Bad Gleichenberg
Bad Gleichenberg
Wappen von Bad Gleichenberg
Bad Gleichenberg (Österreich)
Bad Gleichenberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Feldbach
Kfz-Kennzeichen: FB
Fläche: 13,7 km²
Koordinaten: 46° 52′ N, 15° 54′ O46.86666666666715.9317Koordinaten: 46° 52′ 0″ N, 15° 54′ 0″ O
Höhe: 317 m ü. A.
Einwohner: 2.249 (1. Jän. 2011)
Bevölkerungsdichte: 164 Einwohner je km²
Postleitzahl: 8344
Vorwahl: +43 3159
Gemeindekennziffer: 6 04 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bad Gleichenberg 57
8344 Bad Gleichenberg
Website: www.bad-gleichenberg.gv.at
Politik
Bürgermeisterin: Christine Siegel (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
9 ÖVP, 4 SPÖ, 1 Grüne, 1 FPÖ
Lage der Gemeinde Bad Gleichenberg im Bezirk Feldbach
Auersbach Aug-Radisch Bad Gleichenberg Bairisch Kölldorf Baumgarten bei Gnas Breitenfeld an der Rittschein Edelsbach bei Feldbach Edelstauden Eichkögl Fehring Feldbach Fladnitz im Raabtal Frannach Frutten-Gießelsdorf Glojach Gnas Gniebing-Weißenbach Gossendorf Grabersdorf Hatzendorf Hohenbrugg-Weinberg Jagerberg Johnsdorf-Brunn Kapfenstein Kirchbach in Steiermark Kirchberg an der Raab Kohlberg Kornberg bei Riegersburg Krusdorf Lödersdorf Maierdorf Merkendorf (Steiermark) Mitterlabill Mühldorf bei Feldbach Oberdorf am Hochegg Oberstorcha Paldau Perlsdorf Pertlstein Petersdorf II Pirching am Traubenberg Poppendorf Raabau Raning Riegersburg Sankt Anna am Aigen Sankt Stefan im Rosental Schwarzau im Schwarzautal Stainz bei Straden Studenzen Trautmannsdorf in Oststeiermark Unterauersbach Unterlamm Zerlach Leitersdorf im RaabtalLage der Gemeinde Bad Gleichenberg im Bezirk Feldbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Bad Gleichenberg ist ein vielbesuchter Kurort mit 2249 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011) im südöstlichen Hügelland der Steiermark. Die heutige Gemeinde (Bezirk Feldbach) entstand 1968 aus den früheren Gemeinden Bad Gleichenberg (Kurbad seit 1926) und Dorf Gleichenberg. Die Heilquellen werden seit der Römerzeit genutzt und entwickelten sich zum ausgeprägten Curbad in der Zeit des Biedermeier.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage und Geologie

Bad Gleichenberg liegt etwa 42 km südöstlich der Landeshauptstadt Graz und 9 km südlich der Bezirkshauptstadt Feldbach am Ostrand des Steirischen Hügellandes. Zwischen diesen fast parallelen Hügelketten der Riedel entwässern fast alle Bäche nach Süden zur Mur, die ihrerseits zum Flusssystem Drau/Donau gehört. Nur jenseits der Gleichenberger Kogeln fließt ein Bach nach Norden zur Raab.

Geologie der Oststeiermark und Erdbeben seit 1900. Im Südosten das Steirische Hügelland (hell), umrahmt vom Grazer Bergland (braun) und Kalkbergen (lila). Rechts unten Bad Gleichenberg, nach Norden eine Kette erloschener Vulkane (graue Punkte, Auswahl)

Geologisch ist die Umgebung geprägt durch den Wechsel zwischen jungtertiärem Hügelland, quartären Sedimenten in den Paralleltälern und der oststeirischen Vulkankette des Miozän. Zu letzterer gehören die Doppelgipfel der Gleichenberge (598 m) direkt nördlich des Ortes und der Stradnerkogel (609m) etwa 3 km im Süden. Sie sind Teil der langgestreckten transdanubischen Vulkanregion, die von Slowenien über das Hügel- und Burgenland (Pauliberg) in die pannonische Tiefebene reicht.

Nachbargemeinden

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Bad Gleichenberg gehören die Ortschaften Bad Gleichenberg, Gleichenberg Dorf und Klausen.

