Bad Ditzenbach
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bad Ditzenbach
Bad Ditzenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bad Ditzenbach hervorgehoben
48.5858333333339.6919444444445509
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Göppingen
Höhe: 509 m ü. NN
Fläche: 25,46 km²
Einwohner:

3.674 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 144 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73342
Vorwahlen: 07334 Gosbach: 07335
Kfz-Kennzeichen: GP
Gemeindeschlüssel: 08 1 17 006
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 44
73342 Bad Ditzenbach
Webpräsenz: www.bad-ditzenbach.de
Bürgermeister: Gerhard Ueding (parteilos)
Lage der Gemeinde Bad Ditzenbach im Landkreis Göppingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Esslingen Landkreis Heidenheim Landkreis Reutlingen Rems-Murr-Kreis Ostalbkreis Ostalbkreis Adelberg Aichelberg (Landkreis Göppingen) Albershausen Bad Boll Bad Ditzenbach Bad Überkingen Birenbach Böhmenkirch Börtlingen Deggingen Donzdorf Drackenstein Dürnau (Landkreis Göppingen) Eislingen/Fils Heiningen (Landkreis Göppingen) Ebersbach an der Fils Eschenbach (Württemberg) Eschenbach (Württemberg) Gammelshausen Geislingen an der Steige Gingen an der Fils Göppingen Gruibingen Hattenhofen (Württemberg) Heiningen (Landkreis Göppingen) Hohenstadt Kuchen (Gemeinde) Lauterstein Mühlhausen im Täle Ottenbach (Württemberg) Rechberghausen Salach Schlat Schlierbach (Württemberg) Süßen Uhingen Wäschenbeuren Wangen (bei Göppingen) Wiesensteig Zell unter AichelbergKarte
Über dieses Bild

Bad Ditzenbach ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Regierungsbezirk Stuttgart. Das staatlich anerkannte Heilbad liegt im Landkreis Göppingen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Bad Ditzenbach liegt im Oberen Filstal im Norden der Schwäbischen Alb zwischen 498 und 781 Meter über Normalnull. In Bad Ditzenbach mündet die Ditz in die Fils.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn von Norden) Heiningen, Schlat, Deggingen (alle Landkreis Göppingen), Nellingen, Merklingen (beide Alb-Donau-Kreis), Drackenstein, Mühlhausen im Täle, Gruibingen und Gammelshausen (alle Landkreis Göppingen).

Gemeindegliederung

Bad Ditzenbach, Zeichnung von Margret Hofheinz-Döring, 1977

Zu Bad Ditzenbach gehören die drei Ortsteile Auendorf, Bad Ditzenbach und Gosbach. Die Grenzen der Ortsteile sind identisch mit den ehemaligen Gemeinden gleichen Namens. Die offizielle Benennung der Ortsteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name der Ortsteile.[2] Zum Ortsteil Auendorf gehören das Dorf Auendorf und die Hardtmühle. Zum Ortsteil Bad Ditzenbach gehören das Dorf Bad Ditzenbach und das Gehöft Schonterhöhe sowie die abgegangene Ortschaft Hiltenburg. Zum Ortsteil Gosbach gehören das Dorf Gosbach, ein großer Teil des neuen Baugebiets „Klingenbrunnen“ und das Gehöft Großmannshof sowie die abgegangene Burg Leimberg.[3]

Geschichte

861 wurde der Ort Tizzenbach in einer Urkunde des Klosters Wiesensteig erstmals erwähnt.

Im Mittelalter herrschten die Grafen von Helfenstein in Bad Ditzenbach und den umliegenden Gemeinden. Hiervon zeugt heute noch die Burgruine Hiltenburg auf dem Schlossberg über Bad Ditzenbach.

1560 wurden die kohlensäurereichen Mineralquellen erstmals urkundlich erwähnt. Das hatte die Gründung des Mineralbades Ditzenbach zur Folge. 1929 wurde das Prädikat eines staatlich anerkannten Heilbades verliehen.

