Bad Elster
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Elster
Bad Elster
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Elster hervorgehoben
50.28194444444412.234722222222546
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 546 m ü. NN
Fläche: 19,72 km²
Einwohner:

3.744 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 190 Einwohner je km²
Postleitzahl: 08645
Vorwahl: 037437
Kfz-Kennzeichen: V
Gemeindeschlüssel: 14 5 23 040
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 1
08645 Bad Elster
Webpräsenz: www.badelster.de
Bürgermeister: Christoph Flämig
Lage der Stadt Bad Elster im Vogtlandkreis
Tschechien Bayern Thüringen Erzgebirgskreis Landkreis Zwickau Adorf/Vogtl. Auerbach/Vogtl. Bad Brambach Bad Elster Bergen (Vogtland) Bösenbrunn Eichigt Ellefeld Elsterberg Erlbach (Vogtland) Falkenstein/Vogtl. Grünbach (Sachsen) Heinsdorfergrund Klingenthal Lengenfeld (Vogtland) Limbach (Vogtland) Markneukirchen Mühlental Mühltroff Muldenhammer Mylau Netzschkau Neuensalz Neumark (Vogtland) Neustadt/Vogtl. Oelsnitz/Vogtl. Pausa/Vogtl. Plauen Pöhl Reichenbach im Vogtland Reuth (Vogtland) Rodewisch Rosenbach/Vogtl. Schöneck/Vogtl. Steinberg (Vogtland) Triebel/Vogtl. Theuma Tirpersdorf Treuen Weischlitz Werda ZwotaKarte
Über dieses Bild
Kurhaus
König-Albert-Bad
evang.luth. Kirche
Kursächsische Postmeilensäule von 1724 am Kirchberg
Die Weiße Elster in Bad Elster OT Heißenstein, kurz nach der Grenze zu Tschechien
Kurhaus im 19. Jahrhundert
Briefmarke der DDR mit der Aufschrift: "Elster Bad der Werktätigen", Fünfjahrplan 1953, Werktätige vor Kurhaus Elster

Bad Elster ist ein Kurort im sächsischen Vogtlandkreis. Die Stadt ist eines der ältesten Moorheilbäder Deutschlands und liegt im Dreiländereck zwischen Tschechien, Bayern und Sachsen in der Nähe von Plauen und Hof. Sie gehört der grenzüberschreitenden Mikroregion Freunde im Herzen Europas an.

Der im oberen Tal der Weißen Elster liegende Ort ist von höheren waldreichen Bergen umgeben, die vor extremen Temperaturschwankungen schützen.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Elster bis zum Ende des 18. Jahrhunderts

Die Reste einer etwa zwei Kilometer nordwestlich des Ortes Elster gelegenen Ringwallanlage (das sogenannte Alte Schloss), die vermutlich aus der Zeit um 1100 stammt, zeigen, dass schon lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes im Jahre 1324 dort Menschen siedelten.

1412 wurde ein Rittergut erwähnt, das durch Kauf an die Familie von Zedtwitz kam und bis zum Jahr 1800 im Besitz dieses Adelsgeschlechts blieb.

1533 wurde in Adorf und in der Filialkirche Elster die Reformation eingeführt und 1540 der erste evangelische Pfarrer in Elster ordiniert.

Die heilende Wirkung der im Tal der Elster entspringenden Quelle (damals als Säuerling bezeichnet, die heutige Moritzquelle) wurde schon früh erkannt. Georg Leisner, damaliger Plauener Stadtphysikus und Leibarzt des Landesherrn Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz, schrieb 1669, dass „seit undenklichen Zeiten“ nicht nur die Bewohner von Elster dieses Wasser benutzten, sondern dass die Leute sogar aus Adorf kamen und es nach Hause trugen. Auch sei es von ihm „bey vielen unterschiedlichen Patienten mit Nuzen … gebrauchet worden“.

Berühmtester Gast des Ortes war Johann Wolfgang von Goethe, der im Jahr 1795 nach Elster kam und in seinem Werk Hermann und Dorothea die Elsteraner Quelle erwähnte.

(Bad) Elster im 19. und 20. Jahrhundert

Erst 1851 wurde Elster eine selbstständige Pfarrei, 1892 die neugotische St.-Trinitatis-Kirche eingeweiht. Die alte St.-Peter-und-Paul-Kirche wurde abgerissen.

