Bad Dürrenberg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Dürrenberg
Bad Dürrenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Dürrenberg hervorgehoben
51.30194444444412.07104
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Saalekreis
Höhe: 104 m ü. NN
Fläche: 36,13 km²
Einwohner:

12.339 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 342 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06231
Vorwahl: 03462
Kfz-Kennzeichen: SK
Gemeindeschlüssel: 15 0 88 020
Adresse der
Stadtverwaltung:
Fichtestraße 6
06231 Bad Dürrenberg
Webpräsenz: www.stadt-bad-duerrenberg.de
Bürgermeister: Árpád Nemes
Lage der Stadt Bad Dürrenberg im Saalekreis
Sachsen Thüringen Burgenlandkreis Halle (Saale) Landkreis Anhalt-Bitterfeld Landkreis Mansfeld-Südharz Salzlandkreis Bad Dürrenberg Bad Lauchstädt Barnstädt Braunsbedra Farnstädt Kabelsketal Landsberg (Saalekreis) Leuna Wettin-Löbejün Merseburg Mücheln (Geiseltal) Nemsdorf-Göhrendorf Obhausen Petersberg (Saalekreis) Querfurt Salzatal Schkopau Schraplau Steigra TeutschenthalKarte
Über dieses Bild

Bad Dürrenberg ist eine Stadt im Saalekreis im Land Sachsen-Anhalt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt Bad Dürrenberg liegt an der Saale zwischen Leipzig, Merseburg und Weißenfels.

Stadtgliederung

Ortschaft Einwohner Ortsteile
Nempitz Bad Dürrenberg Tollwitz Oebles-Schlechtewitz SaalekreisDistricts of Bad Dürrenberg.svg
Über dieses Bild
Bad Dürrenberg 10.805 Bad Dürrenberg, Balditz, Goddula, Keuschberg, Kirchfährendorf, Lennewitz, Ostrau und Vesta
Nempitz 293 Nempitz
Oebles-Schlechtewitz 209 Oebles-Schlechtewitz
Tollwitz 1.175 Ellerbach, Kauern, Ragwitz, Teuditz, Tollwitz und Zöllschen

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Leuna im Norden, Markranstädt (Landkreis Leipzig) im Osten, Lützen (Burgenlandkreis) im Süden und Weißenfels (Burgenlandkreis) im Westen.

Geschichte

Der heutige Stadtteil Keuschberg ist der älteste Teil der heutigen Stadt. Am 5. Juli 993 wurde der Ort durch Otto I. erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsteil Kirchdorf wurde im Jahr 1248 und Fährendorf erstmals zu Beginn des 14. Jahrhunderts erwähnt. Zu dieser Zeit muss bereits eine namensgebende Fähre existiert haben. Dürrenberg wird erstmals 1431 erwähnt, als Christoph von Schidingen ein Lehnbrief des Merseburger Bischofs Johann II. Bose für Dürrenberg und Puhrendorff (?) nebst Kirchdorff erhält.[2]

Das heutige Standesamt, das ehemalige Salzamt, ist das älteste Steingebäude der Stadt und lässt sich bereits in Urkunden aus dem Hochmittelalter als Königsgut nachweisen.

Borlach-Gedenkplakette

1741 unternahm der kurfürstlich-sächsische Bergrat Johann Gottfried Borlach bei Keuschberg Bohrversuche. Die Bohrung war erst 1763 erfolgreich, seitdem gibt es dort einen ständigen Solefluss mit 10,63 % Salzgehalt. Über diesem ersten Solebrunnen entstand 1765 ein wuchtiger Soleförderturm, der nun nach ihm benannte Borlachturm befindet sich in unmittelbarer Nähe der Gradierwerke. Das Museum im Turm würdigt die Leistungen von Borlach und dokumentiert die Geschichte der Salzgewinnung, die Verarbeitung der Dürrenberger Sole zu Siedespeisesalz und die Entwicklung Dürrenbergs zum Badeort.[3]

Erstmals an das Eisenbahnnetz angebunden werden sollte der Ort im Jahr 1826 mit der Errichtung einer Pferdeeisenbahn von Leipzig nach Dürrenberg; die Pläne wurden jedoch verworfen. Im Jahr 1836 wurde die 4,5 Kilometer lange Tollwitz–Dürrenberger Feldbahn auf einer Spurweite von 585 mm mit dem ersten, 133 m langen, Eisenbahntunnel Deutschlands errichtet. Am 22. März 1856 nahm die Bahnstrecke von Leipzig nach Corbetha über Barneck, Markranstädt, Kötschau und Dürrenberg feierlich ihren Betrieb auf.

