Bad Honnef
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Honnef
Bad Honnef
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Honnef hervorgehoben
50.6457.226944444444575
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis:
Höhe: 75 m ü. NN
Fläche: 48,3 km²
Einwohner:

25.213 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 522 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53604
Vorwahl: 02224
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 008
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
53604 Bad Honnef
Webpräsenz: www.bad-honnef.de
Bürgermeister: Wally Feiden (SPD)
Lage der Stadt Bad Honnef im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild
Bad Honnef vom Drachenfels aus gesehen

Bad Honnef (bis 1960 Honnef) ist eine Stadt im Rhein-Sieg-Kreis am Südrand Nordrhein-Westfalens, auf der östlichen Rheinseite gegenüber der Stadt Bonn gelegen.

Bekannt geworden ist die ehemalige Kurstadt überwiegend durch ihren Ruf als „rheinisches Nizza“. Im Stadtteil Rhöndorf hatte Konrad Adenauer, der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, bis zu seinem Tod im Jahr 1967 seinen Wohnsitz.

In den letzten Jahren hat sich die ehemalige Kurstadt zu einer wichtigen Tagungs- und Kongressstadt entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Blick über den Bahnhof nach Bad Honnef

Bad Honnef liegt am östlichen, orografisch rechten Rhein-Ufer und am Fuße des Siebengebirges, das den nördlichen Abschluss des Rheinischen Schiefergebirges und somit den Beginn des Übergangs vom Mittelrhein in den Niederrhein markiert. Das westliche Drittel des 48,3 Quadratkilometer großen Stadtgebietes lässt sich naturräumlich der Honnefer Talweitung zuordnen. Sie kennzeichnet sich linksrheinisch durch ein über 100 m hohes Steilufer, dem rechtsrheinisch ein wesentlich breiterer, halbmondartig aufgeweiteter Talbereich gegenüberliegt und nimmt die die beiden Inseln Grafenwerth und Nonnenwerth auf. Das mittlere Drittel des Stadtgebietes bildet das Siebengebirge und das östliche Drittel mit dem Stadtbezirk Aegidienberg liegt auf der Asbacher Hochfläche, gehört damit zu den nordwestlichen Ausläufern des Westerwalds.

Das Stadtgebiet umfasst den südlicheren Teil des Naturschutzgebiets und Naturparks Siebengebirge. Dort liegen unter anderem die Berge Löwenburg, Himmerich, Großer Breiberg, Leyberg und Ölender. Unmittelbar oberhalb des Bad Honnefer Zentrums befinden sich die Reichenberger Höhe (194 m ü. NN) sowie die Augustushöhe (206 m ü. NN). Die südlich des Schmelztals gelegenen Berge des Stadtgebiets zählen zum Rheinwesterwälder Vulkanrücken, großräumiger zum Niederwesterwald. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist mit 455 m ü. NN die Löwenburg, der tiefste Bodenpunkt befindet sich mit 50 Metern am Rheinufer in Rhöndorf. Die Stadtmitte liegt bereits 20 Meter über der Höhe am Rheinufer. Ins Siebengebirge hinauf führen – von Nord nach Süd – das Rhöndorfer Tal, das Annatal (mit dem Möschbach), das Tretschbachtal, das Schmelztal sowie das Mucher Wiesental. Der im Schmelztal verlaufende und in den Rhein mündende Ohbach weist von den Bächen des Stadtgebiets die höchste Abflussmenge auf.

Die ehemalige Kurstadt befindet sich im äußeren „Speckgürtel“ der Stadt Bonn und ist zehn Kilometer vom Bundesviertel entfernt, das durch die dort ansässigen Bundesministerien, -behörden, internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und mehreren Global Playern einen Arbeitsplatzschwerpunkt mit erheblicher nationaler und internationaler Ausstrahlung darstellt.

Die Ruine der Löwenburg – Mit 455 m der höchste Bodenpunkt im Stadtgebiet

Stadtgliederung

Bad Honnef wird gewöhnlich in den Stadtbezirk Aegidienberg und in die Stadtteile Stadtmitte, Selhof, Rhöndorf unterteilt. Diese Aufteilung dient als Hilfsmittel z. B. für Schul- und Wahlbezirke und das Ortsstraßenverzeichnis.[2]

Das berglagige Aegidienberg als ehemalige Gemeinde, vom Rest der Stadt durch das Siebengebirge abgetrennt, ist ein eigener Stadtbezirk mit einem eigenen Bürgerbüro. Für diesen Stadtbezirk existiert ein Bezirksausschuss, der aus 15 Mitgliedern besteht. Ihm gehören höchstens 12 sachkundige Bürger an. Weitere Stadtbezirke und sonstige administrative Untergliederungen der Stadt bestehen nicht.

„Vogelbrunnen“ in der Fußgängerzone

Stadtmitte

Stadtmitte ist der größte Stadtteil Bad Honnefs und das Zentrum der Stadt mit der Fußgängerzone und dem Hauptgeschäftsbereich. Sie hat sich aus den ehemaligen Honnschaften Mülheim, Beuel, Bondorf, Rommersdorf und Reitersdorf sowie dem erst später besiedelten Lohfeld gebildet.

Reitersdorf wurde als „Retersdorpht“ 893 im Prümer Urbar erwähnt nach der erstmaligen Erwähnung einer „villa rateresthorp“ 866. Grabungen haben 1981 die Grundmauern einer befestigten Anlage freigelegt, die auch schon 1870 entdeckt worden war, aber wieder zugeschüttet wurde. Diese Burg wurde um 1270 erbaut. 1288 wurde „Castrum Reyterstorp“ Lehen des Grafen von Jülich und anschließend erweitert. Vor 1317 wurden die Burg und die Ortschaft zerstört und 1517 letztmalig als „Rettersdorf“ in einem Schatzbuch der Jesuiten von Köln erwähnt. Die Burgruine ist heute das Zentrum eines weitläufigen Parks, an dessen südlichen Rand sich ein Pflegeheim befindet.

In dem am Rhein gelegenen Lohfeld befindet sich ein größeres Industriegebiet, außerdem im Westen die Insel Grafenwerth. Bondorf, Rommersdorf und Beuel stellen den höchstgelegenen Teil der Bebauung in der Tallage dar und liegen am Hang. Insbesondere Rommersdorf ist ein beliebter Wohnort.

An der Hauptstraße befinden sich mehrere historische Gebäude, so der renovierte Kursaal und das Gebäude der Elly Hölterhoff-Böcking Stiftung und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Reste der Burg Reitersdorf
Weinberge in Rhöndorf am Hang des Drachenfelses

Rhöndorf

Hauptartikel: Rhöndorf

Rhöndorf liegt im Norden an der Grenze zu Königswinter und ist mit der Stadtmitte zusammengewachsen. Da es der Wohnort des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer war, ist es wohl der bekannteste Stadtteil. Im Norden befinden sich ausgedehnte Weinberge am Hang des Drachenfels, die den Ort neben der Ausstellung in der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus zu einem beliebten Touristenziel machen. Die Ortsmitte Rhöndorfs ist der „Ziepchesplatz“, um den herum sich im Ortskern zahlreiche Fachwerkhäuser befinden.

Selhof

Hauptartikel: Selhof

Selhof liegt im Süden der Tallage Bad Honnefs und grenzt an Rheinbreitbach. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Stadtteil 1068 als Selehova. Er erstreckt sich in West-Ost-Richtung von der Bundesstraße 42 bis zu den Bergen Zickelburg und Menzenberg sowie in Nord-Süd-Richtung von der Landesstraße 144 bis zum Honnefer Graben und dem Grenzwald zu Rheinbreitbach. In Selhof befindet sich auch das Schloss Hagerhof.

Aegidiusplatz, Marktplatz in Aegidienberg

Aegidienberg

Hauptartikel: Aegidienberg

Der Stadtbezirk Aegidienberg ist der ehemalige Wohnort von Carlo Schmid und Heinz Günther Konsalik. Er besteht aus den Ortsteilen Aegidienberg, Brüngsberg, Efferoth, Himberg, Höhe, Hövel, Neichen, Orscheid, Retscheid, Rottbitze, Siefenhoven, Wintersberg und Wülscheid, die sich auf verschiedene Anhöhen verteilen. Der Stadtbezirk befindet sich östlich des zum Siebengebirge gehörenden Honnefer Stadtwaldes und wird von der Bundesautobahn 3 und der Ende 2002 eröffneten Trasse der ICE-Neubaustrecke Köln–Frankfurt durchschnitten. Im Gegensatz zur Tallage bestehen dort noch großflächige Waldbereiche. Im Norden grenzt Aegidienberg an das zu Königswinter gehörende Eudenbach, in dem sich das Segelfluggelände Eudenbach befindet, im Osten und Süden an mehrere zu Windhagen gehörende Ortsteile.

