Short Message Service

Short Message Service

Short Message Service (engl. für „Kurznachrichtendienst“, Abk. SMS) ist ein Telekommunikationsdienst zur Übertragung von Textnachrichten. Er wurde zuerst für den GSM-Mobilfunk entwickelt und ist nun in verschiedenen Ländern auch im Festnetz als Festnetz-SMS verfügbar. Über SMS-Gateways können weitere Dienste angebunden werden.

SMS auf einem Mobiltelefon

Inhaltsverzeichnis

Begriff

Obgleich die Abkürzung SMS den Dienst zur Übertragung von Kurznachrichten bezeichnet, steht sie heute zumeist für die Nachricht selbst. Daher führt der Duden die Abkürzung SMS als Femininum; in der Schweiz und teilweise auch in Österreich ist das Neutrum üblich.[1]

Ursprünglich war der Dienst, als Teil des Signalisierungskanals zum Rufaufbau, ein Nebenprodukt und dazu gedacht, Mitteilungen über Netzstörungen oder ähnliche Informationen an die Nutzer zu senden. Daher wurde der Dienst oftmals kostenlos angeboten, entwickelte sich aber zum größten Ertragsbringer der Netzbetreiber. Da eine Kurznachricht einen geringeren Steuerungsaufwand als ein normales Telefongespräch hat und kein Gespräch vermittelt werden muss, sind die Margen für den Netzbetreiber entsprechend hoch.

Weiterentwicklungen des SMS existieren unter dem Namen Enhanced Message Service (EMS) und Multimedia Messaging Service (MMS).

Geschichte

Erste Überlegungen zur Errichtung eines Textnachrichtendienstes gab es seit 1984 bei den europäischen Telekommunikationsgesellschaften. Die erste Version des endgültigen Standards wurde Anfang 1989 verabschiedet. Der ursprüngliche Konzeptvorschlag für einen Short Message Service wurde von Friedhelm Hillebrand von der damaligen Deutschen Bundespost mit Beiträgen von Bernard Ghillebaert von der PTT (Vorgänger der France Télécom) 1984 erarbeitet und im Februar 1985 in die GSM Standardisierung eingebracht. Finn Trosby von der norwegischen Telenor war von 1987 bis 1990 Leiter der Standardisierungsgruppe GSM4 DGMH (drafting group message handling), die das erste technische Design erarbeitete und standardisierte. Von 1990 bis 2009 wurde der SMS Standard in dieser Gruppe unter Leitung von Kevin Holly von Cellnet und Ian Harris von Vodafone weiter entwickelt.[2]

Die erste SMS des Short Message Service wurde am 3. Dezember 1992 (mit dem Text »Merry Christmas«) von einem PC an ein Mobiltelefon im britischen Vodafone-Netz gesendet. Dies war etwa ein Jahr nach der Einführung des GSM-Standards für Mobiltelefone in Europa.

Einfluss auf Kommunikation und soziale Interaktion

Durch die hohe Akzeptanz von SMS nehmen Kurznachrichten einen zunehmenden Einfluss auf soziale Interaktion (z. B. Terminvereinbarungen) und Sprache.

So ist simsen seit den 1990er Jahren im deutschsprachigen Raum auch die umgangssprachliche Bezeichnung für das Versenden von Kurzmitteilungen mit einem Mobiltelefon. Dieser Neologismus ist gerade bei der Jugend beliebt, da er deutlich kürzer ist als „eine Kurzmitteilung senden“. Entwickelt hat er sich aus dem Versuch heraus, smsen auszusprechen und eine angemessene, praktikable Schreibweise zu finden. Der Begriff „texten“ ist ebenfalls gebräuchlich. In Österreich, in der Schweiz und im süddeutschen Raum hat sich der Ausdruck smsen (ausgesprochen als „es-em-es-en“) eingebürgert.

Um mehr Inhalt in die auf 160 Zeichen beschränkten Nachrichten zu bringen, hat sich eine weitverbreitete Abkürzungskultur entwickelt, die ursprünglich in Chats und E-Mails entstanden war und von dort übernommen wurde, siehe Netzjargon und die Liste der Abkürzungen des Netzjargons. Ebenfalls werden inzwischen Emoticons so oft in Kurznachrichten verwendet, dass viele davon in modernen Mobiltelefonen bereits vorgespeichert sind (und wahlweise auch grafisch angezeigt werden können).

