Bad Wilsnack
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Wilsnack
Bad Wilsnack
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Wilsnack hervorgehoben
52.9511.94972222222227
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Prignitz
Amt: Bad Wilsnack/Weisen
Höhe: 27 m ü. NN
Fläche: 79,21 km²
Einwohner:

2.635 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19336
Vorwahl: 038791
Kfz-Kennzeichen: PR
Gemeindeschlüssel: 12 0 70 008
Stadtgliederung: 8 Stadtteile
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
19336 Bad Wilsnack
Webpräsenz: www.bad-wilsnack.de
Bürgermeister: Dietrich Gappa (CDU)
Lage der Stadt Bad Wilsnack im Landkreis Prignitz
Lenzerwische Lenzen (Elbe) Lanz Cumlosen Groß Pankow (Prignitz) Pritzwalk Gumtow Plattenburg Legde/Quitzöbel Rühstädt Bad Wilsnack Breese Weisen Wittenberge Perleberg Karstädt Gülitz-Reetz Pirow Berge Putlitz Kümmernitztal Gerdshagen Halenbeck-Rohlsdorf Meyenburg Marienfließ Triglitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Putlitz Mecklenburg-Vorpommern Sachsen-Anhalt Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild

Bad Wilsnack ist eine Kurstadt und ein ehemaliger Wallfahrtsort im Landkreis Prignitz im Nordwesten Brandenburgs (Deutschland).

Die Kleinstadt ist Sitz des Amtes Bad Wilsnack/Weisen. Zu diesem Amt zählen außer Bad Wilsnack und Weisen die Gemeinden Breese, Legde/Quitzöbel und Rühstädt. Wahrzeichen der Stadt ist eine ehemalige Wallfahrtskirche, die Wunderblutkirche St. Nikolai.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bad Wilsnack befindet sich am Südwestrand der Prignitz, nur wenig nördlich der Mündung der Havel in die Elbe, ungefähr auf der Hälfte der Bahnstrecke Berlin-Hamburg. Die Stadt liegt an der Karthane, einem kleinen Fluss, der im Herzen der Prignitz entspringt und bei Wittenberge in die Elbe fließt. Das ganze Gebiet um Bad Wilsnack ist Teil des brandenburgischen Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe - Brandenburg. Nur wenige Kilometer südlich der Stadt liegt das „Storchendorf“ Rühstädt.

Nachbargemeinden

Bad Wilsnack grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Perleberg, Plattenburg, Legde/Quitzöbel, Rühstädt, Beuster, Wittenberge, und Breese.

Stadtgliederung

Zur Stadt Bad Wilsnack gehören die bewohnten Gemeindeteile

  • Groß Lüben
  • Haaren
  • Jackel
  • Karthan
  • Klein Lüben
  • Scharleuk und der
  • Ortsteil Grube mit dem bewohnten Gemeindeteil Sigrön

Stadtbild

Das Wahrzeichen der Stadt ist die Wunderblutkirche St. Nikolai
1692 erbaut wurde das Wohnhaus Große Straße 27

Das Stadtbild Bad Wilsnacks ist geprägt von der Wunderblutkirche an der Großen Straße. An dieser Straße befinden sich auch das Alte Rathaus, ein Fachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert, sowie das Neue Rathaus von 1865, inzwischen Sitz des Amtes Bad Wilsnack/Weisen. Die Große Straße ist wegen einer Vielzahl von meist zweistöckigen Fachwerkhäusern sehenswert, die zum Teil aus dem späten 17. Jahrhundert stammen und unter Denkmalschutz stehen. Siehe dazu die Liste der Baudenkmale in Bad Wilsnack. So wurde das Haus Große Straße 27 im Jahr 1692 gebaut. Es hat trotz der schmalen Front zwei Eingänge. Unter Denkmalschutz steht auch die ehemalige Apotheke, Große Straße 25. Die Gebäude, zum Teil reine Wohnhäuser, zum Teil mit Ladengeschäften im Erdgeschoss, wurden nach der Wende saniert.

Geschichte

1384 wurde Wilsnack, dessen frühe Geschichte durch seine Lage im wendisch-sächsischen Grenzgebiet bestimmt wurde, zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Anlass war die Brandschatzung der Dorfkirche, als der Ritter Heinrich von Bülow gen. Grotekop am 15. August 1383 den Ort samt Dorfkirche niederbrennen ließ. In der Ruine wurden auf dem Altar Blutwunderhostien gefunden. Bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts war Wilsnack ein Wallfahrtsort für Gläubige aus vielen Ländern. Die Wallfahrten endeten mit der Verbrennung der Hostien durch einen evangelischen Geistlichen. Im Prälatenhaus hatte ab 1560 die Familie von Saldern, die das Patronat der Kirche innehatte, ihren Sitz. Das Herrenhaus wurde 1780 zu einem Schloss erweitert. Es brannte 1976 ab. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Wilsnack von kaiserlichen, sächsischen, dänischen und schwedischen Truppen geplündert. Stadtbrände verursachten mehrfach Schäden, etwa in den Jahren 1690, 1703 und 1826 und 1828. Am 2. September 1826 verloren 85 Familien ihre Unterkunft, als 24 Wohnhäuser durch Feuer zerstört wurden. Schweren Schaden nahm Wilsnack 1709 durch einen Bruch des Elbdeichs.