Nachbarstädte und -gemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Bad Honnef. Sie werden im Uhrzeigersinn, im Norden beginnend genannt:

Stadt Königswinter, Ortsgemeinde Windhagen (Verbandsgemeinde Asbach), Ortsgemeinde Rheinbreitbach (Verbandsgemeinde Unkel), Stadt Remagen (Oberwinter und Rolandswerth) und Bundesstadt Bonn (Stadtbezirk Bad Godesberg). Damit grenzt Bad Honnef an drei Gemeinden der rheinland-pfälzischen Landkreise Neuwied und Ahrweiler.

Klima

Das Klima des Talbereichs wird hauptsächlich von der Lage am Südhang des Siebengebirges bestimmt, das es gegen die rauen Nord- und Ostwinde schützt. Warme, aus West und Süd kommende Luftströmungen sorgen ganzjährig für ein mildes Klima. Alexander von Humboldt nannte Bad Honnef aufgrund dieser günstigen klimatischen Gegebenheiten das „rheinische Nizza“. Diese Bedingungen waren auch die Voraussetzung für den guten Ruf Honnefs als Kurort insbesondere für Hals-, Brust- und Lungenleiden, den die Stadt lange Zeit genoss.

Im Bergbereich (Siebengebirge und Aegidienberg) sind die Temperaturen gewöhnlich etwa zwei Grad Celsius niedriger und der Wind ist stärker.

Geschichte

Der nachstehende Text behandelt die Geschichte der Tallage Bad Honnefs, die Geschichte Aegidienbergs wird im Artikel Aegidienberg behandelt.

Anfänge in der fränkischen Zeit

Seit der fränkischen Zeit ist die Besiedelung der Region um Bad Honnef nachweisbar. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 922 als Hunapha. Das Land war in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts in der Hand der Pfalzgrafen aus dem Hause der Ezzonen, die um 1060 Besitz und Gerechtsame an die Kölner Kirche abtraten. Besonders der Weinanbau zog den Adel und kirchliche Institute an. Neben der Kölner Kirche hatten das Stift St. Cassius in Bonn (1148), ferner die Abtei Siegburg, das Stift Dietkirchen in Bonn sowie das Kloster Heisterbach und andere geistliche Institute Besitz in Honnef.[3] Im Jahre 1108 ging die Herrschaft an die Grafen von Sayn über, die die Löwenburg errichteten. Die dortigen Ritter beherrschten das ganze 12. Jahrhundert das Gebiet „Herrschaft Lewenberg“, das neben Honnef auch Teile des nördlicheren Gebietes wie Nieder- und Oberdollendorf sowie Beuel und das Gebiet an der Sieg umfasste. Honnef war Sitz dieser Herrschaft und des Hauptgerichtes.

Der „Besitz Lewenburg“ geriet 1252 in die Hände des Grafen Heinrich von Sponheim, der sich später Heinrich von Heinsberg nannte. Der Besitz wechselte 1344 zu den Grafen von Loen, die ihn durch Heirat einer Erbin mit dem Grafen Johann von Nassau-Saarbrücken 1448 an diese Familie abgeben mussten.

Honnef unter dem Herzogtum Berg

Die komplizierten und unklaren Besitzverhältnisse verursachten über Jahrhunderte verschiedene Fehden. Aus einer dieser Besitzstreitigkeiten ging Herzog Wilhelm von Jülich und Berg als Sieger hervor, an den das Gebiet am 14. März 1484 überging und so zum Amt Löwenburg innerhalb des Herzogtums Berg wurde. Verschiedene Kirchen und geistige Institute hatten zu dieser Zeit Besitz in Honnef. Die Gemarkung Honnef bestand seit 1382, der Gerichtsbezirk seit 1412. Ein Schöffenkolleg am Honnefer Hochgericht ist 1376 genannt, ein erzbischöflicher Amtmann ebenfalls 1376. 1343 wird zum ersten Mal ein Pfarrer erwähnt.

Das Herzogtum Berg bestimmte die Geschichte Honnefs über Jahrhunderte. Unter dieser Herrschaft wurde es mehrere Male verwüstet. 1543 wurden zahlreiche Häuser bei einem Kampf zwischen Herzog Wilhelm IV. und Kaiser Karl V. zerstört. Von diesem Vorfall erholte sich Honnef schnell. 1520 hielt die Lehre Luthers einzug, worauf es mehrere Jahrzehnte zu Streitigkeiten um die Besetzung von kirchlichen Ämtern kam. Im Truchsessischen Krieg wurde Honnef ein weiteres Mal verwüstet. In der darauffolgenden Zeit mussten die Honnefer den eingefallenen Soldaten Lebensmittel und Geld liefern.

Honnef gehörte 1597 zu den Orten zwischen Küdinghoven und Hönningen, die sich in der „Linzer Eintracht“ zusammenschlossen und sich gegenseitige Hilfeleistung im Falle von kriegerischen Überfällen zusicherten. 1630 fielen die Schweden in das kölnische Gebiet ein, was Honnef aber gut überstand. Nach der Gegenreformation kam es ab etwa 1670 immer wieder zu religiösen Streitigkeiten. Der Friede von Nymwegen beendete 1678 diese Auseinandersetzungen und die Honnefer Bevölkerung erholte sich. Ein schwerer Schlag bedeutete die Einnahme Honnefs durch französische Truppen 1689, die den Ort plünderten und niederbrannten. 1695 wurde Honnef unter der Führung von Engländern aber wieder besetzt. Durch diese Geschehnisse sank der Wohlstand der damaligen Gemeinde im 17. Jahrhundert ständig. Während des Dreißigjährigen Krieges starben zahlreiche Winzerfamilien aus und zogen fort, außerdem wuchs die Steuerlast beständig an.

1792 wurden in der 2.940 ha großen Gemarkung Honnef 999 Morgen als Ackerland, 783 Morgen als Rebland und 60 Morgen als Wiesen genutzt. In 333 Häusern lebten 2.333 Einwohner.[3]

Nachdem Napoleon 1806 den Rheinbund geschaffen hatte, wurde das Herzogtum Berg unter französischer Verwaltung zum Großherzogtum Berg. Als Großherzog wurde zunächst der Schwager Napoleons Joachim Murat ernannt, 1807 ernannte sich Napoleon persönlich selbst zum Großherzog von Berg, bevor er seinen Neffen Charles Louis Napoléon Bonaparte, den Sohn von Louis Bonaparte (1806–1810 König von Holland), als Großherzog einsetzte. Auf Veranlassung Napoleons wurde 1808 das Großherzogtum in die vier Departements Ruhr, Ems, Rhein u. a. mit Honnef und Sieg eingeteilt und das Lehnswesen aufgehoben. Zum 1. Januar 1810 führte Napoleon auch rechtsrheinisch das französische Recht (Code civil) ein.[4]

Am 28. Januar 1813 kam es zu einem Aufstand gegen die wachsenden Steuern, die Handelssperre und das Leiden wegen Napoleons Kriegen. In den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 waren Honnefer als Angehörige des Landsturms vom Siebengebirge aktiv.

Evangelische Erlöserkirche (1900)

Honnef in der preußischen Zeit

Im Wiener Kongress 1815 fielen die ehemaligen rheinischen Territorien, darunter auch das Großherzogtum Berg, an das Königreich Preußen. Nach der Einführung der preußischen Verwaltung war Honnef eine Gemeinde in der Bürgermeisterei Königswinter. Die preußische Herrschaft fiel in eine durch Missernten und Dürre hervorgerufene Not, wodurch die Lebensmittelpreise stark anstiegen. 1822 wurden die rheinischen Gebiete zur Rheinprovinz zusammengefasst. Die wirtschaftliche Lage Honnefs stabilisierte sich 1823 wieder. Als 1824 die durch die preußische Regierung beabsichtigte Abschaffung des französischen Rechts auf starken Widerstand der Bevölkerung stieß, wurde das Vorhaben wieder aufgegeben.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde zeitweise Bergbau (Blei-, Zinkerze) im Schmelztal betrieben. Der Bau von Landstraßen in den Jahren 1850–1855, so eine Straße von Königswinter über Honnef nach Linz am Rhein (1851/52) und 1855 eine von Honnef nach Asbach, förderte die Industrialisierung Honnefs.[3] Ab 1855 wurde die rechtsrheinische Bahnstrecke gebaut, die entlang des Rheins verläuft. Ihre Inbetriebnahme im nördlichen Abschnitt Neuwied–Oberkassel 1870 begünstigte die weitere Entwicklung der Stadt.

