Bad Ziegenhals
Głuchołazy
Wappen von Głuchołazy
Głuchołazy (Polen)
DEC
Głuchołazy
Głuchołazy
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Landkreis: Nysa
Fläche: 6,83 km²
Geographische Lage: 50° 19′ N, 17° 23′ O50.31666666666717.3833333333337Koordinaten: 50° 19′ 0″ N, 17° 23′ 0″ O
Einwohner: 14.835 (30. Juni 2008[1])
Postleitzahl: 48-340 bis 48-343
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: ONY
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Głuchołazy–Prudnik
Nächster int. Flughafen: Breslau
Kattowitz
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 167,98 km²
Einwohner: 25.492 (30. Juni 2008[1])
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Edward Szupryczyński
Adresse: Rynek 15
48-340 Głuchołazy
Webpräsenz: www.glucholazy.pl

Głuchołazy (deutsch Bad Ziegenhals) ist eine Stadt im Südwesten Polens in der Wojewodschaft Oppeln an der Biele (Biała Głuchołaska) im Niederen Gesenk, einem Teil des Altvatergebirges in Oberschlesien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um 1220 holte der Breslauer Bischof Lorenz deutsche Siedler in die Gegend im Vorland des Altvatergebirges, um das Bistumsland Neisse gegen das Vordringen des Markgrafen von Mähren, Vladislav Heinrich, eines Bruders Ottokars I., nach Norden zu schützen. Schon 1263 besaß Ziegenhals Stadtrecht. Die Siedler waren vor allem Bergleute, die Nachrichten vom Gold in den Bergen bei Ziegenhals in die Gegend lockten. Goldbergbau ist aus dem 16. und 17. Jahrhundert belegt, ebenso Eisenerzbergwerke der Thurzo und Fugger. Jedoch war der Goldbergbau nicht so ausbeutsam wie im benachbarten Zuckmantel. Das Mundloch des Stolln Heilige Drei Könige, der der Wasserhaltung der Zuckmantler Gruben diente, ist nahe der Stadt zu finden. Sein Wasser wurde auch für den Aufschlag einer Mühle genutzt.

Die Stadt wurde am 20. März 1428 durch die Hussiten niedergebrannt. An das Hochwasser der Biele von 1472 erinnerte die jährliche Prozession zu Mariä Heimsuchung. 1627 wütete die Pest in der Stadt, daran wurde in der bis 1945 abgehaltenen Pestprozession erinnert.

Im Ersten Schlesischen Krieg war die nahe der Festung Neisse gelegene Stadt mehrfach Schauplatz von Kampfhandlungen. Nach der Übernahme Schlesiens durch Preußen wurde Ziegenhals zu einer preußischen Grenzstadt, während Zuckmantel bei Österreich verblieb. Dies führte zu einem wirtschaftlichen Niedergang; erst mit dem Anbau von Flachs entwickelte sich Ziegenhals zu einer Weberstadt. 1874 bekam die Stadt einen Bahnanschluss und die Zelluloseindustrie entstand. Aus dem seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannten Bad entwickelte sich Ziegenhals im vorigen Jahrhundert zu einem Kurort.

Kuranlagen in Bad Ziegenhals

Durch die Stadt verkehren Züge der tschechischen Bahnlinie KBS 292 Krnov (Jägerndorf)–Jeseník (Freiwaldau)-Hanušovice (Hannsdorf), die im ehemaligen Hauptbahnhof die Fahrtrichtung wechseln, aber bis 2006 keinen Zustieg oder Ausstieg zuließen, und seit dem 10. Dezember 2006 gibt es wieder nach zweijähriger Einstellung regelmäßige PKP-Zugverbindungen nach Neisse.

Einwohnerentwicklung


Jahr 1800 1939 1946 1957 1970 2005
Einwohnerzahl [2] 2.000 10.200 7.500 10.300 13.400 15.003

Gemeinde

Die Stadt- und Landgemeinde (gmina miejsko-wiejska) Głuchołazy umfasst ein Territorium von 167,98 km² und hat 25.000 Einwohner. Zu ihr gehören folgende Orte:

  • Biskupów (Bischofswalde)
  • Bodzanów (Langendorf)
  • Burgrabice (Borkendorf)
  • Charbielin (Ludwigsdorf)
  • Gierałcice (Giersdorf)
  • Głuchołazy (Bad Ziegenhals) – Stadt
  • Jarnołtówek (Arnoldsdorf)
  • Konradów (Dürr-Kunzendorf)
  • Markowice (Markersdorf)
  • Nowy Las (Neuwalde)
  • Nowy Świętów (Deutsch Wette)
  • Podlesie (Schönwalde)
  • Pokrzywna (Wildgrund)
  • Rudawa (Rothfest)
  • Stary Las (Altewalde)
  • Sławniowice (Groß Kunzendorf)
  • Sucha Kamienica (Dürrkamitz, 1936–1945 Dürstein)
  • Świętów Polski (Altwette, bis 1918 Polnisch Wette)
  • Wilamowice Nyskie (Winsdorf)

Partnerstädte

Verweise

Weblinks

Fußnoten

  1. a b Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2008
  2. für 2005 Główny Urząd Statystyczny

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