Geschichte

Erste Siedlungsspuren reichen in die Jungsteinzeit zurück und haben vermutlich mit der guten Wasserqualität zu tun. Vor etwa 5.000 Jahren entstand am Wickenberghügel beim heutigen Ortszentrum ein kleines Dorf, das älteste bisher entdeckte Dorf der Steiermark. Aus der Pfahlbauzeit wurden 1872 einige Tongefäße, Steinäxte und -Hämmer entdeckt.

Die Gleichenberger Heilquellen wurden zumindest seit der Römerzeit genützt. Vom sogenannten Römerbrunnen fand man 1845 in vier Meter Tiefe einen guterhaltenen Brunnenkranz, darunter 74 römische Münzen und 12 versteinerte Haselnüsse aus dem 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr.

Die Burg Gleichenberg (Alt-Gleichenberg) wurde erstmals 1185 als Glichenberch unter einem Burgverwalter Hermann erwähnt. Sie stand seit etwa 1170 an der strategisch günstigen Engstelle am Südausgang der Klausenschlucht. 1302 ging sie von den Herren von Wildon in den Besitz der Walseer über und wurde 1945 - am Ende des Zweiten Weltkriegs - zerstört. Überreste der Burg sind heute als Meixnerstube erkennbar.

Im 14. Jahrhundert errichteten die Walseer gegenüber der alten Wehranlage die Burg Neu-Gleichenberg. Sie kam 1581 in den Besitz der Familie Trauttmansdorff, wurde durch einige Hexenprozesse (crimen Magiae) bekannt und im 17. Jahrhundert zum Schloss ausgebaut. Durch Kriegshandlungen schwer beschädigt, wurde es nach 1945 von der Familie Stubenberg erworben, aber durch eine Feuersbrunst 1983 endgültig zerstört.

Entwicklung zum Kurort

Von 1830 bis 1848 war Mathias Constantin Capello Reichsgraf von Wickenburg (1794-1880) Gouverneur der Steiermark. 1833 machte ihn der Grazer Arzt Dr.Werlè (ein Schwager Erzherzog Johanns) auf die Quellen und ihre Heilwirkung aufmerksam. Graf Wickenburg war von der landschaftlichen Schönheit und dem milden Klima des Ortes sofort angetan und beschloss, ihn als Kurort allgemein zugänglich zu machen.

Den Grundstein zum Curbad Gleichenberg legte Wickenburg, ein enger Freund des Fürsten Metternich, bereits am 10. Mai 1834. 1841 begann der Bau der Kirche (fertiggestellt 1845) und des Klosters Bad Gleichenberg, 1888 wurde beides den Franziskanern übergeben. Doch erst 1940 wurde Gleichenberg eine selbständige, von den Franziskanern betreute Pfarre.

Die Entstehungszeit von Bad Gleichenberg liegt im Biedermeier. Die Gründung fällt in die Regierungszeit von Kaiser Franz I., als sich der Ort entfaltete regiert Kaiser Franz Joseph I. Am 22. Juni 1926 wurde dem Kurort das Beiwort Bad'# verliehen. Mit 1. Jänner 1968 wurden die Gemeinden Dorf Gleichenberg und Bad Gleichenberg zusammengelegt.

Seit nunmehr 175 Jahren ist Bad Gleichenberg durch das angenehm heilsame pannonische Klima sowie die sieben Heilquellen ein Kurort im Steirischen Thermenland. Der Ort ist eingebettet in einer vulkanischen Gartenlandschaft - dem „grünen Salon“ - und beschützt von den „gleichen Bergen“. Herrschaftsvillen aus der Biedermeierzeit prägen das Ortsbild.

Am 1. Mai 2008 wurde das neue Heilbad mit Kurhaus und Hotel (Life Medicine Resort des Kurhaus Bad Gleichenberg) eröffnet. Nach wie vor steht die Behandlung von Erkrankungen der Luft- und Atemwege sowie der Haut (Neurodermitis und Schuppenflechte)im Mittelpunkt. Ein Novum stellt die Kältekammer zur Behandlung von Schmerzen des Bewegungsapparates und Migräne dar. Der Patient hält sich bei dieser Therapie etwa drei Minuten bei minus 110 Grad auf, um seine Schmerzen zu lindern.