Honnef um 1900

Nach jahrelangen Bemühungen gelang es den Honnefern 1862, das Stadtrecht zu erhalten. Damit schied die Gemeinde aus der Bürgermeisterei Königswinter aus und wurde als eigene Bürgermeisterei Honnef selbstständig. Auch das alte Wappen besaß nun wieder Gültigkeit. Die Ablehnung Preußens durch die Honnefer Bevölkerung legte sich und Honnef überstand die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 relativ unversehrt. In den Friedensjahren 1871 bis 1914 erlebte Honnef einen bisher nicht gekannten Aufschwung. In dieser Zeit entstanden im Zentrum zahlreiche bis heute stadtbildprägende Villen und Geschäftshäuser im Stil der Gründerzeit- bzw. Historismus-Architektur. Wirtschaftlich wurden große Teile des Stadtgebiets bis Ende des 19. Jahrhunderts für den Weinbau nutzbar gemacht. 1891/92 entstand auf der Augusthöhe oberhalb der Stadt die schlossartige Lungenklinik Hohenhonnef, die zum Aufschwung der Stadt wesentlich beitrug. In diesen Jahren richtete die schwedische Königin Sophie von Schweden einen Sitz in Honnef ein, den sie zwischen 1892 und 1906 mindestens zehnmal nutzte.

Hohenhonnef

Der dritte Bürgermeister nach der Loslösung von Königswinter, Theodor Waechter, vollendete den Bau eines Wasserwerks. Unter seiner Amtszeit wurde auch ein neues Gaswerk errichtet, die Straßen und Wege ausgebaut und verschönert und der Fremdenverkehr angetrieben. Auch die Einweihung einer neuen evangelischen Kirche am 2. Dezember 1900 fällt in seine Amtszeit. Sein Nachfolger P. J. Brenig (Amtszeit 1908 bis 1919) bemühte sich weiter um die Förderung des Fremdenverkehrs, indem er eine Brücke zur Insel Grafenwerth sowie auf der Insel eine Anlegebrücke für Dampfschiffe bauen ließ. 1913 besuchten schon 4.830 Kurgäste die Stadt, deren Ruf als Kurort durch die Bezeichnung Honnefs als „deutsches Nizza“ durch Alexander von Humboldt sogar über die Landesgrenzen hinweg drang. Durch den guten Ruf als Stadt mit hoher Lebensqualität stieg die Einwohnerzahl rasant an, mehrere große Landhäuser wurden errichtet, in denen viele Rentner und Kaufleute aus den näheren Großstädten verweilten.

„Aalschokker Aranka“ mit Blick zum Drachenfels zwischen Festland und Insel Grafenwerth

1897 wurde eine Mineralquelle entdeckt, im Jahr darauf wurde ein Badehaus errichtet. 1901 kaufte die Stadtverwaltung die im Mittelpunkt der Stadt gelegene Villa Haarhaus und baute sie in ein Kurhaus um. Die Quelle wurde 1902 von einer holländischen Gesellschaft gekauft. 1906 kam die Firma August Lepper, die sich später im Lohfeld niederließ, 1908 die Firma Penaten nach Honnef. Da schon mehrere Fabriken errichtet worden waren und um den Ruf Honnefs als Luftkurort nicht zu gefährden, verhinderte man ein weiteres Ansiedeln der Industrie.

Den Ersten Weltkrieg überstand die Stadt relativ gut, auch wenn zwischenzeitig Zwangsverwaltung der Lebensmittel eingeführt wurde. Nach dem Krieg aber litt die Stadt unter den hoher Arbeitslosigkeit, die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich zuerst immer mehr.

1921 wurde die Insel Grafenwerth vom Staat angekauft, am 27. September 1925 die Siebengebirgsbahn von ihrem bisherigen Endhaltepunkt in Königswinter bis Honnef verlängert. Dadurch wuchs der Ausflugs- und Fremdenverkehr. Das kulturelle Geschehen wurde wieder belebt, der Kursaal wieder zum Schwerpunkt gesellschaftlicher Feiern. 1925 wurde eine „literarische-musikalische Gesellschaft“ gegründet. Häufig fanden Konzerte, Dichterlesungen und Schauspielveranstaltungen statt. Auch Sport- und Gesangsvereine wurden gegründet und bereicherten das gesellschaftliche Leben. Eine Vereinigung von Freunden der Heimatgeschichte bildete sich. In einem neuen Heimatmuseum wurden geschichtlich wertvolle Erinnerungsstücke zusammengetragen. Die Krisenjahre der Weimarer Republik spiegelten sich auch in Honnef wieder: 1923 besetzten Separatisten von Koblenz kommend die Stadt und verwüsteten u. a. den Kursaal. Die einheimische Bevölkerung der benachbarten unbesetzten Orte organisierte einen bewaffneten Selbstschutz. Bei Aegidienberg kam es im November 1923 zu Zusammenstößen der Einheiten, die als „Schlacht“ bezeichnet und als Separatistenabwehr glorifiziert wurden. Zwei Einheimische und mehrere Separatisten kamen ums Leben. Nur einen Tag später sorgten französische Truppen für den Abtransport der Separatisten. Die Vorgänge waren Teil der Separatistenbewegung, die die Gründung einer „Rheinischen Republik“ beabsichtigten.

Da in Honnef eine starke kommunistische Ortsgruppe existierte, aus der der Reichstagsabgeordnete Wilhelm Pinnecke als führende Persönlichkeit herausragte, verschärfte sich in der Endphase der Weimarer Republik die Konfrontation mit der ebenfalls erstarkenden nationalsozialistischen Ortsgruppe.

Feuerschlößchen

In der nationalsozialistischen Zeit entwickelte der neue Bürgermeister eine Reihe von Ideen, um die Stadt aus der wirtschaftlichen Misere zu führen. Auf seinen Vorschlag hin wurde die Gauführerschule des Gaues Köln-Aachen 1934 von Wahn nach Honnef in das leerstehende so genannte „Feuerschlößchen“ in Bondorf verlegt. Seine Pläne für ein Separatistenabwehrdenkmal und einen Thingplatz an der Löwenburg verliefen nach anfänglichen Aktivitäten im Sande. Die Bohrung einer zweiten Mineralquelle auf der Insel Grafenwerth 1938 und der Bau eines Freibades dort brachten einen Aufschwung für den Kurort.

Im November 1938 wurde die an der Linzer Straße in der Nähe des O-Bachs gelegene Honnefer Synagoge, vormals eine evangelische Kirche, in Brand gesteckt und auf diese Weise zerstört. Viele jüdischen Einwohner emigrierten. Die nach 1939 in Honnef lebenden Juden mussten ihre Wohnungen verlassen und wurden alle in einem (nun rein jüdischen) Haus in Honnef konzentriert. Von hier aus hatten sie dann in ein Lager in Much umzusiedeln. Von Much aus erfolgte im Juli 1941 der Transport in den Osten zu ihrer Ermordung.

Während des Krieges blieb Honnef von Bombenangriffen weitgehend verschont. Zu den wenigen Zerstörungen gehörte die der Penaten-Fabrik. Aus diesem Grund verlegten auswärtige Behörden ihren Sitz in die Stadt, unter anderem Teile des Oberpräsidiums für die Rheinprovinz aus Koblenz. Zur Abhilfe des personellen Notstandes arbeiteten zahlreiche Kriegsgefangene und später Zwangsarbeiter, vor allem Frauen aus der Sowjetunion, in Honnef. Nach dem Übergang amerikanischer Truppen über die Remagener Ludendorff-Brücke kam es zwischen dem 9. und 10. März 1945 zu Kämpfen um Honnef, da hier ein deutscher Panzervorstoß gegen den Brückenkopf geführt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Die SPD kam 1949 in Honnef unter

Nach der Entscheidung des Bundestags für Bonn als Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland kam die SPD 1949 kurzzeitig in Honnef unter. 1935 war der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer nach Rhöndorf gezogen. 1949 fand in seinem Wohnhaus die sogenannte „Rhöndorfer Konferenz“ statt, in der die Grundlagen für die politische Struktur nach der ersten Bundestagswahl geschaffen wurden. Nachdem Adenauer 1967 in seinem Wohnhaus verstarb, wurden 1970 die ersten Führungen durch das Haus angeboten. 1975 wurde in einem Neubau unterhalb des Hauses eine Ausstellung über sein Leben veröffentlicht. 1997 wurde das Ausstellungsgebäude neu gestaltet und zieht nach wie vor zahlreiche Touristen nach Bad Honnef.

