Bad Griesbach i. Rottal
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Griesbach i.Rottal
Bad Griesbach im Rottal
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Griesbach i.Rottal hervorgehoben
48.4513.2453Koordinaten: 48° 27′ N, 13° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 453 m ü. NN
Fläche: 70,18 km²
Einwohner: 8478 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 121 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94086
Vorwahl: 08532
Kfz-Kennzeichen: PA
Gemeindeschlüssel: 09 2 75 124
Stadtgliederung: 7 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Schloßberg 18
94086 Bad Griesbach i.Rottal
Webpräsenz:
Bürgermeister: Jürgen Fundke (Überparteiliche Wählergem.)

Bad Griesbach im Rottal (amtlich: Bad Griesbach i.Rottal) ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Passau. Der Kurort liegt im Niederbayerischen Bäderdreieck.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Bad Griesbach i. Rottal liegt in der Region Donau-Wald an der Grenze zum Landkreis Rottal-Inn. Der Kurort liegt 25 km südwestlich von Passau, 20 km südlich von Vilshofen an der Donau, 20 km östlich von Pfarrkirchen und 10 km nördlich von Rotthalmünster.

Es existieren folgende Gemarkungen: Bad Griesbach i. Rottal, Buchet, Grieskirchen, Karpfham, Reutern, Sankt Salvator und Weng.

Nachbargemeinden

Gemeinsam mit Bad Füssing und Bad Birnbach bildet Bad Griesbach i. Rottal das Niederbayerische Bäderdreieck.

Geschichte

Eine erste urkundliche Erwähnung findet die "Burg Griesbach" um das Jahr 1076. Der Ort war Sitz eines Pflegamts und gehörte zum Rentamt Landshut. Er wurde von den pfälzischen Truppen 1504 völlig zerstört, bald danach aber wieder aufgebaut. 1778/79 war Griesbach österreichisch besetzt. Griesbach i.Rottal war vor 1806 Teil des Kurfürstentums Bayern und besaß ein Marktgericht mit magistratischen Eigenrechten. 1802 wurde Griesbach Sitz eines Landgerichts. Die Stadterhebung Griesbachs erfolgte am 2. September 1953. Die bayerische Gebietsreform von 1972 brachte die Eingemeindung der Gemeinden Karpfham, Parzham, Reutern, St. Salvator und Weng, der Verlust des Landratsamts löste aber zwangsweise einen Wandel der Wirtschaftsstruktur aus. Nach der Entdeckung der Thermalquellen von Bad Füssing standen die erfolgreichen Bohrungen nach Thermalwasser in den Jahren 1972/73 im Gemeindeteil Schwaim für eine Orientierung hin zum Kurwesen.

Therme

Schon 1973 wurde die Stadt als staatlich anerkannter Luftkurort ausgewiesen. 1977 wurde ein kommunales Kurmittelhaus eröffnet. 1979 erfolgte die staatliche Anerkennung der drei Thermalquellen, den Namensgebern des Dreiquellenbades. 1985 verlieh das Innenministerium der Stadt Griesbach für den Bereich des Thermalzentrums den Titel Heilbad. Um Verwechslungen zu vermeiden, wurde 2000 mit der Anerkennung des offiziellen Titels Bad für das gesamte Stadtgebiet das Thermalgebiet, welches vormals seit 1985 allein den Titel Bad Griesbach trug, in Bad Griesbach-Therme umbenannt. Unter Einheimischen ist jedoch die Bezeichnung als Kurgebiet üblich. Die im Kurgebiet im Jahr 1973 erschlossenen drei Quellen Nikolausquelle, Marienquelle und Karlsquelle sind bis zu 60 °C warm und kommen aus bis zu 1.522 Metern Tiefe.

Einwohnerentwicklung

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 6182, 1987 dann 7029, im Jahr 2000 8571, 2004 8540 und im Jahr 2008 8446 Einwohner gezählt. Bad Griesbach nimmt unter den 38 Gemeinden des Landkreises Passau hinter den Städten Vilshofen an der Donau, Pocking und Hauzenberg den vierten Rang ein.

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister Jürgen Fundke (FWG), gewählt 2008 per Stichwahl mit 57,81 %, ist der Nachfolger von Robert Erdl (CSU), der 2002 für Konrad Ebner (CSU) gewählt wurde. Dieser wiederum folgte Edmund Mitzam (Überparteiliche Wählergemeinschaft).

Gemeindesteuereinnahmen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2005 2.155.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen umgerechnet 1.038.000 € netto.