Evangelische Kirche

Die Errichtung des ersten Badehauses erfolgte 1845, die erste Saalebrücke wurde 1920 erbaut. Im selben Jahr wurde die Rössener Straßenbahnstrecke in Etappen über Daspig und Spergau bis Fährdorf verlängert, sechs Jahre später dann bis zum Bahnhof Bad Dürrenberg.

Kurpark

Die Großgemeinde Dürrenberg wurde 1930 durch den Zusammenschluss mehrerer kleinerer Gemeinden wie Keuschberg und Kirchfährendorf gebildet. Seit der Verleihung des Prädikates „Bad“ im Jahr 1935 nennt sich Dürrenberg jetzt Bad Dürrenberg. Das Stadtrecht wurde dem Ort im Jahr 1946 verliehen. Die bis dahin selbstständigen Gemeinden Kirchfährendorf und Goddula-Vesta wurden 1950 eingemeindet. Die Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg mit Oebles-Schlechtewitz, Tollwitz sowie seit 1998 Spergau und seit 2006 Nempitz wurde 1994 gebildet.

Wasserhahn im Kurpark

Der Badebetrieb in Bad Dürrenberg wurde 1964 eingestellt, die Produktion von Siedesalz bereits ein Jahr zuvor. Ein neuer Solebrunnen wurde am 24. Juni 2000 in Betrieb genommen. 2003 sanierte man die ehemalige Trinkhalle im Kurpark, die anschließend wieder für Soleanwendungen geöffnet wurde. 2008 wurde der Stadt das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ verliehen.

Eingemeindungen

Oebles-Schlechtewitz wurde am 1. Juli 2008 in die Stadt Bad Dürrenberg eingemeindet.[4] Am 1. Januar 2010 folgten die Eingemeindungen von Nempitz und Tollwitz[5], was die Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Bad Dürrenberg nach sich zog.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1995 Stichtag 31. Dezember. Gebietsstand vom 31. Dezember 2006)

Jahr Einwohner
1990 13.0081
1995 12.214
2000 11.902
2005 11.391
2006 11.287

1 3. Oktober

Politik

Bürgermeister (seit 1990)

  • bis 2001 Thomas Heilmann
  • bis 2008 Jürgen Elste
  • ab 2008 Árpád Nemes

Stadtrat

Der Stadtrat in Bad Dürrenberg hat 29 stimmberechtigte Mitglieder. Er setzt sich aus 28 Stadträtinnen und Stadträten und dem Bürgermeister der Stadt Bad Dürrenberg zusammen.

Die Mandate verteilen sich seit der Kommunalwahl am 25. April 2010 wie folgt:

  • CDU: 6 Mitglieder
  • FDP: 5 Mitglieder
  • DIE LINKE: 4 Mitglieder
  • Freie Wähler (FW): 3 Mitglieder
  • Freie Wählergemeinschaft Tollwitz-Nempitz (FWG-TN): 3 Mitglieder
  • Wählergemeinschaft Pro Bad Dürrenberg (WG-PBD): 3 Mitglieder
  • SPD: 2 Mitglieder
  • Wählergemeinschaft Handwerker und Gewerbetreibende (WG-HuG): 1 Mitglied
  • Neues Forum: 1 Mitglied

Wappen

Das Wappen wurde am 15. April 1947 durch den Minister des Innern der Provinzialregierung Sachsen-Anhalt genehmigt.

Blasonierung: „In Rot über blauem Wasser ein silbernes Gebäude mit turmartigem Dach, schwarzen Fenstern, Tür und silberner Eingangstreppe.“

Das Gebäude im Wappen der Stadt stellt das Wahrzeichen von Dürrenberg, den sogenannten Kunst- oder Borlachturm dar. Die Wellen deuten die geografische Lage der Stadt an der Saale an.[6]

Flagge

Flagge von Bad Dürrenberg

Die Flagge der Stadt Bad Dürrenberg ist weiß - rot (1:1) gestreift.