Von 1953 bis 1958[5] wurde die Bundesstraße 42 neben der rechtsrheinischen Bahnstrecke neugebaut, was den Neubau von drei Fußgängerbrücken über die Bundesstraße und die Bahntrasse erforderlich machte, um den Rheinuferbereich mit den Straßenbahnhaltestellen (heute Stadtbahn) nicht vom Rest der Stadt abzutrennen. Dem Neubau der Bundesstraße musste auch der Rhöndorfer Bahnhof weichen, der unterhalb der Straßenbrücke neu aufgebaut wurde. Ebenfalls anlässlich des Straßenbaus wurde der Bahnhof Honnef (Rhein)[6] 1957 umfassend verändert, wobei das Gebäude seinen klassizistischen Stil verlor sowie das Stellwerk verlegt wurde. 1958 erfolgte die Elektrifizierung der Bahnstrecke.[7] Am 27. Januar 1960 erhielt die Stadt den Zusatz „Bad“. In diesem Jahr wurde auch die Kurklinik Siebengebirge eröffnet. 1962 wurde das Mineralschwimmbad auf der Insel Grafenwerth abgerissen und bis 1963 durch einen Neubau ersetzt, gleichzeitig mit der Errichtung der neuen Trinkhalle. Ebenfalls 1963 siedelte sich das Deutsch-französische Jugendwerk (DFJW) in einem Gebäude an der Hauptstraße in Rhöndorf an. 1969 ging die Kurklinik Drachenfels in Betrieb.

1967 hatte Honnef 16.269 Einwohner, von denen 149 in der Land- und Forstwirtschaft, 2.730 im verarbeitenden Gewerbe und 3.487 im Dienstleistungsbereich tätig waren. In 55 Industriebetrieben arbeiteten 3.319 Personen, den 1.880 Auspendlern standen 1.646 Einpendler gegenüber. An öffentlichen Einrichtungen waren 1967 vorhanden: ein Freibad, 2 Sportplätze, 3 Kindergärten, 6 Turnhallen, 2 Krankenhäuser mit je 150 Betten, 4 Volksschulen, 4 Sonderschulen, eine Realschule und 2 Gymnasien.[3]

Rathaus Bad Honnef

Im Zuge der kommunalen Neugliederung am 1. August 1969 wurde aus dem aufgelösten Amt Königswinter-Land die Gemeinde Aegidienberg als neuer Stadtbezirk Bad Honnef zugeschlagen.[8][9] Zuvor war auch ein Zusammenschluss Aegidienbergs mit den Berggemeinden Ittenbach, Heisterbacherrott, Oberpleis und Stieldorf erwogen worden.[10] Wegen des Wachstums der Stadt stießen die Räume im damaligen Rathaus am Markt an ihre Kapazitätsgrenzen, so dass nach den Plänen des Architekten Joachim Schürmann in den Jahren 1982/83 im Ortszentrum ein neues entstand. 1977 wurde der neue Hauptsitz der Bad Honnefer Stadtsparkasse eröffnet, 1980 eine Fußgängerzone eingerichtet.

Die Einnahmen aus dem Kurtourismus begannen in der einsetzenden Wirtschaftskrise ab 1980 und der folgenden Sparmaßnahmen der Krankenversicherungen deutlich abzunehmen. Ein Skandal um Abrechnungen zwischen der Bad Honnef AG als Betreiber der Kurkliniken und der Bundesversicherungsanstalt führte 1982 zum Entzug der Belegungszusage für die Drachenfelslinik und 1983 zu deren Schließung. In diesem Jahr musste Bad Honnef den Titel „Heilbad“ abgeben, weil die Auflagen zur Erfüllung dieses Titels – die schon zur Ausweisung von Produktionsstätten wie der Firma Delu-Becker führten – für die Stadt wirtschaftlich schwer zu verkraften waren.[11] Der recht plötzliche Wegfall des Kurtourismus zwang die Stadt zu einem rasanten Strukturwandel. 1984 wurde auf dem Gelände der ehemaligen Drachenfelsklinik ein neues Altenheim eröffnet, 1986 in der vormaligen Kurklinik Siebengebirge das Seminaris-Hotel Bad Honnef als wichtiger Baustein des Wandels zur Tagungs- und Kongressstadt. Bereits im Herbst 1982 hatte die Akademie für Führungskräfte der Deutschen Bundespost neue Räumlichkeiten im Süden von Selhof, unterhalb von Menzenberg bezogen.

Am 18. August 1988 endete nahe Bad Honnef, auf der Autobahn 3 Richtung Frankfurt am Main, das Gladbecker Geiseldrama. Ein Sonderkommando der Polizei rammte den Wagen der Verbrecher Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski und stoppte somit ihre sinnlose Irrfahrt. Die Geisel Silke Bischoff wurde beim Zugriff erschossen. An der Stelle des Zugriffs erinnerten lange Jahre nur ein kleines Holzkreuz und ein eigens gepflanzter Baum an die Tragödie. Das Kreuz wurde 2002 beim Bau der ICE-Strecke von Köln nach Frankfurt entfernt. Die Errichtung einer Gedenkstätte scheiterte zunächst an Bedenken des Ordnungsamts,[12] konnte im August 2009 jedoch umgesetzt werden. Neben dem Baum befindet sich nun eine Gedächtnisskulptur, die von der Autobahn aus sichtbar ist, außerdem wurde an einer nahegelegenen Autobahnbrücke eine Gedenktafel angebracht.[13]

Anfang der 1990er Jahre wurde der historische Kursaal für acht Millionen Mark von der Stadt renoviert, um dort Tagungen und gesellschaftliche Ereignisse stattfinden zu lassen. Des Weiteren wurde zu Beginn der 1990er-Jahre die Siebengebirgsbahn von der Straßen- zur Stadtbahn ausgebaut, verbunden damit war eine Takterhöhung und der fast vollständige Neubau aller drei im Stadtgebiet liegenden Haltestellen. 1996 wurde der Neubau des Katholisch-Sozialen Instituts am Rande Selhofs eröffnet, das 1999 zum Medienkompetenzzentrum des Erzbistums Köln ausgebaut wurde. 1998 wurde das über 20 Millionen Mark teure Avendi-Hotel als weiterer Baustein des Wandels zur Tagungs- und Kongressstadt eröffnet. Bis Ende der 1990er-Jahre entstand im Honnefer Süden ein zweites Gewerbegebiet und ein neues Versorgungszentrum um den „Hit“-Markt herum, das Ende der 2000er-Jahre nochmals erweitert wurde. 2011 wird von dort mit der sogenannten „Drieschweganbindung“ eine kurze Straßenverbindung zum Gewerbegebiet von Rheinbreitbach und zur Bundesstraße 42 geschaffen.

1998 wurde im „Feuerschlößchen“ die Internationale Fachhochschule Bad Honnef-Bonn eröffnet, deren Schwerpunkt im Touristikbereich liegt. In der Fachhochschule, die seit ihrer Gründung rasant gewachsen ist und 2000/2001 auf das ehemalige St.-Anno-Gelände umzog, werden etwa 1.500 Studenten ausgebildet. Das erweiterte Gelände auf der ehemaligen St.-Anno-Handelsschule war für Bad Honnef das wichtigste Projekt im Rahmen der „Vereinbarung über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn“ (deren Grundlage das Berlin/Bonn-Gesetz schuf), die für den Umzug von Teilen der Bundesregierung nach Berlin vorsieht, dass die Region unter anderem zum Standort international tätiger Wissenschaftsinstitutionen ausgebaut werden soll. Eine weitere vom Bund geförderte Maßnahme war die grundlegende Modernisierung der Selhofer Jugendherberge.

Im Mai 2000 wurde Bad Honnef vom Regierungspräsidenten Jürgen Roters der Titel „Erholungsort mit Kurmittelbetrieb“ verliehen. Er soll Bad Honnef als Gesundheitsstandort stärken. Im selben Monat wurde das für 4,5 Millionen Mark modernisierte Freibad auf der Insel Grafenwerth eröffnet. In diesem Jahr verlagerte die bekannteste der Honnefer Industriefirmen, Penaten, nach einem Beschluss des Mutterunternehmens Johnson & Johnson ihre Produktion nach Italien und Frankreich, wobei der Standort Bad Honnef zum Teil erhalten blieb. Ende 2000 verließ das Deutsch-Französische Jugendwerk sein bisheriges Domizil in Rhöndorf, um nach Paris und Berlin umzuziehen.

Ebenfalls Ende 2000 wurden das Hotel Avendi, der renovierte Kursaal, das Seminaris-Tagungshotel und ein Wellnesshotel zum Kongresspark Bad Honnef zusammengefasst. Im März des Jahres wurde mit dem Gewerbegebiet Rottbitze in Aegidienberg das dritte dieser Art eröffnet, dessen Infrastruktur bis Ende 2002 vollständig fertig gestellt wurde. Seitdem haben sich im ca. 140.000 Quadratmeter großen Gelände dort zahlreiche Firmen niedergelassen, über 20 Millionen Euro investiert und ungefähr 300 Arbeitsplätze geschaffen. Unweit des neuen Gewerbegebietes in Rottbitze entwickelte sich bis 2005 ein neues Versorgungszentrum unter anderem mit mehreren Tankstellen und Discountern. Am Dachsberg befindet sich zur Zeit ein weiteres Gewerbegebiet in Umsetzung.