Städtepartnerschaften

Seit dem 19. August 2006 besteht mit Friesach im Bundesland Kärnten der Republik Österreich eine Städtepartnerschaft. Patenstadt ist Passau, Patengemeinde ist Fürstenzell.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Stadtpfarrkirche Hl. Familie

Bauwerke

  • Stadtpfarrkirche Hl. Familie
  • Kloster Sankt Salvator mit prächtiger Kirche, heute Pfarrkirche der Pfarrei Sankt Salvator
  • Kurmittelhaus
  • Pfarrkirche Johannes der Täufer und Wallfahrtskirche St. Wolfgang in Weng
  • Pfarrkirche in Karpfham
  • spätgotische Kirche in Reutern
  • Bruder Konrads Geburtshaus in Parzham

Eisenerzschürfstellen

Im Bad Griesbacher Forst kann man frühzeitliche Eisenerzschürfstellen besuchen. Bei dem Trichtergrubenfeld handelt es sich um das Geotop Nr. 275 G 003, das im Geotopkatataster von Bayern dokumentiert ist. [1]

Freizeit

In Bad Griesbach befindet sich eine der größten Golfanlagen Europas bestehend aus sechs 18-Loch-Meisterschaftsplätzen, drei 9-Loch- und zwei 6-Loch-Plätzen sowie die nach eigenen Angaben größten Golfschule der Welt. Im Kurpark befindet sich der Fitness-Park. Bei den fünf Trainingsinseln im Fitness-Parcours lassen sich individuelle Übungen zu Koordination, Kraft und Ausdauer zusammenstellen. Daneben besteht der Finnenweg und der Barfußweg.

Das Freizeitangebot der Stadt umfasst Radfahren, Wandern, Reiten, Tennis spielen und Minigolfen. Ein Hochseilgarten und 17 verschiedene Nordic Walking Strecken stehen den Freizeitsportlern zur Auswahl. Mit 150 Kilometern ausgewiesener Wegstrecke und einer einzigartigen Marathon-Route bildet Bad Griesbach nach Eigenangaben das größte Nordic Walking Zentrum Deutschlands. Wanderer finden in dem sehr gut ausgebauten Wegenetz auch verschiedene Themenwege wie Landwirtschaftsweg, Waldlehrpfad sowie die Pilgerwege "Via Nova", Emmausweg und ein Teilstück des Jakobsweges. Weitere Freizeitangebote: Freibad mit 80-Meter-Rutsche, Schnapsmuseum, Ballonhafen, Städtische Galerie und Galerie im Schlosshof, Geburtshaus des Hl. Bruder Konrads in Parzham, Kloster Asbach (Zweigstelle des Bayerischen Nationalmuseums)

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Badfest, Bad Griesbach-Therme, jeweils Ende Juni
  • Lampionfest mit Altstadtlauf, Bad Griesbach-Altstadt, jeweils Ende Juli (seit 1967)
  • Ballontreffen, Bad Griesbach-Therme, jeweils Mitte August
  • Karpfhamer Fest, Bayerns drittgrößtes Volksfest mit der Rottalschau, jeweils Ende August (etwa 4 km außerhalb von Bad Griesbach)
  • Rottaler Nordic Walking Marathon, 11, 21 oder 42 Kilometer, jeweils Mitte September

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 56, im Produzierenden Gewerbe 342 und im Bereich Handel und Verkehr 174 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 2361 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2735. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 7 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 5 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 215 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 4364 ha. Davon waren 3732 ha Ackerfläche und 588 ha Dauergrünfläche.

Gesundheit und Kur

Bei Bad Griesbachs Thermalwasser handelt es sich um drei natürliche, fluoridhaltige Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Quellen. Sie kommen mit Temperaturen von 30°, 38° und 60° Celsius aus bis zu 1 522 Meter Tiefe. Damit werden alle Arten von Rheuma, Verdauungs- und Stoffwechselprobleme sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates behandelt. Das Wasser ist auch anerkannt als Trinkkur bei Knochenentkalkung (Osteoporose) und Altersatrophie des Knochenskeletts. Es gibt Kliniken und Zentren für Rehabilitation und AHB (z.B. für Orthopädie, Rheumatologie, Neurologie, Innere Medizin, Kardiologie, Urologie, Geriatrie, für Sportmedizin, Alkoholentzug, Heilfasten, Dialyse und Burn out syndrom). Angeboten werden im Rahmen einer ambulanten Badekur verschiedene gesundheitsfördernde Maßnahmen wie Arztvorträge, Entspannungstechniken, Bewegungstraining oder Ernährungsseminare. Die Bad Griesbacher Badeärzte können Mitgliedern von Gesetzlichen Krankenkassen außerdem entsprechende Heilmittel wie Massagen oder Krankengymnastik verordnen. Beliebt sind vor allem die Krankenkassen-geförderten Präventionsangebote.

Daneben gibt es sowohl im Thermalzentrum als auch in der Altstadt eine Vielzahl von Schönheitsfarmen, Kosmetiksalons und Wellness-Einrichtungen, die sich um das Wohlergehen von Kur- und Urlaubsgästen kümmern.

