Bad Salzelmen
J. W. Tolberg: Das Soolbad zu Elmen. Seine Geschichte und jetzige Einrichtung nebst Anweisung zum zweckmäßigen Gebrauch desselben und der damit verbundenen künstlichen Bäder, 1822. Titelblatt mit einer Abbildung des Badehauses.

Bad Salzelmen ist seit 1932 ein Stadtteil von Schönebeck (Elbe) im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Es entstand 1894 durch die Zusammenlegung der Orte Groß Salze und Elmen zur Stadt Groß Salze. Die Stadt Groß Salze wurde 1926 in „Bad Salzelmen“ umbenannt.

Geschichte

Bad Salzelmen kann auf eine mehr als 800-jährige Geschichte der Salzgewinnung zurückblicken. In Elmen wurde bereits im 12. Jahrhundert Sole gefördert. 1680 gingen die Stadt Groß Salze an das brandenburg-preußische Herzogtum Magdeburg. Groß Salze war als sogenannte Immediatstadt der Regierung des Herzogtums direkt unterstellt und lag im Holzkreis. Zwischen 1756–1765 wurde das Gradierwerk mit einer Gesamtlänge von 1837 Metern erbaut, es ist damit das größte jemals gebaute. Die damals ansässige „Königlich Preußische Saline“ war das größte staatliche Unternehmen Preußens. 1776 wurde der 32 Meter hohe Soleturm in der Nähe des Gradierwerks gebaut. Er diente der Soleförderung mittels einer holländischen „Windkunst“. Die Saline war mit dem Schönebecker Hafen durch eine Betriebseisenbahn verbunden.

Durch die Entdeckung der Heilwirkung von Sole durch Johann Wilhelm Tolberg begann die Geschichte des Kurstandortes Bad Salzelmen. 1802 wurde hier das erste Soleheilbad Deutschlands eröffnet. 1815 wurde Ernst Leopold Fabian zum Salzamtinspektor ernannt.

Die Sole wurde durch Ausspülung unter Tage gewonnen. Die so entstandenen Kavernen („Graf-Moltke-Schacht“) dienten später als unterirdische Inhalationsräume und während der letzten Jahre des Zweiten Weltkrieges zur Lagerung u. a. von Museumsbeständen der Staatlichen Museen Berlin und von Archivgut der Deutschen Akademie und des Preußischen Geheimen Staatsarchivs.

Die Gewinnung der Sole zum Zwecke der Salzerzeugung wurde 1967 eingestellt, die Sole ist aber noch immer die Grundlage für den Kurbetrieb. Von dem ursprünglichen Gradierwerk sind heute noch etwa 350 Meter erhalten, die als Freiluft-Inhalatorium dienen. Der „Solepark“ mit dem Erholungsbad „Solequell“, dem Kurmittelhaus „Lindenbad“ und dem „Kunsthof“ (zum Teil im Soleturm) sind heute Anziehungspunkte für Erholungssuchende und Kurgäste. Die 1995 erbaute Rehabilitationsklinik Bad Salzelmen ist Zentrum moderner Rehabilitationsmedizin im Bereich Solebehandlung.

Salzamtsdirektoren in Schönebeck

1793 bis 1805, Schloenbach, Kriegs- und Domänenrat u. Baudirektor.
1805 bis 1815, Rollmann, Bergrat.
1815 bis 1855, Karl Leopold Fabian, († 14. März 1855 in Schönebeck) Bergrat und Oberbergrat.
1855 bis 1859, Heinrich v. Kummer, († 31. Oktober 1859 in Schönebeck), Bergrat.
1860 bis 1866, Eduard Karl Lindig, († 5. Juli 1892 in Berlin), Bergrat, Wirkl. Geh. Oberbergrat und vortragender Rat im Preussischen Ministerium für Handel und Gewerbe zu Berlin.
1866 bis 1868, Friedrich Johann Gottwalt Bischof, († 10. Januar 1890), Bergrat, Generaldirektor der Werschen- Weissenfelser Braunkohlen- Aktiengesellschaft zu Weissenfels.
1868 bis 1872, Ernst Friedrich Althans, († 1899), Ober- und Geh. Bergrat und Mitglied des Oberbergamts zu Breslau.
1872 bis 1877, Friedrich Wilhelm Ernst Theodor Freund, Bergrat, Oberberghauptmann, Ministerial-Direktor, Wirkl. Geh. Rat, Exz. zu Berlin.
1877 bis 1881, Christian Mosler,(† 1895), Bergrat, Oberregierungsrat, vortrag.Rat im Preussischen Ministerium für Handel und Gewerbe.
1882 bis 1883, Carl-August Schroecker, Bergrat, Generaldirektor Riebeck′sche Montanwerke zu Halle a.S.
1883 bis 1901, Heinrich Karl Friedrich Mentzel,(† 23. Februar 1901 zu Schönebeck), Geheimer Bergrat.
1901 bis 1921, Franz Adolf Fürer, Bergrat.
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