Zu Zeiten Eduard Mörikes vertrieb der damalige Besitzer der Quellen Thomas Fritton ca. 200.000 Flaschen pro Jahr. So lobte Mörike im Jahr 1863 in einem Brief an seinen Freund Karl Wolf: „Der hier gewonnene Nutzen für meine Gesundheit stellte sich inzwischen besonders seit dem regelmäßigen Gebrauch des Dizenbacher Wassers….heraus.“ und berichtete zuversichtlich „den letzten Rest des schleimigen Wesens wird hoffentl. das Dizenbacher Wasser wegnehmen.“

Eingemeindungen

  • 1. September 1973: Eingemeindung von Auendorf (dem früheren Ganslosen) nach Bad Ditzenbach
  • 1. Januar 1975: Vereinigung von Bad Ditzenbach und Gosbach zur neuen Gemeinde Bad Ditzenbach

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerentwicklung zwischen 1871 und 2010:

Datum Einwohner
1871 1636
1900 1560
1933 1732
1939 1785
1950 2336
31. Dezember 1961 2794
31. Dezember 1970 3081
31. Dezember 1980 2976
31. Dezember 1990 3263
31. Dezember 1995 3555
31. Dezember 2000 3666
31. Dezember 2005 3737
31. Dezember 2010 3674
Gosbach

Ortsteile

Gosbach

Gosbach
Die Kreuzkapelle auf dem Leimberg über Gosbach

1143 wurde das von dem Bach Gos durchquerte Gosbach erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 2000 erreichte der 1.500 Einwohner zählende Ort einen 1. Platz im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden. Für herausragendes Engagement bei der Entwicklung einer zukunftsfähigen dörflichen Heimat wurde aus 137 teilnehmenden Orten beim Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft 2009“ Gosbach mit einem 1. Platz bedacht und eine Goldmedaille verliehen.

Das Wappen der früher selbständigen Gemeinde Gosbach zeigt die Kreuzkapelle auf dem Leimberg. Das Gosbacher Wappen zeigt in Schwarz auf grünem Hügel eine silberne Kapelle mit Dachreiter, rechts ein grüner Baum.

Auendorf

Auendorf
Steinpyramide über Auendorf

Auendorf hieß früher Ganslosen, das 1137 erstmals urkundlich erwähnt wurde Der Name wurde 1849 geändert, da Ganslosen zu den sogenannten Narrenorten zählte (am berühmtesten ist Schilda, die Heimat der Schildbürger), über deren einfältige Bewohner man sich lustig machte. Auendorf hat heute rund 570 Einwohner. Berühmt ist Auendorf nicht nur wegen seines früheren Namens und Rufs, sondern auch wegen seines Hagebuttenmarks, das hier auch weiterhin in traditioneller Weise im Rohverfahren hergestellt wird.

Auendorf ist der einzige Ortsteil der Gemeinde Bad Ditzenbach mit überwiegend evangelischer Bevölkerung. Während das obere Filstal erst seit 1806 ein Teil Württembergs war, gehört Auendorf (Ganslosen) seit 1418 zu Württemberg und wurde mit diesem im Jahr 1534 evangelisch. Die Evangelische Kirchengemeinde Auendorf ist heute noch die einzige öffentlich-rechtliche Körperschaft Auendorfs.

Das Auendorfer Wappen zeigt in Gold ein grüner Hagebuttenzweig mit zwei roten Früchten. Die Ortsfarben sind rot und gold.

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab folgende Sitzverteilung:

CDU 56,3 % +13,8 7 Sitze +2
FWG 43,7 % -13,8 5 Sitze -2

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens von Bad Ditzenbach lautet: In Gold ein bis nahe an den Oberrand erhöhter grüner Dreiberg belegt mit einem goldenen Schalenbrunnen mit aufsteigendem und geteiltem silbernem Wasserstrahl.

Das Wappen zeigt damit symbolisch das Heilbad der Gemeinde und die umgebende Alblandschaft. Ein Schalbrunnen wurde schon in einem frühen Wappen von Bad Ditzenbach verwendet. Die heutige Form wurde aber erst nach der Eingliederung von Auendorf und Gosbach eingeführt. Die Ortsfarben sind Grün-Gelb. Wappen und Flagge wurde am 17. August 1977 durch das Landratsamt Göppingen verliehen.