Wirtschaftliche Bedeutung

Anzahl an SMS in den USA

Der SMS benötigt nur wenig zusätzliche Infrastruktur, hauptsächlich sind dies die Kurzmitteilungszentralen. Die übertragene Datenmenge ist im Vergleich zur Sprachübertragung gering, eine Kurzmitteilung umfasst etwa 1/1000 der Datenmenge einer Gesprächsminute. Bei nutzungsabhängigen Tarifen ist der Preis bezogen auf die Datenmenge erheblich höher als bei der Sprachübertragung. Jedoch sind auch die Kosten für den Aufbau und Betrieb des Netzes nur zum Teil von der zur Verfügung gestellten Datenübertragungsrate abhängig.

Anfangs wurden SMS von den Netzanbietern kostenlos angeboten, was später aufgrund des wirtschaftlichen Potentials eingestellt wurde. Innerhalb Europas schwanken die Preise für SMS sehr stark. Eine Nachricht kostet in Frankreich etwa 9 Cent bis 15 Cent, in Österreich netzintern ab 1 Cent, in Deutschland etwa 3 Cent bis 39 Cent und mehr, in der Schweiz zwischen 10 und 20 Rappen (ungefähr 6,5 und 13 Cent) und in Italien etwa 15 Cent; in Dänemark jedoch meist nur 20 Øre, was etwa 3 Cent entspricht.

Im Jahr 2003 wurden in Europa über 16 Milliarden Kurzmitteilungen pro Monat versendet. 2010 waren es in Deutschland 41,3 Milliarden.[3] Der Erfolg des mit Hilfe von Mobiltelefonen genutzten SMS liegt damit deutlich über dem der Vorgänger, also der separierten digitalen Funkmeldeempfänger (u. a. Pager).

USA

In den USA waren SMS lange Zeit unbekannt, da sich dort das Pager-System etabliert hatte und Nachrichten nur innerhalb desselben Mobilfunknetzes versandt werden konnten. Dieses Hindernis wurde mittlerweile beseitigt und so steigt die Anzahl versendeter Kurznachrichten pro Monat, während die versendeten Pager-Mitteilungen stagnieren. SMS wird in den USA teilweise unter der Service-Bezeichnung „text messaging“ vermarktet. Die Kosten variieren zwischen komplett kostenlos, 10 US-¢ pro versandter Nachricht/Empfang kostenlos und 5¢ pro empfangener oder versandter Nachricht.

Deutschland

Jahr SMS in Deutschland Quelle
1996 0,1 Milliarden [4]
1997 0,4 Milliarden [4]
1998 1,0 Milliarden [4]
1999 3,6 Milliarden [5]
2000 11,4 Milliarden [5]
2001 17,1 Milliarden [5]
2002 18,4 Milliarden [5]
2003 19 Milliarden [5]
2004 19,7 Milliarden [5]
2005 22,3 Milliarden [5]
2006 20,1 Milliarden [6]
2007 23,1 Milliarden [6]
2008 27,8 Milliarden [6]
2009 34 Milliarden [6]
2010 (Schätzung) 41,3 Milliarden [6]
2011 (Schätzung) 46 Milliarden [6]

Die SMS erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Wurden im Jahr 2000 gerade einmal 11,4 Milliarden Kurzmitteilungen verschickt, waren es 2005 schon über 22 Milliarden.[5] 2010 tippten die Deutschen nach Schätzung des Branchenverbands BITKOM (auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur) 41 Milliarden SMS in ihre Handys und Smartphones. Für 2011 rechnet der BITKOM mit 46 Milliarden SMS.[6]

Premium-Dienste

Seit dem Frühjahr 2003 sind in Deutschland auch Premium-Dienste möglich. Die Kosten für den Premium Rate SMS (PR-SMS) beginnen bei 0,29 Euro und steigt dann in 10-Cent-Schritten an, bis zu 4,99 Euro. Der PR-SMS dient als Abrechnungsmöglichkeit im Micropayment-Bereich (zum Beispiel für Klingeltöne, Logos, Votings im TV und andere einzeln zu bezahlende Dienstleistungen), wird aber auch zur erotischen Kommunikation (Flirtline) genutzt und steht hier im Wettbewerb zu den 0900-Telefonnummern (früher: 0190).