Am 1. Juli 2002 erschien nach 121 Jahren die letzte Ausgabe der Honnefer Volkszeitung (HVZ), der bis zuletzt kleinsten Tageszeitung in Deutschland. Die Honnefer Volkszeitung wurde vollständig in den Bonner General-Anzeiger integriert, die das bisherige Blatt mit Archiv und Gebäuden übernahm und es seitdem als Lokalausgabe für den Siebengebirgsraum und den nördlichen Kreis Neuwied verwendet. Der General-Anzeiger hatte die HVZ bereits 1989 für vier Millionen Mark gekauft. 2003 schloss nach rund drei Jahrzehnten das Bad Honnefer Hallenbad an der Endhaltestelle der Siebengebirgsbahn. Im Februar 2010 eröffnete dort ein Kulturzentrum, dessen Mittelpunkt eine Diskothek bildet.[14]

Im September 2009 verhinderten die Bad Honnefer Einwohner per Bürgerentscheid die Einrichtung eines Nationalparks Siebengebirge.

Entstehung des Namens

Die angeblich erstmalige Nennung Honnefs zu Anfang des 8. Jahrhunderts als „Honffa“ ist historisch nicht haltbar, da die ihr zugrunde liegende Inschrift nach neueren Forschungen aus sehr viel späterer Zeit stammt. 922 wurde es in latinisierter Form als „Hunapha“, 1102 als „Hunephum“, 1173 als „Hunepha“ und 1283 als „Hunippe“ in verschiedenen lateinischen Urkunden erwähnt. In deutscher Form erschien 1120 der Name „Hunefeh“, 1173 und 1278 „Hunefe“, und 1395 wurde der Name „Hunff“ in einer Drachenfelser Ausgabenrechnung festgehalten. Im Nekrologium von Nonnenwerth wird die damalige Siedlung „Hunnffe“ und in der Chronik von Erkelenz „Honff“ genannt.

Entstanden ist der Name wahrscheinlich aus den Silben „hohn“ und „höhnchen“. Ersteres könnte von verschiedenen Ortsnamensendungen des Westerwaldes, die ähnlich hießen („han“, „hahn“, „hohn“, „hagen“) abgestammt sein, „Am höhnchen“ hieß ein Waldbezirk. Honnef war deshalb wahrscheinlich der Name für ein Walddorf. Früher nahm man unter anderem an, der Stadtname hätte seine Ursprünge im keltischen „on“ (hon=Fels) und der Name würde demnach „Gut vor dem Felsen“ bedeuten. Andere Versionen führen den Namen auf einen Bach zurück oder dem „Hofe des Hunno“, der im Mittelalter der damaligen Honschaft vorstand.

Die 1317 und 1393 urkundlich belegte Bezeichnung „Hunff“ wird auch als „tierreiches Wasser“ interpretiert, bezugnehmend auf die beiden sich bei Bad Honnef vereinigenden Rheinarme.[15]

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerentwicklung Bad Honnefs folgte bislang dem Trend der Region Bonn/Rhein-Sieg, allerdings stiegen die Einwohnerzahlen deutlich langsamer an als in den stark wachsenden benachbarten Städten und Gemeinden des Rhein-Sieg-Kreises. Seit der kommunalen Neuordnung 1969 gab es ein Wachstum von ca. 6.000 Einwohnern, davon ungefähr die Hälfte im Bergbereich, also Aegidienberg.

Die zukünftige Entwicklung wird von der Ausweisung neuer Bebauungsgebiete in der Berglage abhängen, da in der Tallage entweder kaum noch freie, bebaubare Flächen vorhanden sind oder eine Bebauung aus anderen Gründen wie dem Naturschutz nicht erfolgen kann. Man erwartet hier auch in Zukunft steigende Preise für Bauland. Die Bertelsmann-Stiftung prognostiziert eine im Vergleich zur Region überdurchschnittlich stark alternde Bevölkerung. Allerdings hat Bad Honnef bereits seit langem ein überhöhtes Durchschnittsalter, was auf die große Anzahl von Seniorenresidenzen zurückzuführen ist.

2000 wurde Bad Honnef zur mittleren kreisangehörigen Stadt, da es die dafür vorgesehene 25.000-Grenze überschritt. Obwohl die Einwohnerzahl zwischenzeitlich wieder unter diese Grenze gefallen war, behält sie den Titel noch weiter. Die Anzahl der Gesamtbevölkerung inklusive der hohen Anzahl von Zweitwohnsitzen lag am 26. Mai 2006 mit 26.977 um fast 2.000 höher als die offizielle, vom Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW ermittelte Einwohnerzahl.

Im Folgenden die Einwohnerentwicklung von Bad Honnef (bis 1970 ohne Aegidienberg):

Jahr Einwohner[16] Jahr Einwohner
1816 2.369 1975 20.903
1843 3.104 1980 20.907
1871 3.707 1985 20.467
1925 8.197 1990 22.577
1939 9.281 1995 24.462
1950 13.948 2000 25.004
1970 15.830 2005 25.241

Politik

Seit 2000 ist Bad Honnef eine mittlere kreisangehörige Stadt und nimmt als solche zusätzliche Aufgaben wahr.[17]

Stadtrat

Die 50 Sitze des Stadtrates verteilen sich wie folgt:

(Stand: 30. August 2009)[18]

CDU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen haben für die Wahlperiode 2009 bis 2014 eine Zusammenarbeit vereinbart.

Bürgermeister

Zeitraum Bürgermeister
1861–1877 Clemens Joseph Adams
1877–1889 Aloys Hubert Schumacher
1889–1907 Theodor Waechter
1907–1919 Peter Joseph Brenig
1919–1929 Albert Berns
1929–1933 Alfred von Reumont
1933–1934 Heinrich Behr
1934–1935 kom. von Wittich
1935–1945 Johannes „Hans“ Schloemer
1945–1946 Heinrich Goertz
1946–1949 Jakob Mölbert
1949–1952 Peter Rustemeyer
1952–1962 Jakob Mölbert
1962–1972 Franz Joseph Kayser
1964–1972 Jakob Mölbert
1972–1982 Franz Joseph Kayser
1982–1990 Werner Osterbrink
1990–1999 Franz Joseph Kayser
1999–2004 Hans-Peter Brassel
seit 2004 Wally Feiden

Wappen

Blasonierung: „Von Silber (Weiß) und Rot dreißigmal geschacht, in der oberen Hälfte belegt mit einem durchgehenden, fünflätzigen blauen Turnierkragen.“

Das Wappen war das Schild der Grafen von Sponheim-Heinsberg als Erinnerung an die mittelalterliche Herrschaft Löwenburg, deren Hauptort Bad Honnef war. Das geschachte Feld geht auf ein Schöffensiegel von 1374[19] zurück.[20]

Städtepartnerschaften

Bad Honnef unterhält seit 1976 eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Berck (lokal Berck-sur-Mer), nach dem auch die südliche der zur Insel Grafenwerth führenden Brücken benannt ist. Eine Partnerschaft mit der sächsischen Kleinstadt Wittichenau wurde am 26. August 1990 eingegangen. Da Konrad Adenauer im italienischen Dorf Cadenabbia regelmäßig seinen Urlaub verbrachte, wurde 1992 mit dem Ort in der Lombardei eine Partnerschaft aufgebaut. Die vierte und bislang letzte Partnerschaft ging Bad Honnef am 31. Oktober 2000 mit dem schwedischen Ludvika ein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Neben den Kirchen in Berg und Tal sind auch noch zahlreiche andere historische Gebäude bis heute erhalten geblieben, überwiegend im Bereich der Stadtmitte und Rhöndorf. Der Ortsteil Rommersdorf besteht mehrheitlich aus Fachwerkhäusern, die zu den ältesten in Bad Honnef zählen. An der Hauptstraße sind prunkvolle Gebäude aus der Zeit um 1900 gelegen.

St. Johann Baptist

Ein Wahrzeichen der Stadt ist die dreischiffige, kurz nach 1500 errichtete Pfarrkirche St. Johann Baptist am Markt. Die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Kirche St. Martin ist das Wahrzeichen Selhofs. Inmitten einer Hauptstraße in Rhöndorf liegt die 1714 bis 1716 erbaute Kapelle „Maria Heimsuchung“. Ebenfalls in diesem Stadtteil liegt das bedeutendste Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, die Villa Merkens (auch „Haus im Turm“), die früher Sitz des Löwenburger Richters und bis 2004 der Landvolkshochschule des Erzbistums Köln war.

Die ehemaligen Kuranlagen werden heute durch den „Seminaris-Kongresspark“ genutzt. Bedeutendes Zeugnis aus der Vergangenheit ist die angrenzende ehemalige „Villa Haarhaus“, die 1902 zum Kurhaus umgebaut wurde und heute zum Kongresspark Bad Honnef gehört.

