Backi Petrovac
Бачки Петровац
Bački Petrovac
Petrőc
Báčsky Petrovec
Wappen fehlt
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Bački Petrovac (Serbien)
DEC
Basisdaten
Staat: Serbien
Provinz: Vojvodina
Okrug: Južna Bačka
Koordinaten: 45° 21′ N, 19° 35′ O45.3519.58333333333387Koordinaten: 45° 21′ 0″ N, 19° 35′ 0″ O
Höhe: 87 m ü. A.
Einwohner: 14.681 (2002)
Telefonvorwahl: (+381) 021
Postleitzahl: 21 470
Kfz-Kennzeichen: NS
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Ján Sabo (G17 Plus)
Webpräsenz:
Evangelische Kirche in Bački Petrovac

Bački Petrovac (serbisch / kroatisch: Bački Petrovac, serbisches kyrillisch: Бачки Петровац, slowakisch: Báčsky Petrovec, deutsch: Batschki Peterwatz, ungarisch: Petrőc) ist eine Gemeinde und eine Stadt bzw. Ortschaft in Nordserbien, die in der südlichen Batschka der Provinz Vojvodina liegt.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Die Gemeinde Bački Petrovac hat eine Fläche von 158 km² und ist von vier Gemeinden umgeben. Nördlich grenzt sie an Vrbas, östlich an Novi Sad, südlich an Beočin und westlich an Bačka Palanka. Zur Gemeinde zählen neben den gleichnamigen Städtchen Bački Petrovac auch noch die Dörfer Gložan, Kulpin und Maglić.

Die Stadt Bački Petrovac nimmt eine Fläche von 88 km² ein, sie befindet sich ca. 25 km nordwestlich von Novi Sad.

Demografie

Einwohnerzahlen

In der Gemeinde Bački Petrovac leben (laut der Volkszählung 2002) 14.681 Menschen, davon 6.727 in der Stadt Bački Petrovac.

Die Bevölkerungsanzahl der übrigen Siedlungen:

  • Gložan: 2283
  • Kulpin: 2976
  • Maglić: 2695

Ethnische Zusammensetzung

Die Slowaken bilden sowohl in der Gemeinde Bački Petrovac als auch in der Stadt selbst, sowie in den Siedlungen Gložan und Kulpin den größten Teil der Bevölkerung. Nur die Ortschaft Maglić ist überwiegend von Serben bewohnt.

  • In der Gemeinde Bački Petrovac sind 66,42 % Slowaken, 25,74 % Serben, 1,99 % Jugoslawen, 0,81 % Kroaten, 0,57 % Ungarn und andere Völker beheimatet.
  • Die Stadt Bački Petrovac besteht aus 88 % Slowaken, 4,5 % Jugoslawen, 4,4 % Serben, 1,4 % Kroaten, 0,4 % Ungarn, 0,3 % Montenegrinern und weiteren Volksgruppen.
  • Im Ort Gložan (slowak.: Hložany) wohnen 86,9 % Slowaken und 6,4 % Serben, Kulpin (slowak.: Kulpin) ist von 71,1 % Slowaken und 21,3 % Serben besiedelt, und in Maglić sind 90 % Serben und 3,7 % Slowaken verzeichnet.

Religion

In dieser Gegend sind fast nur Christen vorzufinden. Dabei stellen die evangelischen Christen, die hauptsächlich slowakischer Nationalität sind, die Mehrheit. Bački Petrovac ist das Zentrum der Protestanten in der Vojvodina. In allen vier Orten der Gemeinde sind evangelische Kirchen vorhanden.

Die Gemeinde Bački Petrovac setzt sich aus 65,5 % evangelischen Christen, 25,9 % orthodoxen Christen, 1,9 % katholischen Christen u. a. zusammen.

Geschichte

In der Region um Bački Petrovac gab es schon zu Urzeiten Siedlungen, die im Mittelalter Namen wie "Bodonj", "Dragovo", "Bega" oder "Telek" trugen, und davon zeugen dass dort schon recht früh Ungarn und Serben lebten. Die erste nachweisbare Erwähnung von "Petrovac" tauchte im 13. Jh. auf, als dieser Ort zur selbstständigen kirchlichen Gemeinde (mit einer Kirche die dem Heiligen Petrus gewidmet war) anerkannt wurde.

