Bad Meinberg-Horn
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Horn-Bad Meinberg
Horn-Bad Meinberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Horn-Bad Meinberg hervorgehoben
51.8833333333338.9666666666667207Koordinaten: 51° 53′ N, 8° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Lippe
Höhe: 207 m ü. NN
Fläche: 90,16 km²
Einwohner: 18.184 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 202 Einwohner je km²
Postleitzahl: 32805
Vorwahl: 05234
Kfz-Kennzeichen: LIP
Gemeindeschlüssel: 05 7 66 032
Stadtgliederung: 17 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 4
32805 Horn-Bad Meinberg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Eberhard Block
Lage der Stadt Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe
Nordrhein-Westfalen Niedersachsen Kreis Höxter Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Bielefeld Kreis Minden-Lübbecke Kreis Herford Detmold Barntrup Blomberg Dörentrup Schlangen Lemgo Lage Augustdorf Bad Salzuflen Extertal Leopoldshöhe Horn-Bad Meinberg Lügde Schieder-Schwalenberg Oerlinghausen KalletalKarte
Über dieses Bild

Horn-Bad Meinberg ist eine deutsche Stadt in Lippe im Nord-Osten von Nordrhein-Westfalen am Rande des Teutoburger Waldes, die insbesondere durch die Natursehenswürdigkeit Externsteine bekannt ist. Der Stadtteil Bad Meinberg ist lippisches Staatsbad.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Das von Süden nach Norden verlaufende Eggegebirge stößt bei Horn mit seinem nördlichen Ende auf das östliche Ende des von Westen nach Osten verlaufenden Teutoburger Waldes. Im Gemeindegebiet befinden sich die beiden höchsten Berge des Eggegebirges, "die" Lippische [Velmerstot] mit 441 m und "die" Preußische Velmerstot mit 468 m Höhe über dem Meeresspiegel und die höchste Erhebung des Teutoburger Waldes, der Barnacken mit 446 m Höhe. Die beiden Mittelgebirgszüge werden durch das romantische Felsental des Silberbachs getrennt. Der tiefste Punkt des Stadtgebiets liegt auf 125 m.

Hier treffen der den Teutoburger Wald längs durchquerende, 156 km lange Hermannsweg und der Eggeweg, ein 70 km langes Teilstück des Europäischen Fernwanderwegs E1 (von Schweden bis Italien), aufeinander.

Zwischen den Ortsteilen Horn und Holzhausen (Externsteine) befindet sich das wohl bekannteste Naturdenkmal des Teutoburger Waldes, die Externsteine, in deren Nähe die Wiembecke entspringt.

In Ortsteil Wehren entspringt die Werre, die als Flüsschen das Gebiet des Landkreises in Richtung Herford durchquert.

Teile des Gemeindegebietes befinden sich im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge, und auch der von manchen angestrebte Nationalpark Senne-Egge würde das Gemeindegebiet berühren.

Geologie

Geothermische Karte von Horn-Bad Meinberg

Im Gemeidegebiet besteht das Lipper Bergland vorherrschend aus Tonmergel-, Kalk- und Sandsteinen des Erdmittelalters. Diese Sedimentgesteine sind zwischen einem und zwei Kilometern stark. Sie wurden im Lauf der Erdgeschichte herausgehoben und im Rahmen gebirgsbildender Vorgänge in eine Vielzahl von Sätteln, Mulden, Horsten und Gräben zerlegt. Die usprünglich übereinanderfolgenden Gesteinsschichten sind daher häufig nebeneinander oder im Bereich überschobener Schollen als sich wiederholende Gesteinsfolgen angeordnet. Unter diesen Schichten befinden sich die Gesteine des Erdaltertums, insbesondere aus Devon, Karbon und Perm. Lockergesteine aus dem Eiszeitalters (Kies, Sand und Löss) finden sich insbesondere im nordöstlichen Vorland des Mittelgebirges, in Hangbereichen und in den Tälern.

Die Grundwasservorkommen haben entsprechend dem komplizierten geologischen Bau hohe Qualitätsunterschiede. Wichtige Grundwasserleiter sind die weitgehend verkarsteten Kalksteine der Oberkreide und Muschelkalks, klüftige Tonmergelsteine in Abschnitten des Keupers sowie die Sandsteine der Unterkreide. Vereinzelt sind Grundwässer durch Lösung von Steinsalz und Gips im tieferen Untergrund versalzt und mineralisiert. In Bad Meinberg findet sich etwa 260 m unter der Oberfläche ein Kohlensäuregasvorkommen in Schichten des mittleren Buntsandsteins.[2].

Horn-Bad Meinberg eignet sich in einzelnen Tallagen (darunter auch das Siedlungsgebiet von Horn) mäßig, sonst gut bis sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets

Die als „Kleine Mittelstadt“ klassifizierte Stadt erstreckt sich über eine Fläche von 90,16 km². Das Gemeindegebiet hat eine maximale Ausdehnung in Ost-West Richtung von ca. 14,9 km und in Nord-Süd Richtung von etwa 15,5 km.

Fläche
nach Nutzungsart[3]
Landwirt-
schafts-
fläche
Wald-
fläche
Gebäude-,
Frei- und
Betriebsfläche
Verkehrs-
fläche
Wasser-
fläche
Sport- und
Grünfläche
sonstige
Nutzung
Fläche in km² 43,26 33,20 7,07 4,40 0,72 1,15 0,36
Anteil an Gesamtfläche 47,98 % 36,82 % 7,84 % 4,88 % 0,80 % 1,28 % 0,40 %


Nachbargemeinden

Beginnend im Westen grenzt die Gemeinde an Schlangen, Detmold, Blomberg und Schieder-Schwalenberg im Kreis Lippe. Es folgt im Süden der Kreis Höxter mit der Gemeinde Steinheim. Südwestlich trifft noch der Kreis Paderborn mit den Gemeinden Altenbeken und Bad Lippspringe auf die Grenze zur Gemeinde Horn-Bad Meinberg.

