieben Monaten, wenn das Kind beginnt sich über seine Umwelt austauschen zu wollen. Es kann aber von Kind zu Kind variieren und auch ein späterer Start, z. B. nach dem ersten Geburtstag bringt noch deutliche Vorteile im Hinblick auf schwierige Worte. Man beginnt langsam mit ein oder zwei einfachen Gesten für Gegenstände, Tiere oder auch Vorgänge, welche man immer, wenn man das Wort sagt macht. Das Kind wird die Geste aufgreifen und verwenden. Wie lange dies dauert hängt sehr stark vom Kind, seiner motorischen und geistigen Entwicklung und Neugier ab. Bloß nicht ungeduldig werden, wie bei allen Entwicklungsschritten eines Babys oder Kindes muss man die richtige Zeit abwarten und kann es nicht erzwingen.

Ein einfaches, bekanntes Beispiel ist das „Winke-winke-machen“, welches man Kleinkindern für das Verabschieden beibringt.

Vorteile der Babyzeichen

Babyzeichen sollen dem Baby helfen, sich sicher zu fühlen, da es äußern kann, was es möchte. Ebenso sollen sie eine Erleichterung für die Eltern sein, da man sich als Eltern viele Nerven sowie Zeit erspart, um herauszufinden, was das Baby möchte. Babyzeichen sollen auch die Trotzphase lindern.

Entdeckung

Erstmals wissenschaftlich untersucht wurden Babyzeichen in den 1980er Jahren in den USA von Linda Acredolo und Susan Goodwyn. In einer zweijährigen wissenschaftlichen Studie an 140 Familien mit 11 Monatigen Babys erforscht sie die Effekte der Babyzeichen.


Literatur

  • Wiebke Gericke: babySignal-Mit den Händen sprechen. Kösel-Verlag, März 2009, ISBN 978-3466345328
  • Sonja Grewing: Let's talk Wonneproppen: Babygebärden erobern die Welt. Band 1 für Einsteiger , 2008, ISBN 978-3980900478
  • Susanne Weidenhausen, Simone Astolfi, und Karin Schutt: Babys Zeichensprache , 2008, ISBN 978-3833810398
  • Eva Möller: Bilderbuch der BabyHandzeichen - Gemeinsam die Babyzeichensprache entdecken und erlernen, 2008, ISBN 978-3-00-024619-7
  • Linda P. Acredolo und Susan W. Goodwyn, Deutsch von Frauke Riese: Baby-Sprache. ISBN 3-499-60976-2
  • Vivian König: Kleines Wörterbuch der Babyzeichen. Karin Kestner, 2005, ISBN 3-00-015931-2
  • Vivian König: Das Große Buch der Babyzeichen. Karin Kestner, 2007, ISBN 978-3-9810709-7-2
  • Linda Acredolo, Susan Goodwyn und Penny Gentieu: Baby Signs: How to Talk with Your Baby Before Your Baby Can Talk. McGraw-Hill Companies, 2002, ISBN 0071387765

Weblinks

Interview mit Etta Wilken, Professorin für Sonderpädagogik an der Universität Hannover und Expertin für Sprachentwicklung und Sprachförderung auf eltern.de


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