Elster wurde 1848 zum Königlich-Sächsischen Staatsbad erhoben, womit auch die Zahl der Badegäste schnell anstieg. (1848: 129; 1850: 378, 1860: 1.750, 1870: 2450, 1890: 5870, 1900: 8900, 1990: 15.600).

Seit 1875 trägt der Ort den Namen Bad Elster und hat seit 1935 die Stadtrechte. 1880 wurde das Bademuseum Bad Elster als erstes Museum der Stadt und des Vogtlands eröffnet.

Gedenkstätte

Ortsteile

1875 wurden Christiansreuth, Heißenstein, Kessel und Reuth eingemeindet. Zum 1. Januar 1994 kamen die Gemeinden Mühlhausen und Sohl dazu.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1964 31. Dezember):

  • 1834: 0701
  • 1871: 1248
  • 1890: 1120
  • 1910: 2251
  • 1925: 3368
  • 1939: 3546
  • 1946: 3657
  • 1964: 3353
  • 1971: 3336
  • 1990: 4701
  • 2003: 4101
  • 2004: 4060
  • 2007: 3953
  • 2008: 3874
  • 2009: 3843

Politik

Stadtrat

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 51,3 %
 %
40
30
20
10
0
24,7%
23,5%
22,9%
20,0%
8,9%
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+13,8%
-1,6%
-9,6%
-1,1%
-1,4%

In der Legislaturperiode 2009-2014 (gewählt am 7. Juni 2009) wird der Bürgermeister von den Freien Wählern gestellt. Die Sitzverteilung im Stadtrat ist folgende[2]:

  • FDP: 4 Sitze
  • Freie Wähler: 4 Sitze (einschließlich Bürgermeister)
  • Linke: 3 Sitze
  • CDU: 2 Sitze
  • SPD: 1 Sitz
  • Parteilos: 1 Sitz

Wappen

"In Gold eine natürliche Elster auf drei grünen Hügeln; aus dem mittleren bricht eine silberne Quelle hervor, deren Wasser sich im Schildfluss sammelt."

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Gebäude in Bad Elster entstanden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

  • Das Königliche Kurhaus wurde 1888–1890 nach einem Entwurf des Landbaumeisters Trobsch errichtet. Das Gebäude ist ein architektonisches Beispiel der Neorenaissance und ein eindrucksvolles Zeugnis für die Wertigkeit des Staatsbades, seine internationale Bedeutung und seine Akzeptanz durch die Badegäste Ende des 19. Jahrhunderts.
  • Das Albert-Bad wurde um 1908 nach einem Entwurf der renommierten Dresdner Architekten Rudolf Schilling und Julius Graebner (Büro Schilling & Graebner) erbaut.
  • Das König-Albert-Theater, auch als Kurtheater bezeichnet, wurde 1913/1914 nach einem Entwurf der Chemnitzer Architekten Alfred Zapp und Erich Basarke errichtet. Es ersetzte einen Vorgängerbau aus dem Jahr 1888 und wurde nach 1989 umfassend renoviert. Das Theater steht unter der Schirmherrschaft von Alexander Prinz von Sachsen. Aufgrund des ganzjährigen Spielplans ist das König-Albert-Theater zur bedeutendsten Veranstaltungsstätte der Region avanciert, die dem Kulturleben des Vogtlandes sowie der Euregio Egrensis entscheidende Impulse verleiht.
  • Das 1911 eröffnete NaturTheater befindet sich in einem Waldstück und gilt als die älteste Freilichtbühne Sachsens. Im Jahr 2007 wurde es an Open-Air-Erfordernisse angepasst und festlich wiedereröffnet. Seitdem gibt es jährlich von Mai bis September ein Programm aus Oper, Operette, Schauspiel, Konzerten, Kino und Folklore.
  • Die 1892 geweihte evangelisch-lutherische St.-Trinitatis-Kirche in neugotischem Stil besitzt im Innern einige Kunstgegenstände aus der Vorgängerkirche, so z. B. zwei gotische Figuren der Apostel Petrus und Paulus (ca. 1490).
  • Das ehemalige Palasthotel Wettiner Hof wurde 1908 von den Architekten Zapp und Basarke erbaut, nach 1945 wurde es als Sanatorium Karl-Marx-Hof genutzt. Das Gebäude stand unter Denkmalschutz und wartete seit der Wende auf eine dringend notwendige Renovierung. Das zuletzt stark baufällige Gebäude wurde, da sich kein Investor für die Renovierung finden ließ, im Frühsommer 2011 abgerissen.
  • Außerdem gibt es eine Reihe von Kleindenkmälern, wie z. B. die Kursächsische Halbmeilensäule von 1724 und das Schillerdenkmal.