Stadtgliederung

Horn-Bad Meinberg besteht aus den folgenden Ortsteilen:

Bevölkerungszahlen der Ortsteile (Stand 31. Dezember 2004)
Ortsteil Einwohner Gliederung und Siedlungsschwerpunkte der Gemeinde Horn-Bad Meinberg
Bad Meinberg 4.636 Einwohner
Belle 1.196 Einwohner
Bellenberg 337 Einwohner
Billerbeck 447 Einwohner
Feldrom siehe Kempen
Fissenknick 524 Einwohner
Fromhausen 175 Einwohner
Heesten 145 Einwohner
Holzhausen-Externsteine 1.191 Einwohner
Horn 7.018 Einwohner
Kempen 492 Einwohner
Leopoldstal 1.991 Einwohner
Schmedissen 90 Einwohner
Vahlhausen 156 Einwohner
Veldrom 346 Einwohner
Wehren 337 Einwohner
Wilberg 192 Einwohner

Geschichte

Die Stadt Horn-Bad Meinberg existiert seit der Gebietsreform von 1970. Die zuvor eigenständige Stadt Horn wurde mit den Gemeinden Belle, Bellenberg, Billerbeck, Fromhausen, Heesten, Holzhausen-Externsteine, Leopoldstal, Bad Meinberg, Schmedissen, Vahlhausen, Veldrom, Wehren, Kempenfeldrom, Teilen der Gemeinde Oberschönhagen – als Ortsteil Fissenknick – und Teilen der Gemeinde Schönemark – als Ortsteil Wilberg – zusammengefasst. Die neu entstehende Stadt trug laut Gesetz zur Neugliederung des Kreises Detmold vom 2. Dezember 1969 den Namen Bad Meinberg-Horn. Dagegen rührte sich massiver Widerstand bei den Einwohnern der ehemaligen Stadt Horn, der dann am 10. September 1970 zur Umbenennung der Stadt in Horn-Bad Meinberg führte.

Horn

Im Wald südwestlich von Horn befindet sich eine alte Siedlungsstelle. Die Flurnamen "Auf der Hausstelle" und "Am Hüttenschlag" im Stadtwald zwischen Kartoffelberg und Krebsbachtal deuten darauf hin. Der Überlieferung nach handelte es sich dabei um einen großen Hof, der mit Hürden, einem Flechtwerk aus Ruten und Stäben (plattdeutsch Hören), eingefriedet war und "in den Hören" hieß. Was sich außerhalb der Einfriedung befand, wurde "für (vor) den Hören" (vorm Horne) genannt, woraus dann später der Name Horn entstanden sein könnte.

Aus der ältesten bekannten urkundlichen Erwähnung von Horn als Stadt geht hervor, dass die Gründung der Stadt um 1248 erfolgt sein muss. Die alte Burg Horn wurde 1348 fertiggestellt. Die Burg wurde als Wehr- und Wohnbau der Edelherren und späteren Grafen zur Lippe genutzt. „Diesseits des Waldes“ war die Burg Horn die einzige Residenz Bernhards V., allerdings besaß er „jenseits des Waldes“ auch Lippstadt, Rheda und Holzminden, sodass er nicht nur in Horn residiert hat.

Später wurde die Burg Horn von mehreren Witwen des Hauses Lippe als Alterssitz genutzt, zuletzt 1666–1673 von Gräfin Amalie zur Lippe. Kriegerische Auseinandersetzungen um die Stadt fanden insbesondere während der Soester Fehde (1444–1449) und während der Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) statt. Im Jahr 1864 wurden große Teile der Innenstadt bei einem Brand zerstört; 60 Häuser wurden Opfer der Flammen. Das 1864 errichtete neue neugotische Rathaus ist ein Nachfolgebau für das bei dem großen Stadtbrand vernichtete Rathaus.

Einen Bahnanschluss für die Stadt Horn gibt es seit 1895; der außerhalb des Stadtkerns in Richtung Bad Meinberg gebaute Bahnhof liegt an der Strecke DetmoldAltenbeken.

Zwischen 1912 und 1952 konnte man sogar zusätzlich die Straßenbahn benutzen. In der Blütezeit führte sie von Horn in Richtung Westen nach Detmold und von dort weiter in die Detmolder Ortsteile Pivitsheide, Berlebeck und Heiligenkirchen. Nach Südwesten konnte man über Schlangen und Bad Lippspringe bis Paderborn fahren. Diese Strecke führte zeitweise sogar mitten zwischen den Externsteinen hindurch. Man kann dort an den Felsen noch die Spuren von der Oberleitungsbefestigung erkennen. In Richtung Nordosten führte die Straßenbahn über Bad Meinberg bis nach Blomberg. Betrieben wurde die Straßenbahn bis 1952 von der Paderborner Elektrizitätswerke und Straßenbahn AG, kurz PESAG genannt.

Siedlung Moorlage

Im Osten Horns entstand zu Anfang des Zweiten Weltkriegs die Siedlung Moorlage. Grund war die Umsiedlung des Dorfes Haustenbeck in der Senne, das einem Truppenübungsplatz weichen musste. Ein Großteil der Dorfgemeinschaft zog nach Horn, wo die Firma Künnemeyer Arbeitskräfte suchte. Die Landwirte erhielten Höfe von der Reichsumsiedlungsgesellschaft RUGES. Am 18. Februar 1938 kam der erste Vorschlag, eine geschlossene Siedlung aufzubauen. Etwa vierzig Familien siedelten nach Horn um.

Das Projekt plante das Kreisbauamt Detmold. Vier Haustypen standen zur Verfügung. Die Bewohner durften bei dem Innen- und Sanitärraum mitbestimmen. Jedes Haus war mit einer Innentoilette und Badegelegenheit ausgestattet. Die Siedlung sollte aus vierzig Häusern bestehen, die nah beieinander gebaut werden sollten. Ein Grundstück war 1–3 Scheffelsaat (1 SS = 1717 m²) mit genügend Land für Ackerbau und Platz für eine kleine Viehhaltung. Ein Quadratmeter kostete zu der Zeit 0,40 Reichsmark. Der Erstellungspreis der Ein- und Zweifamilienhäuser mit Stallungen betrug zwischen 8000 RM und 15000 RM.

1938 wurden Vermessungen vorgenommen und die Siedlung Moorlage wurde als "kriegswichtig" eingestuft. Ende Januar 1939 wurde beschlossen, dass 31 Einfamilien- und 13 Zweifamilienhäuser gebaut werden. Das Datum der Umsiedlung war der 5. November 1939. Es entstand eine rechtwinklige Schachbrett-Siedlung, in der sich die Bürger durch Vieh und Acker versorgen konnten. Damit die Siedlung etwas lockerer aufgebaut aussieht, wurden die Giebel versetzt gebaut, die Hauptstraße war breiter und auf beiden Seiten mit Bäumen bepflanzt und Fußwege wurden ebenfalls angelegt.