Der Anbieter eines kostenpflichtigen Service erhält etwa 50 bis 60 % der Einnahmen aus den Premium-Nachrichten, der Rest geht an den Mobilfunkbetreiber (vergleiche 0900-Nummer: etwa 80 bis 90 % für den Serviceanbieter). Trotz dieser erheblich schlechteren Konditionen wird in diversen Servicebereichen, die speziell von jungen Zielgruppen genutzt werden, vermehrt auf die leicht zu kommunizierenden Short Codes gesetzt.

Der Mobilfunkbetreiber ist beim Einzug des Verbindungsentgelts dem Kunden gegenüber zur Auskunft über die Anspruchsgrundlage verpflichtet.[7]

Internet

Kurzmitteilungen lassen sich auch über das Internet verschicken. In den ersten Jahren war der Versand von Kurzmitteilungen über das Internet, genau wie innerhalb der Mobilfunknetze selbst, kostenlos. Heute ist der Internet-Versand von Kurzmitteilungen meist zu einem Preis zwischen 4 und 10 Cent möglich, je nachdem, welche Zustellgeschwindigkeit und zusätzlichen Dienste angeboten werden. Es existieren aber auch Gratisangebote, die sich meist über Werbung finanzieren.

Letztere finanzieren sich oft über den Handel mit persönlichen Informationen, dies können unter anderem E-Mail-Adressen sein, die an externe Adress-Broker weitergegeben werden, um z. B. Werbemails zu versenden, oder komplette Datensätze des jeweiligen Users, aus denen sich Interessenprofile erstellen lassen, welche einen hohen Verkaufswert haben, da Adressbroker ihren Kunden somit Datensätze anbieten können, die bestimmte Zielgruppen maßgeschneidert enthalten. Zunehmend wird das Internet auch als Missbrauchsmedium genutzt, um kostenpflichtige SMS-Abos abzuschließen; der User wird oft nicht ausreichend über die entstehenden Kosten aufgeklärt. Des Weiteren wird den meisten Gratis-Kurzmitteilungen ein Werbetext angehängt, sodass dem Nutzer weniger als die üblichen 160 Zeichen zur Verfügung stehen.

Österreich

Jahr SMS in Österreich Quelle
2007 3,29 Milliarden [8]
2008 4,73 Milliarden [8]
2009 5,76 Milliarden [8]

Im Jahr 2009 wurden in Österreich erstmals über 5 Milliarden SMS verschickt und eine neue Rekordmarke von 1,5 Milliarden SMS im vierten Quartal aufgestellt. Insgesamt ergibt sich eine Steigerung des SMS-Aufkommens um über 21 % im Vergleich zum Jahr 2008.[8] Die Gründe für dieses Wachstum liegen unter anderem darin, dass die Mobilfunkbetreiber immer häufiger Pauschalpakete anbieten, die nicht nur Gesprächsminuten, sondern auch eine definierte Menge SMS inkludieren (meist zwischen 100 und 1000 SMS). Die Kosten für den SMS-Versand außerhalb dieser inkludierten Menge liegen zwischen 0,04 und 0,29 EUR (Stand: 19. Juni 2010).

Technik

Übertragung

Der SMS nutzt einen Signalisierungs-Kanal des GSM-Standards wie etwa SDCCH (Stand-alone Dedicated Control Channel) oder FACCH (Fast Associated Control Channel). Diese Kanäle werden auch genutzt, um Gespräche aufzubauen und zu halten. Kurzmitteilungen kann man parallel zu einer Telefonverbindung versenden/empfangen. Hierzu wird ein Teil der Bandbreite des Verkehrsdatenkanals temporär zum Signalisierungskanal (SACCH) umkonfiguriert und zum Versand/Empfang einer Kurzmitteilung genutzt.

Der Versand einer solchen Nachricht erfolgt grundsätzlich vom Mobiltelefon an eine Kurzmitteilungszentrale (SMSC), gewöhnlich die des Netzbetreibers; sie wird nicht von einem Mobiltelefon direkt zu einem anderen gesendet. Die Nummer der Kurzmitteilungszentrale hat den gleichen Aufbau wie eine „normale“ Mobilfunknummer (MSISDN = Mobile Subscriber Integrated Services Digital Network Number) und ist in den Einstellungen des Mobilfunkgeräts hinterlegt. Die Kurzmitteilungszentrale liest aus dem Header unter anderem die Zielnummer aus und sendet die Nachricht entweder im eigenen Netz an diese Zielnummer oder übergibt sie an den Netzbetreiber der Zielnummer. Die verschiedenen Netzbetreiber sind untereinander verbunden (interkonnektiert). Ist der Empfänger kein Mobilfunkgerät, sondern eine Anwendung (zum Beispiel im Fall einer Anmeldung bei einem Short-Message-Newsletter-Service), wird der Inhalt der Nachricht über Datenverbindungen an die Server des Service-Anbieters weitergeleitet.

