Bad Sooden-Allendorf
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Sooden-Allendorf
Bad Sooden-Allendorf
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Sooden-Allendorf hervorgehoben
51.26759.9663888888889162
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Werra-Meißner-Kreis
Höhe: 162 m ü. NN
Fläche: 73,53 km²
Einwohner:

8.359 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 114 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37242
Vorwahl: 05652
Kfz-Kennzeichen: ESW
Gemeindeschlüssel: 06 6 36 001
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz
37242 Bad Sooden-Allendorf
Webpräsenz: www.bad-sooden-allendorf.de
Bürgermeister: Frank Hix (CDU)
Lage der Stadt Bad Sooden-Allendorf im Werra-Meißner-Kreis
Werra-Meißner-Kreis Hessen Sontra Waldkappel Hessisch Lichtenau Gutsbezirk Kaufunger Wald Großalmerode Berkatal Meißner Neu-Eichenberg Witzenhausen Herleshausen Ringgau Wehretal Weißenborn Eschwege Wanfried Meinhard Bad Sooden-Allendorf Niedersachsen Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg Schwalm-Eder-Kreis Landkreis KasselKarte
Über dieses Bild

Bad Sooden-Allendorf ist eine Stadt und ein Kurort in Hessen (Deutschland) und gehört zum Werra-Meißner-Kreis.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Blick über Bad Sooden-Allendorf

Lage

Bad Sooden-Allendorf befindet sich direkt an der Grenze zu Thüringen und fast im geografischen Mittelpunkt Deutschlands. Es liegt an der Werra nordwestlich des Höhenzugs Gobert in der Nähe des südwestlich gelegenen Hohen Meißners. Südöstlich steht nahe dem Stadtteil Kleinvach oberhalb des Flusses das Schloss Rothestein.

Nachbargemeinden

Bad Sooden-Allendorf grenzt im Norden an die Gemeinden Lindewerra, Wahlhausen und Asbach-Sickenberg, im Osten an die Gemeinden Wiesenfeld und Volkerode (alle im thüringischen Landkreis Eichsfeld), im Süden an die Gemeinde Meinhard, die Stadt Eschwege und die Gemeinde Berkatal, im Westen an die Stadt Großalmerode, sowie im Nordwesten an die Stadt Witzenhausen (alle im Werra-Meißner-Kreis).

Stadtgliederung

Die Stadt besteht neben der Kernstadt Bad Sooden-Allendorf aus den Stadtteilen Ahrenberg, Dudenrode, Ellershausen, Hilgershausen, Kammerbach, Kleinvach, Oberrieden, Orferode und Weiden. Die Kernstadt selbst besteht aus Sooden und Allendorf, wobei sich Sooden auf der westlichen Seite der Bahnlinie befindet.

Allendorf und Sooden wurden am 1. Juli 1929 zu Bad Sooden-Allendorf zwangsvereinigt. Sohten, später Sooden (Standort des Salzwerks), war bis dahin nie eine Stadt, sondern nur ein Flecken gewesen, Allendorf dagegen hatte bereits 1218 die Stadt- und Marktrechte erhalten.

Geschichte

Der Ort besteht mindestens seit dem Ende des achten Jahrhunderts. Das belegt eine Schenkungsurkunde des Frankenkönigs Karls des Großen, die von Historikern auf die Zeit zwischen 776 und 779 datiert wurde. Mit diesem Dokument übertrug Karl die Salzquellen, Salzpfannen, Salzarbeiter, Markt, Tribut und Zoll der Siedlung Westera dem Kloster Fulda. Der Name der Siedlung bezieht sich auf die Lage an der westlichen Grenze zu Thüringen.

Allendorf – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Während des Dreißigjährigen Krieges griffen im April 1637 die kroatischen Regimenter Geleen und Graf Isolani die Stadt an, die dabei fast vollständig abbrannte. Auch die beiden Kirchen und das Rathaus wurden dabei zerstört. Der Rathof – komplett aus Stein erbaut – überstand den großen Stadtbrand und ist als ältestes Gebäude der Stadt erhalten geblieben.