Park auf der Insel Grafenwerth

Parks

Da der Tourismus in der Stadt wesentlich durch das Bild als „Stadt im Grünen“ begründet ist, sind insbesondere in der Tallage weitläufige Parks vorhanden. Speziell das 15 ha umfassende Parkgelände der Rheininsel Grafenwerth trägt wesentlich zu diesem Bild bei. Im Altarm des Rheins zwischen Insel und Honnefer Festland ankert als ein Wahrzeichen der Stadt die „Aalschokker Aranka“, das letzte von einigen dieser Art von Fischereisegelschiffen, die in Honnef bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts im Einsatz waren. Aber auch weitere Stadtparks wie der „Park Reitersdorf“, die Parkanlagen an der Rhöndorfer Villa Merkens und um das Kloster Haus Nazareth in Rommersdorf oder der Kurpark an der Hauptstraße bereichern das Ensemble. Im weiteren Sinne zählen dazu auch das Gelände der Villa Frank, der Internationalen Fachhochschule, der Villa Schaafhausen in Rommersdorf und des St. Josefsklosters.

Das Kloster Haus Nazareth wurde 2007 abgerissen und durch Neubauten ersetzt, weitere Teile des zugehörigen Parks sind ebenfalls bebaut worden.

Sport

Die Basketballer der SOBA Dragons Rhöndorf spielen in der Pro A, der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Bis 1999 spielte man noch erfolgreich in der Basketball-Bundesliga und erreichte sogar das Halbfinale. Nach 1999 mussten die Dragons Rhöndorf die Lizenz nach Frankfurt verkaufen und zogen sich in die zweite Bundesliga zurück. Seitdem wurde man einmal Meister der zweiten Liga, wobei man die dadurch erworbene Lizenz für die BBL an Köln abgab. 2007 zogen die Dragons sich in die dritthöchste Liga Pro B zurück um die eigene Jugend verstärkt fördern zu können. 2010 gelang der Aufstieg zurück in die Pro A. Die Heimspiele finden in der 1800 Zuschauer fassenden Sporthalle am Menzenberg statt.

Der Verein TTF Bad Honnef spielte in den 1990er Jahren in der Tischtennis-Bundesliga.

Einer der erfolgreichsten Vereine in Bad Honnef ist der Wassersportverein Honnef, dessen Ruderer sich seit 1977 in unregelmäßiger Reihenfolge Ruderer für Weltmeisterschaften qualifizieren. Insgesamt wurden bisher drei Weltmeisterschaften, zwei U23-Weltmeisterschaften und eine Junioren-Weltmeisterschaft errungen. Dazu kommen zahlreiche WM-Medaillen und Deutsche Meistertietel in allen Altersklassen.

Im Fußball gehörte der FV Bad Honnef von 1978 bis 1998 der Oberliga Nordrhein und damit der dritt- bzw. ab 1994 vierthöchsten Spielklasse an, spielt aber heute nur noch in der Landesliga.

Regelmäßige Veranstaltungen

Deutsche Telekom Tagungshotel Bad Honnef (2006)
Transformatorenwerk von ABB

Wirtschaft und Infrastruktur

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg war die wirtschaftliche Struktur Bad Honnefs sowohl durch Industriebetriebe als auch durch drei große Marmeladenfabriken geprägt. Letztere gaben nach und nach ihren Betrieb auf. Der Anbau von Wein reduzierte sich bereits Anfang des Anfang des 20. Jahrhunderts auf die Flächen am Drachenfels. Bis Anfang der 1950er-Jahre wurden am Rhein noch einige Kiesgruben betrieben, bis Mitte der 1960er-Jahre Metzgereien mit eigenem Schlachthaus. Zu den bedeutendsten Industrieunternehmen der Stadt gehörten im gesamten 20. Jahrhundert August Lepper und Penaten. Der um 1900 einsetzende Kurtourismus florierte noch bis in die 1970er-Jahre und verlor dann auch aufgrund des Rückgangs der staatlichen Kurförderungen und des Wegfalls des Heilbad-Status immer mehr an Bedeutung.

Die Lage an Rhein und Naturpark und Naturschutzgebiet Siebengebirge zieht jedoch nach wie vor einen umfangreichen Tourismus in Bad Honnef nach sich. Die Löwenburg, zu den auch touristisch prominentesten der Berge des Siebengebirges zählend, liegt auf Stadtgebiet von Bad Honnef. In den letzten Jahrzehnten hat sich Bad Honnef zu einem wichtigen Tagungs- und Kongressstandort entwickelt. In der Rheinstadt gibt es mehrere Institutionen, die in Tagungshotels überregionale Tagungen veranstalten. Unter diesen Tagungshotels und Veranstaltungsstätten befindet sich unter anderem das Physikzentrum Bad Honnef, das mehrere Verbände beherbergt und dort Tagungen ausrichtet. Auch das Commundo Tagungshotel Bad Honnef (früher Deutsche Telekom Tagungshotel Bad Honnef) und das Katholisch-Soziale-Institut fallen in diese Kategorie.

Der Kongresspark Bad Honnef umfasst weitere Hotels und Veranstaltungsstätten, zum Beispiel den renovierten Kursaal, in dem Theater und Konzerte stattfinden. Eine für die Stadt bedeutende Einrichtung ist die Vorbereitungsstätte für Entwicklungszusammenarbeit (V-EZ) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (größte deutsche Entwicklungshilfeorganisation; früher Deutsche Stiftung für Internationale Entwicklung) im „Uhlhof“ direkt an der Grenze zu Rheinbreitbach, in der Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft für ihren Einsatz in Entwicklungs- und Schwellenländern vorbereitet werden.

Die dichte Besiedlung der Tallage hat dazu geführt, dass dort für die expandierenden Unternehmen in der Region Bonn Rhein-Sieg immer weniger Platz zur Verfügung steht. Im Gewerbegebiet Lohfeld und im neueren Gewerbegebiet Bad Honnef-Süd gibt es kaum noch freie Grundstücke. Daher müssen viele Unternehmen für ihre Neuansiedlung bzw. Erweiterung auf die Berglage in Aegidienberg zurückgreifen. Insbesondere in Aegidienberg-Rottbitze führt dies, auch aufgrund der Lage direkt an der A 3, zu umfangreichen Gewerbe- und Industrieansiedlungen. Die Ausweisung weiterer Ansiedlungsflächen ist in Planung.

Die allgemeine Wirtschaftsdynamik ist wie in der gesamten Wirtschaftsregion Bonn/Rhein-Sieg (mit Landkreis Ahrweiler und nördlichem Landkreis Neuwied) überdurchschnittlich gut, allerdings wächst die Wirtschaft seit Jahren weniger stark als in anderen Städten und Gemeinden der Region, was überwiegend damit zusammenhängt, dass zu wenig Industrie- und Gewerbegebiete vorhanden sind.

Die meisten Indikatoren wie Bruttoinlandsprodukt, Gewerbeanmeldungen, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sowie Bevölkerungswachstum zeigen in die positive Richtung. Eine geförderte Ausgleichs-Maßnahme zum Umzug von Teilen der Bundesregierung nach Berlin war die Errichtung einer internationalen Tourismus-Fachhochschule. Außerdem ist die Region um Bonn nach wie vor stark durch den Bund geprägt, da die Mehrzahl der ministeriellen Arbeitsplätze in Bonn verblieben ist, 20 Bundesbehörden nach Bonn umgezogen sind und Bonn Standort zahlreicher internationaler Organisationen ist.

Bad Honnef verfügt mit einer durchschnittlichen Kaufkraft von 22.458 Euro (KKZ 118,8) über die dritthöchste Kaufkraft im Rhein-Sieg-Kreis (Stand 2010)[21] und der Anteil der Vermögensmillionäre ist im Landesvergleich nur in Meerbusch bei Düsseldorf höher.

Versorgungsinfrastruktur

Für die gesamte Energie- und Wasserversorgung in Bad Honnef ist die Bad Honnef AG zuständig, an der die Stadt direkt 50 und über die Freizeitbäder Grafenwerth GmbH ca. 90 % hält. Das Versorgungsgebiet der Gesellschaft umfasst im Wasser- und Gasvertrieb auch noch Teile des nördlichen Rheinland-Pfalz. Im Gegensatz zu den nördlicher gelegenen Städten des Rhein-Sieg-Kreises stammt das Wasser in der ehemaligen Kurstadt nicht aus der Wahnbachtalsperre, sondern wird u. a. dem Grundwasser in dem Wasserschutzgebiet im Lohfeld entnommen.

Für die Entwässerung ist das Bad Honnefer Abwasserwerk zuständig, das an der B 42 eine Kläranlage für den Talbereich betreibt.