1846 wurde die Eisenbahnlinie Hamburg–Berlin (Strecke nördlich der Elbe) fertiggestellt. Bad Wilsnack liegt an dieser Trasse, ein bescheidener wirtschaftlicher Aufschwung begann. Der Stadtförster Gustav Zimmermann entdeckte 1899 heilkräftige Moorerde. Wilsnack entwickelte sich daraufhin zum Kurort; Zimmermann hatte Moorproben in einer Heringsdose nach Berlin gesandt und untersuchen lassen, die bescheinigte Eisenhaltigkeit bestätigte die Kurfähigkeit der heilenden Erde. 1929 wurde der Ortsname in Bad Wilsnack geändert. Die Stadt wurde zu einem Genesungszentrum der Region. Stadtförster Gustav Zimmermann ließ um 1900 einen Kurpark anlegen. Zur Erinnerung an Zimmermann wurde 2006 ein Gedenkstein vor der Kurhalle enthüllt.

Zur Zeit der Wende 1989/1990 versammelten sich ab Oktober 1989 jeweils montags etwa tausend Menschen zunächst in der Wunderblutkirche zum Friedensgebet. Der folgende Kerzenumzug folgte dem Vorbild der Montagsdemonstrationen in größeren Städten der DDR. Der erste Nachwendebürgermeister Bad Wilsnacks, Dietrich Gappa, wurde im Mai 1990 in der ehemaligen Wallfahrtskirche gewählt. Im selben Jahr wurde wieder Religionsunterricht in der Schule erteilt.[2] 1993 erhielt Bad Wilsnack Erweiterungsbauten des Kurhauses.

Eingemeindungen

Groß Lüben und Klein Lüben gehören seit dem 1. Februar 1974 zu Bad Wilsnack.[3] Grube wurde am 31. Dezember 2001 eingemeindet.[4]

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung besteht aus 16 Stadtverordneten.

  • 6 Sitze: CDU
  • 4 Sitze: FDP
  • 1 Sitz: UWG BW
  • 1 Sitz: SPD
  • 1 Sitz: Die Linke
  • 1 Sitz: UWG Grube
  • 1 Sitz: Listenvereinigung Kurgesellschaft-Kneippverein
  • 1 Sitz: EB Brandl

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)[5]

Wappen

Das Wappen wurde am 8. Januar 1992 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau auf grünem Boden eine silberne Kirche mit rot-geschindeltem Dach und Dachreiter, schwarzer Tür, schwarzen Fenstern und einem Rundturm beiderseits des Portals; die Türme haben schwarz-beknaufte rote Spitzdächer.“[6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Bad Wilsnack stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale. Die Brandenburgischen Sommerkonzerte gastieren ca. alle vier Jahre in der Wunderblutkirche St. Nikolai.

Thermalbad

Die Therme
Das Kurmittelhaus
  • Thermalbad mit vier Thermal-Heilwasserbecken mit unterschiedlicher Sole-Konzentration
  • Außenbecken mit Wildbachstrudler
  • Edelstein-Meditationsgrotte
  • acht Themensaunen und zwei Dampfbäder, Eisnebelgrotte
  • Osmanischer Hamam und Sauna-Bistro
  • Salzwasserwand

Bauwerke

Geschichte

Infrastruktur und Wirtschaft

Verkehr

Bad Wilsnack ist am besten per Bahn zu erreichen (Strecke Berlin–Hamburg). Nahe dem Ortsteil Grube führt die B 5 (Hamburg-Berlin) vorbei. 20 Kilometer westlich und 15 Kilometer östlich von Bad Wilsnack verlaufen die Bundesstraßen 107 und 189 in Nord-Süd-Richtung. Die Autobahnauffahrt Meyenburg an der A 24 ist 48 Kilometer entfernt. Die nächsten Elbübergänge befinden sich in Wittenberge (Brücke) und Sandau (Elbe) (Fähre).

Ansässige Unternehmen

Die 1911 erbaute Jahnschule, jetzt Sitz der Firma Cleo Schreibgeräte

Neben Handwerksbetrieben sind die KMG Kliniken AG mit Elbtalklinik, eine Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie, das Kurmittelhaus, die Seniorenresidenz und das Hotel ambiente, die Kristall Kur- und Gradiertherme sowie Cleo Schreibgeräte GmbH größere Arbeitgeber Bad Wilsnacks. Die Cleo Schreibgeräte GmbH hat ihren Sitz in der ehemaligen Jahnschule, die 1911 gebaut wurde.

Seit 1995 gibt es eine Bildungsstätte der Metallberufsgenossenschaft, jetzt Berufsgenossenschaft Metall Nord Süd. Hier werden etwa 100 bis 120 Teilnehmer pro Woche über den Arbeitsschutz informiert.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Hartmut Kühne; Anne-Katrin Ziesak (Hrsg.): Wunder – Wallfahrt – Widersacher. Die Wilsnackfahrt. Verlag Friedrich Pustet 2005.
  • Jürgen W. Schmidt: Wilsnack zur Zeit der Weimarer Republik: In: Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Prignitz. Bd.8 Perleberg 2008 S. 190–202
  • Reinhard Schmoeckel: Des Herrn Wille geschehe Salzer Verlag 1987. Historischer Roman, spielend in Bad Wilsnack.

Quellen

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2010 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2010. (Hilfe dazu)
  2. Ev. Kirche St. Nikolai Bad Wilsnack, Schnell-Kunstführer Nr. 2125, Schnell & Steiner, Regensburg 1994, S. 37
  3. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  5. http://www.bad-wilsnack.de/verwaltung/stadtverordnete-ausschuesse.html
  6. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg

Weblinks

 Commons: Bad Wilsnack – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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