Die Moorlage sollte an das Horner Wasserrohrnetz angeschlossen werden, und die Stromversorgung erfolgte durch PESAG. Das Baugelände war das ehemalige Hudegelände. Als im Januar 1939 mit den Arbeiten begonnen wurde, verfasste sogar die Lippische Staatszeitung einen Artikel über das Siedlungsvorhaben. Doch der Winter behinderte die Bauarbeiten, und es mangelte an Materialien wie Eisen und Stahl. Ende August 1939 traf der erste Haustenbecker ein, Bürgermeister Wilhelm Mehrmann. Am 1. September 1939 platzten dann die Umzugsvorbereitungen wegen des Kriegsbeginns.

1989 waren noch 42 von 44 Siedlungshäusern im Besitz der Familien, die sie auch erbaut haben. Ende 1989 feierte die Moorlage ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum wurde ein Gedenkstein aufgestellt mit der Aufschrift: "50 Jahre Moorlage/Zur Erinnerung an die Umsiedlung von Haustenbeck."

Bad Meinberg

Der Ort Meinberg wird erstmals 978 erwähnt. Unter der Bezeichnung „curia meginbergen“ wird in diesem Jahr der erst 1960 abgerissene Meierhof aufgeführt. Als Heilbad findet Meinberg dann 1676 Erwähnung, als Andreas von Keil (genannt „Cunaeus“) den Meinberger Gesundbrunnen empfiehlt. 1762 erhielt Dr. med. Johann Erhard Trampel von Graf Simon August den Auftrag, die in Meinberg vorhandenen Quellen zu untersuchen und ein Gutachten zu erstellen. Dr. Trampel gilt als die treibende Kraft bei der Entwicklung des Bauerndorfs zum Heilbad. 1767 wird Meinberg durch eine Verfügung des Grafen offiziell zum "Curort" ernannt, in diesem Jahr wurden bereits 413 Kurgäste gezählt. Zur Unterbringung der Gäste mussten Hotels gebaut werden. Der historische Kurpark wurde 1770 angelegt. Im gleichen Jahr entstand das Logierhaus "Stern", damals Privatbesitz von Dr. Trampel, 1775 dann das Logierhause "Rose" auf der gegenüberliegenden Seite des barocken Kurgartens. Dr. Trampel starb im Jahr 1817 im Alter von 80 Jahren in Pyrmont Die Nachfolger von Dr. Trampel, Dr. Scherf († 1818) und anschließend Dr. Gellhaus schaffen die Grundlagen für die Schlammbadekur (heute: Moorkur), die sich in der Folgezeit als Erfolg erweisen. Trotzdem dauerte es bis 1900, bis man zum ersten Mal 1.000 Kurgäste in einer Saison zählte.

Seit 1903 darf sich der Ort aufgrund fürstlicher Order Bad Meinberg nennen. Das eigentliche Bad gehörte aber immer noch nicht zum Gemeindebezirk, sondern stellte einen eigenen Domanialbezirk dar. Es wurde erst 1919 dem Gemeindebezirk Bad Meinberg angeschlossen. 1933 wurde Bad Meinberg Lippisches Staatsbad.

Nach über 800-jähriger Geschichte endete 1947 die Selbstständigkeit Lippes, und es wurde Teil des neu gegründeten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Als Folge der in Lippe bestehenden Verhältnisse wurde jedoch das Domanial- und Forstvermögen, zu dem auch die beiden Bäder Meinberg und Salzuflen gehörten, nicht an Nordrhein-Westfalen überführt. Zur Verwaltung dieses Vermögens wurde durch Gesetz vom 5. November 1948 der Landesverband Lippe gegründet, der seither Träger des Staatsbades ist.

Infolge steigender Kurgastzahlen gab es in den 1950er Jahren eine rege Bautätigkeit, und der Vielländerpark, Silvatikum genannt, wurde angelegt. Dadurch vergrößerte sich die gesamte Kurparkfläche in Bad Meinberg auf über 40 Hektar. Einen zweiten Bauboom bescherten die 1970er und 1980er Jahre, in der drei große Kurkliniken am Rande des Silvatikums und das Thermalbewegungsbad entstanden. 1992 erreichten die Kurgastzahlen mit beinahe 38.000 den bislang höchsten Stand. Seither gingen durch die Strukturreform im Gesundheitswesen die Zahlen stark zurück, und Ende der 1990er Jahre schlossen nach und nach die drei Kurkliniken am Silvatikum. Seit Ende 2003 befindet sich dort Europas größtes Yoga-Seminarhaus.

Religionen

St. Josef in Feldrom
Evangelische Kirche in Veldrom

Die Mehrheit der Bevölkerung in Horn-Bad Meinberg ist evangelisch. Dies geht auf die im Jahre 1538 von Bernhard VIII. Graf zur Lippe eingeführte Reformation zurück. Vorherrschend ist das reformierte Bekenntnis, welches im 17. Jahrhundert Einzug erhalten hat.

Ein Indiz für die heutige Verteilung der Religionen kann die konfessionelle Zugehörigkeit der Schüler in Horn-Bad Meinberg sein. Demnach gaben im Schuljahr 2006/2007 54 % der Schüler evangelisch, 16,4 % katholisch und 9,3 % islamisch als Religionszugehörigkeit an. 14,0 % gaben eine andere Religionszugehörigkeit und 6,4 % keine Konfession an.[4]

Die Kirchengemeinden sind:

  • Katholische Gemeinden:
    • Christkönig im Ortsteil Bad Meinberg
    • Heilig Kreuz im Ortsteil Horn
    • St. Josef im Ortsteil Kempen-Feldrom
  • Islamische Gemeinde:
    • Türkisch-Islamische Moschee Gemeinschaft
    • Es existiert seit den 1990er Jahren eine eigenständige islamische Gemeinde, da speziell im Ortsteil Horn zahlreiche türkischstämmige Menschen als Nachfahren von Gastarbeitern aus der Türkei leben.