Unternehmen und Betriebe

In Bad Honnef existieren über 200 Handwerksbetriebe und zahlreiche Dienstleistungs- und Industriefirmen. Zu den wichtigsten gehören:

  • ABS Emmerich - Brandschutzschule NRW - Feuerlöscherprüfungen und Service - Schulungszentrum
  • ABB Transformatoren (Industriegebiet Lohfeld)
  • Bad Honnef AG
  • Birkenstock, Fachgeschäft
  • Coppeneur – Schokoladen-Feinkost (Gewerbegebiet Bad Honnef-Süd)
  • Commundo – Tagungshotel Bad Honnef/Bonn (Selhof-Süd)
  • DIACOR Gesellschaft für diakonische Aufgaben GmbH
  • Ergoline (Aegidienberg-Rottbitze; Gewerbegebiet Vogelsbitze/Zilskreuz)
  • Footprints Schuh GmbH
  • Hupperich + Westhoven Bau GmbH, Hoch und Tiefbau
  • Jass Baubedarf GmbH & Co. KG, Baustoffe (Industriegebiet Lohfeld)
  • Joseph Junker GmbH, Feineisenbau, Blechverarbeitung, Lasertechnologie, Morsetasten
  • Seminaris Kongresspark Bad Honnef
  • Tatami Schuh GmbH
  • TX Logistik AG
  • Johnson & Johnson (Penaten-Creme)
  • Bad Honnefer Mineral- und Heilbrunnen GmbH / Aegidius Brunnen
„Haus der Landschaft“ nahe dem Rheinufer
Physikzentrum Bad Honnef

Organisationen und Vereinigungen

In Bad Honnef haben zahlreiche Verbände und Vereinigungen ihren Sitz. Ein Teil der Organisationen siedelte sich ursprünglich wegen der Nähe zum früheren Regierungssitz in der Stadt Bonn an, die weiterhin ein politisches Zentrum in Deutschland ist.

Des Weiteren gibt es seit 1981 in Lohfeld die Wasserkontrollstation Bad Honnef des Landesumweltamtes NRW, die unter anderem die Wasserqualität an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz überwacht und bedeutende Untersuchungen vornimmt.

Autofähre Bad Honnef–Rolandseck

Verkehr

Straßenverkehr

Bad Honnef liegt direkt an der, in Richtung Bonn vierspurigen, 1958 eröffneten B 42 und hat zwei Anschlussstellen: Rhöndorf und Bad Honnef („Honnefer Kreuz“). Das Honnefer Kreuz mit seinem Brückenbauwerk verbindet auch die westlich der Bundesstraße und Schienenstrecke liegenden Ortsbereiche mit den östlichen. Diese Anschlussstelle wurde von 2005 bis 2008 umgebaut. In Aegidienberg mit Erreichbarkeit über die ca. 6 Kilometer durch den Honnefer Stadtwald verlaufende Schmelztalstraße (L 144) ist die Stadt mit der A 3 verbunden (Anschlussstelle Bad Honnef/Linz).

Durch Bad Honnef führen 5,2 Kilometer Bundesautobahnen, 5,5 Kilometer Bundesstraßen, 24,7 Kilometer Landesstraßen sowie 9,1 Kilometer Kreisstraßen. Insgesamt führen durch das Stadtgebiet 44,5 Kilometer Straßen des überörtlichen Verkehrs.

In der Stadt sind 14.859 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 13.038 Pkw [22].

Fährverkehr

Bedeutung für den innerstädtischen Verkehr hat die Rheinfähre Bad Honnef–Rolandseck in Lohfeld, die früher eine Gierseilfähre war.

Endhaltestelle Bad Honnef der Stadtbahnlinie 66

Schienen- und Busverkehr

Durch die DB Regio NRW ist Bad Honnef mit den Bahnhöfen Bad Honnef und Rhöndorf (rechte Rheinstrecke) an die Regional-Express-Linie RE 8 (Rhein-Erft-Express) und die Regionalbahn RB 27 (Rhein-Erft-Bahn) MönchengladbachKölnKoblenz mit Anbindung an den Flughafen Köln/Bonn angeschlossen. Eine Verlängerung der S-Bahn-Linie 13 bis Linz am Rhein mit einem Haltepunkt Bad Honnef ist in der Integrierten Gesamtverkehrsplanung des Landes Nordrhein-Westfalen enthalten. Das Bahnhofsgebäude Bad Honnef wurde 2011 an ein Bad Honnefer Unternehmen verkauft, das bereits seit einigen Jahren seine Geschäftsräume im Bahnhof hat. Der neue Inhaber plant längerfristig den Abriss und einen Neubau des Bahnhofs.[23]

Die Stadt ist durch die im 20-Minuten-Takt verkehrende, in Bad Honnef beginnende und direkt am Rhein verlaufende Siebengebirgsbahn (Stadtbahnlinie 66) der SSB mit Königswinter, Bonn sowie Sankt Augustin und Siegburg verbunden. Das zur Bonner Stadtbahn gehörende Netz umfasst dabei drei Haltestellen auf Stadtgebiet: Bad Honnef, Bad Honnef Am Spitzenbach und Rhöndorf.

In Bad Honnef existieren vier Buslinien. Eine Linie (565) wird vom Verkehrsunternehmen Martin Becker betrieben, die anderen Linien von der Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft, aber zum Teil durch Subunternehmer bedient. Es gelten die Tarife des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg, der Bad Honnef bedient.

Die Linie 565 führt vom Linzer Bahnhof zur Endhaltestelle der Stadtbahn in Bad Honnef. Dabei liegen Haltepunkte in Rheinbreitbach, Unkel und Erpel.

Die Linie 560 führt von der Bad Honnefer Stadtbahn-Endhaltestelle in den Königswinterer bergseitigen Stadtteil Oberpleis.

Die Linie 562 führt vom Asbacher Markt zur Endhaltestelle der Stadtbahn in Bad Honnef.

Die Linie 566 führt von der Stadtbahnhaltestelle Rhöndorf durch das Stadtzentrum und Selhof bis zur Berck-sur-Mer-Straße im Honnefer Süden.

Fahrrad

Am Rhein entlang durch Lohfeld und Rhöndorf führen besonders im Sommer häufig genutzte und ausgebaute Rad- und Fußwege in Richtung Bonn, das als fahrradfreundlichste Stadt Nordrhein-Westfalens ausgezeichnet wurde. Zum Süden hin sind die Radwege noch bis Erpel in unmittelbarer Rheinnähe, im weiteren Verlauf führen sie dem Berg zugewandt neben der B 42 entlang.

Medien

Über 120 Jahre bestimmte die 1881 gegründete Honnefer Volkszeitung (HVZ) die Medienlandschaft der Stadt. Im Zuge der „Pressekonzentration“ wurde die bis zum Schluss kleinste Tageszeitung Deutschlands im Sommer 2002 dem Bonner General-Anzeiger angegliedert und verlor damit die Eigenständigkeit.

Als Reaktion darauf bildete sich eine Initiative, die den Fortbestand der eigenständigen, in der Stadt verankerten Berichterstattung über Bad Honnef sichern sollte. Im August 2002 kam es dann zur Gründung der Honnefer Sonntagszeitung (HSZ), die seitdem die kleinste deutsche Sonntagszeitung war. Bis 2006 waren mit der HSZ in der Stadt zwei Redaktionen vertreten, die sich dem örtlichen Lokalgeschehen widmen. Aufgrund einer zu geringen Kundenzahl erschien allerdings auch diese Zeitung am 6. August 2006 zum letzten Mal. Als „informeller“ Nachfolger der HSZ gibt der Journalist Helmut Böndel nun die freitags erscheinende achtseitige „Honnefer Wochenzeitung-HWZ" heraus.

Neben der Regionalausgabe des General-Anzeigers erscheint in der Siebengebirgsstadt auch der kostenlose monatliche Veranstaltungskalender Termine Bad Honnef. Die ebenfalls lange existierende Zeitung zum Mittwoch (ZUM) wurde wie die HSZ eingestellt. An alle Haushalte des Bad Honnefer und Königswinterer Stadtgebietes wird des Weiteren wöchentlich die Zeitung Rundblick Siebengebirge verteilt, in der auch das Amtsblatt der Stadt Bad Honnef enthalten ist. Im gesamten Siebengebirgsraum erscheint seit Dezember 1996 ferner die farbige Regionalillustrierte rheinkiesel, deren Verlagsort die benachbarte Gemeinde Rheinbreitbach ist.