Die Beschränkung auf 160 Zeichen bei einer SMS ergibt sich aus der maximalen Nutzdatenlänge des MAP (Mobile Application Part) des Signalisierungssystems Nummer 7. Dieses wird zur Übertragung der SMS zwischen dem MSC und dem SMSC verwendet. Aufgrund einer maximalen MSU (Message Signal Unit)-Paketgröße von 272 Oktetten im Signalisierungssystem Nummer 7 ist die verfügbare Nutzdatenlänge auf 140 Oktette (140 Oktette = 140 zu je 8 bit = 1120 bit) beschränkt. SMS können in verschiedenen Zeichenkodierungen übertragen werden, so beispielsweise in der in Mitteleuropa üblichen GSM 7-bit-Kodierung, mit der maximal 160 Zeichen (160·7 bit = 1120 bit) möglich sind; in 8-Bit-Kodierungen sind 140 Zeichen, in der 16-Bit-Kodierung nur 70 Zeichen möglich.

Bei überlangen SMS, sogenannten Multi-SMS (Concatenated SMS, Long SMS) werden längere Texte aufgeteilt und einzeln versendet und in der Regel jeder einzelne Teil als separate SMS abgerechnet. Der Empfänger (sofern dazu fähig) setzt die Teile dann wieder zu einem zusammenhängenden Text zusammen.

Aufbau einer Kurzmitteilung

Eine Kurzmitteilung besteht aus zwei Teilen:

Header 
(engl. für „[Brief-]Kopf“) Im Header werden verschiedene grundlegende Nachrichtenparameter angegeben, zum Beispiel Absendernummer, Kodierung (7 Bit, 8 Bit, 16 Bit), Zeichensatz, Empfängernummer etc.
Body 
(engl. für „Körper“) Er ist der eigentliche Nachrichteninhalt, welcher aus den Nutzdaten besteht, die übertragen und schließlich am Display angezeigt werden sollen. Die maximale Größe eines Bodys ist auf 1.120 Bit (= 160 Zeichen für Textnachrichten) begrenzt, jedoch gibt es die Möglichkeit, mehrere Nachrichten miteinander zu verknüpfen („concatenated SMS/Enhanced Message Service (EMS)“).

Kodierung

Hauptartikel: SMS-Kodierung

Es gibt insgesamt drei verschiedene Arten der Kodierung im SMS:

7 Bit 
Für Textnachrichten mit begrenztem Zeichenvorrat
8 Bit 
Für Datennachrichten (binäre Inhalte), wie z. B. Logos, Bildmitteilungen und Klingeltöne
16 Bit 
Unicode (UCS2), d. h. auf BMP (Basic Multilingual Plane) beschränktes UTF-16. Hiermit können Texte in allen lebenden Sprachen, auch z. B. asiatische Zeichen, übertragen werden. Die Anzahl der Zeichen pro SMS verringert sich jedoch auf 70 Zeichen

Betriebsmodi

Der SMS kennt 3 Betriebsmodi:

SMS-MO 
(MO = mobile originated): Eine Kurzmitteilung wird von einem Mobilfunkgerät an das Netzwerk des Operators (= Netzbetreiber) gesendet. Der leitet entweder an ein anderes Mobilfunkgerät oder an eine Anwendung weiter.
SMS-MT 
(MT = mobile terminated): Ein anderes Mobilfunkgerät oder eine Anwendung löst aus, dass der Operator eine Kurzmitteilung an ein Mobilfunkgerät sendet.
SMS-CB 
(CB = cell broadcast): Der Operator sendet an alle eingebuchten Mobilfunkgeräte einer Funkzelle bestimmte Informationen. Es kann sich etwa um allgemeine Informationsdienste oder die Vorwahl des aktuellen Standorts handeln. Die Nachrichten werden mit einer Themen-ID gesendet. Diese muss zum Empfang im Telefon aktiviert sein. Die Nachrichtenlänge beträgt maximal 93 Zeichen.