Fußgängerzone in Bad Sooden-Allendorf
Eingangsbereich des Kultur- und Kongresszentrums

Über 1000 Jahre lang, bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Siedehäusern aus Sole Salz gewonnen. Die Sole wurde aus einem Vorkommen unter der Stadt gefördert. Die Aufhebung des Salzmonopols in Folge des Anschlusses an Preußen im Jahre 1866 führte zu einem Preisverfall, der zur Aufgabe der Salzherstellung führte. Das letzte Salz wurde 1906 gewonnen.

Parallel zum Niedergang der Saline entdeckte man die heilende Wirkung der Sole und begann mit dem Bau eines Badehauses. Am 1. Juni 1881 wurde das Haus eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Mit der Seehofer'schen Gesundheitsreform in den 1990er-Jahren brach jedoch auch die Zahl der Kuren ein; mittlerweile setzt die Stadt auf den Tourismus.

Noch heute wird mit dem Brunnenfest, das jährlich zu Pfingsten stattfindet, an die Zeit der Salzgewinnung erinnert. Mit einem originalgetreuen Pfannengesöde wird vorgeführt, wie früher Salz gewonnen wurde. In einem Salzmuseum wird das Salz dann verkauft; dort wird auch die Geschichte der Salzgewinnung präsentiert.

Modernisierung

Zum Jahrtausendwechsel baute man das Gradierwerk ab und komplett neu auf. Ende 2005 stellte man eine Therme mit großem Saunabereich fertig, um auch privat zahlende Gäste in die Stadt zu locken. Im April 2007 wurde eine neue Veranstaltungshalle für Kongresse und Konzerte („Kultur- und Kongresszentrum Werratal“) eröffnet. Auch die Straßenführung wurde geändert. Seither besteht keine direkte Verbindung mehr zwischen Sooden-Nord und Sooden-Süd; der Autoverkehr muss auf die Umgehungsstraße durch das Industriegebiet ausweichen. Des Weiteren wird der Bahnhof auf zwei Gleise zurückgebaut und modernisiert; von dort aus soll ein direkter Weg nach Sooden geschaffen werden. Durch diese Maßnahmen will die Stadt dem Rückgang des Kurbetriebs insofern entgegenwirken, als der Bereich um die Therme und das Kurgebiet leichter erreichbar und autofreie Zone wird.

Entwicklung der Einwohnerzahlen

Die Stadt veröffentlicht auf ihrer Internetseite [2] folgende Einwohnerentwicklung:

Jahr 1939 1945 1950 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1985 1990 1995 1996
Einwohner 4.266 5.324 7.212 6.306 6.641 6.915 9.549 9.914 9.887 9.887 10.383 10.259 10.033

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[3]

Kommunalwahl 2011
 %
40
30
20
10
0
37,0%
36,9%
16,5%
6,1%
3,5%
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+0,2%
-4,9%
+7,4%
-1,5%
-1,2%
Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,0 12 36,8 11 32,7 10
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 36,9 11 41,8 13 38,8 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,5 5 9,1 3 9,5 3
FWG Freie Wählergemeinschaft 6,1 2 7,6 2 10,0 3
FDP Freie Demokratische Partei 3,5 1 4,7 2 5,9 2
REP Die Republikaner 3,1 1
Gesamt 100 31 100 31 100 31
Wahlbeteiligung in % 51,4 53,9 55,4

Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt ist seit 5. März 2009 Frank Hix (CDU). Zur Bürgermeisterwahl am 2. November 2008 trat außerdem Thomas Giese (SPD) an. Hix gewann die Wahl mit 3380 Stimmen (76,8 %), Giese erhielt 1019 Stimmen (23,2 %). Die Wahlbeteiligung lag bei 63,6 Prozent.

Ehemalige Bürgermeister der Stadt:

  • Ronald Gundlach (1997 bis 2009)
  • Erich Giese (1991 bis 1997)
  • Rolf Jenther (1984 bis zum Rücktritt 1991, kurz nach der Wiederwahl)
  • Rolf-Erich Barié (1978 bis 1984)
  • Gerhard Harke (1960 bis 1978)
  • Fritz Franke (bis 1960)

Stadtwappen

Das 1931 durch das Staatsarchiv genehmigte Wappen zeigt in rotem Schild eine zinnenbekrönte Ringmauer mit Torturm und vier Innentürmen, silbern mit blauen Dächern. Im Torbogen auf rotem Grund einen schräg gekreuzten Pfannhaken und ein Berlaff (Holzlöffel zur Beschleunigung der Soleverdampfung) in gold.