Das alte Wappen zeigte über einem von Blau und Silber schrägrechts mit Querteilung gerauteten Schildfuß in Silber ein roter Schalenbrunnen mit aufsteigendem und geteiltem blauen Wasserstrahl.

Der Schildfuß mit den bayerischen Rauten sollte daran erinnern, dass der Ort bis 1806 zu Bayern gehörte. Silber und Rot waren die Farben der Grafen von Helfenstein.

Die Flagge war Blau-Weiß.

Wappen und Flagge wurden am 28. Oktober 1959 vom Innenministerium verliehen.[4]

Bad Ditzenbach
Bad Ditzenbach
Bad Ditzenbach-alt
Bad Ditzenbach
Altes Wappen

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bad Ditzenbach liegt direkt an der Bundesautobahn 8 StuttgartMünchen (Anschlussstelle Mühlhausen).

Die Gemeinde gehört der Verkehrsgemeinschaft Stauferkreis an. Die Buslinie 56 verbindet den Ort mit dem nächstgelegenen Bahnhof Geislingen (Steige). Anschluss an die Große Kreisstadt Göppingen besteht mit den Linien 31 und 32. Neben diesen Linien bietet auch die Linie 35 eine Verbindung nach Deggingen, dem Sitz des Schulzentrums (Förderschule, Hauptschule und Realschule).

Bad Ditzenbach war von 1903 bis 1968 durch die Tälesbahn von Geislingen an der Steige nach Wiesensteig (Täleskäther) an das Schienennetz angeschlossen.

Bildung

In Bad Ditzenbach gibt es mit der Hiltenburgschule und der Ulrich-Schiegg-Schule im Ortsteil Gosbach zwei Grundschulen. Außerdem gibt es in allen drei Ortsteilen je einen Kindergarten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Blick auf die Burgruine Hiltenburg
Das Naturdenkmal Tiersteinfels oberhalb von Gosbach
Oberbergfels oberhalb von Bad Ditzenbach

Bad Ditzenbach liegt an der Schwäbischen Albstraße, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei führt. Der Tiersteinfels oberhalb von Gosbach bildet die Kante zwischen Albhochfläche und östlichem Talhang der Gos. Dieses Naturdenkmal des Weißen Jura ist eine Felsgruppe mit Plattformen, vertikalen Klüften und senkrechten Wänden. Er gewährt, ebenso wie der Oberbergfels, eine gute Aussicht in das Obere Filstal.

Gebäude

  • Die Burgruine Hiltenburg
  • Alte Dorfkirche St. Laurentius (15. Jahrhundert)
  • Die Josefskapelle in Gosbach
  • Die katholische Pfarrkirche St. Magnus in Gosbach
  • Die evangelische Stephanuskirche in Auendorf mit der ältesten, noch gespielten Orgel im Landkreis Göppingen
  • Die Kreuzkapelle auf dem Leimberg in Gosbach

Sport und Freizeit

  • Das Thermal-Mineral-Bewegungsbad Vinzenz Therme

Literatur

  • Gemeinde Bad Ditzenbach: Bad Ditzenbach: Heilbad auf der Schwäbischen Alb Horb am Neckar 1996.
  • Karl Kirschmer: Chronik von Auendorf-Ganslosen. Bad Ditzenbach-Auendorf 1984.
  • u.a. Hyacinth Rink: Mineralbad Ditzenbach und seine Heilquellen. Ditzenbach 1931.
  • Gemeinde Bad Ditzenbach, Klaus Limmer: Gosbach in Wort und Bild: ein Heimatbuch mit Beiträgen zur Vergangenheit und Gegenwart. Horb am Neckar 1994.
  • Gemeinde Bad Ditzenbach: Von Ganslosen bis Auendorf: eine Ortschronik; anläßlich des 150-jährigen Jubiläums der Namensänderung von Ganslosen in Auendorf im Jahre 1849. Horb am Neckar 1999.

Weblinks

 Commons: Bad Ditzenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Bad Ditzenbach vom 16. September 1993, zuletzt geändert am 1. Februar 2001
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 291–293
  4. Eberhard Gönner und Heinz Baruda: „Wappenbuch des Landkreises Göppingen“, Herausgegeben vom Landkreis Göppingen und der Archivdirektion Stuttgart, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 1966

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