Eingemeindungen

Am 2. Dezember 1969 wurde das Detmold-Gesetz beschlossen, welches zum 1. Januar 1970 die Stadt Horn mit den Gemeinden Belle, Bellenberg, Billerbeck, Fromhausen, Heesten, Holzhausen-Externsteine, Leopoldstal, Bad Meinberg, Schmedissen (alle aus dem Amt Detmold-Land), sowie Vahlhausen bei Horn, Veldrom, Wehren und Kempenfeldrom (alle aus dem Amt Steinheim im Kreis Höxter) zur neuen amtsfreien Stadt Bad Meinberg-Horn im Kreis Detmold zusammenschloss.[5] 1972 wurde der Kreis Detmold aufgelöst und ging durch die Vereinigung mit dem Kreis Lemgo im heutigen Kreis Lippe auf.[6]

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Stadt Horn-Bad Meinberg. Bei der Zahl für 1987 handelt es sich um ein Volkszählungsergebnis. Die Zahlen für 1975, 1980 und 1985 sind geschätzte Werte (amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes) und die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987.

Jahr Einwohner
1975 16.920
1980 16.843
1985 16.499
1987 16.234
1990 17.409
1995 18.664
2000 18.754
2005 18.507
2007 18.184

Quelle[7]

Politik

Gemeinderat

Sitzverteilung im Stadtrat seit 2004
Zum Vergleich: Sitzverteilung im Stadtrat von 1999 bis 2004

Der Rat der Stadt Horn-Bad Meinberg besteht gegenwärtig aus 32 Stadtverordneten. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse zwischen 1975 und 2004:

[8][9] 2004 1999 1994 1989 1984 1979 1975
Partei Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  % Sitze  %
CDU 13 42,26 15 42,08 13 35,82 n/v 37,89 n/v 42,33 n/v 46,16 n/v 46,33
SPD 12 36,17 14 39,22 13 35,76 n/v 44,99 n/v 50,21 n/v 42,40 n/v 43,63
GAL 2 6,26 2 5,26 3 7,75 n/v 7,12 - - - - - -
FDP - - - - 0 3,85 n/v 9,99 n/v 7,45 n/v 7,92 n/v 10,03
UWG 1 2 2 5,2 0 n/v n/v n/v - - - - n/v 3,52 - -
BürgerBündnis 2 3 10,1 5 n/v n/v - - - - - - - - -
Sonstige2 - - - 13,44 6 16,83 - - - - - - - -
Gesamt 3 32 100 36 100 35 100 n/v 100 n/v 100 n/v 100 n/v 100
Wahlbeteiligung 60,89 61,34 83,66 73,51 75,30 78,56 89,04

1Unabhängige Wählergemeinschaft
2Da die Datenlage eine genaue Angabe der Stimmenanteile von UWG und BürgerBündnis in den Jahren 1999 und 1994 nicht zulässt, erfolgt die Angabe summarisch unter Sonstige
3Ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen

Bürgermeister

Bürgermeister von Horn-Bad Meinberg ist Eberhard Block (SPD), der am 10. Oktober 2004 in einer Stichwahl mit 54,5 % der gültigen Stimmen gewählt wurde. Er war bereits zwischen 1999 und 2004 Bürgermeister, nachdem er am 12. September 1999 mit 51,8 % der gültigen Stimmen gewählt worden war.

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet:

In Blau oben an einer fünfblättrigen roten Rose mit goldenen (gelben) Butzen aufgehängtes goldenes (gelbes) Horn, unten ein silberner (weißer) Brunnentempel mit rundbogiger Tür.

Die fünfblättrige Rose ist die Lippische Rose, die die Zugehörigkeit zum Kreis beziehungsweise Land Lippe. Das daran befestigte Horn weist etymologisch auf den gleichnamigen Ortsteil hin. Der Brunnentempel steht im bBarocken Kurpark von Bad Meinberg.

Städtepartnerschaften

Horn-Bad Meinberg unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

  • Villedieu-les-Poêles, eine Kleinstadt mit etwa 4000 Einwohnern in der Normandie, Frankreich.
  • Kudowa Zdrój, ein Kurbad in Niederschlesien, Polen, ehemals Bad Kudowa genannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Im Kurtheater Bad Meinberg treten musikalische und Theater-Künstler aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet auf.

Im Ortsteil Bellenberg befindet sich die Freilichtbühne Bellenberg, wo in den Sommermonaten an den Wochenenden in der Regel zwei Erwachsenen- und ein Kinderstück aufgeführt werden.

Das Traktorenmuseum in Kempen

Museen

Das Burgmuseum Horn ist von Ostern bis Allerheiligen geöffnet und bietet die Stadtgeschichte von Horn vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Die Burg Horn ist einer der ältesten Wohnsitze der Edelherren zur Lippe

Im Ortsteil Kempenfeldrom befindet sich das privat betriebene Traktorenmuseum Kempen, dass landwirtschaftliche Geräte vom Mittelalter bis in die 1960er Jahre zeigt.

Musik

In Horn-Bad Meinberg existieren zwei Frauen- und ein Männerchor.