Spezielle Nachrichtentypen

Flash Message 
Flash Messages (oft: „Flash SMS“, engl. für „Blitz-SMS“) erscheinen direkt auf dem Display. Es ist nicht nötig, die Anzeigetaste zu drücken; die meisten Mobiltelefone können derartige Nachrichten auch nicht speichern. Sie zeigen z. B. sofort nach einem Gespräch an, wie viel Restguthaben noch vorhanden ist.
Silent Message 
Silent Messages (oft bezeichnet als: Silent SMS, Stealth SMS, Stille SMS oder stealthy ping) zeigt weder das Display noch ein akustisches Signal an. Beim Mobilfunkanbieter fallen jedoch Verbindungsdaten an, so zum Beispiel die Nutzeridentifikation IMSI. Solche Kurzmitteilungen verwendet insbesondere die Polizei zur Ortung von Personen oder zur Erstellung ganzer Bewegungsprofile. Silent-SMS können auch von privater Seite aus versandt werden, lassen dann aber nur erkennen, dass die adressierte SIM eingebucht ist, bzw. das Empfängergerät empfangsbereit ist.
Concatenated Message 
Mehrere SMS werden zu einer einzigen Nachricht zusammengestellt. SMS1+SMS2...+SMSn=Nachrichtentext

Unzustellbare Nachrichten/Empfangsbestätigung

Ist eine Nachricht nicht zustellbar, weil das Empfangsgerät ausgeschaltet ist oder sich in einem Funkloch befindet, speichert sie die Kurzmitteilungszentrale (SMSC) des Netzes, zu der die Empfängernummer gehört, für eine Vorhaltezeit zwischen (bei manchen Netzbetreibern vom Absender wählbar, meist max. 48 Stunden). In regelmäßigen Abständen unternimmt die SMSC weitere Sendeversuche, bis die Nachricht nach Ablauf der Zeit schließlich gelöscht wird. Die Netzbetreiber berechnen in einem solchen Fall trotzdem die normalen Versandgebühren.

Ist eine Nachricht wegen unbekannter Empfängernummer unzustellbar, lehnt das SMSC sie bereits beim Absenden ab.

Ein Benutzer kann von einem Handy eine SMS verschicken und sich die Übermittlung bestätigen lassen. Dadurch erfährt der Absender, in welchem Moment der Empfänger sein Handy einschaltet, wenn es zuvor z. B. ausgeschaltet war. Da die Netzbetreiber die dafür geschaffenen Standards nicht immer einhalten, besitzen SMS-Empfangsbestätigungen nur bedingte Aussagekraft; beispielsweise quittieren manche Netzbetreiber jede SMS aus einem Fremdnetz automatisch sofort, andere quittieren nie. Schweizer Provider unterstützen den Code *N# vor den Text gesetzt als Kommando für eine Empfangsbestätigung. Über das Internet verschickte SMS bieten die Empfangsbestätigung nur im professionellen Einsatz.

Alternative Empfangsnummern

Alternativ zu „normalen“ Telefonnummern kann man Kurzmitteilungen auch an sogenannte Kurzwahlnummern oder auch Shortcodes senden. Shortcodes werden direkt in der Kurzmitteilungszentrale des Netzbetreibers verwaltet, sind also nicht an eine SIM-Karte gebunden. Gerade im Marketing-Bereich nutzt man häufig Shortcodes, da sie leicht zu kommunizieren sind, einen höheren Nachrichtendurchsatz erlauben und sich bei Bedarf durch erhöhte Kosten als Abrechnungsmethode nutzen lassen (siehe wirtschaftliche Bedeutung/Anwendungen).

Es gibt ebenfalls sogenannte Langnummern (long codes, z. B. +447624556335) – auch als virtuelle Empfangsnummern bekannt. Hierbei handelt es sich auch um einen SMS-Empfangs-Mechanismus, der es einer Vielzahl von Unternehmen ermöglicht, ein hohes SMS-Aufkommen von Handy-Nutzern, aber zusätzlich auch Anrufe zu empfangen. Neben einer internationalen Erreichbarkeit bieten Langnummern Unternehmen wie Werbeagenturen die Möglichkeit, eigene und somit personalisierte Nummern langfristig für ihre Marketing Kampagnen zu verwenden. Diese können mobile Werbeaktionen, TV-Votings, Gewinnspiel-Kampagnen, etc. sein. Im Vergleich zu den Short Codes, die über eine nationale Erreichbarkeit verfügen, sind Langnummern auch international erreichbar. Je nach Fokus der jeweiligen Unternehmung werden sowohl Short Codes als auch Langnummern verwendet. Nachfolgend eine Aufstellung der wichtigsten Unterschiede:

Short codes Langnummer
Nationale Erreichbarkeit Internationale Erreichbarkeit
kurzfristige Verfügbarkeit längerfristige Verfügbarkeit
Direkt von der Kurzmitteilungszentrale des Netzbetreibers verwaltet Direkter Bezug von Mobile Messaging Provider mit SS7 Zugang
mittlerer Kostenaufwand niedriger Kostenaufwand

Texterkennung

Die Erfindung (1998) des Texteingabesystems Text on 9 keys, kurz T9 genannt, machte die Texteigabe deutlich einfacher und komfortabler, weil das Mehrfachtippen einer Taste für den richtigen Buchstaben im Regelfall entfällt. T9 basiert auf einer intelligenten Texterkennung anhand eines im Mobiltelefon gespeicherten Wörterbuches. T9 funktioniert nicht für Schweizerdeutsch, das vor allem bei der jungen Generation in der Schweiz beliebt ist.

In Motorola-Mobiltelefonen wird das ähnlich funktionierende iTap verwendet.

Verwendung zur Gerätesteuerung

Abgesehen von der Funktion als Kommunikationsmittel wird der SMS auch zur Steuerung und Überwachung von verschiedenen technischen Geräten verwendet.

So ist es beispielsweise möglich, das Öffnen eines Garagentors oder die Ausgabe eines Getränks bei einem Getränkeautomaten durch das Senden einer Kurzmitteilung an eine bestimmte Telefonnummer zu veranlassen. In Österreich ist es möglich, via SMS über den Service Paybox Zigaretten an Automaten zu erwerben. Die Abrechnung erfolgt über das Bankkonto.

Bei Alarmanlagen und bei Heizungen kann sich der Besitzer mittels vorgefertigter, in der Anlage gespeicherter Nachrichten per Kurzmitteilung über Störungen verständigen lassen.

In Vorarlberg wird die SMS-Technologie verwendet, um öffentlichen Linienbussen per Knopfdruck an der Haltestelle den Bedarf zur Anfahrt abgelegener sogenannter „Rufbushaltestellen“ zu melden.

Beim deutschen Mautsystem verwenden die On-Board-Units SMS zum Übertragen von Abrechnungsdaten.

Jahreswechselproblematik

Obwohl die Mobilfunknetze in Deutschland gut ausgebaut sind, kann es zum Jahreswechsel zu Netzüberlastungen und somit zu Verzögerungen von SMS-Mitteilungen kommen oder gar dazu, dass es nicht mehr möglich ist, eine SMS abzusetzen. Weltweit wurden beim nächtlichen Übergang von 2007 zu 2008 43 Milliarden versendete SMS gezählt, davon 300 Millionen in Deutschland. „Je belebter der Ort, an dem sich der Absender aufhält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die SMS mehr Zeit braucht als üblich“ meinte Bitkom-Sprecher Christian Hallerberg dazu.[9]

Literatur

Ähnliche Dienste

  • QMS ist ein interner Dienst des sozialen Netzwerks Qeep.

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: SMS – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Short Message Service – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 6. Auflage, Stichwort SMS
  2. Kurznachrichten per Telefon, Spiegel Online, 5. Mai 2009
  3. Pro Sekunde werden in Deutschland mehr als 1.300 SMS verschickt. Insgesamt waren es im letzten Jahr 41,3 Milliarden SMS-Kurzmitteilungen wie der Hightech-Branchenverband Bitkom meldet. http://www.connect.de/news/neue-sms-rekordzahlen-in-deutschland-1131287.html
  4. a b c heise 3. August 2005
  5. a b c d e f g h Zahl der pro Jahr versandten SMS in Deutschland in Milliarden 1999 bis 2007, Quelle: Bundesnetzagentur/BITKOM.
  6. a b c d e f g Zahl der pro Jahr versandten SMS in Deutschland in Milliarden 2006 bis 2011, Quelle: Bundesnetzagentur/BITKOM.
  7. Urteil: Kunde muss fragwürdige „Premium SMS“ nicht bezahlen
  8. a b c d [1]
  9. Charlotte Frank, Christian Mayer: Bitte löschen! In: Süddeutsche Zeitung. 31. Dezember 2008, abgerufen am 1. Mai 2010.
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  • short message service — see short message system …   English dictionary

  • Short Message Service — SMS, function on a mobile phone that enables short messages to be relayed from one mobile phone to another …   English contemporary dictionary

  • short message service — noun the system for transmitting text messages on mobile phones …   Wiktionary


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