Bachwoche Ansbach
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Die Bachwoche Ansbach ist ein in Ansbach stattfindendes Musikfestival, das dem Leben und Werk Johann Sebastian Bachs verpflichtet ist. Die erste Bachwoche fand 1947 statt.

Spielorte sind die Orangerie im Hofgarten, der Prunksaal im Markgrafenschloß sowie die Johannis- und Gumbertuskirche. Einige wenige Konzerte werden in anderen Sälen angeboten.

Das Programm bestreiten namhafte Künstler der Weltspitze; so spielten in Ansbach Yehudi Menuhin, Gidon Kremer, Mstislaw Rostropowitsch, Ludwig Hoelscher, Ferdinand Leitner und Karl Richter. In den vergangenen Jahren gastierten z. B. John Eliot Gardiner, Philippe Herreweghe, Ton Koopman, Andreas Staier, Martin Stadtfeld und Masaaki Suzuki mit seinem Bach Collegium Japan

Geschichte

Im ersten Jahr fand das Festival noch in Pommersfelden statt. 1948 zog man um in das weitgehend unzerstörte Ansbach mit seiner Residenz; die Organisation übernahm der Münchner Dr. Carl Weymar. Von 1955 bis 1964 leitete Karl Richter die Bachwoche, bis 1979 war Rudolf Hetzer künstlerischer Leiter. In seine Zeit fällt die Umstellung auf einen zweijährigen Turnus. Ihm folgte Hans Georg Schäfer, ein studierter Pianist und Komponist. Unter der Leiterin Dr. Lotte Thaler (2001-2005) hat jede Bachwoche einen thematischen Schwerpunkt bekommen. Kinder- und Jazzkonzerte erhöhen die Attraktivität der Festwoche. Seit Frühjahr 2006 ist Dr. Andreas Bomba Geschäftsführer und Intendant. Er führt die Bachwoche in das 60-jährige Jubiläum im Jahre 2007. Die Bachwoche Ansbach ist das älteste, an einem gleichbleibenden Ort stattfindende Musikfest - mit der Musik Johann Sebastian Bachs als Schwerpunkt - in Deutschland.

Auf mehr als 60 Jahre Geschichte kann die Bachwoche Ansbach inzwischen zurückblicken. Sie entstand sozusagen aus dem Nichts – aus den Trümmern und der tiefen seelischen Depression der ersten Nachkriegsjahre. Sie feierte 1947 ihre Geburtsstunde auf Schloss Pommersfelden und wurde von dort schon 1948 nach Ansbach umgesiedelt, weil in der weitgehend unzerstörten mittelfränkischen Stadt weitaus bessere Aufführungsbedingungen für das Werk des Thomaskantors zu finden waren.

Am Anfang waren es vor allem der Münchener Kunsthändler Carl Weymar und der Cellist Ludwig Hoelscher, unterstützt von dem Dirigenten Ferdinand Leitner, die gemeinsam mit Künstlerfreunden das Programm auf die Beine stellten. Schnell kamen prominente Gäste wie die Geiger Wolfgang Schneiderhan und Yehudi Menuhin, der Pianist Wilhelm Kempff, der Flötist Aurèle Nicolet, die Sänger Peter Pears und Dietrich Fischer-Dieskau hinzu, immer unterstützt von der Solistengemeinschaft der Bachwoche, die als Orchester das Rückgrat der Festwoche bildete. 1955 übernahm der Cembalist und Dirigent Karl Richter die künstlerische Leitung; inzwischen war aus der jährlichen Abfolge ein zweijähriger Turnus geworden.

1964 legte Karl Richter sein Amt nieder und stürzte die Bachwoche damit in eine schwere Krise. Rudolf Hetzer, Mitglied im „Verein der Freunde der Bachwoche“, der sich schon 1948 gegründet hatte und bis heute die wichtigste Stütze der Bachwoche darstellt, wurde neuer künstlerischer Leiter; die Stadt Ansbach übernahm die Trägerschaft der Bachwoche. Nach einem erfolgreichen „Probelauf“ 1966 entwickelte sich die Bachwoche unter Hetzers inspirierender Leitung ab 1967 mit neuer Dynamik. Vermehrt kamen internationale Künstler und Ensembles wie Nathan Milstein, Mstislaw Rostropowitsch und Sir Neville Marriner, The English Consort und die London Baroque Soloists, womit auch die Vorstellungen der historischen Aufführungspraxis in Ansbach Einzug hielten.

Nachdem Hetzer 1979 aus Gesundheitsgründen sein Amt aufgeben musste, folgte ihm Hans Georg Schäfer, ein studierter Pianist und Komponist, der die Bachwoche fast 20 Jahre leitete. Er bezog auch die Bach-Söhne mit ein und erweiterte das Spektrum der Komponisten über Bach hinaus von Claudio Monteverdi, Henry Purcell und Heinrich Schütz bis zu Paul Hindemith, Witold Lutosławski und Arvo Pärt. Zusätzlich zum zweijährigen Rhythmus wurde im Jahr 2000, zum 250. Todestag Bachs, eine weitere Bachwoche gefeiert, die wiederum allein dem Werk des Jubilars gewidmet war. Von 2001 bis 2005 übernahm Lotte Thaler die künstlerische Leitung. Sie setzte neue Akzente, indem sie thematische Schwerpunkte setzte („Bach und Strawinsky“), der Musik des 20. Jahrhunderts stärkeres Gewicht einräumte und die Bachwoche um neue Elemente wie die Bach-Sprechstunden, Kinder- und Jazzkonzert bereicherte.

Seit April 2006 leitet Andreas Bomba die Bachwoche.

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