Bauwerke im Stadtteil Horn

Rathaus
  • Ev.-ref. Pfarrkirche, ehemals St. Johannes der Täufer. Die zweijochige dreischiffige Hallenkirche mit Westturm und polygonalem Chor wurde im letzten Viertel des 15. Jh. errichtet. Der Turm dürfte noch aus dem 12. Jahrhundert stammen und ist damit das älteste derzeit bekannte Bauwerk in Horn. 1819 wurde das Dach der Kirche und des Turmes nach einem Blitzeinschlag zerstört. Erst 1826 konnte die jetzige welsche Turmhaube fertiggestellt werden. Das weiträumige, von Kreuzrippengewölben überspannte Innere wirkt sehr gedrungen. Die Gewölbe ruhen auf zwei mächtigen Rundpfeilern. Zur Ausstattung gehören ein Taufstein von 1589 und ein aus dem 17. Jahrhundert stammender Orgelprospekt. Im Chor befindet sich ein mit gotischen Schnitzereien versehenes Chorgestühl aus dem späten 15. Jahrhundert, das im 19. Jahrhundert überarbeitet wurde. An der Südostwand des Seitenschiffes ist seit 1859 das Epitaph des Cordt von Mengerssen (+1561) angebracht. Ursprünglich war es im Chorbereich aufgestellt. Im Schiff hängen fünf Kronleuchter, die 1708 von der Stadt Horn und der Brauerzunft bei einem Nürnberger Goldschmied in Auftrag gegeben wurden.
Die Burg Horn
  • Die ehemalige Burg Horn (Heimatmuseum) liegt unmittelbar an der Stadtmauer. Die bestehende Anlage dürfte im Zuge der Stadtgründung entstanden sein und wurde offenbar 1348 ausgebaut. Es handelt sich um einen winkelförmigen zweigeschossigen Bau über hohem Kellergeschoss, der leicht in den einstigen Stadtgraben hineinragt. Zwischen 1656 und 1659 wurde er stark umgebaut. In dieser Zeit kam es offenbar zur Hinzufügung des Ostflügels und zum Einbau des Treppenhauses. An der Frontseite wurde ein neues Portal eingesetzt. Der obere Teil des Turmes, der ursprünglich von einer geschweiften Haube bekrönt war, wurde in späterer Zeit wegen Baufälligkeit abgetragen. Im Zuge der zwischen 1983 und 1989 durchgeführten Restaurierungsmaßnahmen erhielt der Turm wieder seine oberen Geschosse und ein neues Dach. Die ehemalige Burgscheune, ein Putzbau mit Krüppelwalmdach wurde 1744 erbaut.
  • Rathaus. Der stattliche neugotische Bau wurde 1865-66 durch den Bauunternehmer und Architekten Wilhelm Lakemeier aus Steinheim (Westfalen) erbaut, nachdem der Vorgängerbau zwei Jahre zuvor durch einen Brand zerstört worden war. Ursprünglich zweiflügelig, wurde er 1956 durch rückwärtige Anbauten erweitert. Die als Schaufront ausgebildete Marktseite zeigt zwei Risalite, die von mit Fialen geschmückten Dreiecksgiebeln bekrönt werden. An der zur Mittelstraße hin orientierten Nordostecke befindet sich ein viergeschossiger polygonaler Eckturm, der von einer niedrigen Balustrade abgeschlossen wird.
  • Hof von Kotzenberg (Hotel Vialon). Der zweigeschossige, aus zwei Flügeln bestehende Massivbau wurde um 1616 erbaut. Aufgrund ähnlicher Einzelformen am Paderborner Rathaus könnte Heinrich Baumhauer als Baumeister in Frage kommen. An der Marktseite befindet sich ein hübsches Portal, das 1680 bezeichnet ist.

Wohnbauten. Einstmals wurde das Stadtbild wesentlich von giebelständigen Fachwerk-Dielenhäusern geprägt. Einige schöne Beispiele haben sich bis heute an der Nord- und an der Mittelstraße erhalten. Besonders reizvoll ist die Baugruppe Nordstraße 21-33. Der Massivbau blieb bis weit in das 19. Jahrhundert hinein eine Ausnahmeerscheinung. An Einzelbauten sind zu erwähnen:

  • Burgstraße 27, bezeichnet 1663.
  • Heerstraße 47 ist ein im 18. Jahrhundert erbautes Dielenhaus, das über unterkellertes Hinterhaus verfügt.
  • Kirchstraße 2. Obwohl das gut erhaltene Dielenhaus am Torbalken mit "1860" bezeichnet ist, dürfte es im Kern noch aus des 17. Jahrhundert stammen.
  • Mittelstraße 48. Das Giebelhaus mit jüngerer Utlucht, dessen Erdgeschoss durch Ladenbeinbauten beeinträchtigt ist, wurde 1671 für den Pfarrer Wilhelm Fabricius und seine aus Bremen stammende Frau erbaut. An den Füllbrettern befinden sich Rankenornamente.
  • Mittelstraße 65. Das im Erdgeschoss massive, um 1570/80 für Henrich Teerbeck errichtete Giebelhaus gehörte einst zu den prächtigsten Wohnbauten der Stadt. Es besaß eine seitliche Utlucht, einen reich beschnitzten Speicherstock in Fachwerkbauweise und ein unterkellertes Hinterhaus. 1627 gelangte es in den Besitz der Kaufmannsfamilie Detert und wurde schließlich 1910 in einen benachbarten Jugendstil-Neubau integriert. Von der prächtigen Fassade ist nichts mehr erhalten; die Utlucht wurde zu einem Erker verstümmelt. An der zur Ratswete hin gelegenen rechten Traufseite blieben Reste der Schnitzereien mit Halbrosetten erhalten.
  • Mittelstr. 67. Das barocke Fachwerkhaus mit massiven Giebelfassaden ist 1756 bezeichnet. An der Straßenfront sind die drei mittleren Fensterachsen durch Lisenen risalitartig hervorgehoben. Dem Portal ist eine doppelläufige Freitreppe vorgelegt.
  • Mittelstraße 71. Der zum Teil in Fachwerk erstellte Bau wurde wohl 1563 für den gräflichen Sekretär Johann von Rintelen errichtet. Ein Kamin im Inneren ist 1564 bezeichnet. Aus dieser Zeit dürfte auch die von Muschelaufsätzen bekrönte Utlucht stammen. 1579 erhielt das Haus einen neuen, mit muschelgefüllten Voluten verzierten Staffelgiebel. Dieser wurde im 18. Jh. weitgehend abgetragen und um 1920 zum Teil rekonstruiert. Damals wurde auch der segementbogige Abschluss aufgesetzt. Früher wurde der Hauptgiebel als ein Werk Heinrich Overkottes angesehen. Später hat ihn der Kunsthistoriker Otto Gaul zusammen mit dem recht ähnlichen Haus Mittelstraße 64 in Lemgo Hermann Wulff zugeschrieben.
  • Nordstraße 5. Das Giebelhaus von 1613 mit seitlicher Deele ist mit aufwändigen Schnitzereien versehen.
  • Nordstraße 9 (Gaststätte "Alt Horn"). Das mit reichen Schnitzereien (Fächerrosetten) verzierte Haus wurde laut einer anscheinend erst nachträglich hinzugefügten Inschrift 1579 für den Ratsherrn Peter Steffen errichtet. Der linke, als Wirtschaftsgebäude dienende Anbau wurde 1775 angebaut. Eine umfassende Restaurierung des Gebäudes wurde 1953 vorgenommen.
  • Nordstraße 17, bezeichnet 1655.
  • Nordstraße 21. Wie die Inschrift am Torbalken belegt, wurde der Bau zusammen mit weiteren Häusern dieses Straßenabschnitts (Nr. 23,29,31) 1730 bei einem Brand zerstört und im Jahr darauf wieder errichtet.
  • Nordstraße 23. Das 1731 bezeichnete, für Johann Cord Lahmann erbaute Dielenhaus weist an den Torständern und an den Füllbrettern üppige Schnitzereien in Form von Rankenornamenten auf.
  • Nordstraße 25. Am Tor 1710 bezeichnet, hat das mit einer Utlucht versehene Haus offenbar den Brand von 1730 überstanden.
  • Nordstraße 29. Fachwerkbau mit Schnitzereien, vermutlich 1731 erbaut.
  • Nordstraße 31. In gestalterischer Hinsicht ähnelt das 1731 entstandene und mit reichen Schnitzereien versehene Haus Nordstraße 23.
  • Nordstraße 33 wurde 1695 errichtet.
  • Pfuhlstraße 11. Vierständerbau mit Utlucht, der wohl 1725 (oder 1735?) entstanden ist. Sein Torbalken ist mit flachen Ornamenten beschnitzt.
  • Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind vor allem im Süden (An der Straße „Hinter der Mauer“) und im Bereich der Burg größere Mauerpartien erhalten. Von den ehemals vier urkundlich nachweisbaren Türmen blieb lediglich die so genannte Malzdarre (später auch Eulenturm genannt) bestehen. Der Rundturm mit Kegeldach un Schlüssellochschießscharten dürfte um 1500 entstanden sein. Er hat einen Durchmesser von 8,50 m und eine Höhe von 17,50 m.
  • Am Ortsausgang in Richtung Steinheim/Vinsebeck befinden sich ein klassizistischer Meilenstein, sowie ein mittelalterliches Steinkreuz.