Öffentliche Einrichtungen

Bildung

Campus der Internationalen Hochschule

Bedeutend für die Stadt war die Ansiedlung der Internationalen Fachhochschule Bad Honnef-Bonn, die im Jahr 1998 ihren Betrieb zunächst im „Feuerschlösschen“ (ehemaliges Wohnhaus von Wilhelm Girardet) startete und später auf das ehemalige Gelände der St.-Anno-Handelsschule umzog. Seit ihrer Gründung ist die Hochschule auf ca. 1000 immatrikulierte Studenten rasant gewachsen, deshalb wuchs das „Campus-Gelände“ bis Mitte 2006 um mehrere Studentenwohnungen und eine Mensa. Die auf Grundlage der „Vereinbarung über die Ausgleichsmaßnahmen für die Region Bonn“ (für den Umzug von Parlament und Teilen der Bundesregierung nach Berlin) gegründete Tourismusfachhochschule wird häufig als „Aushängeschild für Bad Honnef und die Region“ bezeichnet. Inzwischen hat die Umbenennung zur Internationalen Hochschule Bad Honnef - Bonn (IUBH) stattgefunden.

Schulen

  • Grundschule GGS Am Reichenberg
  • Grundschule Löwenburgschule
  • Grundschule Theodor-Weinz-Schule, Aegidienberg
  • Grundschule Europaschule, Rhöndorf
  • Grundschule St. Martinus, Selhof
  • Sonderschule Rudolf-Dreikurs-Schule
  • Hauptschule Konrad-Adenauer-Schule
  • Realschule St. Josef, privater Träger
  • Siebengebirgsgymnasium
  • Gymnasium Schloss Hagerhof, privater Träger
  • Internationale Hochschule Bad Honnef - Bonn (IUBH), privater Träger
  • Nell-Breuning-Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Haus Rheinfrieden, privater Träger
  • Handelsschule Bad Honnef (Außenstelle des Berufskollegs des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg), Fachschule für Wirtschaft
  • ABS Emmerich - Brandschutzschule NRW - Schulungen und Seminare im Bereich Brandschutz und Erste Hilfe

Daneben gibt es auf der zu Remagen, damit zu Rheinland-Pfalz gehörenden Rheininsel Nonnenwerth ein privates Gymnasium der Franziskanerinnen, das zu einem größeren Teil von Bad Honnefer Schülern besucht wird. Die Insel ist über eine Fähre von der Insel Grafenwerth zu erreichen.

Krankenhäuser

Im Bereich des Stadtzentrums befindet sich das St.-Johannes-Krankenhaus, das 1888 als Einrichtung der katholischen Kirche errichtet wurde. Träger ist der „Katholische Zweckverband im Siebengebirge (CURA)“, der neben dem Bad Honnefer auch ein Krankenhaus in Königswinter betreibt. Dieses wird von 2007 bis 2011 mit dem Königswinterer in Bad Honnef zusammengelegt. Derzeit beschäftigt die CURA etwa 300 Mitarbeiter in Bad Honnef, nach der Zusammenlegung werden es etwa 450 sein. Aufgrund der Konzentration in Bad Honnef wird das St.-Johannes-Krankenhaus erweitert. Dem Krankenhaus ist eine staatlich anerkannte Krankenpflegeschule angegliedert.

Des Weiteren ist ebenfalls im Stadtzentrum die „Rhein-Klinik“ angesiedelt, die 1972 als Krankenhaus für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie eröffnet wurde.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Grab von Theodor Daniels auf dem Alten Friedhof in Bad Honnef

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

  • Peter Saget: Bad Honnef – das deutsche Nizza in Rheinlands Paradies. Jos. Bach Wwe., Bonn 1911. (Reprint 1996 durch Verlag Kortge, Windhagen)
  • J[ohann] J[oseph] Brungs: Die Stadt Honnef und ihre Geschichte. Honnef 1925.
  • August Haag: Bilder aus der Vergangenheit von Honnef und Rhöndorf. Köln 1954.
  • Franzjosef Schneider: Ufer und Strom – Vergangenes Honnef. Handabzug 1962.
  • August Haag (Hrsg.): Bad Honnef am Rhein. Beiträge zur Geschichte unserer Heimatgemeinde anläßlich ihrer Stadterhebung vor 100 Jahren. Verlag der Honnefer Volkszeitung, Bad Honnef 1962.
  • Stadt Bad Honnef (Hrsg.): Bad Honnef im Bild. Bad Honnef 1973. (Text von Karl Günter Werber)
  • Franz Xaver Trips: Honnef vor 1700. Aufzeichnungen zur Ortsgeschichte. Selbstverlag Ernst Nellessen, Bad Honnef 1978.
  • Landeskonservator Rheinland: Bad Honnef – Stadtentwicklung und Stadtstruktur. Rheinland-Verlag, Köln 1979.
  • Ernst Nellessen: Der Honnefer Glockenguß von 1694. Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef am Rhein, Heft 5/ Bad Honnef 1982.
  • Adolf Nekum: Honnefs Kinder Israels. Spuren und Zeugnisse jüdischen Lebens in und um Bad Honnef. Heimat- und Geschichtsverein Herrschaft Löwenburg, Bad Honnef 1988.
  • Adolf Nekum: Tausend Jahre Selhof, 100 Jahre Bürgerverein. Chronik eines Dorfes und seines Bürgervereins. Bürgerverein Bad Honnef-Selhof 1988.
  • Karl Garbe (Hrsg.): Bad Honnefer Bilderbuch. Junger Verlag, Bonn 1989.
  • Karl Günter Werber: Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel / NL 1989, ISBN 90-288-4861-4.
  • Martin Maus: Honnefer Erinnerungen. Feste – Ereignisse – Besonderheiten von 1898–1986. Verkehrsbüro Bad Honnef, Bad Honnef 1993.
  • Helmut Arntz: Urkataster und Gewannen am Beispiel der Gemeinde Honnef 1824/1826. Schriften zur Weingeschichte Nr. 133, Wiesbaden 2000, ISSN 0302 0967.
  • Karl Günter Werber: Honnefer Spaziergänge. Verlag Buchhandlung Werber, Bad Honnef 2001, ISBN 3-8311-2913-4.
  • Karl Josef Klöhs: Kaiserwetter am Siebengebirge. Königswinter 2003.
  • Dorothea F. Voigtländer: Geschichte und Geschichten vom Rhein. Bad Honnef 2004.
  • Ansgar S. Klein: Aufstieg und Herrschaft des Nationalsozialismus im Siebengebirge, Essen 2008. ISBN 978-3-89861-915-8

Weblinks

 Commons: Bad Honnef – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Bad Honnef
  3. a b c d Der Rhein-Sieg-Kreis. Herausgeber: Oberkreisdirekror Paul Kieras, Stuttgart 1983, S. 273.
  4. Winfried Biesing: Vom Amt Wolkenburg zum Canton Königswinter, Königswinter 1984, S. 26
  5. Karl Günter Werber: Archivbilder Bad Honnef, Sutton Verlag, Erfurt 2004, S. 99
  6. Amtliches Bahnhofsverzeichnis 1944
  7. Karl Günter Werber: Archivbilder Bad Honnef, Sutton Verlag, Erfurt 2004, S. 82/99
  8. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  9. Rechtlich handelte es sich bei dieser Eingliederung um eine Fusion der Stadt Bad Honnef am Rhein mit der Gemeinde Aegidienberg.
  10. Franz Möller: Der Rhein-Sieg-Kreis im Spannungsfeld von Bund und Land, Rheinlandia Verlag, Siegburg 2006, ISBN 3-938535-20-2.
  11. Kurwesen und Kurbetrieb – Entwicklung in Bad Honnef
  12. Keine Gedenkstätte für Silke Bischoff, General-Anzeiger, 20. August 2003
  13. Foto der Gedenkstätte
  14. Vom gekachelten Kasten zum neuen Treff, General-Anzeiger, 2. Februar 2010
  15. Helmut Arntz: Urkataster und Gewannen. Studien zur Heimatgeschichte der Stadt Bad Honnef, Heft 13, S. 55
  16. Volkszählungsergebnisse von 1816 bis 1970. Beiträge zur Statistik des Rhein-Sieg-Kreises, Band 17, Siegburg 1980.
  17. Verordnung zur Bestimmung der Großen kreisangehörigen Städte und der Mittleren kreisangehörigen Städte nach § 4 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen
  18. Kommunalwahlen NRW 2009. WDR.de (8. Juli 2009). Abgerufen am 12. Mai 2011.
  19. Wilhelm Ewald: Rheinische Siegel. Bd. III,1/ Bonn 1931, S. 153 und Bd. III,2/ Bonn 1931 Tafel 69
  20. S. auch: Akademische Beiträge zur gülch- und bergischen Geschichte von Christoph Jacob Kremer, Bd. 1/ Mannheim 1769, Tafel I u. II
  21. "Wirtschaft - Daten & Fakten: Kaufkraft". Rhein-Sieg-Kreis, abgerufen am 23. Mai 2011.
  22. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr: Mobilität in NRW. Daten und Fakten 2010
  23. Langfristig Abriss des Bahnhofs geplant, Kölnische Rundschau, 15. September 2011

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