Wirtschaft und Verkehr

Haupterwerbszweig sind der Tourismus und Rehabilitationskuren in sieben Kliniken. Im Jahr 2005 gab es im Ort 35 Beherbergungsstätten, die insgesamt 2400 Betten anboten. Bei knapp 40.000 Übernachtungsgästen wurden im Laufe dieses Jahres rund 540 000 Übernachtungen gezählt.

Der Ort liegt nahe der Bundesstraße 92, allerdings ohne dem Durchgangsverkehr ausgesetzt zu sein.

Es gibt zwei Grenzübergänge nach Tschechien. Am 30. Juni 2008 wurde der ausgebaute Fußgängerübergang nach Rossbach-Pfannenstiel (Hranice-Krásnany) für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen aufgestuft. Am 1. September 2008 wurde nach der Sanierung der Fahrbahn der Übergang nach -Doubrava (Asch-Grün) für Pkw freigegeben [3].

Der Bahnhof von Bad Elster an der Bahnstrecke Plauen–Eger liegt etwa 2,5 Kilometer vom Hauptort entfernt am Rande des Ortsteils Mühlhausen und wird im Zwei-Stunden-Takt von Zügen der Vogtlandbahn angefahren.

Bildung und Forschung

Bad Elster besitzt eine Grund- und eine Mittelschule. Die private medizinische Berufsfachschule Bad Elster, die zu den größten Deutschlands gehört, bildet z. B. zum Masseur und medizinischen Bademeister, Ergotherapeuten, Medizinischen Dokumentationsassistenten und Physiotherapeuten aus.

Eine in Bad Elster beheimatete Abteilung des Umweltbundesamts befasst sich mit den Fachgebieten Trink- und Badebeckenwasserhygiene, Wasseraufbereitung sowie der Toxikologie des Trink- und Badebeckenwassers. Das Institut ging aus dem Forschungsbereich Trinkwasser des ehemaligen Forschungsinstituts für Hygiene und Mikrobiologie der DDR hervor. Von der Weltgesundheitsorganisation wird es als WHO Collaboration Centre for Research on Drinking Water Hygiene geführt.

Das vom Freistaat Sachsen betriebene Institut für Balneologie und Kurortkunde wurde Ende des Jahres 2006 durch den Freistaat Sachsen privatisiert und wird seitdem als privates Institut durch den langjährigen Leiter Ludwig Resch weiter betrieben. Es war bis dahin die einzige staatliche Forschungseinrichtung dieser Art in Deutschland.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Paul Köhler (1854–1940), Mediziner, Gründer einer Kurklinik im Ort
  • 1991 Herbert Jordan (1919–1991), von 1960 bis 1985 Leiter des Instituts für Balneologie im Ort

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

  • Curt Ludwig Ehrenreich von Burgsdorff (1886–1962), von 1921 bis 1927 Direktor des Staatsbades, SA-Mitglied im Generalsrang und in Polen verurteilter Kriegsverbrecher
  • Hermann Richard Otto Knothe (1891–1961), Maler und Grafiker, starb dort
  • Walter Ferdinand Damm (1889–1961), Kunstmaler, lebte und wirkte in Bad Elster, starb dort
  • Hans Brückner (* 1913), LDPD-Politiker, Abgeordneter der Volkskammer, war in Bad Elster als Pelztierzüchter und Textileinzelhändler tätig
  • Pierre Geisensetter (* 1972), Moderator, verbrachte seine Jugend in Bad Elster

Städtepartnerschaft

Weblinks

 Commons: Bad Elster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. statistik.sachsen.de: Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2009. Abgerufen am 26. Juli 2009.
  3. http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/REGIONALES/VOGTLAND/OBERES_VOGTLAND/1356438.html

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