Bauwerke im Stadtteil Bad Meinberg

  • Ev.-ref. Pfarrkirche. Es handelt sich um einen kleinen Gewölbebau des 12. Jh.
  • Das älteste Fachwerkhaus des Ortes ist Brunnenstr. 34 von 1598 mit reich verzierten Knaggen. Es wurde 1696 umgebaut.

Parks

Der historische Kurpark wurde um 1770 als barocke Anlage angelegt. Seine Größe beträgt 6,25 ha.

Brunnentempel im historischen Kurpark

Die ursprüngliche Anlage des Parks geht auf eine 1767 erstellte Planskizze des Oberförsters Feige zurück. Sein Entstehen verdankt er der Förderung durch den Begründer des Kurbetriebs in Meinberg, Dr. Trampel, und durch den Landesherrn Graf Simon August (Lippe). Der Park wurde um eine Mofette (Gasquelle) herum angelegt, die man zunächst irrtümlich für eine Wasserquelle gehalten hatte. Durch den Park fließt die Werre. Die Nord-Südachse des Parks ist um einige Grad nach Westen gedreht und weist etwa nach NNW. Zu den den Park umgebenden Gebäuden gehören das am nördlichen Ende der Achse gelegene Bade- und Logierhaus Stern (erbaut 1770–1773) und das 1775 fertiggestellte Kurhaus Rose an deren südlichem Ende. Die Ost-Westachse geht heute an der Westseite in die Allee, die zentrale Einkaufsstraße Bad Meinbergs über. Der ursprünglich streng geometrisch konzipierte Park erfuhr im Laufe der Jahre zahlreiche Umgestaltungen. Als Zentrum des Parks war 1768 ein achteckiges Brunnenhaus errichtet worden. Von hier ausgehende, mit Linden und Rosskastanien bepflanzte Alleen und mit Hainbuchenhecken umfasste diagonale Wege bildeten die Grundstruktur des Parks. Schon 1785 erfolgte eine erste große Umgestaltung nach englischem Vorbild. Nach Vorschlägen von Christian Cay Laurenz Hirschfeld wurden die diagonalen Wege entfernt und die Bereiche zwischen den Kreuzalleen landschaftlich gestaltet. Die begradigte Werre erhielt mehrere Staustufen um ihre Fließgeschwindigkeit zu verringern. Im Südwesten des Parks entstand als Aussichtspunkt ein Schneckenberg. Eine weitere Umgestaltung erfolgte 1820, diesmal nach Plänen des Hofgärtners Nolda aus Kassel. Aufbauend auf den Ideen Hirschfelds ließ er Schlängelwege, Rasenflächen und ein "Lustgärtchen" anlegen. Der Lauf der Werre wurde nochmals verändert, sodass das Flüsschen nun leicht geschlängelt den Park durchquerte. Der im Kurpark befindliche „Brunnentempel“ wurde anstelle des Brunnenhauses 1842 erbaut. Er ist das Wahrzeichen Bad Meinbergs und hat auch Eingang in das Stadtwappen von Horn-Bad Meinberg gefunden.

Als Erweiterung des Kurparks wurde 1928 mit der Anlage des Berggartens begonnen. Der Gestaltungsplan des 3 ha großen Geländes stammt von dem Bielefelder Gartenarchitekten Pieper, die Ausführung lag beim Gartenmeister Hermann Niemeyer. Die Anlage, die am nördlichen Ortsrand von Bad Meinberg gelegen ist, umfasst einen südlichen, tiefer gelegenen geometrischen und einen nördlichen, höher gelegenen, landschaftlichen Teil. Den unteren Teil des Parks dominiert eine zentrale Treppenanlage, die den Südhang in mehrere Terrassen gliedert. Die Mittelachse des Parks war ursprünglich auf die als „Schlösschen“ oder „Schloss“ bezeichnete Villa des lippischen Grafen Leopold ausgerichtet. Dieses Gebäude wurde im Jahr 1962 abgerissen. Ursprünglich existierte eine direkte Verbindung zwischen dem Berggarten und dem südlich gelegenen, historischen Kurpark. Diese wurde 1986 durch ein neu errichtetes Nebengebäude des Kurhotels "Zum Stern" unterbrochen, im unteren Teil des Gartens wurde eine Tiefgarage eingebaut. Anstelle der dort befindlichen Tennisplätze wurde 2000 ein „Garten der Sinne“ angelegt. Der landschaftliche Teil wird durch einen Rundweg erschlossen. Den nördlichen Abschluss des Parks bildet eine offene Wetterschutzhütte, von der aus die gesamte Anlage überblickt werden kann.