Zu Zeiten des Rákóczi-Aufstandes (1703 bis 1711) waren alle Orte (Bodonj, Dragovo usw.) - bis auf Petrovac - niedergebrannt und verlassen. Nach Ankunft der Türken ( siehe auch: Schlacht bei Mohács (1526)) kam es zu einen Anstieg der serbischen Bevölkerung, gleichzeitig sank die Anzahl anderer Siedler. Ab 1718 gehörte Petrovac zu Futog. Da es in dieser durchaus fruchtbaren Gegend nur wenig Arbeitskräfte gab, zogen in der ersten Hälfte des 18. Jh. Ungarn dorthin, dazu wurden noch sehr viele slowakische Siedler aus der Slowakei geholt. Diese errichteten 1745 eine slowak. Grundschule in Petrovac. Dann kauften die überwiegend evangelischen Slowaken eine Kirchenglocke, die sie anfangs nur nachts läuten konnten weil dort der evangelische Glauben keinerlei Rechte hatte. Das änderte sich 1781, als Kaiser Joseph der II. am 13. Oktober das Toleranzpatent für die Orthodoxen und Protestanten bewilligte, wodurch zumindest eine Art Duldung der Religionsausübung erzielt wurde. Des Weiteren wurde noch im selben Jahr, am 1. November die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben. Daraufhin sind im 19. Jahrhundert zahlreiche slowakische Einrichtungen entstanden. Es wurden eine evangelische Kapelle, eine Sonntagsschule, eine Bibliothek und ein Theater errichtet. Zudem wurden Märke erschlossen. Aus all diesen Gründen, und auch aufgrund des politischen Mitwirkens, entwickelte sich Petrovac nach und nach zum Zentrum des slowakischen nationalen Lebens, wo sich Intellektuelle immer wieder sehr hartnäckig gegen die Magyarisierung wehrten. Als der Höhepunkt der Magyarisierung erreicht war, das heißt als slowakischen Schulen durch magyarische ersetzt wurden, die Schließung der Matica Slovenská zustande kam, die Gegner und Sprecher nichtmagyarischer Sprachen Verfolgungen fürchten mussten, wurden auch in Petrovac die slowakischen Einrichtungen (Sonntagsschule, Bibliothek) geschlossen, jedoch blieb das slowakische kulturelle Leben trotz allem erhalten.

Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns 1918, hat Petrovac zur Dunavska Banovina (Banschaft Donau) des neuen SHS-Staats bzw. Königreiches Jugoslawien gehört. Die Slowaken haben sich auch weiterhin selbstständig organisiert, und dabei eine Zeitungsdruckerei, ein Museum, sowie ein Gymnasium gegründet.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die südliche Batschka 1941 an Ungarn angegliedert. Danach folgte die Gründung des Zweiten bzw. Tito Jugoslawiens (FNRJ/SFRJ). 1974 wurde eine Erweiterung des Autonomiestatus der Vojvodina durch eine Verfassungsänderung erreicht, jedoch wurde dieser Status 1989 durch Slobodan Milošević aufgehoben, und erst nach dem Sturz der Regierung teilweise wiederhergestellt.

Nach dem Zerfall Jugoslawiens 1991, hat sich die Situation insgesamt enorm verschlechtert.

Auch wenn die Lage immer noch schwierig ist, so sind heute doch kleine Fortschritte erkennbar. Beispielsweise wurde 2006 in Bački Petrovac der Kanal Begej mit einer Pumpe, die das Wasser in den Kanal einschleust und zur Reinigung dient, ausgestattet. Außerdem stellt Bački Petrovac nach wie vor das slowakische Zentrum, mit einer großen kulturellen, kirchlichen, musikalischen, folkloristischen usw. Vielfalt dar.

Politik

Teilergebnisse der lokalen Wahlen von 2004 (Sitze):

Wirtschaft

Da es sich bei dieser Gegend um ein extrem fruchtbares Gebiet handelt, ist dort natürlich auch die Landwirtschaft sehr stark verbreitet. Zu den größten Einnahmequellen gehört der Hopfen, der inzwischen einen ziemlich hohen Bekanntheitsgrad in der Welt erreicht hat. Ansonsten wird noch z. B. der Anbau von Getreide, Weizen, Hanf etc. betrieben.

Partnerstädte

Weblinks


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