Städtepartnerschaften

Bad Dürrenberg unterhält Partnerschaften zu Caudebec-lès-Elbeuf in Frankreich, Ciechocinek in Polen, Encs in Ungarn und Melle in Niedersachsen (Deutschland).

Gradierwerk
Borlachmuseum

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Kurpark (10 ha)
  • größtes zusammenhängendes Gradierwerk Europas (636 m lang)
  • Borlachturm
  • Borlachmuseum über die Geschichte des Salzes in der Region
  • Heimatstube
  • Vogel- und Palmenhaus
  • Naturlehrpfad mit Lehrtafeln; führt durch ein Naturschutzgebiet
  • Trimmpfad
  • Älteste Kirche Mitteldeutschlands im Ortsteil Fährendorf
  • Saale-Radwanderweg (7 km auf der Gemarkung)

Geschichtsdenkmale

  • Kriegerdenkmal auf dem Borlachplatz zur Erinnerung an die 151 Gefallenen des I. Weltkrieges, eingeweiht am 23. August 1925
  • Grabstätten für 14 Zwangsarbeiter auf dem Städtischen Friedhof
  • Grabstätten von 18 Zwangsarbeitern auf dem Neuen Friedhof
    St. Bonifatius
  • Denkmal aus dem Jahre 1959 auf dem Alten Friedhof für 41 Zwangsarbeiter aus mehreren Nationen
  • Kriegerdenkmal vor der evangelischen Kirche zum Andenken an die Teilnehmer und Gefallenen des dt.-frz. Krieges 1870/71
  • Kriegerdenkmal an der Kirchfährendorfer Straße im Ortsteil Fährendorf für die Gefallenen des I. Weltkrieges
  • Denkmal auf dem OdF-Platz zur Erinnerung an die „Opfer des Faschismus und des imperialistischen Krieges“
  • Hunnenstein mit dem sagenhaften Abdruck der Hand König Heinrich I. zur Ungarnschlacht 933
  • Bauernstein

Veranstaltungen

  • Brunnenfest (3 Tage jeweils am letzten Juni-Wochenende; zu den Brunnenfesten wird traditionell das „Kleine Borlachspiel“ aufgeführt. Hierbei wird die Erschließung der Quelle dargestellt und es findet eine öffentliche Solemessung statt)
  • Kurkonzerte (Mai bis September, im Kurpark)
  • Ostermarkt (Karsamstag, vor dem Palmen- und Vogelhaus)
  • Bauernmarkt (erster Samstag im September, auf dem Borlachplatz/Apothekerberg/vor dem Palmen- und Vogelhaus)
  • Weihnachtsmarkt (2. Adventwochenende, vor dem Palmen- und Vogelhaus)
Straßenbahnlinie 5
Saalebrücke

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehrsanbindung

Bad Dürrenberg verfügt über einen Bahnhof an der Strecke Leipzig – Weißenfels mit stündlich verkehrenden Regionalbahnen nach Leipzig und Weißenfels. Zudem ist die Stadt mit der Überlandstraßenbahn-Linie 5 (Halle – Kröllwitz – Merseburg – Leuna – Bad Dürrenberg) an den Nahverkehr der HAVAG angebunden. Diese Linie ist mit 30,7 Kilometern die längste Straßenbahnlinie in den Neuen Bundesländern. Des Weiteren gibt es Busverbindungen u. a. nach Markranstädt, Merseburg, Günthersdorf und Kleinkorbetha.

Außerdem liegt die Stadt direkt an der A 9, an der sie eine eigene Anschlussstelle hat.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Carl Bischof (1812–1884), Bergbauingenieur
  • Rudolph Vogel (1847–1923), antisemitischer Reichstagsabgeordneter, geboren im Stadtteil Keuschberg
  • Helmut Pohle (1925–1994), Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer
  • Andreas Ihle (* 1979), Kanute

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Siehe auch

Bestattung von Bad Dürrenberg

Weblinks

 Commons: Bad Dürrenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2010 (PDF; 231 KB) (Hilfe dazu)
  2. N. I Fol. 2b Rep. A 30 a I Nr. 385, Lehnbuch Bischof Johannes Bose, Rittergutsarchiv Wernigerode
  3. Vollständiger Artikel auf Suite101.de über Bad Dürrenberg an der Saale
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  6. Lexikon Städte und Wappen der DDR 1979 Seite 99 ff.

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