Als Seepark wird eine in den Jahren von 1953 bis 1955 angelegte, ca. 3 ha große Anlage mit einem ca. 1 ha großen See bezeichnet, die sich in östlicher Richtung an den historischen Kurpark anschließt. Der See resultiert aus einer Aufstauung der Werre. Gegen Ende des 2. Weltkrieges begannen französische Zwangsarbeiter mit den Arbeiten an der Staumauer für ein Hochwasserrückhaltebecken. Ab 1953 wurde der See aufgestaut, die Fertigstellung des auf Plänen des Gartenmeisters Hermann Niemeyer beruhenden Seeparks erfolgte 1955. Die 12 Meter hohe Fontäne im See ist weithin sichtbar. Nahe dem Zufluss der Werre befindet sich das Neptun-Denkmal. Der Hauptzugang zum Park erfolgt über dessen Westseite, die die Ost-Westachse des historischen Kurparks mit großzügig gestalteten Blumenbeeten fortsetzt und direkt auf den See hinführt. Der See wird von einem Rundweg umschlossen, der seinerseits durch Baum- und Strauchgruppen von der umgebenden Bebauung - meist Kurpensionen und Gästehäuser mit Blick auf den Park - abgegrenzt ist.

Mit ca. 40 ha ist das Silvatikum (man findet auch die Schreibweise "Sylvatikum") der größte der Parks in Horn-Bad Meinberg. Der Park liegt am östlichen Ortsrand von Bad Meinberg. Er schließt sich an den historischen Kurpark und den Seepark an und geht fließend in die freie Landschaft über. In der Zeit von 1962 bis 1965 wurden in dieser von Forstdirektor Dr. Splettstößer als „Länderwaldpark“ konzipierten Anlage 36000 Bäume und Sträucher angepflanzt, die Waldlandschaften aus 14 verschiedenen Weltregionen bilden. Es finden sich hier Baumgruppen mit über 50 Gattungen, die als charakteristische Pflanzgemeinschaften die folgenden Regionen repräsentieren: Japan (Insel Hondo), China (Himalaya), Kaukasus, Ostpreußen, Pommern, Spreewald, mitteleuropäischer Auenwald, hohe Alpen, Oberitalien und Mittelmeer, Jugoslawien und Bosnien, Nordamerika (Mississippi, Kalifornien/Sierra Nevada, Nordostamerika, Nordwestamerika).

Eigentümerin der Parks ist die Staatsbad Meinberg GmbH. Alle Anlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturdenkmäler

Die Externsteine bei Horn-Bad Meinberg

Im Ortsteil Holzhausen befinden sich die Externsteine, eine Felsformation aus Sandstein, die zu den bedeutendsten Natur-Sehenswürdigkeiten Deutschlands gehört.

Im Ortsteil Wehren entspringt die Werre, ein Nebenfluss der Weser.

Der Norderteich im Ortsteil Billerbeck wurde künstlich durch Stauung angelegt und ist das älteste Naturschutzgebiet im Kreis Lippe. Er wurde bereits 1115 urkundlich erwähnt und ist im Besitz des Landesverbandes Lippe.

Sport

Die Vereine TuS Horn-Bad Meinberg, Türkischer SV Horn, TSV Belle, TuS Holzhausen/Externsteine und TSV Leopoldstal sind im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen organisiert. Darüber hinaus gibt es drei Tennisclubs, ein Fitnescenter, einen Reitverein, zwei Schießsportvereine und ein Billard-Cafe.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die regelmäßigen Veranstaltungen im Jahresverlauf beginnen mit dem Frühlingsfest in Horn, einer Kirmes im April am Rathaus. Weiter geht es am 4. April-Wochenende mit dem Blumen- und Gartenmarkt in der Bad Meinberger Allee. Zu Ostern werden in den Stadtteilen Osterfeuer abgebrannt.

Ende Mai ist in Bad Meinberg Weinfest und am 3. Juni-Wochenende ist Moor- und Musikfest in Bad Meinberg. Die große Kurpark-Beleuchtung lockt viele Besucher an. Nach der Sommerpause ist am 3. September-Wochenende Kirmes im Stadtteil Meinberg. Am letzten September-Wochenende ist Hörnchenfest in der Horner Altstadt.

Beller Schnirz heißt das Volksfest im Stadtteil Belle am 3. Wochenende im Oktober. Zeitgleich ist in Bad Meinberg Bauernmarkt. Am 3. Wochenende vor dem ersten Advent ist Kläschen in Horn, der traditionellen Kirmes um das Rathaus. Den Jahresabschluss bildet der Christkindlmarkt in Bad Meinberg im Kurpark am dritten Advent.

In diesen Jahresverlauf fügen sich die Schützenfeste der Schützengesellschaften in sieben Stadtteilen.

Kulinarische Spezialitäten

In Horn-Bad Meinberg kennt man die typischen Lippischen Spezialitäten wie Rübchen Rahmsuppe, Pickert und Birnenpudding.

Bereits seit 300 Jahren kennt man das quellfrische Mineralwasser aus der Stadt. Seit 1971 wird es unter dem Namen Bad Meinberger vermarktet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

In Horn-Bad Meinberg kreuzen sich die Bundesstraßen B 1 und B 239.

Schienenverkehr

Bahnhof Leopoldstal
Bahnhof Horn-Bad Meinberg

Der Bahnhof Horn-Bad Meinberg liegt an der Bahnstrecke Herford–Altenbeken (KBS 405). Er wird im Stundentakt von der RB 72 „Ostwestfalen-Bahn“ HerfordDetmoldAltenbekenPaderborn sowie vom RE 82 „Der Leineweber“ Altenbeken–Detmold–Bielefeld und weiter als RB 67 bis Münster bedient. Ein weiterer Haltepunkt der RB 72 befindet sich in Leopoldstal.
Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der Westfalenbahn mit Elektro-Triebwagen des Typs Flirt und von der NordWestBahn mit Talent-Diesel-Triebwagen. Horn-Bad Meinberg gehört dem Verkehrsverbund OstWestfalenLippe an. Es gilt der regionale „Sechser-Tarif“ und der NRW-Tarif.

Busverkehr

Die beiden Stadtteile Horn und Bad Meinberg werden durch eine Stadtbuslinie miteinander verbunden, die auch Anschlüsse an den Zugverkehr bietet. Die umliegenden Orte (u.a. Schlangen, Bad Lippspringe, Blomberg) sind mit Regionalbussen erreichbar.

Fahrradverkehr

Die Radfernwege Römerroute und Wellness-Radroute sowie die BahnRadRoute Weser-Lippe führen durch das Gemeindegebiet. Außerdem verläuft der Europaradwanderweg R1 auf seinem Weg von Calais (Frankreich) nach Tallinn (Estland) direkt an den Externsteinen vorbei.