Belebter Markt im Ortsteil Allendorf
Rathaus und Marktplatz in Allendorf

Partnerschaften

Bad Sooden-Allendorf pflegt Partnerschaften zu den Städten

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Das Museum steht direkt auf dem ehemaligen Todesstreifen an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen. Es beherbergt neben alten Grenzinstallationen und einer Reihe historischer Militärfahrzeuge bzw. -helikopter eine anschauliche und detaillierte Geschichte der innerdeutschen Grenze.
Das Salzmuseum im Söder Tor erinnert an die knapp 1000-jährige Salzgeschichte der Stadt.

Bauwerke

Bad Sooden, Beleuchtung 2007
St. Crucius-Kirche im Stadtteil Allendorf
St. Marien-Kirche im Stadtteil Bad Sooden
  • Brunnen vor dem Tore
Möglicher Ursprungsort des bekannten Liedes. Schon früh wurde – weil dort das weichste Wasser der Stadt entspringt – eine knapp 1000 Meter lange Holzleitung von der Quelle am Zinnberg zu einem Kump vor dem südlichen Stadttor verlegt. 1218, zur Stadtwerdung, wurde daneben eine Linde gepflanzt. Vermutlich im 18. Jahrhundert dann wurde dort auch ein Zeitstock aufgestellt. Direkt neben Linde, Brunnen und Zeitstock verlief die Handelsstraße von Frankfurt nach Lübeck. Es ist vermutet worden, dass der aus Dessau stammende Dichter Wilhelm Müller auf einer Reise dieses Ensemble gesehen hat und dadurch zu seinem Gedicht Der Lindenbaum inspiriert wurde. In der Vertonung von Franz Schubert ist es zum Volkslied geworden und heute meist unter dem Titel Am Brunnen vor dem Tore bekannt. Der 1827 erbaute Zeitstock ist erhalten, der früher erbaute Kump (Brunnen) ist auch noch original, die Linde wurde 1912 neu gepflanzt, das Tor 1997 wiedererrichtet.
Es wurde von Herbst 1999 bis Sommer 2002 abgerissen und neu aufgebaut. Wegen der salzhaltigen, für Atemwege wohltuenden Luft ist es ein beliebter Erholungsort, der von Einheimischen „Unsere senkrechte Nordsee“ genannt wird.
  • Werratal-Therme
Therme mit Solewasser, Sauna, Außenbereich. Das Gradierwerk ist zu einem Viertel in den Saunabereich integriert.

Regelmäßige Veranstaltungen

Überregional bekannt ist Bad Sooden-Allendorf für das Erntedank- und Heimatfest, das jedes Jahr um das dritte Wochenende im August gefeiert wird (Freitag bis Dienstag). Beliebt ist es vor allem wegen seiner vielen Traditionen – so wird es seit über 100 Jahren mit dem gleichen Programm gefeiert. Höhepunkte:

  • Straßenfest in der Altstadt (Freitag), Vergnügungsmeile auf dem Festplatz (Samstag bis Dienstag)
  • Fackelumzug mit anschließendem Zapfenstreich und Beleuchtung (Werra in Flammen)
  • Triolett-Tanzen, ein Reigen aus zwei Dreierpärchen
  • Spanisch-Fricco-Essen
  • Großer Festumzug am Sonntag
  • Reiche Schmückung der Stadt mit Girlanden und Erntekronen aus Getreide, bewerkstelligt vor allem von den Anwohnern selbst

Im Jahr 2008 wurde ein Jubiläumserntefest gefeiert, das zwar nicht das 150. war, aber 150 Jahre zuvor (1858) erstmals von einem Gastwirt namens Beuermann ausgerichtet wurde. Der hiesige Künstler Martin Schülbe dokumentierte die Vorbereitungen sowie das Fest und veröffentlichte eine DVD, die in verschiedenen Geschäften der Stadt erhältlich ist.