Tourismus

Einen wesentlichen Faktor zum Aufschwung des Ortes und der Region brachte die Erschließung der Thermalheilquellen, die der ehemalige Bürgermeister Hartl vorantrieb und durch sein Engagement realisiert wurde. Dadurch konnten zahlreiche Hotels und Kliniken auf dem jetzigen Thermalgebiet erstellt werden, in denen seit einigen Jahren ein reger Kur- und Badebetrieb vielen Gästen und Patienten zur Gesundheit verhilft sowie für die vielen anderen Menschen aus der Region dadurch Brot und Arbeit gesichert wird. 2008 verzeichnet der Ort ca. eine Million Übernachtungen.

Einige der wichtigsten Kliniken am Ort sind:

  • KWA Klinik Stift Rottal
  • Klinik St. Wolfgang
  • Reha-Zentrum Passauer Wolf
  • Fachklinik St. Lukas
  • Sanatorium St. Michael
  • Kurwaldklinik

Medizinische und therapeutische Betreuung finden die Gäste aber auch in den vielen Hotels und Appartementhäusern. In Bad Griesbach-Therne und Bad Griesbach-Altstadt gibt es insgesamt zwölf Häuser mit drei Sternen, sechs Vier-Sterne-Hotels, drei Fünf-Sterne-Hotels sowie einen Fünf-Sterne-Campingplatz mit Thermalwasser und eigener Kurabteilung am Platz. Über 40 Privatvermieter sind bereits klassifiziert.

Eine weitere wirtschaftliche Stütze neben dem Thermalbetrieb stellt der Golfsport dar. In Bad Griesbach i. Rottal ist Europas Golf Resort Nr. 1 daheim. Der Golf Club Sagmühle und das Hartl Golf Resort weisen gemeinsam sechs 18-Loch-Meisterschaftsplätze, drei 9-Loch-Plätze sowie einen 6-Loch-Kindergolfplatz auf. Zu den beiden Golfclubs zählen mehrere tausend Mitglieder.

Die enge Verbindung von Golf- und Wellnessangeboten ist kennzeichnend für Bad Griesbach als touristisches Ziel.

Verkehr

Bad Griesbach i. Rottal ist über die Anschlussstelle 116 an die Autobahn A 3 angeschlossen. Außerdem besteht eine direkte Verbindung mit der Landeshauptstadt München über die B 388. Es existiert ein großflächiges öffentliches Verkehrsnetz in der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Passau, mit dem die umliegenden Dörfer und Städte problemlos erreicht werden können. Darüber hinaus besitzt Bad Griesbach i.Rottal mit dem nahegelegenen Karpfham einen Bahnhof, von dem aus Nahverkehr aus Richtung Mühldorf sowie nach Passau besteht. Des Weiteren verfügt Bad Griesbach mit dem 25 km entfernt liegenden Flugplatz Vilshofen über eine wichtige infrastrukturelle Einrichtung. Er kann von propeller- wie düsengetriebenen Flugzeugen gleichermaßen angeflogen werden. Genutzt wird dieser aus gewerblichen, wie auch aus touristischen Beweggründen.

Bildung

Im Jahr 2008 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 2 mit 194 Kindern
  • Kinderhort: 1 mit 29 Kindern
  • Ganztagsbetreuung: 1 mit 40 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 354 Schülern
  • Realschulen: 1 mit 578 Schülern
  • Volkshochschule: 1 mit 439 Kursen und ca. 10.000 Teilnehmern
  • Altenpflegeschule: 1 mit 64 Schülern

Behörden

Bad Griesbach ist Standort für das Finanzamt Passau, Außenstelle Bad Griesbach. Seit Oktober 2005 befindet sich in den Räumlichkeiten des Schlosshofs 2 das verbliebene Büro des Forstreviers Bad Griesbach.

Persönlichkeiten

Bruder Konrads Geburtshaus
  • Der Heilige Konrad von Parzham (bürgerlich Johann Birndorfer) wurde am 22. Dezember 1818 im Weiler Parzham, welcher ca. 2 km von der Altstadt entfernt liegt, geboren. Der Geburtsort des Heiligen, der sog. Bruder-Konrad-Hof − ein typischer Rottaler Vierseithof, ist die einzige erhaltene Geburtsstätte eines Heiligen in Deutschland und kann besichtigt werden.
  • Der Bildhauer Wenzeslaus Jorhan (um 1695−1752) lebte ab etwa 1720 in Griesbach und führte hier seine Bildhauerwerkstätte.
  • Sein Sohn, der Bildhauer Christian Jorhan der Ältere (1727−1804) ist in Griesbach geboren.

Sonstiges

Franz Beckenbauer ist gemeinsam mit dem ehemaligen Bürgermeister Alois Hartl seit 2003 Ehrenbürger der Stadt Bad Griesbach.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Website des LfU

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