Ansässige Unternehmen

Größter Arbeitgeber (mit ca. 750 Beschäftigten) in Horn-Bad Meinberg ist der zum portugiesischen Sonae Indústria Konzern gehörende Holzwerkstoffhersteller GHP GmbH. Dieses Unternehmen ist aus der 2001 in Insolvenz gegangenen Hornitex Gruppe hervor gegangenen, die 1926 von den Brüdern Friedrich und Otto Künnemeyer als Sperrholzwerk Gebr. Künnemeyer gegründet und 1958 in Hornitex Werke Gebr. Künnmeyer umbenannt wurde.

Medien

Die einzige Lokalzeitung, die im Kreis Lippe erhältlich ist, ist die Lippische Landes-Zeitung. Ende 2003 wurde die Lippische Rundschau eingestellt. Das Radio Lippe sendet lokale Nachrichten aus dem Kreis Lippe.

Öffentliche Einrichtungen

Die Stadtwerke Horn-Bad Meinberg unterhält eine Kläranlage, die über 246 Kilometer Kanäle die Abwässer der Stadt reinigt. Mit dem Wasserwerk werden fast alle Stadtteile über 175 Kilometer Wasserleitung mit Frischwasser versorgt. Die Stadtwerke fördern das Wasser aus 19 Tiefbrunnen und kann bis zu 6.560 m³ Trinkwasser bevorraten. Nur etwa 2% des Wasserbedarfes müssen von den Stadtwerken Detmold und dem Wasserbeschaffungsverband Veldrom beschafft werden.

Die Stadt unterhält Freibäder in den Stadtteilen Bad Meinberg, Belle und Horn. Hinzu kommt die Schwimmhalle Horn und das Thermal-Mineral-Bad in Bad Meinberg.

Die Feuerwehr Horn-Bad Meinberg gliedert sich in sechs Löschzüge, die über das Stadtgebiet verteilt sind. In Horn stehen zum Retten, Löschen und Bergen eine Drehleiter, ein Rüstwagen und mehrere Mannschafts- und Löschfahrzeuge zur Verfügung. In Bad Meinberg gibt es einen Schlauchwagen, zwei Tanklöschfahrzeuge und ein Mannschaftstransportwagen. Die übrigen Löschzüge haben meist nur ein Tanklöschfahrzeug. Zur Rekrutierung neuer Feuerwehrkameraden wird eine Jugendfeuerwehr unterhalten.

In der Stadtbücherei Julie Hirschfeld - benannt nach einer jüdischen Bürgerin in Horn - hat einen Medienbestand von 18.000 Medien. Darunter sind 7.000 Kinder- und Jugendbücher, 4.500 Krimis und Romane, 6.000 Sachbücher und diverse Zeitschriften. Im Bereich der neuen Medien bietet die Bücherei etwa 500 Audio-Kassetten, 100 CD-Roms mit Lernsoftware sowie Hörbücher.

Bildung

Es gibt drei Grundschulen im Gemeindegebiet: Die größte ist die Grundschule Horn mit knapp 500 Kindern, dann gibt es noch die Grundschule Bad Meinberg mit ungefähr 400 Kindern und die Grundschule Belle mit ungefähr 160 Kindern. Die weiterführenden Schulen befinden sich im Schulzentrum in Horn: die Hauptschule Horn-Bad Meinberg mit ungefähr 350 Schülern, die Realschule Horn-Bad Meinberg und das Gymnasium Horn-Bad Meinberg. In Horn gibt es außerdem als Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf im Lernen die Turmschule (Förderschule für Lernbehinderte) und als Schule für geistig Behinderte die Schule am Teutoburger Wald. Während für die anderen Schulen die Stadt der Träger ist, ist die Schule am Teutoburger Wald eine Schule des Kreises Lippe.

Im Jahr 2007 wurden an den Schulen der Stadt mit 198 Lehrkräften insgesamt 2.560 Schüler unterrichtet, davon 29,7 % an den Grundschulen, 10,3 % an der Hauptschule und 18 % an der Realschule, 32,6 % am Gymnasium, sowie 9,5 % an den Förderschulen[3].

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Gotthilf August Benjamin Schierenberg (* 18. März 1808 in Horn, † 12. Oktober 1894 in Luzern), Kaufmann, Heimatforscher und Amateurarchäologe, Ehrenbürger der Stadt Horn[10]

Söhne und Töchter der Stadt

  • Johann Conrad Barchusen, eigentlich Barkhausen, (* 16. März 1666 in Horn (Lippe); † 2. Oktober 1723 in Utrecht, Niederlande) war der erste Professor für Chemie an der Universität Utrecht.
  • Friedrich Ernst Husemann (* 19. September 1873 in Leopoldstal (Lippe); † 15. April 1935 in Sögel), war Gewerkschafter, Vorsitzender des Verbandes der Bergbauindustriearbeiter Deutschlands von 1919 bis 1933, Mitglied des Preußischen Landtags von 1919 bis 1924 und Mitglied des Reichstages von 1924 bis 1933.
  • Daniel Brinkmann, Fußballprofi in der 2. Bundesliga

Weitere Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen


Einzelnachweise

  1. Information und Technik Nordrhein-Westfalen: Amtliche Bevölkerungszahlen
  2. Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen, Geowissenschaftliche Gemeindebeschreibung Horn-Bad Meinberg
  3. a b Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Horn-Bad Meinberg
  4. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Schüler an allgemein bildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit
  5. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgerservice: Gesetz zur Neugliederung des Kreises Detmold
  6. Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Bürgerservice: Bielefeld-Gesetz
  7. http://www.horn-badmeinberg.de/subnav.phtml?NavID=449.68&La=1
  8. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05766032
  9. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Kommunalwahlen
  10. http://llb12.llb-detmold.de:8080/Autoren/Schi_G.pdf

Literatur

  • Jens Buchner (Hrsg.): Stadtgeschichte Horn 1248-1998. Hütte-Verlag, Horn-Bad Meinbert 1997, ISBN 3-922417-13-2. 
  • G. Ulrich Großmann: Detmold. Führer durch Stadt, Schloß und Umgebung.. Marburg 1981, ISBN 3-87822-088-X, S. 113-126. 
  • August Meier-Böke: Die Lippischen Dörfer: Stadt Horn-Bad Meinberg, Gemeinde Schlangen, Augustdorf. In: Kurt Dröge (Hrsg.): Zick-Zack-Fahrt durch Lippe (1954-1958). 6, Landesverband Lippe, 2002, ISBN 978-3936225082. 

Weblinks


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