Jedes Jahr findet in der Woche nach Ostern die Märchenwoche in Bad Sooden-Allendorf statt. Zahlreiche Veranstaltungen, beispielsweise Märchenabende und Theateraufführungen, führen in die Welt der Märchen ein, umrahmt von täglichen Auftritten der Märchenfiguren im Kurpark. Im Fokus steht Frau Holle, die am nahen Hohen Meißner gelebt haben soll und täglich im historischen Söder Tor die Betten schüttelt. Die 15. Märchenwoche fand vom 12.–19. April 2009 statt. Erstmals war ein mittelalterlicher Markt in die Veranstaltung eingebunden. Die Marke von 20.000 Besuchern wurde überschritten [4].

Außerdem findet an den Pfingstfeiertagen das Brunnenfest statt, das von Johannes Rhenanus bereits im 16. Jahrhundert zum Dank für die „segensreichen Solequellen“ ins Leben gerufen wurde und damit das älteste Fest der Stadt ist.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

  • Bad Sooden-Allendorf ist über die B 27 WitzenhausenEschwege an das Autobahnnetz angebunden.
  • Der zentrale Bahnhof liegt an der Nord-Süd Bahnstrecke Göttingen–BebraFulda.
  • Es existiert ein Stadtbussystem.
  • Nächster Flughafen ist Kassel-Calden.
  • Die Werra ist für große Schiffe nicht nutzbar. Es findet aber ein reger Verkehr mit Paddelbooten statt.
  • Ein Wohnmobilhafen in Altstadt- und Werranähe zieht Caravans an.
  • Ein Netz an Wander- und Fahrradwegen steht zur Verfügung.
  • Bad Sooden-Allendorf liegt an der Deutschen Märchenstraße, die von Hanau über Bad Sooden-Allendorf nach Bremen führt.

Medien

  • Als Tageszeitung erscheint die Witzenhäuser Allgemeine, eine Lokalausgabe der HNA (Hessische/Niedersächsische Allgemeine).
  • Außerdem gibt der MB-Media-Verlag, der über die Ippen-Gruppe ebenfalls zur HNA gehört (Ippen-Neffe Schöningh) zwei Wochenzeitungen namens Marktspiegel und Extra-Tipp heraus, die sich aber weniger regionalen Themen als vielmehr boulevardesker Berichterstattung widmen.
  • Der BSA-Kurier ist eine Werbezeitung für das hiesige Kurpark-Hotel, dessen Anzeigen zuletzt ebenfalls von der HNA akquiriert wurden. Örtliche Vereinsberichterstattung und Kulturankündigungen fanden darin einen Platz.
  • Ein Stadtblättchen wird für wenige Abonnenten vom Verlag Linus-Wittich herausgegeben.
  • Weiterhin ist das Lokalradio Rundfunk Meißner (RFM) in der Stadt zu empfangen, das seinen Namen vom unweit gelegenen Berg Hoher Meißner hat.

Bildung

Bad Sooden-Allendorf bietet mit der Grundschule Am Brunnen vor dem Tore (Klassen 1 bis 4) und der Rhenanusschule (Klassen 5 bis 13) die Möglichkeit, eine komplette Schullaufbahn ohne Umzug oder tägliche Fahrten zu absolvieren. Integriert in die Rhenanusschule ist ein Sportgymnasium mit angeschlossenem Internat, das einst namhafte Sportler hervorgebracht hat.

In Bad Sooden-Allendorf befindet sich ebenfalls der Standort der Privaten Fachhochschule Nordhessen (Bernd-Blindow-Gruppe).

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter von Bad Sooden-Allendorf

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt oder gelebt haben

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
  2. Einwohnerzahlen laut Stadtverwaltung
  3. Wahlergebnis auf hsl.de
  4. Bericht der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen (HNA), Lokalausgabe „Witzenhäuser Allgemeine“, vom 19. April 2009

Weblinks

 Commons: Bad Sooden-Allendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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