Bad Gleichenberg ist ebenfalls ein Schulort. Die Landesberufsschule für Tourismus, die Tourismusschule der Wirtschaftskammer sowie die Fachhochschule Joanneum mit den Studiengängen Gesundheitsmanagement im Tourismus, Diätologie und Ergotherapie haben hier ihren Standort.

Heilquellen

„Gleichenberg, Badeort in Steiermark, Bezirkshauptmannschaft Feldbach, liegt 330m ü.M. in anmutigem Hügelland nahe der ungarischen Grenze, ist ein Komplex eleganter, in Parkanlagen zerstreuter Villen und hat ein Schloß, eine schöne Kirche, ein Fremdenhospital, ein Theater und mit dem Dorf gleichen Namens (1880) 1411 Einwohner. Von den bereits den Römern bekannten Heilquellen von G. hat der Hauptbrunnen, die Konstantinquelle (17,5°C), im allgemeinen dieselbe Zusammensetzung wie die Emser Quellen bei stärkerem Prozentgehalt an kohlen-saurem Natron und Chlornatrium und ist wie diese angezeigt gegen die Katarrhe aller Schleimhäute und zwar zunächst gegen jene der Verdauungswege sowie weiterhin mit Rücksicht aus das milde, wind-stille, feuchtwarme Klima gegen jene der Luftwege mit ihren Folgezuständen. Außer den alkalisch muriatischen Quellen des Kurortes selbst (Konstantin-, Emma-, Werlequelle, Römerbrunnen) entspringt in dessen Nähe die gegen Chlorose renommierte Klausener Stahlquelle und der als Luxusgetränk beliebte und vielversandte Johannisbrunnen, ein alkalischer Säuerling. Der Export sämtlicher Quellen beträgt ca. 250,000 Flaschen, der jährliche Besuch des Kur-ortes 4200 Personen. Andre Kurmittel sind: kohlensaure Bäder, Fichtennadelbäder und Inhalationen, Schwimmbassin mit Kaltwasserheilanstalt, Milch- und Molkenkur etc. G. mit seiner Umgebung ist reich an schönen Punkten, darunter das Erzherzog Johann Monument, der Parapluie mit Rundsicht, das alte Schloß G., der vulkanische, bewaldete Doppelkegel der Gleichenberge, der imposante Felsen der Riegersburg mit schönem Schloß, der Schloßberg von Kapfenstein und das Basaltplateau des Hochstraden. Vgl. die Badeschriften über G. von Hausen (Wien 1882), Clar (das. 1886), Höffinger (Graz 1885).“

– (Auszug aus Meyers Konversations-Lexikon von 1888)

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

Wirtschaft

Verkehr

Der Ort ist Endpunkt der Landesbahn Feldbach–Bad Gleichenberg von Feldbach über Gnas. In der Nähe der Stadt befindet sich das Funkfeuer GBG einer internationalen Luftstraße.

Der Ort selbst wird weiters mit einem Citybus erschlossen, welcher den Ortskern mit dem Bahnhof, der Therme, dem Friedhof nächst dem Styrassic Park sowie anderen Ortsteilen wie Gleichenberg Dorf verbindet. Der Bus verkehrt in keinem Takt jedoch ungefähr jede Stunde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bad Gleichenberg zählt zu den ältesten Kurorten von Österreich.

Parks und Freizeitangebote

Der Kurpark von Bad Gleichenberg hat eine Größe von 20 ha und zählt zu den schönsten Landschaftsgärten Österreichs. Er wurde ab 1837 von Emma Gräfin von Wickenburg (geb. Gräfin Grimaud d´Orsay) nach Plänen des Feldmarschall Baron von Welten angelegt. In Bad Gleichenberg befindet sich auch ein 9-Loch-Golfplatz, der 1998 umgebaut wurde. Die Golfsaison läuft von März bis November.

Weiters befindet sich dort der Styrassic Park (Dinosaurier Park).

Jugend

Ein Treffpunkt für die Gleichenberger Jugend ist der Skaterpark. Er liegt direkt hinter der Tennishalle, die sich am Rand des Kurorts befindet.

Kulinarische Spezialitäten

In der Region gibt es mehr als acht Haubenlokale und zahlreiche Buschenschanken. Besonders geschätzt werden das Steirische Kürbiskernöl und die jungen Steirischen Weine.

Weblinks

 Commons: Bad Gleichenberg – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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